Leserkommentare [19316]

[24.09.2018, 14:39:17]
Siegfried Hauswirth 
Dumme Patienten, Herr Hege ? 
Nicht die Ärzte, sondern Sie halten Patienten für dumm, wenn Sie behaupten, den Patienten sei es in der Regel ziemlich egal, ob eine Therapie nun "wissenschaftlich allgemein anerkannt" sei und ihr Kriterium sei, ob sie ihnen helfe. Wenn der Patient wüsste, dass in den meisten Studien ein Medikament nicht besser als ein Placebo wirkt, würde er ein anderes wählen, bei dem die Wirkung wissenschaftlich bestätigt wurde. Leider lässt man ihn aber im Unklaren! Um auf Ihren Vergleich mit dem Auto zurückzukommen: Es fährt, weil hier chemische und physikalische Prozesse ablaufen, die man sich zu Nutze macht. Wenn es nicht mehr fährt, geben Sie es zu einem Fachmann, der die Ursache prüft und den Mangel behebt und nicht zu jemanden, der in den Tank Benzin mit z.B. Benzol D30 hineinschüttet nach dem Motto "bei meinem Auto hat es immer geholfen". zum Beitrag »
[24.09.2018, 14:15:12]
Siegfried Hauswirth 
Behandlungsvielfalt 
Homöopathie ist keine Behandlung, weil sie wirkungslos ist. Als trägt sie auch nicht zur Behandlungsvielfalt bei. Es geht eher um Verdienstvielfalt, insbesondere, weil die Gewinnspanne für Zuckerkügelchen ohne Wirkstoffe enorm sein dürfte. zum Beitrag »
[24.09.2018, 13:32:21]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
Das "Zubrot" reicht nicht mal für tägliche Butterbrote 
Das "kleine, aber feine Zubrot" von bundesdurchschnittlich angeblich 0,6 Prozent Praxisumsatz-Plus komme zu den knapp bemessenen 1,58 Prozent Plus beim Orientierungswert hinzu, so heißt es. Aber stimmt das auch?

Der Praxisumsatz wird aber auch von den n i c h t Orientierungswert-gebundenen Sonderleistungen geprägt, welche eben nicht angehoben wurden. Wenn dann noch die Regelleistungsvolumina (RLV) bei Haus- und Fachärzten unverändert bleiben bzw. ein lange erwarteter, neuer Facharzt-EBM seitens der KBV nochmals aufgeschoben wird, sind die Ergebnisse zwischen KBV und Spitzenverband Bund der GKV-Kassen keine "win-win" sondern eher "loose-loose" Situationen.

Die Gesamtvergütung unserer vertrags-ärztlichen bzw. vertrags-psychotherapeutischen Umsatzleistungen liegt bei knapp 40 Milliarden Euro. Da sind asymmetrisch verteilte 70 bis 80 Millionen Euro mehr bei ca. 140.000 Praxisinhabern eigentlich nur "peanuts". 536 € pro Jahr sind 1,47 € Umsatz pro Kalendertag: Davon kann man keine zusätzlichen Butterbrote für alle Mitarbeiter und Praxisinhaber schmieren.

Im Übrigen: Wenn der Orientierungswert im kommenden Jahr um 1,58 % steigt, was insgesamt 550 Millionen Euro entspricht, wie können dann ein Zubrot von 0,6 % laut KBV regional zu verteilende 70 bis 80 Millionen Euro bedeuten. 75 Millionen entsprechen nicht 0,6 Prozent, sondern lediglich 0,22 Prozent zusätzlich.

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
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[24.09.2018, 13:18:35]
Dr. Christoph Luyken 
Nomenklaturproblem - "Yoghurt" sollte eine geschützte Bezeichnung werden! 
Ich empfehle oft Yoghurt - zur gesunden Ernährung aber auch gezielt zur Unterstützung der Darmflora z.B. nach Antibiotikagabe. Erst vor kurzem bin ich darauf gestoßen, daß die Patienten mich offenbar teilweise mißverstanden haben. Ich wäre nie darauf gekommen, daß viele Menschen unter "Joghurt" diese süßen Desserts verstehen!
Mein Vorschlag: Es sollte, am besten EU-weit, per Verordnung geregelt werden, daß die Bezeichnung "Yoghurt" nur für reine Milchprodukte reserviert ist, die aus Milch unter Verwendung bestimmter Bakterienkulturen hergestellt wurden, ohne Zusätze, insbesondere ohne Zucker! Die Süßspeisen sollen dann anders benannt werden, zB "Süßdessert mit Joghurt".
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[24.09.2018, 06:46:01]
Dr. Stefan Graf 
Aber "light"! 
Und zu alledem werden solche aromatisierten Zuckerbomben dann auch gern mit Verweis auf niedrigen Fettgehalt mit "light" gelabelt. Arglose Kunden glauben an gesunden Genuss und ihr Insulinspiegel fährt Achterbahn. zum Beitrag »
[23.09.2018, 19:30:39]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
ARMIN - Medikations-Destabilisations-Management?  
Bei dieser publizistischen Irreführung kann ich persönlich nur den Kopf schütteln:

"House of Pharma & Healthcare" definiert sich selbst unter
https://www.houseofpharma.de
"Das House of Pharma & Healthcare wurde als eingetragener Verein im Dezember 2013 gegründet und hat seinen Sitz in Frankfurt am Main. Es will das Profil des Pharma- und Healthcare-Standorts Hessen schärfen und..." (Zitat Ende).

