Leserkommentare [18936]

[22.06.2018, 18:00:30]
Dr. Martin P. Wedig 
Die letzte grüne Wiese bekommt keinen Saft 
Die Budgetierung drosselt die Versorgung. Wenn Bezirke unterversorgt erscheinen, wenn es an Sprechzeiten mangele, so liegt das an der unzureichenden Bereitstellung von Ressourcen. Druck und Vorschrift lösen Widerstand aus. Ködern mit nicht hononierten Arbeitsaufträgen vertreibt die letzten Motivierten. Grundsätzliche Mechanismen der Marktwirtschaft werden durch aktuelle Beschlüsse zur medizinischen Regulierung konterkarriert.
Niederlassungsfreiheit stellt Versorgungsangebote bereit.
Landarztverpflichtung ist kein Mittel zur Personalgewinnung. zum Beitrag »
[22.06.2018, 11:24:29]
Dr.med. Henning Fischer 
die punktebringenden Fortbildungen sind überwiegend völlig ineffektiv 

nur vereinzelt gibt es auf Veranstaltungen interessante Infos, die meiste Zeit ist verplempert.

Effektiv ist die eigene Literaturrecherche in den teilweise hervorragenden Fachzeitschriften.

Sind Ärzte Schuljungen, deren Hausaufgaben man kontrollieren muß?

Aber die Ärztelämmer gehen ja gerne schweigend zum Schlachthof. Und die "Selbstverwaltung" rühmt dieses Verhalten.

Es ist eine Schande für die deutsche "Bildungselite".

Aber vielleicht sind die 4er-Abiturienten demnächst kritischer und kämpferischer.


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[22.06.2018, 08:20:26]
Dr. Ursula Günther 
Hochinformativer, interessanter Artikel! 
Über diese schöne, differenzierte und informative Zusammenstellung, die für jeden Arzt von Interesse sein dürfte, habe ich mich heute morgen sehr gefreut. Danke!! Ich hätte den Artikel gern ausgedruckt, um beim jeweiligen Fußball-WMSpiel draufschauen zu können, ohne gleich den PC anmachen zu müssen, aber das ging leider nicht. Aber wenigstens geht es so. Hochansprüchlichen, gedankenlosen Patienten kann man ruhig auch einmal einen Vergleich zumuten.
Ursula Günther (ärztl. Psychotherapeutin) zum Beitrag »
[22.06.2018, 08:19:09]
Dr. Carl Scherer 
Prä-OP-Labor für Hausärzte gar nicht abrechenbar 
Leider.
Alle Prä-OP-Leistungen sind in den HZV-Pauschalen schon drin, inclusive
Laborleistungen.Von EKG etc. ganz zu schweigen.
Prä-OP ist für HZV-Ärzte also ein absolutes Verlustgeschäft. zum Beitrag »
[21.06.2018, 19:13:53]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
Wir sind hier nicht bei LIDL, EDEKA, REWE oder NETTO! 
Die Tätigkeiten freiberuflich niedergelassener Vertrags-Ärztinnen und -Ärzte sind nun mal kein Gewerbe, wie z. B. der Lebensmittel-Einzelhandel mit festen Service-Öffnungs- und -Schließungszeiten.

Unsere ersten Patientinnen und Patienten erwarten nicht nur im haus-/primärärztlichen Bereich Rat und Hilfe bereits vor der offiziellen Praxisöffnung, wo sie sich schon am Eingang drängen. Und beim regulären Sprechstunden-Ende ist das Wartezimmer oft immer noch voll.

Eine 20-H-Sprechstunde bedeutet demnach mindestens 25 Zeit-Stunden, nicht nur bei saisonal gehäuften Influenza- und Atemwegserkrankungen: Das ist bei gestiegener Anspruchs- und Erwartungshaltung, dem demografischen Faktor und der Ausdünnung hausärztlicher Versorgung in Stadt und Land in der Basisversorgung bei allen Organ-, Psycho- und Systemkrankheiten die Regel.

