Leserkommentare [19701]

[14.12.2018, 14:11:32]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
"Verliere immer den ganzen Verstand, ein halber verwirrt nur"? 
Der Ethikrat ist bei der Widerspruchsregelung nicht gespalten, sondern es liegt m. E. ein chaotisch willkürliches Denken vor. Es sind vor allem nicht sach- und fachkundige bzw. Medizin-fremde Positionen, welche den notwendigen, öffentlichen Diskurs behindern.

Ursachen mangelnder Organspende-Bereitschaft sind in Deutschland die nach wie fehlenden gesellschaftspolitischen Debatten über bio-psycho-soziale Auswirkungen der Transplantationsmedizin. Bei möglichst lebensfrisch explantierten, transplantablen Spenderorganen mit guten Erfolgsaussichten bei den Organempfängern kann es keine "postmortale", sondern nur eine perimortale Organspende geben.

Fachärzte-Teams, die den Hirntod feststellen, bzw. Ex-, Trans- und Implanteure bewegen sich auf einem denkbar schmalen Grat zwischen Leben und Tod in der denkbar kurzen Zeit zwischen Hirntodfeststellung, Entscheidungsfindung und Transplantations-Geschehen.

"Mehr Organspende-Bereitschaft wagen"
geht nur mit Beharrlichkeit, Überzeugungskraft, Selbst-Reflexion, Nachhaltigkeit, Mut und Offenheit. Transplantationsmedizin bedeutet keine "Wiedergeburt" (Transplantationsmediziner Prof. E. Nagel), sondern einseitige Lebensverlängerung. Es gibt keine "moralisch-ethische Pflicht zur Organspende", sondern nur eine freiwillige Entscheidung dafür oder dagegen.

Insofern ist die einseitig in die Debatte geworfene "Widerspruchslösung" von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel, nach der Jede(r) von Geburt an potenzieller Organspender sein und bleiben solle, wenn er nicht ausdrücklich widerspräche, undemokratischen Fundamentalismus und vernebelt den Blick. Sie wird in Spanien gar nicht in dieser Form verwirklicht, wie eine Gruppe von Parlamentariern jüngst feststellen musste: https://www.aerztezeitung.de/politik_gesellschaft/organspende/article/975345/organspende-spanien-widerspruchsloesung-erfolgreich.html

Zuerst das Positive im Deutschen Ethikrat
Professor Claudia Wiesemann, Direktorin der Abteilung Ethik und Medizin der Universität Göttingen sieht zu Recht kein Spendenproblem, sondern ein Melde- und Organisationsproblem. Organisationsethische Konflikte seien ursächlich für den Rückgang der Spenderzahlen. Die perimortale Organspende Hirntoter mit einem lebendig anmutenden Leib sei die größte Herausforderung für Ärzte, Fachpflegekräfte, Angehörige und Betroffene. Es geht um flankierende Achtsamkeit, Aufmerksamkeit und ethische Zielkonflikte insbesondere bei denen, die im Schatten von strahlen-erfolgreichen Transplanteuren das Maschinen-gestützte Leben von Organspendern nach Organentnahme beenden müssen.

Dem Kölner Staatsrechtler Professor Wolfram Höfling, seit 2012 im Deutschen Ethikrat, ist uneingeschränkt zuzustimmen. Jede Entscheidung zur Organspende ist eine existenzielle Entscheidung über das eigene Sterben. „Ein Widerspruchsmodell lässt sich als verfassungskonforme Lösung des Organmangels nur denken auf der Grundlage der Hirntodkonzeption. Diese ist aber nicht tragfähig“, sagte Höfling. Die Einführung eines Widerspruchsmodells bedeute eine verfassungswidrige Beeinträchtigung des Rechts auf körperliche Unversehrtheit zum Beispiel in den Fällen, in denen vor der Hirntoddiagnose organprotektive Maßnahmen vorgenommen würden. Die offene Debatte darüber, ob es moralisch legitime Gründe für oder gegen eine Organspende gebe, könne nicht durch moralpädagogische Beeinflussung ersetzt werden.

