Telemedizin-Projekt in der Diabetologie

Lebensstil-Programm mit „glucohead 2020“ ausgezeichnet

Die Gründer des Telemedizinischen Lebensstil-Interventions-Programms (TeLIPro), Professor Stephan Martin und Bernd Altpeter, erhalten als „kreative Köpfe“ den „glucohead“-Preis.

Veröffentlicht: 19.11.2020, 17:32 Uhr
Preisverleihung am Weltdiabetestag 2020 (von links): Bernd Altpeter (DTIG), Professor Diethelm Tschöpe (HDZ NRW) und Professor Stephan Martin (WDGZ).

Preisverleihung am Weltdiabetestag 2020 (von links): Bernd Altpeter (DTIG), Professor Diethelm Tschöpe (HDZ NRW) und Professor Stephan Martin (WDGZ).

© Tobias Martin

Neu-Isenburg. Der Wissenschaftspreis „glucohead“ geht dieses Jahr an den Direktor des Westdeutschen Diabetes- und Gesundheitszentrums (WDGZ) in Düsseldorf, Professor Stephan Martin, und an den Leiter des Deutschen Instituts für Telemedizin und Gesundheitsförderung (DITG), Bernd Altpeter.

Die Auszeichnung wird vom Bad Oeynhausener Herz- und Diabeteszentrum NRW (HDZ NRW) ausgelobt und ist mit 2500 Euro dotiert. Gewürdigt werden kreative Köpfe und innovative Konzepte in der Diabetologie. Konkret werden die Preisträger für ihr Telemedizinisches Lebensstil-Interventions-Programm (TeLIPro) geehrt.

Validiertes webbasiertes Telecoaching

Besonders Wirksamkeit und Praxisrelevanz des telemedizinischen Versorgungskonzepts haben dabei die Juroren überzeugt. TeLIPro sei ein Programm, das auf Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse in der Diabetologie gezeigt habe, dass Lifestyle-Modifikation mit modernen Instrumenten der Patientenführung kombiniert sowohl Outcome als auch Betreuungsparameter verbessern kann, würdigete Professor Diethelm Tschöpe, Klinikdirektor des Diabeteszentrums im HDZ NRW, das Projekt.

„Nachgewiesen wurde, dass die Verknüpfung von patientenseitigen Steuerinformationen mit webbasiertem Telecoaching zu besseren Betreuungsergebnissen führt als die herkömmliche Standardversorgung“, erklärte Tschöpe in einer Mitteilung zur Preisverleihung während des Weltdiabetestags am 14. November.

Das allein sei für diesen Bereich zumindest hierzulande so überzeugend, dass man erwarten könne, in solchen Systematiken bald ein Stück näher in die Regelversorgung zu kommen.

Potenzial auch für weitere Erkrankungsbilder

Die Diabetologie könnte mit der digitalen Transformation eines der ersten Fächer sein, das durch Adressieren einer großen Volkskrankheit gefördert und entsprechend vergütet wird, so Tschöpe. TeLIPro als Plattform bietet darüber hinaus das Potenzial, Patienten über Fach- und Sektorengrenzen hinweg, mit weiteren Krankheitsbildern, besonders multimorbide Menschen in einer Systematik gemeinsam zu betreuen.

Martin ist darüber hinaus in der ärztlichen Fortbildung engagiert, etwa als einer der Wissenschaftlichen Leiter des DiabetesUpdate. Leser der „Ärzte Zeitung“ schätzen den Diabetologen als Autor (zur Autorenseite) und Kommentator aktueller Forschungsergebnisse. (eis)

Mehr zum Thema

Gesundheitsumfrage

Europäer trainieren ihre Muskeln zu wenig

Förderpreis

SilverStar-Preise für Diabetes-Projekte

Das könnte Sie auch interessieren
Umstellung auf GLP-1-RA – Welche Rolle spielt der Hausarzt?

Erfahrungen aus der Praxis

Umstellung auf GLP-1-RA – Welche Rolle spielt der Hausarzt?

Anzeige | Lilly Deutschland GmbH
Typ-2-Diabetes: neue G-BA-Nutzenbewertung für GLP-1-RA

Neuer G-BA-Beschluss

Typ-2-Diabetes: neue G-BA-Nutzenbewertung für GLP-1-RA

Anzeige | Lilly Deutschland GmbH
Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Newsletter bestellen »

Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte, Medizinstudenten, MFA und weitere Personengruppen viele Vorteile.

Die Anmeldung ist mit wenigen Klicks erledigt.

Jetzt anmelden / registrieren »

Top-Meldungen
Gefährlicher Umgang mit Viren: Über 200 Impfstoffe gegen SARS-CoV-2 werden erforscht.

Forschung

Dank Ebola in Rekordzeit zu Corona-Impfstoffen

Wechselt in kommunale Trägerschaft. Das bisher von Mediclin betriebene Krankenhaus am Crivitzer See.

Blaupause für Kommunalisierungen?

Landkreis übernimmt privates Krankenhaus Crivitz

Antigen-Schnelltest: Sie sind nicht immer der Weisheit letzter Schluss, aber zum Beispiel für Besucher in Pflegeheimen oder für regelmäßige Tests bei Klinikpersonal gut geeignet, sagt der Virologe Christian Drosten.

Virologe Drosten

Die Krux der hilfreichen Corona-Antigen-Schnelltests