Leserkommentare [18237]

[23.01.2018, 11:28:33]
Willi Wollny 
Wechsel von Pkv in Gkv 
Ich möchte dringend!!! von der Pkv in die Gkv wechseln. Ich bin ein liberaler Demokrat. Warum geht das nicht? zum Beitrag »
[23.01.2018, 10:03:28]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
Fehlerhafte Quellenangabe! 
Vgl. dazu aus MMW - Fortschritte der Medizin:
https://link.springer.com/article/10.1007/s15006-017-0116-4

MMW - Fortschritte der Medizin
October 2017, Volume 159, Issue 17, pp 35–35 |

Nachlese zur Bundestagswahl
Liebe Politiker, redet doch mal mit uns!
AUS DER PRAXIS MEINUNG
First Online: 09 October 2017

Nach der Wahl stehen die Chancen für sinnvolle Gesundheitsreformen schlecht. Die Experten der Parteien sprechen nicht mit Kranken und Ärzten. Der Zwischenruf eines streitbaren Hausarztes.

Der Autor ist Facharzt für Allgemeinmedizin in Dortmund

https://link.springer.com/content/pdf/10.1007/s15006-017-0116-4.pdf zum Beitrag »
[23.01.2018, 09:23:49]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
Nicht nur das Honorarsystem der GKV steht am Pranger... 
sondern auch die ungerechte Beitragssatzverteilung in der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV)! Denn oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze (BBG) sind alle Löhne und Gehälter von Gutverdienern auch für ihre Arbeitgeber beitragsfrei gestellt.

Bei der Deutschen Rentenversicherung (DRV) ist das wesentlich unspektakulärer. Dort werden die Rechengrößen auf wesentlich höherem Niveau angepasst: Die BBG stieg 2017 im Westen um 150 Euro auf 6500 Euro, im Osten wuchs sie um 100 Euro auf 5800 Euro. Erst bei Einkünften oberhalb dieser BBG bleiben Gutverdiener ebenso wie in der GKV beitragsfrei gestellt. Dafür bleiben die Renten von Spitzenverdienern auch eingefroren.

Bis heute gibt es keine widerspruchsfreie Erklärung, weshalb die BBG in der GKV deutlich niedriger als in der DRV sind. Eine Gerechtigkeitslücke, welche der SPD bisher nicht mal aufgefallen ist, weil sie dieses schräge Konzept seit Jahrzehnten widerspruchslos abnickt.

Dass die „Sonstigen Einkünfte“ aus Vermietung, Verpachtung, Beteiligungen, Betriebs-, Aktien- und Kapitalvermögen schon immer beitragsfrei waren und sind, davon will ich gar nicht erst anfangen…

Konkrete Beispiele für 2017:

1. Allgemeiner Beitragssatz in der GKV 14,60% + Zusatzbeitrag. Arbeitnehmer (AN): 7,30% + Zusatzbeitrag. Arbeitgeber (AG): 7,30% vom SV-Brutto bis zur BBG von 4.350,00 € monatlich in der GKV ergeben einen AN-Beitrag von 317,55 € ohne Zusatzbeitrag.

2. Wer 10.000,00 € Brutto verdient, zahlt als AN in die GKV auch nur 317,55 € ohne Zusatzbeitrag ein, also nur noch 3,18% von seinem Gesamt-Brutto.

3. Allgemeiner Beitragssatz in der DRV 18,70%. Arbeitnehmer: 9,35% und Arbeitgeber: 9,35% vom SV-Brutto. Bis zur BBG von 6.350,00 € sind das max. 593,73 € für den AN.

4. Wer 10.000,00 € Brutto verdient, zahlt als AN in die DRV auch nur 593,73 €, was dann nur 5,94% von seinem Gesamt-Brutto entspricht.

Entscheidender Vorteil für die GKV und wesentlicher Nachteil für die Private Krankenversicherung (PKV) ist das GKV-Krankengeld im Anschluss an die Lohnfortzahlung bzw. die institutionalisierte kostenlose Mitversicherung für nicht-arbeitende Ehefrauen und alle Kindern mindestens bis zum 18. Lebensjahr. Bei der PKV gibt es dafür nicht nur Einzelleistungsvergütungen für Ärzte nach GOÄ, sondern auch einzeln zu bezahlende Versicherungsverträge für jedes einzelne Familienmitglied ohne Krankengeldanspruch: Der muss extra versichert werden.

