Leserkommentare [19579]

[19.11.2018, 14:17:42]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
Frühstücksverzicht/BMI ebenso wie Hosenträger sind Typ-2 Diabetes Surrogatparameter ! 
Dazu schreibt unter
https://diabeticmediterraneandiet.com/2018/11/15/skipping-breakfast-may-increase-your-risk-of-type-2-diabetes/
die Zeitschrift "Diabetic Mediterranean Diet" unter dem Titel:

"Skipping Breakfast May Increase Your Risk of Type 2 Diabetes"
folgendes:
"In total 6 studies, based on 96,175 participants and 4935 cases, were included. The summary RR for type 2 diabetes comparing ever with never skipping breakfast was 1.33 (95% CI: 1.22, 1.46, n = 6 studies) without adjustment for BMI, and 1.22 (95% CI: 1.12, 1.34, n = 4 studies) after adjustment for BMI. Nonlinear dose-response meta-analysis indicated that risk of type 2 diabetes increased with every additional day of breakfast skipping, but the curve reached a plateau at 4–5 d/wk, showing an increased risk of 55% (summary RR: 1.55; 95% CI: 1.41, 1.71). No further increase in risk of type 2 diabetes was observed after 5 d of breakfast skipping/wk (P for nonlinearity = 0.08).
Conclusions - This meta-analysis provides evidence that breakfast skipping is associated with an increased risk of type 2 diabetes, and the association is partly mediated by BMI."
Source: Breakfast Skipping Is Associated with Increased Risk of Type 2 Diabetes among Adults: A Systematic Review and Meta-Analysis of Prospective Cohort Studies | The Journal of Nutrition | Oxford Academic

1. Kritikpunkt
Wenn schon die meisten Menschen retrospektiv nur sehr ungenaue und quantitativ vage Antworten geben können, was sie gegessen h a b e n, ist es nahezu unmöglich voraussagen zu können, was sie wohl prospektiv essen w e r d e n. Von daher sind prospektive Studien ohne begleitende Stoffwechselverifikationen z. B. mittels HbA1c Messungen oder Kontrollen des Alkoholkonsums durch CDT-Bestimmung (Carbohydrate-Deficient Transferrin) kaum aussagekräftig.

2. Kritikpunkt
Der BMI ist weniger aussagekräftig als die Messung des Bauchumfangs zur viszeralen Fettmassen-Messung. Auch das Taille-Hüft-Verhältnis (THV; englisch waist-hip ratio oder waist-to-hip ratio, WHR) beschreibt und identifiziert Risiken für metabolisches Syndrom und/oder Typ-2-Diabetes mellitus besser als der BMI.

3. Kritikpunkt
Die Tatsache, dass das Risiko-Anstiegsverhältnis (RR=risk ratio) o h n e BMI-Adjustierung h ö h e r ist als mit BMI-Adjustierung belegt, dass der BMI hier eher Surrogat-Parameter ist. RR (Risk Ratio) o h n e zu Frühstücken auf 1.33 (95% CI: 1.22, 1.46, n = 6 studies) erhöht, o h n e BMI-Adjustierung. Mit BMI-Adjustierung dagegen nur 1.22 erhöht. Es gibt auch keine lineare Beziehung zum BMI: Mehr als 5 mal/Woche nicht zu frühstücken, bewirkt keine weitere Risikoerhöhung für Typ-2-Diabetes mellitus.

Das Ganze erinnert an ein glücklicherweise fiktives, prospektives Studiendesign über den Gebrauch von Hosenträgern bei männlicher Adipositas. Die Inzidenz des Tragens von Hosenträgern erhöht die alters-abhängige Wahrscheinlichkeit für viszerale Adipositas, übermäßigen Alkoholkonsum und Bewegungsmangel. Damit hätten Hosenträger-Träger erhöhte Risiken für Diabetes, KHK, akutes Koronarsyndrom, metabolisches Syndrom und, man höre und staune, für Adipositas und hohen BMI.

