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Immunmodulation

Vitamin C – ein Must-Have fürs Immunsystem

Vitamin C ist einer der wichtigsten körpereigenen Immunmodulatoren. Zudem erhält Vitamin C die Barrierefunktion von Haut und Schleimhäuten. Vitamin-C-Infusionen werden auch bei COVID-19-Patienten geprüft.

Veröffentlicht: 01.07.2020, 04:00 Uhr

Vitamin C ist für über 150 Stoffwechselfunktionen im Körper wichtig. Das Immunsystem benötigt besonders hohe Konzentrationen, damit es angemessen auf Viren und andere Krankheitserreger reagieren kann [1]. So ist Vitamin C wichtig für die Bildung des mitochondrialen, antiviralen Signalproteins und von Interferon, das eine ganze Kaskade anti-viral wirksamer Proteine induziert. Und: Ohne Vitamin C gibt es keine effektive Barrierefunktion von Haut und Schleimhäuten gegenüber Viren und anderen Krankheitserregern.

Zu Beginn eines Infekts wird deshalb viel Vitamin C für die Infektabwehr benötigt und es kommt zu einem drastischen Verbrauch: Die Vitamin-C-Konzentrationen in den Immunzellen sinken innerhalb von Stunden um etwa 50 %. Wird es nicht in ausreichender Menge wieder zugeführt, droht ein Vitamin-C-Mangel, der die Abwehrlage des Organismus stark reduziert [2]

Vitamin C aktiviert Prozesse der Infekt-Abwehr

Vitamin C ist einer der wichtigsten körpereigenen Immunmodulatoren, denn es aktiviert viele Prozesse der Infekt-Abwehr und schützt gleichzeitig vor einer überschießenden Entzündung. Dies ist entscheidend, damit das Immunsystem angemessen auf eine Infektion reagieren kann, ohne den Organismus dabei übermäßig zu schädigen [2, 3]. Es ist die überschießende Entzündungsreaktion des Immunsystems - ausgelöst durch einen viralen Infekt, wie bei COVID-19 – die das Immunsystem schädigt und dadurch etwa das Risiko für schwere Pneumonien, Sepsis und akutes Lungenversagen (ARDS) deutlich erhöht.

Vitamin C – ein Must-Have fürs Immunsystem

Vitamin C ist ein essentieller Immunmodulator, der für viele Prozesse der Infektabwehr notwendig ist (linke Spalte) und gleichzeitig vor einer überschießenden Entzündung (Zytokin-Sturm) schützt.

© Pascoe Naturmedizin

SARS-CoV-2 führt zu systemischer Gefäßentzündung

Neuen Studien zufolge löst SARS-CoV-2 nicht nur Lungenschäden, sondern auch eine systemische Gefäßentzündung aus. Diese betrifft auch Herz-, Hirn-, Lungen- Darm- und Nierengefäße. Diese schweren Störungen der Durchblutung schädigen das Herz und können Lungenembolien und Gefäßverschlüsse im Hirn und im Darmtrakt auslösen, die zum Multiorganversagen bis zum Tod führen können [4].

Dies bedeutet, dass neben anti-viralen Substanzen, die die Viruslast reduzieren, gleichzeitig das Gefäßsystem der Patienten geschützt werden muss. Hier kann Vitamin-C-Infusionen eine große Bedeutung zukommen. Im Gegensatz zu anderen biologischen Antioxidantien kann parenteral verabreichtes Vitamin C bei Älteren und Patienten mit Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Hypercholesterinämie, Diabetes oder Rauchen eine gestörte Endothelfunktion akut wiederherstellen [5].

Vitamin-C-Infusionstherapie bei COVID-19

In diesem Frühjahr wurden aufgrund von Erfahrungsberichten aus China [6] Studien zur Vitamin-C-Infusionstherapie bei COVID-19 Patienten in China, Kanada, Italien und den USA initiiert (clinicaltrial.gov). Die erste Studie wurde bereits im Februar in China gestartet und untersucht in einem randomisiert, placebokontrollierten Studiensetting die Effekte von zweimal täglich 12 g Vitamin i.v. für sieben Tage bei 140 COVID-Patienten (NCT04264533). Erste Ergebnisse werden für Herbst erwartet.

Eine bereits länger rekrutierende große randomisierte, Placebo-kontrollierte Studie aus Kanada (LOVIT) bei 800 Sepsis-Patienten, schließt seit März explizit COVID 19-Patienten mit ein. Untersucht werden die Effekte von vier intravenösen Vitamin-C-Gaben á 50 mg/kg Körpergewicht pro Tag (NCT03680274). Dies entspricht bei einem 75 kg schweren Patienten einer Tagesdosis von 15 g Vitamin C. Die gleiche Vitamin-C-Dosis untersucht eine kleinere nicht-randomisierte Studie aus den USA (NCT04357782). Und eine nicht-verblindete Studie in Italien prüft die adjuvante Gabe von 10 g Vitamin C i.v. bei 500 hospitalisierten COVID-19-Patienten (NCT04323514).

In den USA laufen zwei weitere randomisierte, kontrollierte Studien. Eine eruiert die Effekte von intravenösem Vitamin C (100 mg/kg Körpergewicht alle 8 Stunden für insgesamt 72 Stunden) bei COVID-19 Patienten mit Lungenverletzung (EVICT-CORONA-ALI, NCT04344184) und die andere die Effekte sehr viel höherer, ansteigender Vitamin-C-Dosen von 300 mg, 600 mg und 900 mg pro kg KG (NCT04363216).

Fazit: Vitamin C ist essentiell für zahlreiche anti-virale Effekte und schützt gleichzeitig vor dem sogenannten „Zytokin-Sturm“, der die Lunge und Gefäße bei Erkrankungen wie COVID-19 schädigt [6].

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Literatur


1) Carr, A.C. and J. Cook, Intravenous Vitamin C for Cancer Therapy - Identifying the Current Gaps in Our Knowledge. Front Physiol, 2018. 9: p. 1182.

2) Carr, A.C. and S. Maggini, Vitamin C and Immune Function. Nutrients, 2017. 9(11).

3) Ang, A., et al., Vitamin C and immune cell function in inflammation and cancer. Biochem Soc Trans, 2018. 46(5): p. 1147-1159.

4) Varga, Z., et al., Endothelial cell infection and endotheliitis in COVID-19. Lancet, 2020. 395(10234): p. 1417-1418.

5) Pascoe Naturmedizin, Die Vitamin C Hochdosis-Infusionstherapie - Wissenschaftliche Belege. 2013. 6.

6) Cheng, R.Z., Can early and high intravenous dose of vitamin C prevent and treat coronavirus disease 2019 (COVID-19)? Med Drug Discov, 2020. 5: p. 100028.

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