Leserkommentare [20789]

[26.09.2019, 13:01:12]
Cornelia Stüwe 
na endlich 
Viele PatientInnen und Patientenorganisationen fordern schon seit Jahren eine Hinwendung zur Prävention in der Forschung, getreu dem Motto: wehret den Anfängen. Bisher wurden Patientenorganisationen wie mamazone e. V. müde belächelt. In diesem Zusammenhang wären funktionierende Krebsregister hilfreich, wenn ich das mal so anmerken darf.
Nun würde ich gern schieben und beschleunigen!
Also dann: viel und schnellen Erfolg. zum Beitrag »
[26.09.2019, 11:01:49]
Dr. Klaus Günterberg 
Die Mobile Stroke Units abschaffen? Berliner Politik 
Berlin, an einem Mittwoch. Ein guter Freund erlebt einen Schlaganfall, seine Frau bemerkt Sprachstörungen, den typisch hängenden Mundwinkel, die Armlähmung. Sie greift sofort zum Telefon, die Feuerwehr reagiert professionell. Nach wenigen Minuten steht die Mobile Stroke Unit vor der Tür. Wir wissen: Bei einem Schlaganfall zählt jede Minute. Zwei Stunden arbeitet man unten im Fahrzeug, wie wir später erfahren, mit Labor, CT und Thrombolyse. Dann bringt man den Kranken in ein Schlaganfall-Zentrum.
Am Sonntag wollen wir ihn besuchen, rufen aber vorher noch die Frau an. Am Telefon ist – der Freund. Wir besuchen ihn also zu Hause, wo wir ihn zwar reichlich mitgenommen sehen, von einem Schlaganfall aber ist nicht mehr zu spüren. Lediglich zwei Finger sind noch etwas taub.

Inzwischen sind zwei Jahre vergangen. Die Finger sind noch taub, sonst ist aber vom Schlaganfall nichts mehr zu spüren. Der Freund ist viel auf Reisen, genießt sein Leben. Der Schlaganfall ist kein Thema mehr.
Blick man zurück, kann man der Stroke Unit den vollen Erfolg bescheinigen. Und der Besatzung zutiefst dankbar sein, sie hat professionell und erfolgreich gearbeitet.

Doch nun will der Berliner Innenausschuss die mobilen Stroke Units abschaffen, ein Projekt, das weltweit Nachahmung gefunden hat. Es gebe keinen Nachweis dafür, dass Schlaganfallpatienten in Berlin durch die Fahrzeuge bessere Chancen hätten. Es geht um drei Millionen Euro. Die Führung der Feuerwehr verweist auf die hohen Betriebskosten, die Anfälligkeit der Fahrzeuge, auf Personalausfälle und auf die fehlende Finanzierung durch Krankenkassenverbände. Doch der Berliner Regierende Bürgermeister hat sein Veto eingelegt, die Mobilen Stroke Units sollen, vorerst bis 2021, erhalten bleiben.

12.000 Berliner erleiden jedes Jahr einen Schlaganfall. Welche Kosten würden bei anhaltender Lähmung durch lange stationäre Behandlung, Arbeitsausfälle, Rehabilitation und Nachbehandlung, durch vorzeitige Berentung und Pflegekosten entstehen?? Von der Lebensqualität der Betroffenen und ihrer Familien ganz zu schweigen. Was sollen die Hinweise auf anfällige Fahrzeuge und Personalausfälle?
Wir haben hier ein Musterbeispiel verkürzten Denkens des Berliner Innenausschusses und der Krankenkassenverbände. Hier hat der Regierende endlich einmal eine vernünftige Entscheidung getroffen.

Dr. Klaus Günterberg
Gynäkologe. Berlin
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[26.09.2019, 10:41:57]
Dr. Horst Grünwoldt 
Co-Infektionen 
Parasitäre Invasionen (wie die beschriebene Schistosomiasis) mit pathogener Manifestation dürften in fast allen Krankheitsfällen der Tropen nicht vor sekundären Protozoen-, bakteriellen und viralen Infektionen schützen.
Sondern infektiologisch i.d.R. das Krankheitsbild verschlimmern, und die Heilungschancen reduzieren!
Dr. med.vet. Horst Grünwoldt, Rostock  zum Beitrag »
[26.09.2019, 08:59:17]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
Steigende "Health Literacy"? Eher Krankheits- und Gesundheits-Kompetenzverluste 
Der Modebegriff "Health Literacy" suggeriert irreführend, dass es in der medizinischen Wissenschaft, Forschung und Entwicklung oder Versorgung unserer Patientinnen und Patienten gar nicht mehr um Krankheit an und für sich, um Krankheitsentitäten mit Anamnese, Diagnostik, (nicht-)interventionellen Therapieverfahren bzw. Palliativmedizin geht, sondern nur noch um mehr oder weniger abstrakte Begrifflichkeiten von Gesundheit.

