Leserkommentare [20789]

[24.09.2019, 18:43:56]
Dr. Andreas Schnitzler 
... irritierend. 
Zum aktuellen Fall in Missouri (s.o.) wird berichtet: »... a young man ... who started vaping because of chronic pain issues« (Cox 2019).

Nun kann aber doch kein vernunftbegabter Mensch auf die abwegige Idee kommen, "wässrigen Dampf, Aroma und ggf. Nikotin" (klassische "E-Zigaretten") gegen SCHMERZEN einsetzen zu wollen.

Warum also warnt man vor dem Gebrauch von "E-Zigaretten" bzw. "dampfen" im Allgemeinen, ohne klar und deutlich darauf hinzuweisen, dass in 8-9 von 10 Fällen eine Beziehung zu "E-Joints" besteht (FDA 2019: Inhalation von ÖLEN wie Tocopherolacetat im Kontext mit THC/Marihuana)? Es existieren darüber hinaus Hinweise, dass einzelne Chargen mit US-behördlicher Genehmigung hergestellt wurden (Farsalinos 2019).

»... the primary manifestations of the syndrome - lipoid pneumonia and eosinophilic pneumonitis - are completely consistent with THC vape oil poisoning« (Siegel 2019a).


Die ausdrückliche Motivation von "Dampfern" im Allgemeinen, derzeit wohl rund 50 Mio weltweit, ist doch gerade, Gesundheitsrisiken zu REDUZIEREN, und vom tödlichen Tabak WEGZUKOMMEN. Nicht immer, aber oft genug verläuft diese "Substitution" erfolgreich, sei es vollständig, sei es partiell ("dual use"). Ist das denn nicht "aller Ehren wert"? Womit bitte haben sie sich diese Negativkampagne "verdient"? In der "Szene" herrscht ein TIEFES MISSTRAUEN gegen "big tobacco", die uns alle und über Jahrzehnte hinweg belogen und betrogen haben. In Europa sind die Inhaltsstoffe auch von Aromen jedenfalls von Amts wegen kontrolliert*; sollte sich also – in Zukunft – irgendein einzelner (!) Inhaltsstoff als irgendwie gesundheitsgefährlich ("aktiv wie passiv") herausstellen, wäre es ein Leichtes, ihn zu eliminieren.

*) Aktuell wurde bspw. der Vertrieb von JUUL(R)-Kartuschen in D untersagt, »wenn deren Nikotingehalt von dem auf der Verpackung angegebenen Nikotingehalt abweicht, oder wenn auf der Kartusche das Symbol der durchgestrichenen Mülltonne für die Entsorgung von Elektronikschrott fehlt« (spiegel.de).


Wie plausibel ist die "Gateway-Hypothese", wenn die Verwendung von "E-Zigaretten" gerade unter Jugendlichen in US und EU zunimmt, aber parallel dazu die Raucherquote gerade nicht ("in Scharen") steigt (hierzu: Siegel 2019b)?


Es spricht doch Bände, wenn nunmehr und im Zusammenhang mit dem mMn undifferenziertem Aktionismus gegen das Dampfen die Aktienprognosen der Tabakkonzerne STEIGEN. Medizinisch deutet sich da möglicherweise eine höchst unerfreuliche Tendenz an.

Es liegt auf der Hand, dass ein (mW in den USA nahezu völlig?) unregulierter Markt Profiteuren die Möglichkeit bietet, Produkte selbst unter Inkaufnahme schwerster Gesundheitsschäden zu verbreiten. Man mag zur "Brüsseler Regulierungswut" (zB TPD2) stehen wie man will, aber sie schützt europäische Verbraucher EFFEKTIV vor derartigen Machenschaften, und jedenfalls sofern man sich legaler Quellen bedient.


Es ist das unbestreitbare und ewige Verdienst der "Tabakkontrolle", die Risiken des Rauchens wissenschaftlich erforscht und gegen den erbitterten Widerstand von "big tobacco" öffentlich gemacht zu haben. Aber die gegenwärtige Kampagne in den USA gegen das "Dampfen" ist der Sache nach völlig unverständlich. Sie ist mit bekannten Tatsachen so nicht vereinbar.