Eine staatlich geforderte Verpflichtung, statt 20 nunmehr 25 Sprech-Stunden pro Woche für unsere GKV-Patientinnen und -Patienten vorzuhalten, geht zumindest für meine Berufsgruppe der Haus- und Familien-Mediziner einschl. der Kinderärzte und hausärztlichen Internisten an den vertragsärztlichen Realitäten meilenweit vorbei und demotiviert zugleich: Durch den beschriebenen Patientenüberhang vor/nach einer 25h-Sprechstunde wäre damit eine effektive wöchentliche Patienten-Belastung von mindestens 30 Zeit-Stunden verbunden.

Und unsere Medizinischen Fachangestellten (MFA) arbeiten bei 20 offenen Sprechstunden pro Woche mit über 25 Wochenstunden gewährtem Publikumsverkehr regelmäßig an ihrer Leistungsgrenze mit 40 Wochenstunden "back-up"-, Verwaltungs- und Organisations-Aufgaben auf.

Doch diese Problematik erschließt sich unseren Medizin-bildungsfernen "Gesundheits"-Politikern nicht, weil sie sich unsere Arbeit mit kranken Menschen gar nicht vorstellen wollen oder können.

Die oft aufgehetzte Kommunikation über ärztliche Arbeitszeiten in Politik, Medien, Öffentlichkeit und Sozialversicherungs-Bürokratie spricht Bände. Am heftigsten gegen GKV-Vertragsärztinnen und -Vertragsärzte polemisieren Funktionäre, weltfremde Banker, Berater und "Experten", die nicht ein einziges Mal hinter den Anmeldetresen geschaut, Mitarbeiter/-innen oder Familienangehörige befragt bzw. bei ihrem "Hausarzt" hospitiert haben.

Schon bei 20-25 Wochen-Stunden reiner Sprechstunden-Zeit kommen hinzu:

1. Fahrt-/Rüstzeiten, Logistik 5h
2. EDV-Einrichtung, Verwaltung, Datenpflege, Abrechnung 5h
3. Fort- und Weiterbildung, Fachliteratur, Recherchen 5h
4. Fahrtzeiten Haus-/Heim-/Palliativ-Besuche, Verweilen 5h
5. Meist Medizin-ferne Anfragen/Gutachten/Bescheinigung 5h

So kommt man bei einer reinen GKV-Sprechstunden-Zeit von 20-25 Stunden auf die empirisch bisher mehrfach belegte durchschnittliche Wochenarbeitszeit von 45-50 Stunden bei in der ambulanten Krankenversorgung tätigen Vertragsärzten.

Die Praxis eines freiberuflich niedergelassenen Haus-, Familien- oder Facharztes ist nun mal keine Einzelhandels-Filialkette mit festen Öffnungs- und Schließungszeiten. Im Gegenteil, unsere Patientinnen und Patienten erwarten eine medizinische rund-um-die Uhr Versorgung und füllen auch noch kurz vor Ablauf der offenen Praxis-Sprechstundenzeiten die Wartezimmer.

Und wem diese Argumentation nicht passt, dem kann man nur zurufen:
"Dann geh' doch zu NETTO!"

Mf + kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
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[21.06.2018, 18:15:37]
Dr.med. Henning Fischer 
"Den Kassen steht es frei, diese Leistungen endlich zu bezahlen", sagte Weigeldt der "Ärzte Zeitung". 

wenn das eine knallharte Forderung sein soll lachen sich die Kassen kaputt.
Das war wirklich nix Herr Weigeldt.

Von wegen Kassen bezahlen die Hausbesuch nicht ausreichend: die KVWL hat ein Hausbesuchsbudget, nach dessen Überschreitung nur noch etwas über 5 Euro pro Besuch gezahlt werden.