Die beitragsfreie Mitversicherung, ebenso wie zusätzliche familienpolitische und sonstige Zusatzleistungen in der GKV werden allerdings durch den Gesetzlichen Bundeszuschuss zur GKV nicht mal annähernd abgebildet.
Vgl. dazu aus MMW - Fortschritte der Medizin:
http://aerzte-rlp.de/content/uploads/03fc7f15-f65a-4d53-a608-a52c00eb49b6/f39809a8-3f7b-4397-be98-a82001873a74_politiker-sollen-mit-uns-reden!.pdf

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund

Quelle zur GKV/DRV:
http://www.lohn-info.de/sozialversicherungsbeitraege2017.html
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[23.01.2018, 09:00:47]
Dr. Jens Wasserberg 
Bürgerversicherung als Trophäe zur Parteienrettung 
Die Bürgerversicherung will so recht niemand. Selbst die SPD nicht, sonst hätte sie ja intensiven Wahlkampf damit gemacht oder vor den Sondierungen dies als zwingende Voraussetzung postuliert.

Das perfide ist, dass man die Bürgerversicherung jetzt - ohne jemals ein Mandat vom Wähler dafür erhalten zu haben - lediglich als Trophäe erringen will, um sich Respekt in der eigenen Partei zu verschaffen, in der man durch katastrophale Fehlentscheidungen in den Monaten nach der Wahl geglänzt hat.

In unserem Land müsste vieles gerechter zugehen. Ob eine medizinische Versorgung, die jedem zu jeder Zeit zur Verfügung steht ohne irgendeine Konsequenz für die Inanspruchnahme tragen zu müssen, so ungerecht ist, dass die Koalition dreier inhaltsleererer Parteien davon abhängig sein sollte, ist mehr als fraglich.

Machen wir uns aber nichts vor : Sollte die Bürgerversicherung der Preis sein für die Union, weiter politisch an der Regierung zu überwintern, dann wird man diesen Preis eben bezahlen, auch wenn das Kind dann einen anderen Namen erhalten sollte.
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[23.01.2018, 07:00:20]
Dr. Michael Traub 
Nichts ist unmöglich 
Eine Appendizitis kann auch durch eine Entzündung des Meckelschen Divertikels vorgetäuscht werden, einem Rest des ductus omphalomesentericus, der immerhin bei 2 % der Menschen nachweisbar ist. 'Unmögliche' Rezidive gibt es auch bei nicht vollständig entfernten Tonsillen. Bei zwei Patienten mit angeblichem Z. n. Cholezystektomie habe ich eine Cholezystitis bei Rezidiv-Cholelithiasis erlebt, da bei den Voroperationen nur die Gallensteine aus der Gallenblase entfernt worden waren, die Gallenblase selbst war dafür nur geöffnet worden. zum Beitrag »
[23.01.2018, 06:43:53]
Irene Jarmusz 
Diabetikerschulung 
Leider gibt es kaum Schulungen, die von berufstätigen Menschen genutzt werden können. Es findet immer zu Frühstück- oder Kaffeetrinkzeiten in der Praxis des Arztes statt. Wenn im großen Umkreis keine Schulung möglich ist, die ab 20:00 z.B. stattfindet, kann ich die Absicht "Aufklärung" und deren Wichtigkeit nicht ernst nehmen.
Dazu kommt die Uneinigkeit : 3 große Mahlzeiten und nichts dazwischen oder doch lieber 5 kleinere über den Tag verteilt?
Da mache ich mir mein eigenes Programm und pfeiffe auf die professionelle "Ernährungsberatung". Es hat mich 120,00 € Arbeitsausfall gekostet und Infos von anno piefke. Kann ich also nicht weiterempfehlen!!!! zum Beitrag »
[22.01.2018, 23:52:34]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
Was quietscht, muss geölt werden!  
Warum die Bürgerversicherung bei den Sondierungsergebnissen und auf dem SPD-Sonderparteitag nicht mal ansatzweise Erwähnung finden konnte?

- Gutverdiener und damit übrigens auch sehr viele Hamburger Beamte bzw. alle mit steuerlich relevanten sonstigen Einkünften sind mit jahrzehntelanger ausdrücklicher Billigung der SPD-Genossen oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze (BBG) beitragsfrei gestellt bzw. müssen für letztere immer noch keinerlei Beiträge in die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) leisten.

- Dagegen müssen Deutsche Rentenversicherungs (DRV) Rentnerinnen und Rentner für ihre Betriebsrenten zusätzliche GKV-Beiträge bezahlen.