_____________
Der Unterzeichner stellt ausdrücklich klar, dass a) kein Interessenkonflikt besteht, und b) auch für ihn der Schutz menschlichen Lebens unverhandelbar ist.

MfkG Dr. A. Schnitzler, FAfIM, Lüneburg



Referenzen (Zugriff 24.09.2019)

- Cox 2019: https://health.mo.gov/news/newsitem/uuid/6aa00c1e-504f-43a0-ad83-7b01390cfe8b/dhss-announces-first-vaping-associated-death-in-missouri-eighth-nationally

- Farsalinos 2019: http://www.ecigarette-research.org/research/index.php/whats-new/2019/274-us-lung

- FDA 2019: https://www.fda.gov/consumers/consumer-updates/vaping-illnesses-consumers-can-help-protect-themselves-avoiding-tetrahydrocannabinol-thc-containing

- Siegel 2019a: http://tobaccoanalysis.blogspot.com/2019/
- Siegel 2019b: http://tobaccoanalysis.blogspot.com/2019/09/e-cigarettes-are-gateway-to-smoking-so.html

- Spiegel.de: https://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/juul-darf-in-deutschland-vorerst-keine-kartuschen-fuer-e-zigaretten-mehr-verkaufen-a-1287874.html


Weitere lesenswerte Quellen
- Bewertung in GB
-- https://www.gov.uk/government/publications/e-cigarettes-and-heated-tobacco-products-evidence-review/evidence-review-of-e-cigarettes-and-heated-tobacco-products-2018-executive-summary

- Hintergrundinformationen
-- https://tobaccoanalysis.blogspot.com
-- https://www.youtube.com/watch?v=ZoSex6SkHmk&t=40s
-- http://www.ecigarette-research.org/research/index.php/whats-new/2019
-- https://rodutobaccotruth.blogspot.com/2019/09/exploiting-outlier-lung-disease-cases.html

- Gesetzliche Regelung in D
-- https://www.gesetze-im-internet.de/tabakerzv/anlage_2.html
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[24.09.2019, 18:07:05]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
Mehr Organspende-Bereitschaft wagen?  
Glanz und Elend der Transplantationsmedizin
Geringe Organspende-Bereitschaft in Deutschland korrespondiert mit unterentwickeltem Diskurs über bio-psycho-soziale Auswirkungen der Transplantationsmedizin. Lebensfrisch transplantierbare Spenderorgane mit Erfolgsaussichten bei Organempfängern bedeuten nicht "postmortale", sondern perimortale Organspenden.

Animierte Avatare?
Fachärzte-Teams, die den Hirntod feststellen, bzw. Ex-, und Implanteure bewegen sich auf schmalem Grat zwischen Leben und Tod, zwischen Hirntodfeststellung, Entscheidungsfindung und Transplantations-Geschehen. Hirntote Organspender/-innen erscheinen den Explantations-Teams als künstlich belebte "Avatare", deren endgültiger Tod erst nach Organentnahmen besiegelt ist.

Widerspruchslösung konterkariert "Mehr Organspende-Bereitschaft wagen"
"Mehr Organspende-Bereitschaft wagen" geht nur mit Selbst-Reflexion, Nachhaltigkeit, Mut und Offenheit. Transplantationsmedizin ist keine "Wiedergeburt", sondern einseitige Lebensverlängerung. Demnach gibt es keine "moralisch-ethische Pflicht zur Organspende", sondern nur eine Rationale mit freiwilliger Entscheidung dafür oder dagegen. Deshalb ist die von Fachminister Jens Spahn und Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel propagierte "Widerspruchslösung", nach der Jede(r) von Geburt an potenzieller Organspender sein müsse, kontraproduktiv. Sie wird z.B. in Spanien in dieser Form auch nur im Konsens verwirklicht, wie eine deutsche Parlamentariergruppe 2018 feststellte:
[https://www.aerztezeitung.de/politik_gesellschaft/organspende/article/975345/organspende-spanien-widerspruchsloesung-erfolgreich.html]

