Kommentar zu Arbeitgeberrechten und Corona

Ping Pong mit dem Elefanten im Raum

Impfzwang geht nicht. Die Koalition versucht deshalb, die Nachteile des Nichtgeimpftseins zu akzentuieren.

Von Anno FrickeAnno Fricke Veröffentlicht:

Einen offiziellen, rechtlich abgesicherten Zwang zur Impfung gegen das Corona-Virus, da sind sich die Rechtsgelehrten weitgehend einig, kann und wird es wohl nicht geben. Selbst dann nicht, wenn wie derzeit die Zahl der mit SARS-CoV-2 Infizierten ansteigt und sich die Intensivstationen in der Folge zwangsläufig wieder füllen.

Dennoch: Es steht ein Elefant im Raum. Auf seiner mächtigen Flanke steht die Frage: Wie lässt sich indirekt und inoffiziell Druck auf die 35 bis 40 Prozent der noch nicht geimpften Menschen im Land ausüben, die Impfangebote anzunehmen?

Lesen sie auch

Bundeskanzlerin Angela Merkel, mehrere Minister und Bundestagsabgeordnete spielen mit diesem Thema seit Tagen Ping Pong. Aufschlag Kanzleramt: Obwohl Gesundheits-, Innen- und Verkehrsministerium die Einführung von 3G in Zügen ablehnen, will die Kanzlerin zumindest an der Forderung danach festhalten. Effetball Gesundheitsminister: Er tendiere dazu, Arbeitgebern zu ermöglichen, den Impfstatus ihrer Mitarbeiter erfahren zu dürfen, um Großraumbüros besser organisieren zu können. Return Arbeitsminister: Arbeitsrechtlich sei ein solches Informationsrecht für Arbeitgeber kaum möglich. Wenn es dem Gesundheitsminister allerdings gelinge, im Infektionsschutzgesetz einen darauf zielenden Treffer zu landen, werde er das ganz sportlich hinnehmen.

Das Spiel setzt Anreize dafür, negative Erfahrungen zu vermeiden. Ungeimpfte Arbeitnehmer könnten am Arbeitsplatz am Pranger stehen. Menschen ohne Impf-, Genesenen- oder Testnachweis müssten eventuell auf Reisen verzichten, weil die Bahn oder Fluggesellschaften sie nicht befördern. Vor dem Restaurant, dem Club oder der Veranstaltung abgewiesen zu werden, weil dort 3G oder sogar 2G gilt, schafft Ausgrenzung und Frust.

Das alles kann man wollen, und eine solche Taktik ist im politischen Raum erlaubt. Sie wird allerdings nur verfangen, wenn der Elefant nicht nur Requisit einer Drohkulisse bleibt. Das Impfangebot anzunehmen, muss sich lohnen.

Schreiben Sie dem Autor: anno.fricke@springer.com

Mehr zum Thema

Corona-Pandemie

Köln gibt Genesenen-Zertifikate aus

Das könnte Sie auch interessieren
Die Chancen der Vitamin-C-Hochdosis-Therapie nutzen

© Pascoe Naturmedizin

Vitamin-C-Therapie

Die Chancen der Vitamin-C-Hochdosis-Therapie nutzen

Anzeige | Pascoe Naturmedizin
Claudia Vollbracht, Humanbiologin und medizinische Wissenschaftlerin beim Unternehmen Pascoe

© [M] Privat; Levan / stock.adobe.com

„ÄrzteTag extra“-Podcast

Wie Vitamin-C-Infusionen bei COVID-19 helfen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Pascoe
Das sagt die Wissenschaft: Vitamin C und COVID-19

© Maksim Tkachenko / Getty Images / iStock

SARS-CoV-2 und COVID-19

Das sagt die Wissenschaft: Vitamin C und COVID-19

Anzeige | Pascoe Naturmedizin
Sie können die Anzahl an Impfanfragen kaum bewältigen?

© Doctolib

Digitales Impfmanagement

Sie können die Anzahl an Impfanfragen kaum bewältigen?

Anzeige | Doctolib GmbH
Tipps und Umsetzungshilfen für ein optimales Impfmanagement

© Doctolib / Corporate Design

Kostenloser Ratgeber

Tipps und Umsetzungshilfen für ein optimales Impfmanagement

Anzeige | Doctolib GmbH
50% Rabatt auf das digitale Impfmanagement von Doctolib

© Doctolib / Corporate Design

Exklusives Angebot

50% Rabatt auf das digitale Impfmanagement von Doctolib

Anzeige | Doctolib GmbH
Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Jetzt anmelden / registrieren »

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

» kostenlos und direkt in Ihr Postfach

Am Morgen: Ihr individueller Themenmix

Zum Feierabend: das tagesaktuelle Telegramm

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Wie werden Hausärztinnen und Hausärzte im Jahr 2050 arbeiten?

© [M] Scherer: Tabea Marten | Spöhrer: privat

„EvidenzUpdate“-Podcast

Wie werden Hausärztinnen und Hausärzte im Jahr 2050 arbeiten?

Smartphone: Das Magnetfeld bestimmter Modelle kann Schrittmacher und Defibrillatoren außer Kraft setzen. Deshalb sollten bestimmte Sicherheitsabstände eingehalten werden.

© Kitja / stock.adobe.com

Magnetfeld als Störfaktor

Smartphones können Schrittmacher und Defibrillatoren lahmlegen

T-Zellen attackieren Krebszellen - Basis einer Therapieoption, die jetzt auch für Patienten mit soliden Tumoren entwickelt wird.

© Design Cells / stock.adobe.com

Neue Säule in Onkologie?

CAR-T-Zelltherapie nimmt Kurs auf neue Krebsformen