"ZEIT Doctor" ist ebenfalls keine Patientenorganisationen, sondern ein Ableger der Wochenzeitung DIE ZEIT
"ZEIT Doctor: Tipps und Ratschläge rund um das Thema Gesundheit | ZEIT ONLINE - Die Zeit" https://www.zeit.de › Wissen
"Wissen ist das beste Beruhigungsmittel, wenn man krank ist – und hilft dabei, gesund zu bleiben. ZEIT Doctor sagt Ihnen, worauf es wirklich ankommt."

Beide können somit keinen authentischen Deutschen Patientenpreis verleihen!

ARMIN bewirkt mittels r e i n e r Wirkstoffverordnung, dass

- ärztliche "(non) aut-idem"-Möglichkeiten ausgehebelt,
- Patienten durch wechselnde Generika-Ausgaben verunsichert,
- Generika-Quoten ohne medizinische Indikation erhöht,
- Verschreiben von Originalpräparaten einschränkt bis verhindert,
- freie Apotheken-/Arztwahl durch fixe Kooperation einschränkt werden.

Die Generierung eines Mehrwerts für die Arznei­mittel­therapie­sicherheit lässt ARMIN nicht erkennen. Ein als Beispiel gezeigter und publizierter ARMIN-Medikationsplan mit 7 verschiedenen Generika-Präparaten, einem hoffnungslos unterdosierten Antibiotikum Clarithromycin 250 mg (hoffentlich nicht bei einer Virusinfektion) und einem niemals doppelblind bzw. im "head-to-head" Vergleich geprüften Gelomyrtol mit 3x2 Dosierung ist von mir bereits mehrfach kritisiert worden. Vgl.
http://www.aerztezeitung.de/praxis_wirtschaft/rezepte/article/910704/medikationsplan-patient-redet.html

Sieben Wirkstoffverordnungen pro Quartal, morbiditäts- und leitliniengerecht bzw. evidenzbasiert für unsere GKV-Patienten verordnet, bedeuten je nach Marktlage bis zu a c h t u n d z w a n z i g verschiedene Generika-Verpackungen, -Logos, -Tabletten-Formen und -Farben, -Herstellernamen oder -Reimporte aus EU-Ländern in einem e i n z i g e n Behandlungsjahr. Damit muss der ARMIN-Medikationsplan bis zu 28-mal im Jahr um- und neu geschrieben werden.

Auf der beratungs- und versorgungs-fernen pharmazeutischen Suche nach tagesaktuellen Medikamenten-Höchstrabatten ist dies nichts weiter als ein "Medikations-Destabilisations-Management" (MDM) mit erhöhten Arzneimittelrisiken durch Verringerung von Wiedererkennungswert, Compliance und Adhärenz bei unseren Patientinnen und Patienten.

Die "Versorgungs-Experten" von Kassenärztlicher Bundesvereinigung (KBV), Bundesärztekammer (BÄK) und Deutschem Apothekerverband (DAV) haben darüber mit den versorgungsnahen Patienten und Ärzten gar nicht ernsthaft gesprochen.
http://www.aerztezeitung.de/praxis_wirtschaft/rezepte/article/910475/medikationsplan-aerzte-apotheker-einigen.html

"House of Pharma & Healthcare" und "ZEIT Doctor" haben wohl offensichtlich einen von Fremdinteressen geleiteten Deutschen Patientenpreis ausgelobt. War das der von mir sonst immer hochgeschätzten Ärzte-Zeitungs-Redaktion nicht bekannt?

