Leserkommentare [18168]

[15.01.2018, 21:44:03]
Dr. Jürgen Schmidt 
Groko oder NoKo das war hier die Frage 
GroKo oder No Ko, das war hier die Frage. Martin Schulz hat in letzter Minute verstanden, sich und seine Partei in eine Regierung zu retten, zu der es kaum eine Alternnative gibt.

Wer hat denn ernsthaft mehr erwartet. Dass die juristische Denksportaufgabe Bürgerversicherung wohl kaum andiskutiert worden ist, war voraus zu sehen.
Doch die deutsche Ärzteschaft hat einmal wieder erlebt, wie leicht sich ihre Spitzenfunktionäre durch Drohkulissen alarmieren lassen und sich selbst unter Druck setzen.
Immerhin blieb die Kraftmeierei mit Streikankündigungen weitgehend aus. Den ärztlichen Verbänden geht es wie den Parteien, wirkliche Schwergewichte fehlen.

Nun darf man sich darauf vorbereiten, dass die CDU / CSU bei passender Gelegenheit der Fach-Ärzteschaft die Rechnung für einen heldenhaften Widerstand präsentiert, der gar nicht stattgefunden hat und die SPD muss sich auch etwas einfallen lassen, um die Hausärzte bei der Stange zu halten. Die Hausärzte haben sich für die Angelegenheit nicht sonderlich interessiert, weil sie die Interdependenz der Systeme ( Hausarzt/ Facharzt ) im niedergelassenen Bereich ohnehin nicht ernst nehmen und alternativ mit den Kliniken und Ambulanzen liebäugeln.

Bevor es in einer Phase der Rezession und Ressourcenmangel zur Sache gehen wird, sollten sich die Ärzte rechtzeitig überlegen, was an Strukturreformen sinnvoll und erforderlich ist, denn hinter dem Modell Bürgerversicherung stehen nicht nur ideologische sondern auch einige Allokationsprobleme.
Schließlich verhalten sich die Töpfe für die ärztliche Gesamtvergütung, Kliniken und Pflege wie kommunizierende Röhren. Lange können die Parteien ihre Konzeptionslosigkeit nicht mehr aus den Spendierhosen ab- und verdecken.
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[15.01.2018, 18:42:22]
Dr. Karlheinz Bayer 
einer der Hauptgründe für das SPD-Wahldesaster? 

Sehr geschätzter Herr van den Bergh,

ich gehöre weder der CDU noch der SPD an.
Neutral bin ich trotzdem nicht.
Wer ist es denn, der das Sondierungs"papier" als Quasi-Kolitionsvertrag angesehen wird?
Seehofer sagte gestern, daß man keine Handbreit abrücken werde von dem, was in dem "Papier" stehe. Und die meisten Stimmen aus der CDU gehen in dieselbe Richtung: Martin Schulz soille jetzt gefälligst seine SPD maßregeln.

Dabei ist das "Papier" nichts weiter als die Zusage, man wolle in VERHANDLUNGEN eintreten.
Ehrlich gesagt, wenn CDU und SPD nicht gemerkt haben, daß das Wahlvolk etwas anderes will als den GroKo-Salat der letzten vier Jahre, hätte man nicht einmal wählen brauchen.

Jnamaica ist gescheitert, nicht zuletzt wegen der harten Positionen der CDU, nicht der SPD, die ja eigentlich Opposition sein wollte.

Einer der Hauptgründe für das SPD-Wahldesaster war, daß die letzten vier Jahre Jahre der CDU-Politik waren.
In meinen Augen will das Volk ("das Volks sind wir") diese Politik nicht mehr.

Ich persönlich hätte nichts gegen eine tolerierte CDU-Minderheitsregierung. Dann würden Gesetzentwurf für Gesetzentwurf im Plenum des Bundestags eine Mehrheit finden müssen.
Eine Große Koalition dagegen ist nur der nächste Schritt ins nächstre Desaster.

Übrigens habe ich auch keine Angst vor Neuwahlen.
Vor diesen Neuwahlen wäre Zeit genug, daß z.B. die SPD ihr Wahlprogramm detailliert aufstellt - genauso wie die FDP - genauso wie die Grünen - erst recht genauso wie die LINKE.
Eine weitere Partei hat im Bundestag dann keine Chance mehr.

Ich stimme Ihnen daher zu: "Wacht auf, Verdammte dieser Erde!",
mehr noch:
"Die Müßiggänger schiebt beiseite! Diese Welt wird unser sein."