Wir haben u.a. 2 Feinde: die Kassen und die K(B)V
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[21.06.2018, 16:03:38]
Anne C. Leber 
Leserzuschrift von Dr. Lübbe 
Meine 3 ältesten Kinder habe alle ihr Abitur an unterschiedlichen Schulen gemacht. Die älteste Tochter an einer privaten Internatsschule, die mittlere an unserem Städischen Gymnasium und unser ältester Sohn aktuell am Berufskolleg. Alle 3 hätten somit die Qualifikation, sich für einen Studienplatz für Medizin zu bewerben und bei reiner Berücksichtigung der Abiturnote gleiche Chancen. Diese Vorgehensweise wäre allerdings absurd und ist und bleibt absolut ungerecht, da sich die jeweiligen Schulformen überhaupt nicht von der Qualität her vergleichen lassen. Der Qualitätsunterschied zwischen der Privatschule bis zum Berufskollegsabitur ist sogar so groß, dass ein schwer erarbeitetes 4er Abi an der Privatschule, einem 1,5er Abi am Berufskolleg gleichkäme. Wer bei so gravierenden Unterschieden der Wissensvermittlung und der Qualität der Abinote ernsthaft behauptet (wie Herr Ulrich Steinbach), die Abiturnote sei ein signifikanter Marker für das erfolreiche Absolvieren eines Medizinstudiums, hat, wie so oft in der theoretisierten Welt der Politik und insbesondere der Schulpolitik, überhaupt keinen Bezug zur Wirklichkeit der Schulbildungssituation. Da ist mir tatsächlich ein Aspirant mit Wartezeit, der sich in der Zwischenzeit im Gesundheitswesen einen Überblick über das, was ihn später erwartet eingeholt hat und ein gewisses Grundwissen in der Medizin oder Zahnmedizin angeeignet hat, deutlich lieber, als ein fragwürdiger Einserkandidat ohne Sozialkompetenz und ohne Bezug zur Arbeitswelt und der sich darin abbildenden Patienten... Im Übrigen, meine älteste Tochter studiert Medizin u.a. in England und verdankt dieses der absoluten Topausbildung an der Privatschule ohne ständigen Unterrichtsausfall etc.

Dr. Lübbe, Wesel
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[21.06.2018, 11:42:04]
Dr. Hans-Werner Bertelsen 
Verantwortungslosigkeit par excellance 
Verehrter Herr Kollege Huber,
was daran falsch sei wollen Sie wissen? Nun denn. Sie leiten die Patientinnen und Patienten in die Scharlatanerie. Das hat fatale Folgen und kann tödlich enden. Ich habe es selbst erlebt, wie eine 40-jährige Frau, alleinerziehende Mutter von zwei Kindern, Opfer dieser Gläubigkeit wurde. Es fängt immer mit Zuckerkugeln an. Stets wird dann "ein Gang weiter hoch geschaltet". Das tragische Ende des Liedes war: Injektion von Frischzellen, um eine "Immunantwort" zu provuzieren. Bei einer Asthmatikerin wohlgemerkt. Aber lesen Sie selber nach: http://scienceblogs.de/kritisch-gedacht/2012/02/08/insider-bericht/

Dieser Irrsinn muss endlich gestoppt werden.

Wenn Prof. Klein und Dr. Kruse meinen, Patienten mit Hilfe von Gefälligkeitstherapien gewinnen zu können, so stellt sich für mich die Frage, welche ethische Kompass in München zur Anwendung kommt. Es muss ein vorsintflutliches Modell sein.  zum Beitrag »
[21.06.2018, 10:58:22]
Dr. Klaus W. Felgner 
noch mehr Arbeit 
Wo bleibt dann bei >50h-Wochenarbeitszeit die Zeit,um die obligatorischen Pflichtfortbildungen zu erbringen?? Die werden nämlich abends und sehr oft an Samstagen erbracht.
Warum berücksichtigt das keine Politik und Krankenkasse??

Unter diesen Kautelen wird das Land keine freudigen Ärzte generieren! zum Beitrag »
[21.06.2018, 10:13:45]
Dr. Ellis E. Huber 
Verantwortung 
Was ist denn falsch an einem "verantwortungsvollen Umgang mit der Homöopathie und anderen komplementärmedizinischen Therapien?" Wenn wir einen verantwortungsvollen Umgang mit den vom Münsteraner Kreis propagierten Verfahren der Medizin hätten, wären manche Patienten besser dran und manche Probleme weniger hätten wir auch. Wissenschaft, die nicht mehr neugierig forscht und Erklärungen für die Verhältnisse sucht, verkrustet zur dogmatischen Glaubensgemeinschaft. Der Münsteraner Kreis hat mit der heiligen Inquisition mehr gemeinsam als mit einer offenen Wissenschaftlichkeit.  zum Beitrag »
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