Doch selbst wenn man das zusätzliche Gewicht für die Hosenträger abzieht und berücksichtig, dass ein Doppelblindversuch mit/ohne Hosenträger unmöglich ist, sind und bleiben Hosenträger wie auch Nicht-Frühstücken klassische Surrogat-Parameter für andere, bio-psycho-sozial und nosologisch begründete Krankheitsentitäten.

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund


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[19.11.2018, 12:47:06]
Dr. Andreas Kramer 
Pressefreiheit 
Lieber Kollege Rottach, die Rede war von unkritischer Berichterstattung. Pressefreiheit bedeutet nicht, über Unsinn zu schreiben und dabei nicht deutlich werden zu lassen, dass es sich um Unsinn handelt (Homöopathie ist Unsinn). Es gehört in eine differenzierte Berichterstattung hinein, dass man darin auf Umstrittene Standpunkte hinweist, sonst wäre es Irreführung. Meines Erachtens ist es auch ein Unterschied, Wege zu beschreiten, die erfolgversprechende, aber (noch) nicht evidenzbasierte Maßnahmen mit einbeziehen, als Maßnahmen irreführend als hilfreich zu verkaufen, die bereits klar als Unsinn entlarvt wurden (zum Beispiel Homöopathie). zum Beitrag »
[19.11.2018, 12:09:40]
Kurt-Michael Walter 
Private Anbieter befürchten Mitarbeiter-Exodus: Eine „Neid-Kampagne“? 

„Die jetzt durch die Bundesregierung beschlossenen Personalverbesserungen in Krankenhäusern schaden schon jetzt der Altenpflege, weil Akut-Kliniken alle Pflegestellen gut finanziert bekommen, moniert bpa-Präsident Bernd Meurer. „

Für den geneigten Leser stellt sich die Frage warum der bpa-Präsident seinen „PRIVATEN-Mitgliedsunternehmen“ eine solch unsinnige Analyse des Pflegepersonal-Stärkungsgesetzes (PpSG) zumutet, wohl Wissend, dass die Privaten Anbieter (Unternehmen) jederzeit ohne Rücksicht auf das PpSG die Gehälter ihrer Mitarbeiter/innen anheben können, auch über Tarif. Herr Meurer weiß natürlich auch: Je schlechter die sozialen Hygienebedingungen (siehe Herzberg u.a.) im Unternehmen sind, desto höher ist die Personalfluktuation.

Des Weiteren fordert der bpa-Präsident eine Gesamtstrategie für die Sicherung des Personalbedarfs und die Versorgung der Pflegebedürftigen. Als PRIVATER ANBIETER SOZIALER DIENSTE sollte doch jedes bpa-Mitgliedsunternehmen über einen entsprechenden Business-Plan verfügen der zumindest Lang- und Mittelfristige-Ziele ausweist.

Es wäre fatal wenn der bpa-Präsident der Meinung wäre, dass die bpa-Mitgliedsunternehmen ihre Pflege-Aufträge aktuell nur Mangelhaft ausführen würden. In diesem Fall sollte das/die Unternehmen umgehend vom Pflege-Markt genommen werden weil dann sowohl strafrechtliche wie auch zivilrechtliche Vergehen vorliegen.
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[19.11.2018, 08:16:31]
Dr. Manfred Krüger 
Die Erkenntnis, 
daß die meistens zweistelligen Renditen der privaten Klinikbetreiber nur aus den Beiträgen der Versicherten generiert werden können, kommt aber ziemlich spät.
Dabei liegt das doch auf der Hand und das muß doch jedem Menschen, der nur einen winzigen Funken Verstand hat, völlig klar sein.
Es war eigentlich ein "Sakrileg" die stationäre Versorgung zu privatisieren, um den Investoren zweistellige Rentiten zu ermöglichen, Mittel,die natürlich der Versorgung der Patienten entzogen werden und auch einen extrem negativen Einfluß auf die Anzahl der Mitarbeiter und deren Bezahlung haben.