Kritikwürdige Positionen
Die von Reinhard Merkel, Professor für Strafrecht und Rechtsphilosophie in Hamburg, scheinheilig geforderte „Pflicht zur gesellschaftlichen Minimalsolidarität“ ist in Wahrheit eine utilitaristische „Maximalsolidarität“: Schlagwortartig vom „Akt postmortaler Solidarität“ zu sprechen, verkennt und bagatellisiert den Ernst jeglicher transplantationsmedizinischer Bemühungen. Keineswegs ist es den Menschen zumutbar, sich zur Organspende zu verhalten, sich darüber Gedanken zu machen und zu einer Entscheidung zu kommen, wenn noch nicht mal Experten zwischen post- und peri-mortaler Organspende unterscheiden können oder wollen. „Eine solche Pflicht zur Klärung und Kundgabe ist auch als rechtliche Pflicht ohne weiteres begründbar“, behauptet Merkel. Und steigert dies noch: „Sie sei sogar rechtsethisch geboten“: Ganz so, als hätte er noch nie etwas von höchstrichterlich gebotener „Informationeller Selbstbestimmung“ gehört?

Die Begründung von Professor Wolfram Henn, Facharzt für Humangenetik, sich hinter das Widerspruchsmodell stellen, ist in meinen Augen Realsatire. Der verwaltungs- und erbrechtliche Vergleich, wie mit dem Nachlass eines Menschen umgegangen werde, wenn jemand kein Testament abgefasst habe, tritt nach allgemeine Regeln der Vernunft erst weit jenseits von transplantationsmedizinischen Erwägungen in Kraft. Das kann schon deshalb niemals für die Organspende gelten. Sowohl nach der Widerspruchsregelung als auch nach dem derzeit geltenden Zustimmungsmodell steht jedem Menschen zu Lebzeiten eben n i c h t das uneingeschränkt Recht zu über seinen Tod fortwirkend, über die Verwendung seiner Organe zu bestimmen, sondern nur b i s zu seinem Hirntod.

In den Diskurs gehört auch das immer wieder selbst von einigen Ärztinnen und Ärzten öffentlich vorgetragene Argument, eine Selektion von zur Organspende bereiten und nicht bereiten Personen einzuleiten: In dem Sinne, dass "wer sich nicht selbst zur Organspende bereit erklärt, auch keine fremden Organe bekommen solle". Dies verkennt, dass viele unserer Patientinnen und Patienten auf Grund von wesentlichen, bedrohlich lebensverkürzenden Erkrankungen selbst niemals als potenzielle Organspender, sondern nur als Organempfänger in Frage kämen.

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
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[14.12.2018, 12:54:29]
Gerhard Moll 
Verunsichert 
Mich haben die Unregelmäßigkeiten bei Organspenden bzw. -zuteilungen in der Vergangenheit total verunsichert. Wenn z.B. der Scheich X mit X Millionen winkt und mein Organ zu ihm passt, halte ich es auch zukünftig für möglich, dass dann nicht ich als Patient im Mittelpunkt des Interesse der Ärzte stehe, sondern dann 1.) ich eher aufgegeben werde und 2.) der meistbietende zum Zuge kommt. Hätte es die Skandale der Vergangenheit nicht gegeben, würde ich heute so nicht denken. Das Problem "Organmangel" wurde m.E. ganz klar durch die Ärzteschaft verursacht und nicht durch die potentiellen Organspender. Ich kann mit keiner Form der Organspende (Zustimmung oder Widerspruch)klar kommen.  zum Beitrag »
[14.12.2018, 12:45:08]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
Telemedizinische Videosprechstunden – „Gesundheitspolitik, Lügen und Videos“? 
Der Bericht des Bewertungsausschusses zur ambulanten telemedizinischen Leistungserbringung an die Bundesregierung belegt, dass telekonsiliarische Befundbeurteilungen von Röntgenaufnahmen und telemedizinische Videosprechstunden im Zeitraum zwischen dem 1. April und dem 31. Dezember 2017 „noch nicht in nennenswertem Umfang erbracht“ wurden.

Beispielsweise wurde die Beauftragung der telekonsiliarischen Befundbeurteilungen von Röntgenaufnahmen im dritten Quartal des vergangenen Jahres bundesweit 137-mal, im vierten Quartal 142-mal abgerechnet. 30 Patienten wurden bundesweit im Rahmen einer telemedizinischen Videosprechstunde im dritten Quartal 2017, 68 im vierten Quartal 2017 betreut.

