Leserkommentare [19856]

[16.01.2019, 11:47:36]
Dipl.-Psych. Achim Bormuth 
Nicht die "Zahl der Psychotherapeuten" ist entscheidend 
Auch hier wird lediglich mit der "Zahl der Psychotherapeuten" argumentiert, wie bereits früher bei der Festlegung der maximal zuzulassenden Psychotherapeuten.

Hierbei wird außer acht gelassen:

1. daß bei der Steigerung der "Zahl der Psychotherapeuten zwischen 2012 und 2017 von 17.400 auf 23.000" viele Psychotherapeuten/innen das Rentenalter erreicht und einen halben Praxissitz abgegeben haben. Die Möglichkeit der Behandlung und Abrechnung ist bei einem halben Praxissitz gedeckelt. Es handelt sich also nur scheinbar um eine Vergrößerung des Angebots.

2. daß die ganz große Mehrheit der Psychotherapeuten/innen Frauen sind, die den Beruf der Psychotherapeutin in einer eigenen Praxis gut mit der eigenen Familie, eigenen Kindern vereinbaren können - aber nicht in vollem Umfang für die Praxis zur Verfügung stehen wollen oder können. Auch wenn die Väter in gleichem Umfang für die Familie und die Kinder im Alltag gewünscht werden, ist die Realität weit davon entfernt.

3. daß die Tätigkeit als Psychotherapeut/in ein hohes Maß an Empathie für die Patienten erfordert. Ohne dem ist keine gute Therapie möglich. Ganz im Gegensatz zum Beispiel zu einem Chirurgen. Für Chirurgen ist es notwendig während einer OP innerlich so weit wie möglich in Distanz zum jeweiligen Patienten zu gehen um selber gut durch die OP zu kommen. Er operiert den Magen, die Niere etc. und "vergißt" dabei im positiven Sinne den konkreten Menschen; das ist richtig und gut so für seine eigene Gesundheit.
Die Notwendigkeit des Psychotherapeuten sich empathisch auf jeden Patienten einzulassen, ist sein Handwerkszeug, bedeutet aber unweigerlich eine hohe, eigene psychische Belastung durch die Konfrontation mit dem jeweiligen Leid, auch wenn man professionelle Strategien entwickelt, dies nicht zu sehr an sich heranzulassen. Die Notwendigkeit zu einer hohen Empathie während der psychotherapeutischen Behandlung setzt der Anzahl psychisch kranker Patienten Grenzen, die behandelt werden können, ohne selber zu erkranken.

4. Bei der während der Verabschiedung des Psychotherapeutengesetzes um 1999 festgelegten Anzahl der maximal zuzulassenden Psychotherapeuten/innen ging man von einer wesentlich höheren Anzahl von Behandlungsstunden je Psychotherapeut aus, als dies in der Realität der Fall ist. Unter Kostengesichtspunkten haben die Krankenversicherungen dadurch erheblich weniger Geld für Psychotherapien ausgeben müssen, als wenn die hohen, maximalen Behandlungsstunden stattgefunden hätten.

Dringend notwendig ist nach 20 Jahren die überfällige Korrektur dieser Anzahl der maximal zuzulassenden Psychotherapeuten auf einen realistischen, höheren Wert, der für eine angemessene Versorgung notwendig ist.
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[15.01.2019, 11:43:29]
Ruth Ney 
Ernüchterung im Digitalisierungsrausch 
Zu obigem Bericht erhielt die Redaktion folgenden Leserkommentar von Dr. Jürgen Bausch, den wir hier veröffentlichen:

Nachdem ein 2o-jähriger Schüler offenbar alleine ohne Mithilfe von Experten und Geheimdiensten in der Lage gewesen ist, in einer großen Zahl von Fällen Daten auszuspähen, die ihn und andere nichts angehen,darf man doch mal die vermutlich sehr laienhafte Frage stellen, ob der erhebliche Digitalisierungsrausch im BMG und bei einigen Krankenkassen zu einer deutlichen Ernüchterung führen müßte.