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[18.11.2018, 23:23:34]
Dr. Klaus Rottach 
Vielen Dank für diesen interessanen Artikel außerhalb des Mainstreams 
Interessant fand ich den Text sowohl vom Fachlichen als auch vom Menschlichen. Nach über 25 Jahren im Beruf ist mein Verhältnis zur sog. evidenzbasierten Medizin tiefgreifend gestört. In vielerlei Details ist heute genau das Gegenteil von dem wahr wie vor 25 Jahren. Mit größten Anstrengungen haben wir den Erfordernis-Hochdruck bei frischen Schlaganfällen gesenkt und oft damit den Befund verschlechtert - um nur ein Beispiel zu nennen. Leider sind sowohl Gegner als auch Befürworter völlig fanatisiert. Eine sachliche Auseinandersetzung mit dem Thema wird es wohl so schnell nicht geben. Dass einzelne diesem Fanatismus gleich die Pressefreiheit opfern würden, gibt zu denken ("...protestiere in aller Ausdrücklichkeit dagegen, ... dass die Ärztetzeitung unkritische Berichterstattung über dieses Thema überhaupt zulässt"). So wie man liest, sind die Patienten pragmatischer und rennen der Kollegin als Selbstzahler die Bude ein.  zum Beitrag »
[18.11.2018, 11:23:26]
Team deinediagnose.de 
Antwort Depression 
Sehr geehrter Herr Dr. Friedrich,

vielen Dank für Ihr Feedback! Für uns sind konstruktive Rückmeldungen sehr wichtig, da sie uns dabei helfen, die Qualität unserer Videos und Texte zu bewerten und weiter zu verbessern. Schließlich ist es unser Ziel, möglichst vielen Menschen eine Hilfe zu sein, wenn es darum geht, medizinische Sachverhalte besser zu verstehen und sich erfolgreich in unserem Gesundheitssystem zurecht zu finden.

In der Tat legen wir in unserem Video zum Thema Depression einen Schwerpunkt auf die biochemischen bzw. neurophysiologischen Entstehungs-Modelle der Erkrankung (in sehr stark vereinfachter Art und Weise). Dies hat jedoch einen ganz bestimmten Grund: die immer noch häufig gefundene Tabuisierung des Themas Depression in unserer Gesellschaft.

Unserer Meinung nach gibt es noch immer viele Menschen mit einer Depression, die sich einem Arzt zur sehr zögerlich oder gar nicht mitteilen. Ein wichtiger Grund dafür ist unserer Meinung nach, dass viele Patienten sich für ihre Beschwerden schämen und Angst haben, Gesellschaftlich stigmatisiert zu werden. Insbesondere diesen Menschen möchten wir mit unserem Video eine Unterstützung sein. Wir möchten ihnen folgendes vor Augen führen:

Es kann passieren, dass im Gehirn bestimmte Prozesse ablaufen, die von der Norm abweichen und zur Entstehung und Aufrechterhaltung von Depressionen führen. Und durch die wissenschaftliche Identifizierung dieser Prozesse hat man eine Möglichkeit gefunden, bei vielen Patienten in den Krankheitsprozess einzugreifen und Depressionen erfolgreich zu behandeln.

Durch die Darstellung der o. g. Entstehungsmodelle möchten wir also die betroffenen Menschen dazu bewegen, die Schuld für die Entstehung der Erkrankung nicht bei sich selbst zu suchen. Und wir möchten ihnen ein einfach nachvollziehbares Argument dafür liefern, dass es sinnvoll ist, wenn man sich in eine ärztliche Behandlung begibt.