Der Bewertungsausschuss schränkt aber zugleich ein, dass die technischen Voraussetzungen für eine telemedizinische Leistungserbringung ab 1. April 2017 nur in geringem Umfang gegeben gewesen seien. So seien beispielsweise erst im dritten Quartal des vergangenen Jahres die ersten der derzeit neun Anbieter für Videosprechstunden-Software zertifiziert gewesen. Für das laufende Jahr macht der Bericht keine Angaben.

Telekonsiliarische Befundbeurteilung von Röntgen- und CT-Aufnahmen werden seit dem 1. April 2017 im Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) vergütet. Ebenfalls aufgenommen in den EBM wurde die Videosprechstunde zur Verlaufskontrolle von Erkrankungen, sofern eine Erstbegutachtung durch dieselbe Arztpraxis mit persönlichem Arzt-Patienten-Kontakt vorausgegangen ist.

Der Bericht
http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/19/060/1906020.pdf
ist mehr als dürftig:

- 2. bis 2.6 berücksichtigen nur fachkardiologische: "Telemedizinische Kontrolle von ICD- und CRT-Geräten"

- 3. bis 3.3 beziehen sich ausschließlich Radiologie: "Telekonsiliarische Befundbeurteilung von Röntgenaufnahmen"

- Erst 4. bis 4.4 beschäftigt sich mit der eigentlichen "Telemedizinische(n) Videosprechstunde"

Im 2. Quartal lagen fast allerorts die technischen Voraussetzungen für die telemedizinische Videosprechstunde noch gar nicht vor. Die Zertifizierungen sind für die Anbieter z.T. bis heute noch nicht abgeschlossen.

"GOP 01439 Betreuung eines Patienten im Rahmen einer Videosprechstunde gemäß Anlage 31b zum Bundesmantelvertrag-Ärzte (BMV-Ä) (88 Punkte)
GOP 01450 Zuschlag im Zusammenhang mit den Versichertenpauschalen nach den Gebührenordnungspositionen 03000 und 04000, zu den Grundpauschalen ..., zu den Konsiliarpauschalen des Kapitels 25 und zu den Gebührenordnungspositionen
01439 und 30700 für die Betreuung eines Patienten im Rahmen einer Videosprechstunde (40 Punkte)"
belegt, dass eine Regelvergütung von gerade mal 4,00 Euro für die telemedizinische Videosprechstunde geradezu erbärmlich unattraktiv ist.

Dank der bisher immer schon miserablen Gebührenordnungs-Politik der KBV sind meine haus- und fachärztlich tätigen Kolleginnen und Kollegen Vertragsärzte und ich aktuell, am Ende des 4. Quartals 2018, nicht mal in der Lage, telemedizinische T e l e f o n s p r e c h s t u n d e n mit Beratung, Differenzialdiagnosen und Therapievorschlägen abzurechnen, weil Regelleistungsvolumina (RLV) ausgereizt und alle Leistungen pauschal budgetiert sind.

Wie wollen da Bürokratie, Politik und Verwaltung erwarten, dass überhaupt irgendwelche telemedizinischen Videosprechstunden abgehalten werden, wenn noch nicht mal eine kostendeckende, geschweige denn eine Praxisumsatz steigernde Honorierung in Aussicht gestellt wird?

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund

Weitere Quelle
https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/99632/Telemedizin-und-Videosprechstunden-kaum-genutzt
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[14.12.2018, 11:21:57]
Dr. Herbert Rendl 
Bakterien an Brillen 
Noch eine Untersuchung/Studie, die wir nicht gebraucht hätten. Zeit und Geld für die medizinische/ pflegerische Versorgung dieser Patientenwäre sicher besser angelegt gewesen. zum Beitrag »
[14.12.2018, 10:46:29]
Dr. Detlef Bunk 
Hoffnung 
Man kann nur hoffen, dass die SPD durchhält, den Dilettantismus eines gestuften Zugangs in der Psychotherapie nicht zu unterstützen.
Dr. Detlef Bunk,
psychol. Psychotherapeut, Essen zum Beitrag »
[14.12.2018, 10:28:26]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
Psychotherapie - Terra incognita für den Bundesminister für "Gesundheit"? 
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) belegt mit seinen Plänen zur Neuregelung bei psychotherapeutischen Behandlungen, dass er und seine Medizin-bildungsfernen Einflüsterer keine Ahnung vom bisherigen Procedere zwischen Haus- und Familienärztinnen/ärzten bzw. psychologischen Psychotherapeuten/-innen haben. Im primärmedizinischen Bereich gibt es ein abgestuftes, bewährtes Gutachten-Verfahren doch schon längst!

