Umfrage

Patienten brauchen Aufklärung über Kartentypen

Es ist inzwischen ein leidiges Problem: Patienten kommen mit Karten in die Praxis, die ungültig sind. Hinzu kommt, dass die Versicherten teils von ihrer Kasse auch noch falsch beraten werden.

Veröffentlicht: 21.09.2018, 10:20 Uhr

BERLIN. G1+ und G1 – die Gesundheitskarten alten Typs, die derzeit noch von den Versicherten in die Praxen gebracht werden, machen Ärger. Schon eine Umfrage von Medi Deutschland unter den Mitgliedern zeigte im Frühjahr, dass viele Patienten mit ungültigen G1-Karten in die Praxis kommen, was den Betrieb aufhält. Dabei sollten nach den Vorgaben des Bundesgesundheitsministeriums eigentlich bereits alle Versicherten eine G2-Karte, die für alle Anforderungen der TI gerüstet ist, erhalten haben.

Doch eine Umfrage im Auftrag von CompuGroup Medical unter Ärzten, die bereits an die Telematikinfrastruktur angeschlossen sind, zeigte im Juli/August, dass das Problem weiterhin fortbesteht: 38 Prozent der befragten 400 Praxen meldeten, dass sie mehrmals täglich mit Problemen aufgrund von ungültigen G1- oder von G1+-Karten konfrontiert werden. Bei 43 Prozent kommt das immer noch mehrmals pro Woche vor, nur jeder Fünfte (19 Prozent) meldet, dass diese Probleme selten oder nie auftreten.

Die Crux für die Versicherten ist, dass die alten Karten das Gültigkeitsdatum häufig noch nicht erreicht haben. Deshalb tauschen offenbar viele Versicherte ihre alte, vermeintlich noch gültige eGK im Portemonnaie nicht gleich gegen die neue G2-Karten, die sie erhalten, aus. Die Folge:

  • Alte G1-Karten werden in allen Praxen als ungültig abgelehnt, auch wenn sie nicht an die TI angeschlossen sind. Sie sind offiziell seit Oktober 2017 nicht mehr gültig.
  • G1+-Karten dagegen sind noch gültig bis zum 31. Dezember 2018, allerdings nur dann, wenn die Krankenkasse noch keine G2-Karte verschickt hat. Denn in diesem Fall sperrt die Krankenkasse die alte Karte nach einer gewissen Karenzzeit, damit die alte eGK eingezogen oder vernichtet wird. In Praxen, die noch nicht an die TI angeschlossen sind, wird das allerdings nicht bemerkt, der Patient erhält dann wie gewohnt seine Leistungen. In Praxen, die schon ihren TI-Anschluss haben, wird dagegen die G1+-Karte als ungültig abgelehnt, so wie es die Spezifikation vorsieht.

Zu einem echten Problem zwischen Praxis und Patient wird das dann, wenn, wie wohl häufiger geschehen, die Krankenkasse dem Versicherten sagt, seine alte Karte sei eigentlich noch gültig.

  • G2-Karten sollten problemlos eingelesen werden können, wenn der Versicherte nicht gerade seine Krankenkasse gewechselt hat.

Zusätzlicher Ärger droht Anfang des kommenden Jahres: Aufgrund der Vorgaben der gematik werden ab Januar 2019 Karten des Typs G1+ grundsätzlich in allen TI-Praxen als "unbekannte Karte" abgelehnt. Und das, obwohl der Gültigkeitszeitraum vielleicht noch gar nicht überschritten wurde. Wer es schafft, im Patientengespräch oder in der Kommunikation zwischen MFA und Patient diesen aufzuklären, welche Karte er im Portemonnaie haben muss, der wird den Ärger im Praxisalltag sicher reduzieren können. Damit werden natürlich einmal mehr Aufklärungsarbeiten, die eigentlich die Kasse mit ihren Versicherten übernehmen sollte, auf die Ärzte abgewälzt. (ger)

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