So zum Beispiel eine Fernbehandlung via PC-Skype, elektronische Symptomschilderung und Ferndiagnose mit Hilfe künstlicher Diagnoseintelligenz, oder auch nur elektronische, statt telefonische Terminvereinbarung, die ohne Symptomangaben meist nicht geht.Das sind doch alles offenkundig offene Flanken, in die ein gelangweilter Schüler ebenso hineingrätschen kann, wie professionelle Organisationen mit Sitz außerhalb der deutschen Jurisdiktion.

Smartphoneapps mit der vom Patienten selbst gesammelten in Papierform vorhandenen Krankengeschichte als Vorläufer einer elektronischen Patientenakte, angeboten von verschiedenen Kassen, sind aus meinem sehr schwach ausgeprägten Technikverstand weder in einem Tresor, noch in einer häuslichen Ablage oder in der Patientenakte des behandelnden Arztes, sondern ziemlich frei zugängig, wenn ein neugieriger oder gelangweilter oder voyeuristischer Computerfreak sich an die Arbeit macht.

So, wie man eine rein papiergebundene Praxisdatei nicht zu 1oo Prozent gegen Einbruch und Diebstahl schützen konnte, kann man vermutlich die in den Praxen und den Krankenhäusern jetzt abgelegten elektronischen Daten der behandelten Patienten trotz aller Professionalität nicht zu 100 Prozent sichern. Außer der Anhebung und der Prüfung der Sicherheitslage sehe ich dazu keine Alternative.

Aber ich kann mir nur schwer vorstellen, daß unsre Patienten sich wünschen könnten, ihre elektronisch auf dem Handy und ihrem PC gespeicherten Daten fremden Spähern vergleichsweise leicht zugänglich sein können.
Ein Schüler aus Hessen hat gezeigt, wie man das prinzipiell bewerkstelligen kann. Ob darunter auch sensible Gesundheitsdaten waren, weiß man nicht.Aber so weit reicht mein diesbezügliches Technikverständnis: wenn man privaten Mailverkehr ausspähen kann, dann geht das auch bei privaten Krankheitsdaten, so sie denn im persönlichen System gelagert sind.

Mein volles Verständnis gilt allen Kollegen, die sich weigern, zu jedem sogenannte digitalen Fortschritt ja zu sagen. Denn wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist, – der Pennäler aus Homberg in Mittelhessen ist kein Einzelfall, – dann liegt der schwarze Peter mit Gewissheit wieder bei den Ärzten, weil sie ihre Patienten nicht vor Datenklau geschützt haben.

Dr. Jürgen Bausch
Ehrenvorsitzender der KV Hessen
Kinderarzt in Bad-Soden-Salmünster
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[15.01.2019, 11:22:31]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
Vorsicht, "Blockwart" und "STASI"-Mentalität? 
Da sind sie wieder: Die guten alten Kontrollfreaks, die Spitzel, die "Kontrollettis".

Selbsternannte Patientenschützer drängen bei der vom Gesetzgeber geplanten Ausweitung der Sprechstunden von Vertragsärzten auf eine Kontrolle der Mediziner. „Für viele Mediziner wird sich dadurch nichts ändern, sie bieten ohnehin mehr Stunden an. Alle anderen sind jetzt in der Pflicht“, sagte scheinheilig der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch und kultiviert damit Ärzte-"Bashing"-Vorurteile.

Entscheidend sei jedoch, dass die Sprechzeiten in der Praxis engmaschig kontrolliert würden. Brysch kritisierte, bisher kämen die KVen ihrer Kontrollpflicht der Öffnungszeiten nicht nach. Nötig sei außerdem ein bundesweites und für alle abrufbares Berichtswesen und behauptet dazu: „So werden auch die Ärzte gestärkt, die bereits jetzt mit deutlich höherem Zeitaufwand für die Patienten da sind.“

Vertragsärzte arbeiten im Schnitt über 50 Wochen­stunden, weil es mit der reinen Sprechstunde mitsamt Vorlauf (z. B. Blutabnahmen) und Nachlauf alleine nicht getan ist.

Die Forderung nach einer Ausweitung der Sprechstundenzeiten ist nichts als purer Populismus. Für eine „engmaschige Kontrolle“ ärztlicher Arbeitszeit zu plädieren, wäre auch m.E. Medizin- und Versorgungs-bildungsfern.