Deutscher Ethikrat contra Widerspruchslösung:
- Professor Claudia Wiesemann, Abteilung Ethik und Medizin der Universität Göttingen, sieht kein Spendenproblem, sondern Melde- und Organisationsprobleme. Organisationsethische Konflikte verursachten den Rückgang der Spenderzahlen. Eine perimortale Organspende Hirntoter mit einem lebendig anmutenden Leib sei die größte Herausforderung für Ärzte, Fachpflegekräfte, Angehörige und Betroffene. Es ginge um Achtsamkeit, Aufmerksamkeit und ethische Zielkonflikte besonders bei denen, die im Schatten von strahlend-erfolgreichen Transplanteuren das Maschinen-gestützte Leben von Organspendern nach Organentnahme beenden müssen.
- Dem Kölner Staatsrechtler Professor Wolfram Höfling zufolge ist jede Entscheidung zur Organspende eine existenzielle Entscheidung über das eigene Sterben. "Ein Widerspruchsmodell lässt sich als verfassungskonforme Lösung des Organmangels nur denken auf der Grundlage der Hirntodkonzeption. Diese ist aber nicht tragfähig", so Höfling. Die Einführung eines Widerspruchsmodells bedeute eine verfassungswidrige Beeinträchtigung des Rechts auf körperliche Unversehrtheit zum Beispiel in den Fällen, in denen vor der Hirntoddiagnose organprotektive Maßnahmen vorgenommen würden. Moralpädagogische Beeinflussung könnten nicht moralisch legitime Gründe für oder gegen eine Organspende ersetzen.

Deutscher Ethikrat pro Widerspruchslösung:
- Die von Reinhard Merkel, Professor für Strafrecht und Rechtsphilosophie in Hamburg, geforderte "Pflicht zur gesellschaftlichen Minimalsolidarität" ist scheinheilig und in Wahrheit als "Akt postmortaler Solidarität" eine utilitaristische Maximalforderung. Sie verkennt und bagatellisiert auf allen Entscheidungs-Ebenen den Ernst und die Konsequenzen jeglicher transplantationsmedizinischer Bemühungen. Es ist den Menschen unzumutbar, sich eindeutig für oder gegen Organspende verhalten bzw. sich gar staatlich dazu verpflichten zu müssen, wenn nicht mal Experten zwischen post- und peri-mortaler Organspende differenzieren. "Eine solche Pflicht zur Klärung und Kundgabe ist auch als rechtliche Pflicht ohne weiteres begründbar", so Merkel. "Sie sei sogar rechtsethisch geboten" verkennt die höchstrichterlich gebotene Informationelle Selbstbestimmung.
- Professor Wolfram Henn, Facharzt für Humangenetik, stellt sich hinter das Widerspruchsmodell mit einem m.E. abenteuerlichen verwaltungs- und erbrechtlichen Vergleich: Mit dem Nachlass eines Menschen, der kein Testament abgefasst habe, werde nach allgemeinen Regeln der Vernunft und Logik erst weit jenseits von transplantationsmedizinischen Erwägungen umgegangen. Das kann allein deshalb nicht für die Organspende gelten.

Selektion in Abhängigkeit von Organspende-Bereitschaft?
In den Diskurs gehört auch das immer wieder selbst von einigen Ärztinnen und Ärzten öffentlich vorgetragene Argument, eine Selektion von zur Organspende bereiten und nicht bereiten Personen einzuleiten: In dem Sinne, dass "wer sich nicht selbst zur Organspende bereit erklärt, auch keine fremden Organe bekommen solle". Dies verkennt, dass viele unserer Patientinnen und Patienten auf Grund von wesentlichen, bedrohlich lebensverkürzenden Erkrankungen selbst niemals als potenzielle Organspender, sondern nur als Organempfänger in Frage kämen.

So ist es auch beim Autor selbst: 2000 Erstdiagnose komplexes Non-Hodgkin-Lymphom, Stadium IV a mit Hochdosis-Chemotherapie und autologer Stammzelltransplatation; 2007 Rezidiv des niedrig-maligen Anteils mit 4-fach Chemotherapie und Rituximab-Behandlungszyklen. Für mich selbst kann ich derzeit einen Organempfang weitgehend ausschließen.

Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund zum Beitrag »
[24.09.2019, 12:53:44]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
"Die Botschaft hör' ich wohl, allein mir fehlt der Glaube" 
Die Schlussfolgerungen in "Enterovirus, parechovirus, adenovirus and herpes virus type 6 viraemia in fever without source" [FWS] von Arnaud Gregoire L'Huillier et al.
https://adc.bmj.com/content/early/2019/09/13/archdischild-2019-317382
sollten m. E. nicht überinterpretiert und infektiologisch aggraviert werden.

Denn "bei 34,8 Prozent der Kinder mit FUO (fever of unknown origin) konnte mindestens eines der vier getesteten Viren nachgewiesen werden" bedeutet m. a. W., dass in 65,2 Prozent kein Virusnachweis gelang.

Dass sich im "Vergleich der 47 Kinder mit positivem Virusnachweis mit den 88 virusnegativen FUO-Patienten... in der virusnegativen Gruppe eine fünfmal so hohe Rate schwerer bakterieller Infektionen wie in der viruspositiven Gruppe (20,5 vs. 4,3 Prozent)" ergeben hat, liegt jedoch auf der Hand: Bei fehlendem Virusnachweis ist eine schwere bakterielle Infektion (SBI) wesentlich eher wahrscheinlich. Hier müssen nach Antibiogram mit Erreger- und Resistenznachweis auch gezielt Antibiotika gegeben werden.

Wie soll denn damit nach Meinung des Autorenteams bei 65,2 Prozent Versagerquote bei der Virusdetektion gleichzeitig der Antibiotika-Verbrauch reduziert werden?
["Conclusions - HEV, HPeV, AdV and HHV-6 are frequently detected in the plasma of children with FWS. Antibiotic use was similar between viraemic and non-viraemic patients despite a lower risk of SBI among patients with viraemia. Point-of-care viral PCR testing of plasma might reduce antibiotic use and possibly investigations and admission rates in patients with FWS."]

Und was ist eigentlich der Unterschied zwischen fever without a source (FWS) und FUO (fever of unknown origin)?

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund zum Beitrag »
[24.09.2019, 11:04:57]
Doris Wroblewski 
Basisches Blutdrucksalz 
Ob hier Empfehlungen für Ersatz-Produkte gegeben werden dürfen, weiß ich nicht. Aber mir ist das "Basische Blutdruck-Salz" von Dr. Jacob´s bekannt und ich habe es auch schon Patienten empfohlen. Es enthält 50 % weniger Natrium als herkömmliches Salz. Seine Zusammensetzung ist:
Natriumcitrat, Kaliumchlorid, Kristallsalz (20 %), Magnesiumcarbonat.

Ich selber verwende für mich bei einer gemüsereichen Ernährung mit vielen natürlichen Mineralsalzen wenig Salz und benötige es nicht. Aber hier der Link
https://drjacobs-shop.de/saeure-basen/285/dr.-jacob-s-blutdruck-salz-250-g zum Beitrag »
[24.09.2019, 10:20:13]
Dr. Heinrich Hümmer 
Skeptiker-Evidenz-Einäugigkeit (SEE) bzw. FUD (u.a. Streuen von Falschinformation) 
@ Dr. Schweikert-Wehner
Beweise gegen Ihre und die SKEPTIKER-EVIDENZ-EINÄUGIGKEIT (SEE) auch FUD genannt:
1)
Hoch aktueller Bericht der australischen Gesundheitsbehörde (der vergebliche Versuch, diesen ersten Bericht, der nicht die "erhofften Ergebnisse" erbrachte unter Verschluß zu halten, ist möglicherweise einer der GRANDIOSESTEN VERSUCHE DES WISSENSCHAFTSBETRUGES!):

