Kooperation | In Kooperation mit: CompuGroup Medical

CGM-Vorstand im Interview

Medizinische Anwendungen in der TI: „Sind die Patienten wirklich gut genug informiert?“

Die CompuGroup Medical (CGM) war im Juli 2020 das erste Unternehmen, das einen E-Health-Konnektor für die medizinischen Anwendungen der Telematikinfrastruktur in die Zulassung gebracht hat. Jetzt gilt es, den Nutzen auch offensiv zu kommunizieren, sagt CGM-Vorstandsmitglied Dr. Eckart Pech.

Veröffentlicht:
Dr. Eckart Pech, Vorstand CompuGroup Medical. CGM

Dr. Eckart Pech, Vorstand CompuGroup Medical. CGM

© CompuGroup Medical

Ärzte Zeitung: Der CGM-Konnektor war der erste, bei dem das Update zum E-Health-Konnektor zugelassen wurde. Wie viele Ärzte haben das Update schon eingespielt, und was können sie mit dem aufgerüsteten Konnektor schon anfangen?

Dr. Eckart Pech: Seit Zulassung haben mehr als 25.000 Ärzte das Update heruntergeladen und auf den Konnektor gespielt. Damit stehen den Ärzten drei Anwendungsfelder zur Verfügung: Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS) inklusive elektronischer Medikationsplan (eMP), Notfalldatenmanagement (NFDM) inklusive Datensatz persönliche Erklärungen (DPE) und QES-Basisdienst (Signatur- und Verschlüsselungsdienste). Hinzu kommt KIM basierend auf QES und Fachdienst.

Welche sind das?

Neben dem Konnektor-Update benötigen Ärzte einen elektronischen Heilberufsausweis, unter anderem für die E-Signatur von Notfalldatensätzen. Eine weitere Voraussetzung, zumindest für den elektronischen Medikationsplan (eMP), ist die Versicherten-PIN für die Gesundheitskarte. Mit der PIN autorisiert der Patient das Anlegen von Daten auf der Karte. Zum Bearbeiten der Notfalldaten wird keine PIN benötigt. Auf Wunsch des Patienten kann aber auch hier die Versicherten-PIN abgefragt werden. Wenn diese Voraussetzungen erfüllt sind, profitieren Arzt und Patient von den vielen Mehrwerten der neuen medizinischen Anwendungen.

Was glauben Sie, wann werden elektronische Notfalldaten und E-Medikation Routine sein?

Solange wir primär eine technische Diskussion führen, wird es lange dauern. Was wir erreichen sollten, ist eine nutzenorientierte Diskussion. Der monetäre Nutzen für die Leistungserbringer darf nicht zu kurz kommen, das ist gegeben, aber eben auch der fachliche Nutzen. Wir müssen glaubhaft transportieren, dass durch ein Notfalldatenmanagement Leben gerettet werden können oder Behandlungen effizienter werden. Wie viele Patienten mit zum Beispiel chronischen Erkrankungen wissen denn überhaupt, was sie mit einem Notfalldatensatz alles machen können? Haben wir die Patienten wirklich schon gut genug informiert über diese Möglichkeiten? Haben wir auch die Ärzte genug mit auf die Reise genommen?

Nach dem E-Health-Konnektor ist vor dem ePA-Konnektor: Wird das Konnektor-Update für die elektronische Patientenakte bis zum 1. Januar 2021 fertig?

Das hängt nicht nur von uns ab. In der Entwicklung sehen wir keine gigantischen Hürden. Wenn die gematik eine stabile Spezifikation zur Verfügung stellt, können wir zeitgenau zuliefern. Dann müssen aber auch die Krankenkassen fristgerecht eine ePA zur Verfügung stellen, gegen die wir den Konnektor dann in einem ebenfalls von den Krankenkassen zu organisierenden Feldtest erproben können. Das wird schon herausfordernd, aber die Technologie ist aus meiner Sicht nicht der Engpass. (gvg)

Mehr zum Thema

Telematikinfrastruktur

eHBA und KIM nehmen Fahrt auf

Kooperation | In Kooperation mit: CompuGroup Medical
Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Jetzt anmelden / registrieren »

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

» kostenlos und direkt in Ihr Postfach

Am Morgen: Ihr individueller Themenmix

Zum Feierabend: das tagesaktuelle Telegramm

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Derzeit haben rund 400 Ärztinnen und Ärzte in Bayern die Zusatzbezeichnung Homöopathie erlangt. Künftig ist dies nicht mehr möglich.

© Mediteraneo / stock.adobe.com

80. Bayerischer Ärztetag

Bayern streicht Homöopathie aus Weiterbildungsordnung

Nach erfolgreicher Sondierungswoche (v.l.n.r): Robert Habeck und Annalena Baerbock, Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz und FDP-Chef Christian Lindner am Freitag in Berlin.

© Kay Nietfeld/picture alliance

Update

Erfolgreiche Sondierung

Das plant die Ampelkoalition im Bereich Gesundheit