Insgesamt sehen wir die o. g. Darstellungen sowie auch die von uns angesprochenen Therapieoptionen mit Medikamenten und Psychotherapie nicht im Wiederspruch zu der von Ihnen angesprochenen Leitlinie für Ärzte. Man kann jedoch sicherlich darüber diskutieren, ob wir noch weitere Inhalte der Leitlinie mit in unser Video und den dazugehörigen Text aufnehmen sollten (z. B. weitere Entstehungsmodelle der Depression, die dort angesprochen werden).

Wir werden daher Ihre Kritik intern ausführlich diskutieren und dabei auch weitere Anmerkungen mit einbeziehen, die wir evtl. zu diesem Thema erhalten.

Für weitere Rückmeldungen sind wir über das Kontaktformular unserer Webseite (https://deinediagnose.de/impressum/) erreichbar und sehr dankbar!

Ihr Team von deinediagnose.de

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[17.11.2018, 15:18:58]
Katharina Effinger-Frischholz 
Tatsächlicher Eigenanteil 
Mutter 2016 Pflegeklasse 1 im Pflegeheim in NRW - monatliche Heimkosten 4200 in Zweibettzimmer - Pflegekasse Anteil ca. 1600. Wie kommt es zu dem errechneten durchschnittlichen Eigenanteil? zum Beitrag »
[17.11.2018, 11:51:34]
Dr. Andreas Schnitzler 
Weg mit dem Mist. 
Gezwungenermaßen (schließlich kann man doch wegen der avisierten Kürzung kein Personal entlassen!) habe ich die TI installiert.

Auch bei uns kommt es regelmäßig zu "Akzeptanzproblemen" diverser Karten.

LÖSUNG:
Ein Arbeitsplatz ist noch (erneut) mit einem "alten" Lesegerät ausgestattet. Ist ja nicht verboten.


Ceterum censeo:
- Jeder "Tresor" kann bei entsprechender Interessenlage schlussendlich "geknackt" werden.
- Nur Daten, die (an einem bestimmten Ort) nicht exstieren, können weder missbraucht noch entwendet werden.

- Geheimnisse von Menschen sind seit Jahrtausenden bei Priestern, Anwälten und Ärzten pflichtgemäß gut aufgehoben. Ob dagegen ein – jederzeit änderbarer – gesetzlicher bzw. technologischer Schutz genügt, muss sich erst noch erweisen. An "freiwillige" Preisgabe erst gar nicht zu denken, wenn sensible Daten "im Eigentum" der Patienten stehen...

- Es dürfte nur eine Frage der Zeit (Naivität?) sein, wann aus der Möglichkeit, bspw. "Fitnesstracker" in "Gesundheits-Apps" einzubinden, ggf. sanktionsbewehrte Pflicht wird. Zu wessen Nachteil auch immer.
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[17.11.2018, 09:51:10]
Rudolf Hege 
Zusatzinformationen, die das System nicht hat... 
Jeder Therapeut erfasst viele zusätzliche Informationen eines Patienten. Ich seh ja nur die Laborwerte, sondern auch den Patienten (Symptomatik, Hautfarbe, Tonus, Haltung usw.) die mir helfen, das Labor einzuschätzen. Das ist bei einem bildgebenden Verfahren nicht anders.  zum Beitrag »
[17.11.2018, 09:45:31]
Rudolf Hege 
EBM-Bärendienst... 
Da hat die "EBM" der Praxis einen Bärendienst erwiesen: Weil "pflanzliche" oder "homöopathische" Tropfen nicht mehr erstattet werden, greift der Hausarzt nun zum Antibiotika "als Quasi-Placebo". Zum Einen ist er damit auf der sicheren Seite, denn für Übertherapie kann man in Deutschland nicht bestraft werden, für Untertherapie schon. Zum Zweiten stellt er den Patienten zufrieden, der "etwas" gegen seine Beschwerden bekommen will, denn wofür bezahlt er sonst seine Kassenbeiträge?
Vielleicht sollte die Wissenschaft hin und wieder aus ihrem Elfenbeinthron herabsteigen - und mal schauen, was so in der Praxis läuft..? zum Beitrag »
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