Eine Prüfung der KV Nordrhein ergab: Von den 16.520 geprüften Vertragsärzten und Vertragspsychotherapeuten in Nordrhein hätten 15.609 ihren Versorgungsauftrag im Berichtszeitraum (2. Quartal 2016 bis 1. Quartal 2017) eingehalten.
Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
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[15.01.2019, 10:04:05]
Dr. Rainer Claußnitzer 
Schnee im Erzgebirge und die wohl höchstgelegene Praxis 
Vielen Dank für den netten Beitrag. In Oberwiesenthal auf 914 m Höhe ist
eine Praxis in der ich selbst einmal gearbeitet habe. Hausbesuche unternahm
ich damals mit Ski und war immer eine Herausforderung. zum Beitrag »
[15.01.2019, 09:22:33]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
Auch der Chefkoch muss die Rechtslage bei Lipödem/Liposuktion kennen! 
Möchte der Bundesgesundheitsminister sich hier als besonders Rechtskunde-, Medizin-und Versorgungs-fern outen?

Bisher bleibt medizinisch-wissenschaftlich völlig ungeklärt, welche komplexen pathologischen, hormonellen, immunologischen, hereditären, idiopathischen und pathophysiologischen Faktoren zur Manifestation des Lipödems beitragen. Auch für Selbsthilfe- und Betroffenen-Gruppen ist es eminent wichtig, ob Verfahren der kosmetisch-plastisch-chirurgischen Liposuktion mit hohem logistischen, finanziellen und risiko-trächtigen (OP) Aufwand überhaupt zuverlässig und nachprüfbar helfen, heilen oder lindern können.

Das Bundessozialgericht (BSG) in Kassel hat dazu festgestellt: Die Liposuktion bei Lipödem ist keine Leistung der gesetzlichen Kranken­versicherung (GKV). Eine dauerhafte Wirksamkeit der Methode ist nicht ausreichend gesichert.

"Eine Liposuktion bei Lipödem ist keine Leistung der gesetzlichen Kranken­versicherung (GKV). Die dauerhafte Wirksamkeit der Methode sei nicht ausreichend gesichert, befand das Bundessozialgericht (BSG) in Kassel. (Az: B 1 KR 10/17 R).
Die Klägerin aus Baden-Württemberg leidet an Lipödemen. Eine erfolgreiche Behandlung ist mit den bislang zugelassenen Methoden oft nicht möglich. Deshalb beantragte die Frau bei ihrer Krankenkasse eine Liposuktion. Dies lehnte die Krankenkasse jedoch ab.
Dennoch ging die Patientin für eine Liposuktion ins Krankenhaus. Die Ärzte saugten aus jedem Bein nahezu acht Liter Fett ab. Danach klagte die Frau auf Erstattung ihrer Kosten von zunächst 4.416 Euro. Inzwischen ließ sie zwei Folgeoperationen vornehmen und fordert von ihrer Krankenkasse insgesamt 11.364 Euro.
Ihre Klage hatte durch alle Instanzen keinen Erfolg. Die Methode entspreche nicht den Anforderungen für Qualität und Wirtschaftlichkeit der GKV. Dies sei aber „im Interesse des Patientenschutzes und des effektiven Einsatzes der Mittel der Beitragszahler zu gewährleisten“, betonte das BSG.
Der Gemeinsame Bundes­aus­schuss (G-BA), der über den Leistungskatalog der GKV entscheidet, habe zwar eine Erprobung der Liposuktion veranlasst. Dass die Methode möglicherweise „das Potenzial einer Behandlungsalternative“ habe, reiche für eine Kostenerstattungspflicht der Kassen aber nicht aus, so das BSG."

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund zum Beitrag »
[15.01.2019, 08:26:53]
Dr. Susanne Isabel Becker 
@Dres Grünwoldt & Grunwald 
Trump lässt grüßen: Protektionismus war noch nie eine gute Idee für Staaten!