Ihr sehr ergebener
Karlheinz Bayer
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[15.01.2018, 16:52:11]
MBA Karl-Georg Vaith 
GroKo = Großer Kokolores ! 
So ist das, wenn die Sonnenkönigin und ihr Sherpa aus Würselen neue Platzierungen aushandelt. Es grummelt in der Basis der SPD, da man mit diesem Abgleich nicht einverstanden ist. Auch wenn einige MdB´s um ihre Posten schachern. Was tun die eigentlich, solange keine neue Regierung installiert wird ?
Also entweder Mindestregierung oder gleich Neuwahlen. Seit 4 Monaten hat Deutschland eine Pseudoregierung !
Wie lange wird die CDU/CSU ihre Meinung noch beibehalten ?
Die spitze Feder
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[15.01.2018, 16:05:19]
Dr. Karlheinz Bayer 
Ärzte fürchten - fürchten Ärzte tatsächlich? 

angesichts des Unheils, daß die Menschen um Montgomery mit der GOÄ-Novelle angerichtet haben, erscheint die Bürgerversicherung nicht nur als kleineres Übel, sondern man kann ihr sogar Positives abgewinnen.
"Mutwillig schlechtreden" kann man im übrigen die 28 dünnen Seiten Sondierungsergebnis nicht wirklich. Vielmehr versteht man inzwischen die FDP, daß sie aus dem Jamaica-Verhandlungen ausstieg.
Diese 28 Seiten sind kein zukunftsweisendes Programm für eine große Koalition. Sie sind vielmehr ein Beleg dafür, warum CDU und SPD die Bundestagswahl verloren haben.
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[15.01.2018, 15:08:00]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
Beliebtes Hausarzt-Bashing??? 
Die Studienautoren liegen völlig falsch mit ihren Annahmen:
"Hausärzte schränken alle drei Monate ihre Praxistätigkeit ein. Mehr als 86 Prozent der Untersuchungen, die sie anbieten dürfen, unterliegen einem begrenzten Budget. Am Anfang jedes neuen Quartals stiegen laut Untersuchung die Termine in den Hausarztpraxen wieder um durchschnittlich mehr als sieben Prozentpunkte an."

Es sind nicht die Hausärzte, sondern es sind unsere Patientinnen und Patienten selbst, die zu Quartalsanfang sozusagen eine Abstimmung "mit den Füßen" einleiten. Das ist der einzige Grund, weshalb die hausärztliche Inanspruchnahmen zu Quartalsbeginn u.a. wegen der notwendigen Überweisungen zu den mitbehandelnden Fachärzten ansteigen.

Aktuell treffen in meiner seit 1992 bestehenden Hausarztpraxis zum Jahres- und Quartalsanfang 2018 die Patienten mit dem schlechten Gewissen über versäumte und verschleppte Arztbesuche im abgelaufenen Jahr 2017 mit denjenigen zusammen, die mit guten Vorsätzen das neue Jahr 2018 beginnen wollen.

Die von den Autoren Konrad Himmel und Udo Schneider vom "Hamburg Center for Health Economics" bzw. vom "Scientific Institute of TK for Benefit and Efficiency in Health Care" als "Research Paper | Year: 2017 | No: 14" präsentierten Ergebnisse:
"Ambulatory Care at the End of a Billing Period" sind zumindest für den hausärztlichen Versorgungsbereich nichts anderes als Reflexionen über historisch gewachsene, zyklische "Krankenschein"-Verhaltensweisen der Patienten.

