Kooperation | In Kooperation mit: CompuGroup Medical

TI-Anschluss von Kliniken und Apotheken

KIM sorgt für intersektorale Kommunikation

Nach den Ärzten sind nun auch Apotheken und Kliniken an der Reihe, um in die TI einzusteigen. Der intersektoralen Verständigung steht dann (theoretisch) nichts mehr im Wege.

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Die elektronische Gesundheitskarte könnte auch bald bei der Medikamentenabgabe in der Apotheke zum Einsatz kommen.

Die elektronische Gesundheitskarte könnte auch bald bei der Medikamentenabgabe in der Apotheke zum Einsatz kommen.

© bilderstoeckchen / stock.adobe.com

Ein digitales Gesundheitswesen benötigt mehr als nur digital erschlossene Arztpraxen. Echte, intersektorale Kommunikation wird erst möglich, wenn auch Krankenhäuser und Apotheken am Netz sind. Bei den Apothekern laufe die Anbindung an die TI derzeit auf Hochtouren, sagte Stefan Lammers von der Apothekerkammer Westfalen-Lippe beim Expertengespräch zur Telematikinfrastruktur, das Springer Medizin – Ärzte Zeitung und CompuGroup Medical organisiert haben. Zwar könne die gesetzliche Frist für die TI-Anbindung aller Apotheken, der 30. September 2020, nicht gehalten werden, auch, aber nicht nur Corona-bedingt. Zumindest in Nordrhein-Westfalen seien aktuell die Bestellquoten für die Institutionenkarten bei den Apothekerkammern aber ausgesprochen hoch, so Lammers: „Das ist für uns ein deutliches Signal, dass es in ordentlichen Schritten vorangeht.“

Auf Krankenhausseite sieht Bernard Calmer, Geschäftsführer der CGM Clinical Europe GmbH, noch einen gewissen Nachholbedarf: „Ich würde mir seitens der IT-Abteilungen etwas mehr Aktivitäten wünschen.“ Auf Herstellerseite stünden Hardware und Personal für den Klinik-Rollout zur Verfügung. Viele Krankenhäuser hätten sich aber noch nicht wirklich Gedanken darüber gemacht, wie sie bei Einsatz einer ePA die Prozesse bei Aufnahme und Entlassung gestalten. Auch die Frage, wer auf den Stationen an welchen Orten ePA-Zugang haben sollte, sei oft noch wenig durchdacht. Entsprechend unklar ist es vielen Krankenhäusern, welche Hardware-Ausstattung eigentlich nötig ist.

Einen großen inhaltlichen Mehrwert für die Kommunikation zwischen niedergelassenen Ärzten und stationärem Sektor erwartet Calmer sich von dem Kommunikationsdienst KIM. Er wird, erstmals im deutschen Gesundheitswesen, dafür sorgen, dass alle medizinischen Einrichtungen sowie Institutionen wie K(Z)Ven mit einem einheitlichen „Adressbuch“ sicher digital kommunizieren können. Bisherige Versuche in dieser Richtung scheiterten immer daran, dass nur ein Bruchteil mitmachte. Auch Dr. Georg Diedrich von der KVWL sieht KIM als gutes Werkzeug speziell für die intersektorale Kommunikation. Perspektivisch müsse es aber zusätzlich auch Plattformen wie Fallakten geben, auf denen mehrere Versorger elektronisch kooperieren können. (gvg)

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