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund zum Beitrag »
[23.09.2018, 18:17:24]
Dr. Malte Hübner 
Prävention mit Medikamenten 
Eine Primärprevention mit Medikamenten hat sich bisher nur in den seltensten Fällen als sinnvoll herausgestellt. Medikamenteneinnahme sollte eine Kurzzeitmassnahme sein bzw. sollte diese Zielsetzung in der Medizin angestrebt werden. Speziell in der Prävention meine ich sollten primär Änderungen des Lebensstil im Vordergrund stehen. zum Beitrag »
[23.09.2018, 15:48:33]
Dr. Yasir Diek 
TI: 
Von vielen Kollegen höre ich vom Chaos in den Praxen seit Einführung der TI., deshalb würde ich vorerst einen finanziellen Verlust von 1% und mehr hinnehmen, damit ich mich auf die richtige Arbeit in meiner Praxis konzentrieren kann.  zum Beitrag »
[23.09.2018, 13:05:26]
Halina Burzynski 
Patienten „Tsunami „ 
Der Übeltäter ist „Die brummende Wirtschaft„selbst!
.Teilkrankschreibung ist Unsinn.
Der Patient ist entweder Gesund oder Krank.Ein „bisschen schwanger „gibt es nicht.
Es gibt schon Hamburger Model und das funktioniert gut.Nicht mal so fähiger Gesundheitsminister kann „Tsunami“ nicht stoppen, ohne Die Arbeitsbedingungen bei den Menschen zu verbessern.IN BERLIN WARTEN DIE PATIENTEN WOCHENENLANG auf einen Termin beim Psychiater.Mfg.H.Burzynski zum Beitrag »
[22.09.2018, 11:28:55]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
Wir werden an der Nase herumgeführt!  
Versuchen Sie mal, im Internet die Höhe der vertragsärztlichen bzw. vertragspsychotherapeutischen Gesamtvergütung herauszufinden?
Sämtliche Vertragspartner oder Aufsichtsbehörden bis zum Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium hüllen sich in Schweigen bzw. drucksen nur herum.

Die Grundlagen
"Fokus: Vergü­tung ärzt­li­cher Leis­tungen
Die jähr­li­chen Hono­rar­ver­hand­lungen für Ärzte verlaufen in mehreren Stufen. Zunächst wird auf Bundes­ebene der Preis und die Menge verhan­delt. Auf Landes­ebene werden anschlie­ßend regio­nale Beson­der­heiten berück­sich­tigt.
Die Grundlagen der Weiterentwicklung der Honorare von niedergelassenen Ärzten verhandeln auf Bundesebene der GKV-Spitzenverband und die Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV). Dabei sollen laut Gesetz Vorgaben zur Anpassung des sog. Orientierungswertes (Preiskomponente) und Empfehlungen zur morbiditätsbedingte Veränderungsrate (Mengenkomponente) beschlossen werden. Die morbiditätsbedingte Veränderungsrate setzt sich aus den diagnosebedingten und demografischen Veränderungsraten zusammen und wird regional nach Gewichtung ermittelt."
https://www.gkv-spitzenverband.de/presse/themen/verguetung_aerztlicher_leistungen/s_thema_aerzteverguetung.jsp

Der GKV-Spitzenverband hat jetzt die Höhe der Gesamtvergütung durch ein zusätzliches Detail verraten, indem er unter
"Fokus: Vergütung ärztlicher Leistungen..." einen Rückschluss erlaubte:
"Hono­rar­ver­hand­lungen für 2019
Am 21. August 2018 hat der Erweiterte Bewertungsausschuss über die Weiterentwicklung der Vergütung niedergelassener Ärzte im Jahr 2019 entschieden. In der Gesamtsumme steigt die Vergütung der Ärzte und Psychotherapeuten im Jahr 2019 voraussichtlich um 1,23 Mrd. Euro bzw. 3,1 Prozent. Diese Summe gliedert sich wie folgt auf:

Der Orientierungswert („Preis“) steigt im kommenden Jahr um 1,58 %, was insgesamt 550 Millionen Euro entspricht.
Die morbiditätsbedingte Gesamtvergütung steigt aufgrund der Morbiditätsveränderung um 80 Millionen Euro.
Für extrabudgetäre Leistungen, wie beispielsweise Vorsorgeuntersuchungen, wird mit einem Plus in Höhe von 400 Millionen Euro gerechnet.
Aufgrund der weiterhin steigenden Versichertenzahl erhöht sich die von den Krankenkassen zu leistende Vergütung voraussichtlich um weitere 200 Millionen Euro." (Zitat Ende)
Quelle:
https://www.gkv-spitzenverband.de/presse/themen/verguetung_aerztlicher_leistungen/s_thema_aerzteverguetung.jsp

Aus der Höhe der Vergütungssteigerung und deren Prozentangabe errechnet sich eine Gesamtvergütung unserer vertrags-ärztlichen bzw. vertrags-psychotherapeutischen Leistungen in Höhe von knapp 39,7 Milliarden Euro als Gesamtheit unserer Praxisumsätze (exakt 39.677.419.355,00 €).

Was uns die KBV dann mit Ihren 70 bis 80 Millionen Euro mehr als ein Plus von 0,6 Prozent, das für den steigenden Behandlungsbedarf in die Versorgung als zusätzlicher Praxisumsatz für ca. 140.000 Vertrags-Ärzte und -Psychotherapeuten einfließen soll, sagen will, bleibt ihr Geheimnis. Ein Verhandlungserfolg ist das keinesfalls, denn die Kosten (EDV-IT-eGK-Konnektor-Anbindung, Lohn-, Sachkosten etc.) laufen uns davon.

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund zum Beitrag »
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