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
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[15.01.2018, 10:14:23]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
Es ist nicht nur der Deutsche (und bayerische) Fachsprachentest, ... 
... es ist auch das Deutsche Medizinische Staatsexamen, welche als Mindestanforderungen für gesicherte inhaltliche und formale Ablauf- Prozess- und Ergebnisqualität bei der Anerkennung ausländischer Bewerber/-innen gestellt werden müsste!
Damit stimme ich der Forderung der Vizepräsidentin der BÄK und Präsidentin der Ärztekammer Niedersachsen (ÄKN), Frau Kollegin Dr. med. Martina Wenker, uneingeschränkt zu. In den USA das eine Selbstverständlichkeit.
"Zuständig für die Vergabe von US-Zulassungen ist die ECFMG, was für "Educational Commission for Foreign Medical Graduates" steht. Die vergibt nach Bestehen der USMLE (United States Medical Licensing Examination) Step 1, Step 2 CK und Step 2 CS das begehrte ECFMG-Certificate – den Fahrschein zur Bewerbung in einem US-Residency-Programm und zugleich die Anerkennung als Arzt.
Wie so ziemlich alles auf dieser Welt hat sich auch die Vergabe des ECFMG-Certificates in den letzten Jahren geändert. Mussten ausländische Studenten früher noch den TOEFL [Test of English as a Foreign Language] ablegen und den praktischen CSA-Test [Clinical Skills Assessment] bestehen, fällt der TOEFL heutzutage weg. Im Klartext: Niemand braucht den TOEFL, um das ECFMG-Certificate zu bekommen!
Der CSA, ein praktischer Test mit Schein-Patienten, der bislang nur für ausländische Bewerber, jedoch nicht für US-Studenten galt, wurde abgeschafft und durch einen zweiten Teil des Step 2 ersetzt, den nun auch alle US-Absolventen bestehen müssen. Das führt dazu, dass der Multiple-Choice Test im Step 2 nun als Step 2 CK (Clinical Knowledge) und der praktische (ehemalige CSA) Test nun als Step 2 CS (Clinical Skills) bezeichnet werden." (Zitat Ende)
https://www.thieme.de/viamedici/medizin-im-ausland-laender-usa-1748/a/amerikanisches-staatsexamen-usmle-4639.htm
Damit wird klar: Wer über keine ausreichenden US-englische Sprachkenntnisse verfügt, kann keine Zulassung nach der ECFMG erhalten. Denn ohne ausreichende Sprachkenntnisse besteht niemand die USMLE (United States Medical Licensing Examination) und die multiple choice- bzw. praktischen Testverfahren. Enen zusätzlichen TOEFL-Test braucht es dann nicht mehr.
Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
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[15.01.2018, 10:12:34]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
Donald Trump als "maligner Narzisst"? 
Ein "maligner Narzisst" am "roten Knopf"? US-Psychologen zeigten sich besorgt über Donald Trumps mentalen Zustand" hieß es bereits am 8. Februar 2017 unter http://deutsch.medscape.com/artikelansicht/4905728

Aber ist Donald Trump nur ein "maligner Narzisst" am "roten Knopf", sondern auch mit "rotem Kopf"? Statt cool mit klarem Verstand und analytischer Schärfe, mit Selbstreflexion und kultureller Reflexion emotional und sozial intelligent zu reagieren und zu interagieren, verstrickt er sich in unkontrollierte Gefühlswallungen und lebt seine narzisstischen Neurosen aus.

Dass ist m. E. der Legitimationsgrund, mit dem der renommierter US-Psychotherapeut, Dr. John D. Gartner, der an der John Hopkins University Medical School, Baltimore, Maryland/USA, unterrichtet, durchaus berechtigt war, eine Ferndiagnose zu stellen, welches eigentlich anerkannten Ethik-Regeln widerspricht.

Diagnostische Kriterien des NARZISSMUS nach DSM-IV - 5 oder mehr der diagnostischen Kriterien müssen erfüllt sein:
1. Person zeigt ein übertriebenes Selbstwertgefühl (übertreibt die eigenen Fähigkeiten und Talente und erwartet, selbst ohne besondere Leistung als "etwas Besonders" Beachtung zu finden)
2. Person beschäftigt sich ständig mit Phantasien grenzenlosen Erfolges, Macht, Glanz, Schönheit oder idealer Liebe.
3. Person ist der Meinung, dass er oder sie besonders und einzigartig ist, dass nur Personen mit hohem Status oder in besonderen Institutionen ihn verstehen.
4. Person verlangt ständig Bewunderung
5. Person legt ein Anspruchsdenken an den Tag, stellt Ansprüche an die Behandlung oder unmittelbare Zustimmung zu den eigenen Erwartungen.
6. Person nützt zwischenmenschliche Beziehungen aus, um mit Hilfe anderer die eigenen Ziele zu erreichen.
7. Person zeigt Mangel an Einfühlungsvermögen, kann z.B. nicht erkennen oder empfinden, wie sich andere fühlen und welche Bedingungen diese haben.
8. Person ist häufig neidisch auf andere oder glaubt, dass andere neidisch auf ihn sind.
9. Person zeigt arrogantes, überhebliches Verhalten oder hat entsprechende Einstellungen
Einige Kriterien sind nicht direkt beobachtbar, lassen sich nur aus der Innenperspektive der Person erschließen.