- Die SPD suggeriert immer noch allen Ernstes, innerhalb einer CDU/CSU/SPD-GROKO mit Unterstützung von Grünen und Linken nach ihren Koalitionsverhandlungen eine Bürgerversicherung schaffen zu können, in die auch Beamte, Selbstständige und Freiberufler eintreten müssten.

- Etwa 90 Prozent der Bundesbürger sind selbst- oder familienversichert in der GKV. Etwa 10 Prozent sind Vollversicherte in der Privaten Kran­ken­ver­siche­rung (PKV). Eine Zwangsvereinigung von gesetzlicher und privater Kran­ken­ver­siche­rung würde die PKV-Mitglieder, ihren bisherigen Versicherungsstand und ihre Alters-Rückstellungen entschädigungslos enteignen.

- Problem sinkender Lohnquote: Würden die Bürgerversicherungs-Beiträge weiterhin nur lohn- und einkommensabhängig erhoben, entstünde eine neue Gerechtigkeitslücke, welche die SPD aber gar nicht schließen will. Denn mit weiter sinkender Lohnquote blieben zunehmende Einkünfte aus Vermietung, Verpachtung, Kapitalbeteiligungen und Kapitaleinkünfte weiter unberücksichtigt.

- Beitragsbemessungsgrenze: Neben der Berücksichtigung “Sonstiger Einkünfte” nach dem Einkommenssteuergesetz (EStG) müsste auch die BBG fallen. Denn es wäre ein Verstoß gegen den verfassungsmäßigen Gleichbehandlungsgrundsatz, wenn Bezieher hoher Einkommen und Einkünfte oberhalb der BBG keinerlei Kranken- und Sozial-Versicherungsabgaben mehr zahlen müssten. Selbst die Deutsche Rentenversicherung (DRV) hat eine deutlich höherer BBG.

- Höhere Bürgerversicherungsbeiträge für Gutverdiener: In einer Übersicht der GKV-Krankenkassen 2017 existieren insgesamt 113 Krankenkassen mit einem Beitragssatz zwischen 14,90 % und 16,40 Prozent. https://www.krankenkassenzentrale.de/beitrag#

- Durchschnittlicher Beitragssatz 15,7 Prozent: Der durchschnittliche Beitragssatz der GKV liegt 2017, wie schon 2016, bei 15,7 Prozent. Dieser setzt sich wie folgt zusammen: Neben den gesetzlich vorgegeben 14,6 % kommt durchschnittlich noch ein Zusatzbeitrag von 1,1% dazu – das ergibt einen Beitrag von 15,7%. Der Zusatzbeitrag wird dabei alleine von den Arbeitnehmern getragen. Der allgemeine Beitragssatz von 14,6% wird bisher paritätisch, d.h. zu gleichen Teilen, von Arbeitgebern und Arbeitnehmern finanziert. Die BBG lag 2017 bei 4.350 Euro Brutto pro Monat.

- Verdient ein Arbeitnehmer deutlich mehr als 4.350 Euro, müssen sein Arbeitgeber und er trotzdem nur den Maximalbeitrag für die GKV bezahlen: Arbeitgeberanteil: 317,55 Euro; Arbeitnehmeranteil: 317,55 Euro + Zusatzbeitrag

- Bürgerversicherung als Mogelpackung: Eine für alle gerechte Bürgerversicherung bedeutet zwangsläufig die Aufhebung der höhere Einkünfte beitragsfrei privilegierenden Beitragsbemessungsgrenze. Zusätzlich die Verbeitragung aller steuerlich relevanten "Sonstigen Einkünfte" bei weiter sinkender Lohnquote!

- Die eigentliche 2-Klassen-Medizin liegt im §12, 5. Sozialgesetzbuch (SGB V) begründet:"Die Leistungen müssen ausreichend, zweckmäßig und wirtschaftlich sein; sie dürfen das Maß des Notwendigen nicht überschreiten"(WANZ-Prinzip-wirtschaftlich, ausreichend, notwendig, zweckmäßig).

- Überproportionale Zuzahlungen, Selbstbeteiligungen, finanzielle Extra-Belastungen bei unseren einkommensschwächsten Patienten sind die Folge.

- Alle nicht rezeptpflichtigen Präparate bleiben unerreichbare Selbstzahler-Leistungen. Vergleichbar mit 2-Klassen-Medizin in Schweiz, Frankreich (35€ extra für jeden Hausbesuch), Benelux, Skandinavien, Österreich, Italien, Spanien, Portugal, Griechenland.

