SARS-CoV-2

So reagieren die Länder auf die Corona-Epidemie

Um sich vor Corona-Fällen zu schützen, ergreifen Länder drastische Maßnahmen: Italien ist quasi abgeriegelt, die Einreise nur in Ausnahmefällen erlaubt – etwa aus „gesundheitlich bedingten Gründen“. Infos, die bei reisewilligen Patienten hilfreich sein können.

Von Anne Bäurle Veröffentlicht: 10.03.2020, 17:15 Uhr
So reagieren die Länder auf die Corona-Epidemie

Sperrzone – Ganz Italien ist quasi abgeriegelt.

© Roberto Nistri / picture alliance

Neu-Isenburg. Viele Länder haben aufgrund der Corona-Epidemie ihre Einreisebeschränkungen verschärft oder Quarantäne-Maßnahmen ergriffen. So wurde ganz Italien gerade von der Regierung zur Sperrzone erklärt, Ein- und Ausreisen ins betroffene Gebiet sind bis zum 3. April nur noch mit triftigem Grund erlaubt.

„Ausnahmen von der Einschränkung der Bewegungsfreiheit bestehen für nachweisbare berufsbedingte Fahrten, im Fall von gesundheitlich bedingten Gründen oder in sonstigen Notsituationen“, teilt das Auswärtige Amt mit.

Geldbuße und Haft bei Verstößen

„Eine Selbsterklärung über die Notwendigkeit der Fahrt muss ausgefüllt und mitgeführt werden.“ Bei Fragen solle man sich bei der zuständigen italienischen Auslandsvertretung informieren.

Die Rückkehr an einen Wohnort sowohl innerhalb als auch außerhalb Italiens soll weiterhin möglich sein. Mit Kontrollen und Nachfragen von Sicherheits- und Ordnungskräften bei Ein- reise muss allerdings gerechnet werden, auch bei Fahrten aus gesundheitlichen Gründen. Verstöße gegen die Maßnahmen sollen mit bis zu drei Monaten Haft und einer Geldbuße von 260 Euro bestraft werden, berichteten italienische Medien.

Das Auswärtige Amt hatte bereits zuvor von Reisen in zahlreiche Gebiete im Norden und in der Mitte Italiens abgeraten.

Deutsche können dennoch weiter ein- und ausreisen. Deutsche Fluggäste erhalten zum Beispiel in Rom bei der Abreise „Aussteigkarten“, wo sie Adresse, Telefonnummer und Flugdaten eintragen müssen, um im Notfall später besser auffindbar zu sein - etwa wenn im Flieger ein Mensch saß, der positiv getestet wird.

Israel reagiert noch drastischer

Noch drastischere Maßnahmen als Italien hat derzeit Israel ergriffen: Touristen müssen das Land innerhalb weniger Tage verlassen. „Touristen, die sich in Israel aufhalten, wird Zeit gegeben, in den nächsten Tagen auf geordnete Weise auszureisen“, hieß es in einer Stellungnahme des Gesundheitsministeriums.

Sollten Touristen vor Ausreise Krankheitssymptome aufweisen, müssten sie sich sofort beim Rettungsdienst melden. Die Einreise ist Personen, die sich in den 14 Tagen zuvor in Deutschland, Österreich, Frankreich, der Schweiz oder Spanien aufgehalten haben, verboten.

Informationen zu Einreise- und Quarantänebestimmungen zu fast allen Ländern hat die „International Air Transport Association“ (IATA) aufgelistet. (mit dpa-Material)

Reiseregeln für elf weitere Länder

Wer von Deutschland nach Zypern reist, muss damit rechnen, dass er wegen des Coronavirus 14 Tage in Quarantäne verbringen muss. Die Maßnahmen gelten auch für Reisende aus Griechenland, Frankreich, Japan, Spanien, Hongkong, dem Vereinigten Königreich sowie einigen Regionen Chinas. Für Reisende aus Italien, Südkorea und Iran ist sogar eine 14-tägige Quarantäne unter ärztlicher Kontrolle angeordnet worden, berichtete der zyprische Rundfunk. Bislang wurden auf der Touristeninsel drei Menschen mit Coronavirus-Infektion diagnostiziert.

Für Reisende aus Deutschland gibt es bisher keine grundsätzliche Quarantäne-Pflicht. Das Auswärtige Amt schreibt jedoch, dass nach der Einreise nach China damit gerechnet werden müsse. Die Entscheidung über Isolationsmaßnahmen wird von unterschiedlichen Behörden auf verschiedenen Ebenen getroffen und kann sich auch innerhalb einer Stadt unterscheiden. In der Sonderverwaltungszone Macao etwa müssen sich Reisende, die sich in den letzten 14 Tagen in Deutschland aufgehalten haben, zwei Wochen lang medizinisch überwachen lassen.

Wer aus Deutschland nach Moskau einreist, muss selbstständig eine zweiwöchige Quarantäne durchführen. Nach der Ankunft in der russischen Hauptstadt sollen Reisende sich bei einer Hotline melden. Die Bestimmungen gelten bislang nur für Moskau.

Mit Beginn der kommenden Woche (16.3.) dürfen Deutsche, Franzosen und Spanier nicht mehr ins Königreich reisen - und Jordanier diese Länder vorerst nicht mehr besuchen.

Von Donnerstag (12.3) an ist für Ausländer aus Deutschland, Spanien und Frankreich die Einreise in die Ex-Sowjetrepublik in Zentralasien verboten. Kasachische Bürger, die aus diesen Ländern einreisen, müssen in eine zweiwöchige Quarantäne.

Das Königreich im östlichen Himalaya hat allen ausländischen Touristen vorerst die Einreise untersagt, nachdem ein US-Amerikaner positiv auf Sars-CoV-2 getestet wurde. Es war der erste bestätigte Fall in Bhutan.

Das asiatische Land vergibt ab Dienstag keine Visa mehr für Deutsche direkt bei der Ankunft. Vor ihrer Abreise müssen die sich bei der nepalesischen Botschaft um ein Visum bewerben und der Bewerbung einen negativen Covid-19-Test beilegen.

Alle Reisenden, die sich in den 30 Tagen vor Ankunft in Deutschland aufgehalten haben, dürfen derzeit nicht in das Land in Zentralamerika einreisen. Das gilt auch für Transit-Passagiere.

Zwei Resort-Inseln sowie eine von Einheimischen bewohnte Insel dürfen wegen einiger Verdachtsfälle vorübergehend weder betreten noch verlassen werden.

Reisende aus Deutschland müssen sich im ostafrikanischen Land zwei Wochen in Selbst-Quarantäne begeben. Wer sich nicht daran hält, wird zwangsweise in eine institutionelle Quarantäne eingewiesen.

LIBERIA: Für Einreisende aus Deutschland ist eine 14-tägige Quarantäne in einem staatlichen Beobachtungszentrum des westafrikanischen Landes vorgesehen.

Die pazifischen Inselstaaten haben ein Einreiseverbot für Reisende aus Deutschland verhängt.

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