DEFIZITE DER NARZISSTISCHEN PERSÖNLICHKEIT
- in der Selbstwahrnehmung
- in Sprache und Organisation des Denkens
- in der Intensionalität und Volition
- in der Stimmungsregulation
- in der Wahrnehmung von Zeit, Raum und Kausalität

MALIGNER NARZISSMUS als Steigerung der klassischen Narzissmus-Merkmale bedeutet zusätzlich
- Antisoziale Merkmale
- Paranoide Züge
- Ich-Syntone Aggressivität

Weitere Merkmale sind relevant:

PATHOLOGISCHE EIGENLIEBE
- übernormale Selbstbezogenheit und Selbstzentriertheit
- exhibitionische Grandiosität
- Gefühle der Überlegenheit
- Rücksichtslosigkeit
- Diskrepanz zwischen übermäßigen Ansprüchen und Rivalität
- infantile Wertvorstellungen (Wohlhabenheit, Kleidung, Attraktivität)
- übermäßige Abhängigkeit von Bewunderung

Modifiziert nach: Doz.Dr.habil.N.Göth, Institut f. VT Brandenburg, Lehrtherapeut und Supervisor, Mitteldeutsches Institut für Klinische Hypnose

Insofern stimme ich persönlich überein, dass die Kombination von Grandiosität, antisozialem Verhalten, entsprechenden Aggressionen und eventuell sogar paranoiden (wahnhaften) Neigungen Menschen zu "tickenden Zeitbomben" werden lassen können. Wir Ärztinnen und Ärzte sollten nichts unterlassen und vor derartigen Fehlentwicklungen und Risiken fachlich begründet rechtzeitig warnen.

Mf + kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
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[15.01.2018, 09:52:53]
Per Fossdal 
Funktionelle Schmerzen? 
Starke einseitige Kopfschmerzen sind typisch für starkes Zähneknirschen/Pressen - die Muskeln spielen verrückt. Eine Abgrenzung zum Cluster-Kopfschmerzen ist oft schwierig. Auf jeden Fall sollte man bei hartnäckigen Schmerzen ein Versuch mit einer zentrischen, Front-Eckzahn geführten Aufbissschiene machen, um damit einen perfekten Biss zu simuleren. Wenn der Biss die Ursache ist, stellt sich der Behandlungserfolg oft nach wenigen Wochen/Tage ein. zum Beitrag »
[15.01.2018, 09:18:14]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
"Hab' ich was vepasst?" (WDR 2) 
Kam doch neulich jemand mit einem Schneemobil im Aktivurlaub durch die verschneiten Wälder um Minneapolis/St.Paul, Minnesota/USA gebraust und behauptete, umweltfreundlich Sport zu machen um sich schlank und fit zu halten.
Nein, es war kein Elektromobil, weil die Akkus bei Minusgraden in kürzester Zeit schlapp machen würden, sondern ein klassischer 2-Takt-Verbrennungsmotor mit entsprechender Abgasfahne.
Meine Empfehlung, es doch mal mit Ski-Langlauf zu versuchen wurde brüsk zurückgewiesen: Dann könne er doch gar nicht mehr den nächsten Mc-Do-King erreichen, wo sich alle Snowmobil-Biker treffen wurden, um zum sportlichen Ausgleich Fast-Food in sich hineinzuschlingen.

"Klingt interessant. Ist es aber nicht!"

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
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[13.01.2018, 21:07:01]
Stefanie Schuler 
Kurze Stellungnahme 
Sehr geehrte Damen und Herren,

Zu einigen der im Artikel genannten Punkte möchte ich gerne Stellung beziehen.

1. Der Verfasser des Artikels spricht lediglich von Veganismus als Ideologie, lässt dabei aber außer Acht, dass es sich bei Karnismus (an dieser Stelle ein Verweis auf die Harvard-Psychologin Dr. Melanie Joy) ebenfalls um eine Ideologie handelt.

2."Der Trend zur Ideologisierung wenn nicht gar Radikalisierung schreitet munter voran, können auch andere Psychiater bestätigen. "Es ist schon erstaunlich, welche Leute zu unseren Infoveranstaltungen kommen", berichtet Professor Hans Hauner, Direktor am Zentrum für Ernährungsmedizin der TU München."