- Was die Vereinheitlichung der Arzthonorare angeht? Höchste Zeit, dass die leistungsfeindliche, undifferenziert-ungerechte Pauschalierung und Budgetierung der GKV-Praxis-Umsätze durch wesentlich realitätsgerechtere, betriebswirtschaftlich nachprüfbare und aktualisierte Einzelleistungsvergütungen der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄneu) ersetzt wird!

Mf + kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund zum Beitrag »
[22.01.2018, 16:41:12]
MBA Karl-Georg Vaith 
Der Privatpatient ist auch ein finanzieller Anreiz  
Da bin ich mal gespannt was die Verhandlungen zwischen der Schneekönigin und ihrem Sherpa aus Würselen ergeben werden.
Eigentlich gibt es nur ein Vorwärts und kein Zurück ! zum Beitrag »
[22.01.2018, 16:35:05]
MBA Karl-Georg Vaith 
Bravo, gerade der Diabetes Typ II ist damit besser in den Griff zu bekommen. 
Gerade bei Langzeitmedikation ist es einfach wirkungsvoller, die HbA1c Werte zu prüfen !
Es sind die Langzeitwerte, die zu weiteren therapeutischen Möglichkeiten
führen.
Auch bei Patienten die nicht wissen, dass ein Diabetes TypII vorhanden ist.
Ein Wert der heute gemessen wird (Nüchternwerte),kann sich am nächsten Morgen schon wieder anders darstellen.
Zudem kann anhand der Langzeitwerte besser entschieden werden, ob der Pat. mehr Bewegung braucht oder schon Antidiabetika eingesetzt werden sollten. zum Beitrag »
[22.01.2018, 16:32:46]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
Dieses FORTA-Konzept für ältere Typ-2-Diabetes mellitus Patienten ist gründlich missglückt! 
Hier wird der grundsätzlich positiv zu bewertende FORTA-(Fit-for-the-aged) Gedanke ad absurdum geführt:

1. "Bei den oralen Antidiabetika haben nur DPP4-Hemmer eine A-Bewertung erhalten"? Wo sind denn, bitteschön, Studien über die DPP4-Hemmer- Monotherapie bei unseren älteren Patientinnen und Patienten?

2. Wenn "GLP-1- und Insulin-Analoga sowie Metformin ein "B" bekommen haben, wo sind dann, bitteschön, die SGLT-2-Hemmer abgeblieben?

3. Wenn "Metformin in den Expertendiskussionen nur knapp am "A" vorbeigeschrammt sei", warum bestehen die "Experten" nicht auf der heute üblichen eGFR-Bestimmung?

4. Wenn behauptet wird, "es treten keine gastrointestinalen Nebenwirkungen auf, wie das unter Metformin vorkommt", warum erwähnen die Experten nicht das "low-dose; step-up" Prinzip bei Metformin und Metformin/DPP4-Kombinationen?

5. Richtig ist lediglich, dass unter Acarbose "der unter Umständen ausgeprägte Meteorismus" ohne effektiv nachgewiesenen Nutzen zu Beschwerden und weiterer Vereinsamung/Ausgrenzung führt.

6. Wer ernsthaft behaupten will: "Einen hohen Stellenwert in der Geriatrie hat dagegen Insulin, unter anderem weil es ein anabol wirkendes Hormon ist." Ist nicht auch ein Hauptproblem in der Geriatrie der durch Adipositas, Bewegungsmangel und metabolisches Syndrom induzierte Typ-2-Diabetes mellitus?

7. "Ungewollte Gewichtsabnahme bei schlecht eingestelltem Diabetes – da ist Insulin sehr effektiv" ist eine echte contradictio in adjecto. Ursache ist u.a. eine Hyperinsulinierung mit Hypoglykämien und alterstypischer Fehl-, Mangel- und Unterernährung.

8. Wenn es heißt: "Mancher Geriater fängt mit "symbolischen" 4 Einheiten eines langwirksamen Insulins an, um so allmählich den Weg in die Insulintherapie zu bereiten", ist das nicht schlicht und ergreifend eine medizinisch gar nicht indizierte Injektionstherapie, nur um den klinisch möglichen und sinnvollen Einsatz oraler Antidiabetika (OAD) zu umgehen?

M.E. sollten Geriater und Diabetologen da erst einmal in sich gehen und die diabetologische Substanz ihrer Empfehlungen noch einmal gründlich reflektieren!

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
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