Ärzte Zeitung online, 09.12.2010

Wo brennt's denn hier?

Auch wenn für Arztpraxen Rauchmelder nicht überall vorgeschrieben sind: Brandexperten raten dazu, manche Räume mit entsprechenden Anlagen auszustatten.

Von Benedikt Baikousis

Wo brennt's denn hier?

Viele Rauchmelder laufen mit Batterien, die bis zu zehn Jahre lang halten.

© Gira

Die Zahlen machen die Gefahr deutlich: Etwa 185 000 Brände verzeichnet der Deutsche Feuerwehrverband jährlich, viele davon mit dramatischen Konsequenzen und hohen Sachschäden. Auch Rauchvergiftungen können eine Folge sein. Genau dies sollen Rauchmelder verhindern. Deren Installation ist staatlicherseits allerdings nicht überall vorgeschrieben, obwohl Experten sehr dazu raten. Wie bei Privathaushalten besteht für Arztpraxen keine bundesweit einheitliche Regelung.

"Unabhängig von den gesetzlichen Vorschriften ist es immer sinnvoll, in Maßnahmen des vorsorgenden Brandschutzes zu investieren", sagt Matthias Schulz, Brandschutztechniker aus Bremen. Wer sichergehen will, lässt sich von einem Experten wie Schulz beraten. Auch Silvia Darmstädter vom Deutschen Feuerwehrverband empfiehlt: "Zumindest in Räumen, in denen nur selten Menschen anwesend sind, sollte sich ein Rauchmelder befinden."

Feuerlöscher

Der Rauchmelder piept, und das Praxisteam entdeckt einen kleinen Brand. Um das Feuer nun schnell zu löschen, muss ein Feuerlöscher stets griff- und einsatzbereit sein. Das schreibt schon der Gesetzgeber für Arbeitsstätten wie Arztpraxen vor.

Der Brandschutz-Zertifizierer VdS empfiehlt dabei eindeutig, Wasserlöscher mit Zusatzmitteln zu verwenden und keine Pulverlöscher. Denn die Folgeschäden, die durch das sehr feine Pulver verursacht werden, können ganz erheblich sein.

Wasserlöscher mit Zusatzmitteln eignen sich besonders gut, um sogenannte Entstehungsbrände etwa an elektrischen Geräten zu bekämpfen. Und sonst - schnell 112 rufen.

Stehen hier zudem Computer oder technische Geräte, die für aufwendige Untersuchungen nötig sind, steigt die Gefahr. Technische Defekte gehören nämlich zu den häufigsten Brandursachen.

Aber auch Fahrlässigkeit ist ein Problem - gerade in der Vorweihnachtszeit. Wenn etwa im Aufenthaltsraum Adventskerzen vergessen werden, können sie den trockenen Tannenkranz schnell entzünden.

Welche Art von Rauchmelder jeweils geeignet ist, hängt sehr von der Anzahl der Räume ab. Für eine kleine Praxis genügt ein einfaches Einzelgerät, das laut piept, sobald seine Sensoren Rauch registrieren.

Zertifizierte Geräte sind im Handel schon ab fünf Euro pro Stück erhältlich. Eine detaillierte Auflistung empfohlener Brandmeldeanlagen findet sich auf der Internetseite der unabhängigen Brandschutzinstitution VdS.

Doch wer garantiert etwa in einer verwinkelten Praxis in einem Altbau, dass in abgelegenen Räumen bei geschlossener Tür das Piepen auch tatsächlich gehört wird? Vernetzte Rauchmelder schließen diese Sicherheitslücke. Sie leiten das Warnsignal aus dem Brandraum an die Geräte in den anderen Räumen weiter. So ist sichergestellt, dass das Signal überall gehört wird. Diese Geräte kosten ab 50 Euro pro Stück.

In Kliniken wiederum sind in der Regel komplexe Warnsysteme vorgeschrieben. Hier werden Brandmeldeanlagen installiert, die je nach Größe des Gebäudes mehrere Tausend Rauchmelder und vernetzte Zentralstationen umfassen können. Zusätzlich benachrichtigen diese Großgeräte automatisch die Feuerwehr.

www.vds.de

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