"Es gibt ermutigende Beweise für die Wirksamkeit der Homöopathie bei:
• Fibromyalgie (Grad C)
• Mittelohrentzündung (Grad C)
• postoperativer Ileus (Zeit bis zum ersten Flatus) (Grad C)
• Infektion der oberen Atemwege (URTI) bei Erwachsenen (Grad C)
• Nebenwirkungen der Krebsbehandlung (Grad C)"

2)
Efficacy of individualized homeopathic treatment of insomnia: Double-blind, randomized, placebo-controlled clinical trial
https://doi.org/10.1016/j.ctim.2019.01.007

Dazu Chef-Skeptikus Prof. Edzard Ernst:
„Eine neue homöopathische Studie weist darauf hin, dass hoch verdünnte [homöopathische] Mittel besser als Placebos sind. UND ICH KANN KEINEN FEHLER FINDEN.“
„Ich wäre sehr dankbar, wenn mir jemand helfen könnte, dieses Puzzle für mich zu lösen“

3)
Und ganz frisch aus der Druckpresse:
"Homeopathy can help. And this study shows that indeed, it does help.
Individually prescribed homeopathic medicines were associated with significantly greater improvement of pre-menstrual symptom scores in women with PMS, compared to placebo."

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/31434111

....noch mehr gefällig, oder bei SEE/FUD bleiben?

Und noch zu Ihrem Sulfur C 30 Versuch:
Das wesentliche Prinzip der Homöopathie ist das Simile- oder Resonanzprinzip--> wenn Sie nicht Sulfur entsprechen, werden Sie keine Reaktionen erwarten dürfen! zum Beitrag »
[24.09.2019, 08:57:05]
Jan SULIK 
Ungewollter Blutdruck-Check 
Das Verfahren hat das Potential, zukünftig nur mittels einer (Überwachungs-?)Kamera Hypertoniker ungefragt und unkontrolliert zu detektieren und mit Hilfe von Gesichtserkennung herauszufiltern. Beunruhigend ... zum Beitrag »
[24.09.2019, 08:50:15]
Roswitha Poppel 
Netzwerk weckt keinen Bedarf und ruft keinen Mißbrauch hervor 
Schön, einmal wieder einen Artikel über einen engagierten Arzt zu lesen, der Patienten helfen möchte und diese mit Respekt behandelt.
Sonst gibt es überwiegend Kritik am gesetzlich versicherten Patienten zu lesen, dem anhaltend vorgeworfen wird, dass er sich nicht an die WANZ-Kriterien hält. zum Beitrag »
[23.09.2019, 11:49:51]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
500-Millionen-Euro-Lachnummer! 
Wie sollen bloß die eAU-Bescheinigungen des Bürokratie-Entlastungsgesetzes eines GROKO-Kabinetts mit dem neuen, umständlichen Daten-Weg einer eAU vom Arzt zur Krankenkasse und von dort zum Arbeitgeber 500 Millionen € Entlastungen für die deutsche Wirtschaft bringen?

Ein in Gesundheits- und Krankheitsfragen offenkundig völlig unbedarfter Bundeswirtschaftsminister konfabuliert und verschweigt Bürokratie-Mehrkosten.

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund


 zum Beitrag »
[23.09.2019, 11:35:37]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
Mit dem PSA-Screening mehr Krebsvorsorge und Krebsfrüherkennung wagen! 
Der Antrag auf Nutzenbewertung des PSA-Tests beim GBA durch den "Bundesverband Prostatakrebs Selbsthilfe e. V." offenbart mehrere Gründe, warum auch unsere männlichen Patienten mehr Krebsvorsorge und Krebsfrüherkennung wagen sollten.

Doch es gibt:

1. Unreflektierte sprachlich-semantische Ungenauigkeiten. Wer zu Krankheits-Vorsorge und -Früherkennungsuntersuchungen geht und in weit über 95 Prozent keinen pathologischen Befund aufweist, hat damit eine erfolgreiche präventive V o r s o r g e-Untersuchung ohne weitere Risiken oder zusätzliche invasive Prozeduren abgeschlossen.

2. In einem Prozentsatz von weit unter 5 Prozent ergeben sich echte Früherkennungsuntersuchungen bei einer präformierten bis präexistenten Morbidität, zusätzliche diagnostischen bzw. invasiv-therapeutische Prozeduren, aber auch hervorragende, kurative Heilungsaussichten im expliziten Frühstadium von Erkrankungen.

