Prophylaxe

Hepatitis-A-Viren in gefrorenen Beeren

HepA-Viren überstehen selbst tiefe Minusgrade über Monate: Empfehlungen zur Prophylaxe vor und nach HAV-Exposition.

Von Dr. Thomas Meißner Veröffentlicht: 29.06.2020, 16:07 Uhr
Hepatitis-A-Viren in gefrorenen Beeren

Hat es in sich: Hepatitis-A-Viren können auf Tiefkühlobst Monate persistieren.

© ExQuisine/stock.adobe.com

Fast die Hälfte der in Deutschland gemeldeten Hepatitis-A-Erkrankungen lässt sich auf Reisen nach Nordafrika, in die Türkei, aber auch nach Portugal und in europäische Mittelmeer-Anrainerstaaten zurückführen. Hauptinfektionsquelle sind Lebensmittel und infizierte Oberflächen.

So können Hepatitis-A-Viren (HAV) auf Gemüse mehrere Tage infektiös bleiben und in Tiefkühlobst sogar Monate persistieren, erklärt Professor Thomas Berg aus Leipzig (Handbuch zum Gastro Update 2020). „Dies erklärt die in den letzten Jahren immer wieder berichteten Ausbrüche von Hepatitis A nach Genuss gefrorener Beerenmischungen.“ Auch auf getrockneten Oberflächen könne das Virus überleben.

Impfung: Selbst unmittelbar vor Reiseantritt noch sinnvoll

Händewaschen und Kochen hilft zwar bis zu einem gewissen Grad. Doch unterstreicht die Infektionshäufigkeit, wie wichtig die Prä- und Postexpositionsprophylaxe bei Reisen in Risikogebiete ist. Zur Präexpositionsprophylaxe sind monovalente Vakzinen sowie Kombi-Impfstoffe HAV / Typhus und HAV / HBV zugelassen.

Selbst unmittelbar vor Reiseantritt ist es noch sinnvoll, zu impfen: Mit dem monovalenten Impfstoff und dem Kombi-Impfstoff mit Typhus besteht bereits nach der ersten Dosis voller Schutz für etwa ein Jahr. Für einen anhaltenden Impfschutz ist die zweite Dosis nach einem Jahr erforderlich.

Postexpositionsprophylaxe binnen zwei Wochen

Die Postexpositionsprophylaxe bei Nichtgeimpften durch Hepatitis-A-Impfung oder mit Immunglobulin kann die HAV-Erkrankung verhindern, wenn sie binnen zwei Wochen nach Exposition erfolgt. Dazu hat das US-amerikanische Advisory Commitee on Immunisation Practices (ACIP) aktualisierte Empfehlungen veröffentlicht (Morb Mortal Wkly Rep 2018; 67: 1216-1220).

Demnach können zwei monovalente HAV-Impfstoffe und der kombinierte HAV / HBV-Impfstoff verwendet werden. Die zusätzliche Gabe von Immunglobulin soll nur in speziellen Risikokonstellationen erfolgen, etwa bei engen persönlichen oder beruflichen Kontakten mit HAV-Infizierten, bei Immunsuppression und bei chronischer Lebererkrankung.

Mehr zum Thema

Venöse Thromboembolie

DOAK schützen Krebspatienten vor VTE-Rezidiv

Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Newsletter bestellen »

Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte, Medizinstudenten, MFA und weitere Personengruppen viele Vorteile.

Die Anmeldung ist mit wenigen Klicks erledigt.

Jetzt anmelden / registrieren »

Top-Meldungen
Wie Ärzte die Urlauber in Schach halten wollen

Tourismus in Corona-Zeiten

Wie Ärzte die Urlauber in Schach halten wollen

Die Corona-Infektionsgefahr beim Singen

Aerosol-Entwicklung

Die Corona-Infektionsgefahr beim Singen

Koalition bringt E-Patientenakte Richtung Versorgung

PDSG

Koalition bringt E-Patientenakte Richtung Versorgung

Diese Website verwendet Cookies. Weitere Informationen zu Cookies und und insbesondere dazu, wie Sie deren Verwendung widersprechen können, finden Sie in unseren Datenschutzhinweisen.  Verstanden