Ganz so, als würden gesundheitsbewusste, krankheits-vermeidende Lebensführungen alleine wohl schon ausreichen, um eine "Totale Gesundheit" zu erzeugen. „Health Literacy“ ist ins Deutschen übersetzt eine möglichst umfassende Kunde von Gesundheit. „Literacy“ im engeren Sinne ist die Fähigkeit, mit basalen Kulturtechniken wie Lesen, Schreiben und Rechnen umgehen zu können („Literacy is traditionally understood as the ability to read, write, and use arithmetic“).

Der Begriff „Literacy“ wurde durch die moderne Sozialforschung umfassend erweitert und modernisiert: „The modern term's meaning has been expanded to include the ability to use language, numbers, images, computers, and other basic means to understand, communicate, gain useful knowledge and use the dominant symbol systems of a culture. The concept of literacy is expanding in OECD countries to include skills to access knowledge through technology and ability to assess complex contexts“, so Wikipedia.

Damit wäre die „Gesundheitskunde“ als umfassendes Schul- und lebenslanges Lern-Fach zu Sprach-, Zahlen-, Bilder-, Computer-, Verständnis-, Kommunikations- und Semiotik-Wissenschaften hochstilisiert worden, um technologischen Wissenserwerb und Verständnis komplexer Zusammenhänge zu erreichen.

Doch mit diesem wissenschaftstheoretisch völlig überladenen „Wasserkopf“ wollen sich Medizin-, Krankheits- und Versorgungs-bildungsferne sozialwissenschaftliche Experten/-innen als Gesundheitsforscher und Gesundheitswissenschaftler profilieren und über ihren neuen Wissenszweig Alleinstellungsmerkmale und erweiteres Herrschaftswissen aufbauen.

Die niedergelassenen Vertragsärzte, insbesondere die primär bei Krankheits-, Gesundheits- und Präventionsfragen in Anspruch genommenen Familien- und Hausärzte, wurden in einer sich permanent verändernden Wissenschafts-Gesellschaft in einem dauerhaften Diskurs über unterschiedliche Bewältigungs-Strategien bei Schwangerschaft, Geburt, Leben, Krankheit, Gesundheit, Vorsorge, Früherkennung, Chronizität, Behinderung, Palliation und Sterben gar nicht erst berücksichtigt.

Sie sind allerdings auch diejenigen, welche um Krankheitsentitäten zwischen Leben und Sterben wissen, die trotz gesunder Lebensführung zwischen Ökologie und Ökonomie auftreten und behandelt bzw. versorgt und betreut werden müssen.

Mf + kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
Vgl. dazu
https://www.doccheck.com/de/detail/articles/12607-health-literacy-ist-das-kunst-oder-kann-das-weg? zum Beitrag »
[25.09.2019, 15:50:56]
Dr. Manfred Blinzler 
Tod in Köln 
Fehler mit Folgen. Ärzte und Apotheker haben schwer zu tragen an ihrer Verantwortung für die Patienten“
schreibt die Ärztezeitung am 24.09.19 nach dem Tod einer Schwangeren in Köln, als sie eine Glucoselösung zur Feststellung eines Gestationsdiabetes getrunken hatte.
Vordergründig sind die direkt Beteiligten aktuell verantwortlich. Für mich jedoch ist es ein Systemversagen, begründet im Sparsamkeitszwang der gesetzlichen Krankenkassen. Die Affäre beginnt bereits, als vor Jahren die Krankenkassen die Kosten für das Testmaterial der Fertigzubereitung (Accu-Chek Dextrose OGT) zum Preis von derzeit 5,53€ nicht mehr bereit waren zu übernehmen und verlangten, daß eine selbst zubereitete Zuckerlösung den Patienten und Patientinnen zuzumuten sei. Unsere Erfahrung damals war, daß viele sich weigerten, das Ganze auszutrinken, oft erbrochen hatten und damit den ganzen Test sinnlos machten.
Wir haben seinerzeit in unserer Praxis sofort beschlossen, weiterhin die in der Apotheke erhältliche Fertigzubereitung der Firma Roche zu verwenden. Die Patienten bekommen ein Privatrezept, zahlten bisher anstandslos den Betrag und kommen damit in die Praxis.
Vorteile sind:
gesicherte Zusammensetzung, verträgliche Darreichungsform, geschmacklich korrigiert und ungestörter, verwertbarer Testablauf.
Ich empfehle deshalb allen die diesen Test durchführen lassen, unsere Vorgehensweise

Daß eine falsch verstandene Sparsamkeit zwei Menschenleben forderte, klingt makaber, ist aber leider im deutschen Gesundheitswesen möglich.
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[25.09.2019, 15:40:45]
Anne C. Leber 
Leserzuschrift von Dr. Thomas G. Schätzler 
Typisch Deutsch: Das Leben mit Vorschriften, statt Vorschriften mit Leben füllen?

Es ist immer wieder das ewig Deutsche Dilemma: Man will die Vielfalt des Lebens (und des Sterbens) mit ständig neuen Vorschriften, Gesetzen und Handlungsanweisungen füllen, anstatt bestehende Vorschriften mit Leben zu erfüllen.