3. Etwa 50 verschiedene Krebsregister und inkompatible Datenerhebungs-Systeme in Deutschland.

4. Krebs als inzwischen zweithäufigste Todesursache vorsorglich zu detektieren, zu untersuchen, differenziert zu diagnostizieren und stadiengerecht kurativ bzw. palliativ zu behandeln, benötigt ein bundesweit einheitliches Krebsregister wie in Großbritannien und Skandinavien. Umfassende epidemiologische Untersuchungen mit Schwerpunkt Versorgungsforschung würden zum Erkenntnisfortschritt beitragen.

5. Das deutsche Präventionschaos: Noch im letzten Jahrtausend wurden jahrzehntelang Krebsvorsorgedokumentationen als Muster 40a für Männer ausgefüllt, bei den Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) archiviert, aber zuletzt weggeworfen. Denn sie konnten mangels intelligenter Erhebungsmethodik nie evaluiert werden. Berichtsvordrucke Muster 30 (“Check-Up-35”) als “Gesundheitsuntersuchung” sehen z. B. nicht mal die Rubrik “Krebserkrankung” vor; von irgendeiner systematischen Erhebung/Auswertung der Risikofaktoren ganz zu schweigen. Auch diese Vordrucke wurden letztlich eingestampft.

6. Fehlende Implementierungen von Adipositas-Beratung, Prävention von Nikotinabusus, Alkohol- und anderen Abhängigkeitserkrankungen. Fehlernährung als karzinogene Co-Faktoren stehen weder auf der KV-, KBV-, G-BA oder GKV-Agenda.

7. Krebsvorsorge beim Mann findet kaum Akzeptanz: Während bei Frauen ab 20, 30 und 50 Jahren differenzierter Früherkennungs- und Vorsorgeumfang im gynäkologischen Bereich seit Jahrzehnten implementiert wurde, herrscht beim Mann dagegen Leitlinienchaos: Ab 45 Jahren Genital-, Prostata-Vorsorge bzw. -Früherkennungsuntersuchungen. Hautuntersuchungen ab 35. Alle 2 Jahre. Digitale Darmuntersuchungen aber erst ab 50. Keine verbindlich evaluierte PSA-Testung.

8. Von 50 bis 55 Jahren 1 x jährlich “immunological faecal blood test (iFOBT). Männer (und auch Frauen) ab 55 Jahren, die k e i n e Präventivkoloskopie machen lassen, sollen danach nur alle 2 Jahre einen iFOBT bekommen: Obwohl in diesen 10 Jahren Darmkrebsprävalenz und -inzidenz besonders ansteigen. Mit 55 die erste Präventivkoloskopie und mit 65 Jahren die zweite durchgeführt, senken Morbidität und Mortalität hochsignifikant.

9. Nur bei Männern wurde in diesem Vorschriften-Desaster die 1. Präventiv-Koloskopie auf das 50. Lebensjahr als chaotischer Schnellschuss ohne jeden Beratungsvorlauf und iFOBT- Risikostratifizierung vorverlegt.

10. Ein KBV-Wirrwarr, im Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) festgeschrieben, fördert Frustration, Demotivation und Entmutigung in der Krebs-Prävention und -Früherkennung: Bei Vertragsärzten wie Patienten gleichermaßen.

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
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[23.09.2019, 11:21:13]
Dr.med. Henning Fischer 
freie Arztwahl? Daß ich nicht lache! 

hier in Herford sind die Patienten heilfroh, wenn sie überhaupt einen Hausarzt bebetteln können! Auswahl unter Fach- Krankenhaus- und Notdienstärzten? Pustekuchen. In welcher Schein/Wunschwelt leben die Funktionäre?

Und die schöne digitale Welt:
solange alle Netze, Hard- und Software funktionieren (was mit zunehmender Komplexität immer unwahrscheinlicher wird)und der Strom nicht ausfällt ...

Sichere Daten im Netz? Ich lach mich tot.
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