Medizin wird weiblicher, mehr Angestellte
Arztzahlstatistik 2025: Plus von 1,2 Prozent – Psychotherapie wächst deutlich stärker als ärztliche Versorgung
Die neueste Arztzahlstatistik der Kassenärztlichen Bundesvereinigung für 2025 bestätigt den seit langem existierenden Trend: mehr Medizinerinnen und Psychotherapeutinnen, mehr Angestellte, mehr Teil- und weniger Arztzeit.
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Mehr Ärztinnen und Ärzte gibt es in der vertragsärztlichen Versorgung. Nach wie wollen viele dort angestellt oder in Teilzeit arbeiten.
© Sebastian Kahnert/dpa
Berlin. Die vertragsärztliche Versorung hat 2025 Zuwachs bekommen: Um 1,2 Prozent nahm die Zahl der Ärztinnen und ärzte sowie Psychotherpeutinnen und -therapeuten im Vergleich zu 2024 zu. Ebenso stieg wie in den vergangenen Jahren der Anteil der Medizinerinnen, der Angestellten und der Teilzeitkräfte.
Nach der am Donnerstag veröffentlichten Arztzahlstatistik der KBV waren 191.875 Ärztinnen und Ärzte sowie Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten 2025 vertragsärztlich tätig. Das ist ein Plus von insgesamt 2.324 Menschen. Besonders deutlich fiel der Zuwachs in der Psychotherapie aus (plus 3,7 Prozent). Im ärztlichen Bereich belief sich die Steigerung dagegen insgesamt nur auf 0,7 Prozent.
Hausärzte mit Minus
Bei den Hausärzten gab es sogar nur eine Zunahme von 0,6 Prozent (von 55.435 auf 55.778). „Aufgrund des Trends zur Teilzeit sank die Zahl der vollen Sitze in der hausärztlichen Versorgung sogar um 0,1 %“, berichtete die KBV.
Rund 122.900 Ärzte und Psychotherapeuten waren laut Statistik in eigener Praxis tätig – etwa 1.200 weniger als 2024. Die Anzahl der angestellten Kolleginnen und Kollegen stieg dagegen von knapp 55.600 auf 58.900.
Mehr als 70.000 arbeiteten in Teilzeit (konkret: 45.800 Mediziner und 25.700 Psychologische Psychotherapeuten), 98.000 in Vollzeit. Setze sich der Trend zur Teilzeitbeschäftigung wie in den vergangenen zehn Jahren fort, werde es spätestens 2039 mehr teilzeit- als vollzeitbeschäftigte Ärztinnen und Ärzte geben.
Frauenanteil bei 53 Prozent
Auch bei der Geschlechterverteilung bleibt es beim Alten: Die Medizin wird immer weiblicher. Der Gesamtanteil der Frauen an Ärzten und Psychotherapeuten lag 2025 bei 53,2 Prozent. Zum Vergleich: 2015 waren es 44,1 Prozent.
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Anlässlich der Statistik konstatierte KBV-Vorstandsvorsitzender Dr. Andreas Gassen, dass die zur Verfügung stehende Arztzeit begrenzt bleibe. Die Tendenz, dass viele junge Ärztinnen und Ärzte sich anstellen ließen oder in Teilzeit arbeiteten, müsse ernst genommen werden.
Der KBV-Vorstand erneuerte seine Forderung an die Politik, die richtigen Rahmenbedingungen für die ambulante Versorgung zu schaffen. Dazu gehörten weniger Bürokratie, die „Abschaffung sinnloser Wirtschaftlichkeitsprüfungen“, verlässliche Arbeitszeitmodelle, planbare Vertretungsstrukturen und eine funktionierende digitale Infrastruktur. (juk)