-> Genau das ist der Punkt, er erlebt immer nur einen (Teil-) Ausschnitt aus der Gesamtgruppe all derer, die sich vegan ernähren. Und in Kliniken kann er immer nur Erfahrungen mit denen machen, die noch nicht wissen, wie sie sich individuell passend vegan ernähren können - was übrigens viel leichter herauszufinden wäre, würden Ärzte im Studium auch ein Modul zur Ernährung durchlaufen (im "neuen" Modellstudiengang Medizin an der Universität zu Köln ist Ernährung nur ein Wahlmodul. Im schlimmsten Fall sitzt man als Patient also später einem Arzt gegenüber, der auch nicht viel mehr über Ernährung weiß, als man selbst, jedenfalls nicht aus dem Studium...).
Die, die sich gesund und verantwortungsvoll vegan ernähren, erlebt er als Arzt gar nicht, weil sie nie in die Klinik kommen. Dadurch entsteht im Ergebnis ein verzerrtes Bild.

3. Ich kenne keinen einzigen Veganer/Veganerin, der/die eine Vitamin B12-Supplementierung unterlässt, geschweige denn gezielt verweigert. Beim Großteil der mir bekannten VeganerInnen handelt es sich um Akademiker und keineswegs um ignorante Minderbemittelte.

4. "[...] frei von wissenschaftlichen Fakten".
Im deutschsprachigen Raum haben sich Prof. Andreas Michalsen und Prof. Claus Leitzmann für eine vegane Ernährung ausgesprochen. Im englischsprachigen Raum Prof. Colin Campbell, um nur 3 Professoren zu nennen. Wissenschaftliche Studien, die die Vorteile einer rein pflanzlichen Ernährung darlegen, existieren mittlerweile zu genüge. Von den Arbeiten der hier genannten einmal abgesehen: Selbst, wer der englischen Sprache nicht mächtig ist, hat inzwischen auch auf Deutsch Zugriff auf die wissenschaftliche Literatur hierzu (beispielsweise wurde im letzten Jahr auch das neueste Buch von Dr. Michael Greger auf Deutsch publiziert).

5. Niemand empfiehlt die Ersatzprodukte und die Gründe hierfür liegen auf der Hand. Ich persönliche kenne keine VeganerInnen, deren Ernährung auf Ersatzprodukten basiert. Ebenfalls würde keiner der Erwähnten auf Augenwischereien mit Chiasamen hereinfallen, sondern das im Artikel genannte regionale Äquivalent bevorzugen.

6. Bei den in der Klinik behandelten an Anorexie und Depression erkrankten PatientInnen wird auf einmal von Vegetariern gesprochen und nicht mehr von Veganern. Wer den Artikel nicht aufmerksam, sondern nur auf die Schnelle liest, dem fällt der inhaltliche Wechsel vielleicht nicht auf.
Eine rasche Auffassungsgabe kann man aber von den Lesern dieses Artikels (Ärzte und med. Fachpersonal) aus meiner Sicht schon erwarten. Die mangelnde Differenzierung an dieser Stelle sehe ich als Qualitätsmangel.

7. Ich persönlich kenne niemanden, der sich als VeganerIn moralisch überlegen fühlt und halte dies für ein Vorurteil. Nicht ohne Grund heißt es unter Veganern "Ich fühle mich nicht überlegen, weil ich mich vegan ernähre, sondern ich ernähre mich vegan, weil ich mich nicht überlegen fühle" (den Tieren gegenüber).

8. Wieso der Verfasser auf die Idee kommt, Veganer würden soziale Einladungen ausschlagen und zuhause vereinsamen, ist mir ein Rätsel. Es gibt in jeder Großstadt genügend vegane Restaurants, Cafés usw. Solange man nicht komplett bettlägerig und immobil ist, dürfte das Soziale alles andere als ein Problem sein. Deutschland hat eine Vorreiterstellung inne, was die vegane Ernährung angeht. Allein in Berlin existieren mehr als 300 vegane Restaurants. Tendenz steigend. Von zuhause vereinsamenden VeganerInnen leben die sicher nicht. ;-)

Aus meiner Sicht liest sich der Artikel eher wie eine Pathologisierung einer Ernährungsweise, deren gesundheitliche Vorteile wissenschaftlich fundiert und abgesichert sind und zu einem nachhaltigeren Umgang mit diesem Planeten beitragen. Die meisten VeganerInnen waren vorher Omnivoren (Allesesser). Ein Wechsel der Ernährungswissen geschieht meist aufgrund einer langwierigen Reflektion und wohlüberlegt. zum Beitrag »
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