Zum Glück wird Bildung in unserer Gesellschaft immer noch als gesellschaftliche und nicht als private Investition gesehen. Da - ebenfalls zum Glück - in unserer Gesellschaft das Recht für alle gilt, kann dieser Rechtsgrundsatz nicht für einzelne aufgehoben werden.
Generell zahlungspflichtige Studienplätze würden übrigens das Studium erstens nicht attraktiver machen und zweitens zu einer deutlichen Steigerung des Lohnniveaus führen, da es einen ROI geben muss. Mit der Akademisierung der Pflege müsste man nach Ihrer Logik übrigens das gleiche für die Pflege fordern. Und natürlich könnte kein Personal mehr aus dem Ausland beschäftigt werden, denn diese Menschen müssten ja dann in ihren jeweiligen Herkunftsländern das Studium ‚abarbeiten‘... zum Beitrag »
[15.01.2019, 00:34:47]
Jacqueline Jackowski 
Regierung plant keine Beweislastumkehr beim Behandlungsfehler 
- die Anfrage der Bundestagabgeordneten 'Die Linke' Frau Kerstin Kassner
bezog sich auf die bisherige Nichtanwendbarkeit bei 'einfachen Behandlungsfehlern'.
Im Allgemeinen ist es aber bereits noch gravierender wenn es sich schon um schwere/grobe Behandlungsfehler handelt.
Die Hürde des Nachweises bei 'groben Behandlungsfehlern' im Rahmen von Arzthaftungsprozessen ist sehr hoch angesiedelt und muss vom geschädigten Patient und Mandant seines Anwaltes geführt/bewiesen werden. Selbst wenn das überzeugend ist darf nur der vorsitzende Richter dieses Faktum beim Namen (grober Behandlungsfehler)nennen und falls er, wie in den letzten Jahren fast ausnahmslos passiert ist, es leichtfertig missachtet und es gar nicht erst thematisiert, sodass eine Beweislastumkehr zu Lasten des Schadensverursachers (Beklagten)gar nicht erst zur Anwendung kommt! Damit fällt der theoretisch mögliche Rechtsanspruch des Geschädigten unter den Tisch oder in die Kollekte! - d. h. am Ende: außer Spesen, nichts gewesen! Der vorsitzende Richter kann sich zwar auf einen gerichtlich benannten Sachverständigen berufen, hat aber als Richter ohne Fortbildungspflicht für medizinische Belange keine freien Valenzen um in eine angemessene und unabhängige Beweisführung einzutreten und den groben Behandlungsfehler zu verkünden.

Mit freundlichen Grüßen

Jacqueline Jackowski + Mentor Dr. med. univ. Claus Kühnert  zum Beitrag »
[14.01.2019, 19:46:27]
Dr. Petra Paling 
Ernsthaft ? 
Sehr geehrter Herr Kollege Oude-Aost,

Ihre Überschrift lädt zum Widerspruch ein: In der Geschichte Deutschlands haben Vorurteile vielen Menschen das Leben gekostet !

Und : Ja, dieses Ideal Hahnemanns sollten wir Ärzte schon haben.

Sicher können wir hier einen Diskurs über die Definition von „Vorurteil“ eröffnen.
Ist bei Ihnen ernsthaft ein „Vorurteil“ nur beschränkt auf das Urteil unserer medizinischen Vorgänger in Forschung und Lehre ?
Ich hätte gedacht, es gäbe einen Unterschied zwischen Urteil und Vorurteil. Hahnemann jedenfalls besaß genug Menschenkenntnis, um das Wort „Vorurteil“ im weiteren Sinne auszulegen und davor zu warnen.

Wir alle beurteilen Phänomene und fällen ein Urteil. Davon lebt die Medizin und auch Ihre, meine Therapie. Ein Urteil darf und muß sogar revidiert werden, wenn später gegenteilige Erfahrungen oder Beurteilungen gemacht werden. Leider beraubt sich die Skeptikerbewegung dieser Erfahrung, sei sie von homöopathischen Ärzten oder Patienten geäußert.
Genügend vorurteilsbehaftete ungläubige Patienten der Homöopathie erfahren an sich eine Besserung ihrer langjährigen Leiden und besitzen die Freiheit zur Änderung ihres (Vor-)Urteils über Homöopathie.