In Deutschland wird auch eine doppelte Widerspruchslösung in der Transplantationsmedizin spätestens vor dem Bundesverfassungsgericht (BVerfG) scheitern. Denn im Gegensatz zur spanischen Verfassung bestehen hierzulande informationelle Selbstbestimmung und unveräußerliche individuelle Persönlichkeitsrechte. Der deutsche Staat kann nicht einseitig eine Organspende-Bereitschaft präjudizieren, indem er sie grundsätzlich und systematisch allen Bürgerinnen und Bürgern unterstellt, die dem nicht ausdrücklich widersprechen.

Vor 2018 zahlten die Kassen der Gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) für die Finanzierung der Transplantationsbeauftragten in den ca. 1.300 potenziellen Organ-Entnahmekliniken in Deutschland gerade zwei Millionen Euro/Jahr: Das sind nur 4,21 Euro pro Tag und Klinik. Zugleich wurde die ebenso wie Eurotransplant rein privatwirtschaftlich operierende Deutsche Stiftung Organspende (DSO) in Frankfurt jährlich mit 44 Millionen ? alimentiert.

Eine veraltete Hirntoddefinition braucht eine Neubestimmung: Es muss endlich offen darüber diskutiert werden, dass es sich nach Feststellung der Hirntodkriterien um die Gratwanderung einer p e r i m o r t a l e n Explantation von möglichst vitalen Organen handelt. Nur dies gewährt für die Organempfänger in der Transplantationsmedizin größtmögliche Erfolgsaussichten.

Gutwillige Patientinnen und Patienten spenden Organe nur dann, wenn flankierende Maßnahmen getroffen und bio-psycho-sozial-kommunikative Rahmenbedingungen bzw. Logistik verbessert werden. Genau dies waren in Spanien die entscheidenden prioritäre Konzepte.

Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund

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[25.09.2019, 12:12:41]
Dr. Dietmar Krakow 
Organspende ist besser in Spanien 
Bei der Widerspruchslösung müssen Angehörige aktiv Widersprechen . Die Motivation zu einer Aktivität ist bei vielen Menschen schwächer und sie lassen es. In Deutschland ist das genau so nur sollen sich die Menschen aktiv zur Spende motivieren! Das hat ja nicht geklappt. Außerdem sind in Spanien die Datenschützer nicht überwältig - es reicht die mündliche Zusage!!! Hier müssen unendlich viele Dokumente unterschrieben werden - wer hat denn dazu Lust in einer Verlustsituation wie dem Tod eines Angehörigen. Ich habe früher an der Uniklinik Ulm Angehörige um Organspendeneinwilligung gebeten - die meisten wollten davon nichts wissen oder sich damit abgeben was einige später bereut haben. Wir brauchen dringend eine Änderung zur Widerspruchslösung! zum Beitrag »
[25.09.2019, 08:55:29]
Jörg Hohmann 
15000 Regressanträge wegen unzulässiger Verordnung - TSVG hilft 
Nicht mitgeteilt wurde von der Prüfungsstelle Nordrhein, dass seit In-Kraft-Treten des TSVG ab 11.05.2019 alle Prüfanträge gesondert zu begründen sind, sonst sind sie unzulässig.
Außerdem ist seither die Höhe des Regresses zu begrenzen, und zwar auf die Differenz zu der wirtschaftlichen Alternativtherapie, dies muss ggf. eingefordert werden.
Damit dürften sich die meisten Regresse erledigt haben.  zum Beitrag »
[24.09.2019, 20:03:27]
Dr. Günter Wolowski 
Psychopharmaka nicht lieferbar 
Zahlreiche Antidepressiva und Neuroleptika sind seit Monaten nur noch begrenzt oder gar nicht lieferbar. Es geht um mehr als nur um "Engpässe". Die Patienten sind massiv verunsichert. Apotheken und Ärzte haben deutlich mehr Arbeit, um nach Alternativen zu suchen, die es oft leider nicht gibt.

Unser Gesundheitsminister reglementiert sonst so gerne, warum hier nicht?

Wie kann es sein, dass Pharmakonzerne ungestraft die medizinische Versorgung der Bevölkerung gefährden dürfen.  zum Beitrag »
[24.09.2019, 20:02:52]
MD Gudrun Junker 
Stoppt das Krankenhaussterben . Armes (reiches) Deutschland.Das reichste Land spart an der Gesundheit der Menschen!!! 
Das bedeutet eine radikale Veränderung der Krankenhauslandschaft hin zu renditestarken Gesundheitsfabriken. Die Zerschlagung der bisherigen guten, humanen Krankenhausversorgung auf dem Land ist also bereits (vertraulich!!!) konzipiert.
Auf kranke und alte Menschen samt Angehörigen wird keine Rücksicht genommen.
Ich unterstütze die online-petition www.Stopp-dem-Krankenhaussterben-im-ländlichen- Raum. zum Beitrag »
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