Leitartikel zu britischen Kliniken

Todesursache Wochenende?

Großbritannien ist in Aufruhr. Die Mortalität in staatlichen britischen Kliniken soll an Samstagen und Sonntagen 30 Prozent höher als an den übrigen Wochentagen liegen. Bloß, woran liegt es?

Von Arndt Striegler Veröffentlicht: 24.07.2013, 12:50 Uhr
Thank God it's Friday? Polizei- und Krankenwagen an einem Freitag vor einer Klinik in Southhampton.

Thank God it's Friday? Polizei- und Krankenwagen an einem Freitag vor einer Klinik in Southhampton.

© image broker / imago

Die Wochenenden sind für Krankenhauspatienten in Großbritannien oftmals tödlich - das jedenfalls behauptet eine der auflagenstärksten britischen Wochenzeitungen, die "Sunday Times" und beruft sich dabei auf die offiziellen Mortalitätsstatistiken des staatlichen britischen Gesundheitsdienstes National Health Service (NHS).

Die Zahlen schockieren.Schätzungsweise 4000 Patienten sterben laut "Sunday Times" jährlich "unnötig, weil an Wochenenden Klinikpersonal fehlt". Besonders schlimm sei es in der Notfallmedizin.

Dort liege die Mortalität an Wochenenden um bis zu 30 Prozent höher als an Wochentagen. Mit anderen Worten: Wer am Sonnabend oder Sonntag in Großbritannien als Notfallpatient in eine staatliche Klinik kommt, stirbt schneller als der Bettnachbar, der an einem Montag, Dienstag, Mittwoch, Donnerstag oder Freitag eingeliefert wurde.

Kein Wunder, dass die Briten entsetzt sind. Kein Wunder, dass im Königreich unabhängig vom Medienspektakel um den royalen Nachwuchs eine rege gesundheitspolitische Diskussion darüber im Gange ist, ob dies akzeptabel ist und - noch wichtiger - wie für Abhilfe gesorgt werden kann.

Wie so oft bei solchen Debatten dreht sich vieles ums liebe Geld ...

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