Gehe ich Ihre Zuschrift durch, fallen mir Worte wie „angeblich“, „unkritisch“, „blind“ auf. Die Worte finde ich subtil diskreditierend und tendenziös.
Diese Art von unterschwelliger bis offener Unterstellung sowie eine schlängelnde schrift-verbale Ausweichtaktik charakterisiert die Argumentation der Skeptikerbewegung häufig. Ebenso das Nicht-Eingehen auf doch nachvollziehbare Skepsis bezüglich manchen Bereichen des schulmedizinischen Betriebs.

Unterm Strich: Ich weiß, daß Sie als Vertreter der Skeptikerbewegung sich keinen Deut auf die Homöopathie einlassen können, sowie auch wir Ihre Sichtweisen nicht teilen. So lassen Sie uns hier das „Gespräch“ beenden.

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[14.01.2019, 19:05:45]
Dr.med. Henning Fischer 
Herr Tierarzt, Sie haben vergessen zu schreiben: "Satire an:" 

falls nicht, würde das natürlich für alle Studiengänge gelten (auch für Tiermedizin)

Wie soll das gehen? zum Beitrag »
[14.01.2019, 17:35:01]
Iris Flöhrmann 
Wunsch und Wirklichkeit 
Die Umfrage mag ja repräsentativ sein, aber wie passen diese 1000 Bundesbürger zu der Gesamtbevölkerung und dem vermehrten Auftreten ernährungsabhängiger Krankheiten? Warum braucht es dann eine eine Strategie zur Reduktion von Energie, Zucker und Salz in industriell hergestellten Lebensmitteln, wenn alle doch schon so gesund essen?
Dem Einwand, dass es sich um Selbstauskunft und eventuell sozial erwünschte Antworten handelt, kann man nur zustimmen, wenn man sich regelmäßig professionell mit dem Essverhalten von Menschen beschäftigt. Dank Presse Funk und Fernsehen weiß man schon, wie man am Besten antwortet. Die regelmäßige Auswertung von Ernährungsprotokollen im Rahmen der Ernährungstherapie zeigen jedoch eine ganz andere Realität. Die passt eher mit der Aussage zusammen, dass Obst und Gemüse bei den Leibgerichten nur die hinteren Plätze belegt... Und wenn nur 28% täglich Fleisch essen, warum ist der Anteil vegetarischer Gerichte in Kantinen, Restaurants etc. so klein? Wie lassen sich die empörten Aufschreie erklären, wenn Krankenhäuser, Schulen oder Kantinen weniger und kleinere Fleischmengen anbieten wollen und generell 1x die Woche nur vegetarisch?
Wie wäre es, wenn man einfach mal Zeit und Geld investiert in gesundheitsfördernde Rahmenbedingungen, die das endlich mal dauerhaft umsetzen, was tausende von Studien und Untersuchungen schon seit Jahrzehnten herausgefunden haben, und als Maßnahmen vorschlagen ?
Mahlzeitenangebote in öffentlichen Einrichtungen, die auf ernährungswissenschaftlichen Standards beruhen und mit natürlichen Lebensmitteln von geschultem Fach-Personal frisch hergestellt werden können, preislich angemessen sind und vor allem in Ruhe bei angenehmer Atmosphäre genossen. Gekoppelt mit vernünftigem und verbindlichem Haushaltunterricht für alle Schüler, der neutral über Verbraucher-, Lebensmittelrecht, gesunde Ernährung etc. informiert und praktisch erfahren lässt, wie man vernünftig einkauft und Essen zubereitet. Den Unterricht sollten dann bitte auch nur diejenigen durchführen, die über professionelle Grundausbildung in diesem Bereich verfügen und pädagogische Grundqualifikationen besitzen. Dann hätten wir vielleicht mal eine einheitlichere Linie, an der sich die Bevölkerung orientieren kann und nicht ständig zwischen selbsternannten und echten Experten, Verbraucherschützern etc. versuchen muss, zu unterscheiden und den richtigen Weg suchen. Weniger Zucker in Limonaden als gesetzliche Vorgabe schützt jedenfalls nicht vor selbsternannten Experten, die z.B. gerade die Empfehlungen der DGE, die bösen Kohlenhydrate, die Lebensmittelindustrie und Laktose verteufeln und im Gegenzug viel Obst und Kokosblütenzucker empfehlen...
Dipl.oec. troph Iris Flöhrmann, Diätassistentin

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