Telematik

"Wir sollten aufhören, ständig die TI zu kritisieren"

Die Selbstverwaltung hat lange gebraucht, um den organisatorischen Rahmen für ein digitales Gesundheitswesen zu etablieren. Auch wenn noch Fragen unbeantwortet sind: Zu einem gemeinsamen Vorgehen gibt es keine Alternative.

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"Unser Ziel bei der Telematikinfrastruktur ist ein möglichst offenes Modell, das den existierenden Markt der Primärsysteme für Arztpraxen berücksichtigt", erläuterte gematik-Geschäftsführer Alexander Beyer beim Round Table zur TI in Berlin, der von Springer Medizin und CompuGroup Medical veranstaltet worden ist. Damit das gelinge, brauche es eine zentrale Organisation, die Vorgaben machen kann, mit denen sich gewährleisten lässt, dass die genutzten Komponenten interoperabel sind. Zuletzt wieder lauter gewordene Kritik an der gematik und ihren Entscheidungsstrukturen wies Beyer zurück: Die Prozesse seien zwar mühsam. Es gebe aber etablierte Entscheidungswege und etablierte Strategien zur Konsensfindung: "Wir haben gelernt, diese Diskussionen zu führen."

Auch der Vorsitzende des Herstellerverbands BVITG Jens Naumann wandte sich klar gegen Bestrebungen, die gematik aus dem Sattel zu heben: "Dass das jetzt Erreichte vonseiten einiger Gesellschafter, einiger Politiker und einiger Verbände des Gesundheitswesens wieder infrage gestellt wird, bringt niemanden weiter. Man kann trefflich darüber streiten, ob der eingeschlagene Weg optimal ist oder nicht. Aber er hat sich in einem langen Prozess entwickelt und ist damit auch Teil der Logik der ordnungspolitischen Struktur des deutschen Gesundheitswesens, die alles in allem gut funktioniert. Wir sollten deswegen aufhören, die TI ständig zu kritisieren. Das ist unproduktiv, um nicht zu sagen extrem schädlich."

Offene Fragen müssten im Dialog der Akteure des Gesundheitswesens geklärt werden, so die in Berlin versammelten Diskutanten einhellig. Dazu gehöre aktuell eine Anpassung der Finanzierungsvereinbarung für Konnektoren, damit auch ab dem dritten Quartal 2018 sichergestellt ist, dass die Ärzte – wie gesetzlich vorgegeben – ohne Eigenbeteiligung an die Telematikinfrastruktur angeschlossen werden können.

Die KBV hat hier bereits Schritte unternommen, um mit den Krankenkassen doch noch zu einer Einigung zu kommen. Abstimmungsbedarf gibt es auch bei der Anbindung der Krankenhäuser und bei der technischen Ausgestaltung der elektronischen Patientenakte. Diese Gespräche laufen derzeit. (gvg)

Die Berichterstattung erfolgte mit freundlicher Unterstützung der CompuGroup Medical (CGM)

Lesen Sie dazu auch: Telematik: Schlüssel zur Datenautobahn Telematik: Ärzte wollen mehr Anwendungen mit Mehrwert Telematik: Das große Plus an Sicherheit in der TI Online-Rollout: Krankenhäuser noch in der Warteschleife Praxis-Check: Zuerst Analyse der IT, dann der TI-Anschluss

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