Ärzte Zeitung online, 28.06.2010

Plädoyer für mehr Einigkeit im Berufsstand der Apotheker

ERFURT (rbü). Zu mehr Geschlossenheit riefen Landesapothekerkammer Thüringen und Thüringer Apothekerverband (THAV) aus Anlass ihres 20-jährigen Bestehens auf.

"Das höchste Gut ist die Einigkeit des Berufsstandes", mahnte Stefan Fink, Vorsitzender des THAV, bei der Festveranstaltung in Erfurt. Damit schloss er sich dem Redebeitrag von Hans-Günter Friese, Ehrenpräsident des ABDA, an, der als Gratulant gekommen war: "Es trifft mich in meiner pharmazeutischen Wurzel, dass unser Berufsstand nicht mehr so geschlossen ist wie früher." Friese erinnerte daran, dass er selbst vor 20 Jahren einer Delegation angehört hatte, die erstmals die neuen Bundesländer besuchte. Damals habe er bei manchen hart für einen Systemwechsel kämpfen müssen. "Wir können von damals lernen, dass ein System nötig ist", betonte Friese.

Hartmut Schubert (SPD), Staatssekretär des Thüringer Gesundheitsministeriums lobte ebenfalls die Arbeit und das Funktionieren der Selbstverwaltung. Als dringende Aufgabe sieht Schubert die Förderung des Apothekernachwuchses, für die er dem THAV Unterstützung anbot.

Fink bestätigte, dass es in Ostdeutschland und dort verstärkt in den ländlichen Regionen künftig Probleme mit dem Nachwuchs geben werde. "Wir müssen uns vorbereiten, bevor das Problem akut wird", so Fink. Noch blickt er allerdings stolz auf die erreichte Versorgungsdichte im Freistaat. Seit der Wende konnte die Zahl der Apotheken in Thüringen auf derzeit 577 verdoppelt werden. "Wir haben eine sehr gute, flächendeckende Versorgung. Und es wurde massiv in den Ausbau des Dienstleistungsangebots investiert", betonte der Vorsitzende. Auch deshalb sei man im Vergleich mit Westdeutschland heute auf einem zum Teil höheren technischen Stand. Als Motor sieht er die ostdeutschen Apotheken zudem in den Bereichen Fortbildung und Prävention.

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