Überweisung an einen Vertragsarzt zur Abklärung somatischer Ursachen vor Aufnahme einer Psychotherapie (Muster 7) und der Konsiliarbericht vor Aufnahme einer Psychotherapie (Muster 22). http://www.kbv.de/html/27068.php

Als Haus- und Familien-Mediziner fülle ich Muster 22 fast täglich aus. Die Überweisung nach Muster 7 kommt selten vor, weil meine Patientinnen und Patienten vor Aufnahme einer Psychotherapie grundsätzlich körperlich komplett von mir und von den somatisch tätigen Fachkollegen untersucht und differenzialdiagnostisch abgeklärt wurden.

Mf + kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
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[14.12.2018, 10:26:43]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
§219a - ein fauler Kompromiss ist auch ein schlechter Kompromiss! 
In den letzten Jahren haben selbsternannte "Lebensschützer" systematisch und missbräuchlich Strafanzeigen gegen mehrere hundert Ärztinnen und Ärzte wegen angeblicher "Werbung" für Schwangerschaftsabbrüche gestellt: Ein Student sowie der Betreiber der Internetseite "babycaust.de", Klaus-Günter Annen. Beide können nicht mal im Traum daran denken, selbst schwanger zu werden und in einer Schwangerschaftskonflikt-Situation gebären zu müssen.

Liest man den Paragrafen 219a im Original, ist bereits im Titel von "Werbung" die Rede:
"§ 219a Werbung für den Abbruch der Schwangerschaft

Da muss man ernsthaft fragen, ob derzeit beim § 219a die deutsche Rechtsprechung und Jurisprudenz sich nicht von selbsternannten "Lebensschützern" vorführen lässt?

Paragraf 219a Strafgesetzbuch (StGB) beinhaltet schon im Titel ein W e r b e v e r b o t und k e i n e Informationssperre. Ärztliche und beratende Hinweise für Ratsuchende auf Durchführung von Schwangerschaftsabbrüchen sind demnach keine Spielwiese für Staatsanwaltschaften mit Profilneurosen bzw. Richterinnen und Richter, die bestehende Gesetzte zwar lesen, aber nicht verstehen wollen oder können.

Juristische Exegese, Semiotik und Sprachkultur sind eindeutig: Nur unter intellektueller Missachtung der unterschiedlichen Begrifflichkeiten von „Information“ und „Werbung“ könnte man Ärztinnen und Ärzten vorwerfen, gegen §219a StGB zu verstoßen, welcher expressis verbis nur Werbung für einen Schwangerschaftsabbruch verbietet.

Das Thema „Vermögensvorteil“ in §219a führt sich für Ärzte ad absurdum:
EBM-Ziffer „01900 Beratung wegen geplanter Abruptio – Beschreibung
Beratung über die Erhaltung einer Schwangerschaft und über die ärztlich bedeutsamen Gesichtspunkte bei einem Schwangerschaftsabbruch
Obligater Leistungsinhalt
Leistungen gemäß den Richtlinien zur Empfängnisregelung und zum Schwangerschaftsabbruch des Gemeinsamen Bundes­aus­schusses,
Fakultativer Leistungsinhalt
Schriftliche Feststellung der Indikation für den Schwangerschaftsabbruch,
Klinische Untersuchung,
Immunologische Schwangerschaftstests,
Abrechnungsbestimmung
einmal im Behandlungsfall …
Gesamt (Punkte) 81 - Gesamt (Euro) 8,63“ als Praxis-Umsatz!
Quelle: Kassenärztliche Bundesvereinigung Berlin, Stand 2018/3, erstellt am 04.07.2018
http://www.kbv.de/tools/ebm/html/01900_2903699096148569414976.html

Die Durchführung eines Schwangerschaftsabbruchs wird im Rahmen bestehender Honorarvorschriften nach EBM oder GOÄ rechtlich einwandfrei als Praxisumsatz abgerechnet und bedeutet keinen rechtlich zu beanstandenden "Vermögensvorteil", sondern den berechtigten Umsatz-Honoraranspruch für einen legalen Eingriff. Insofern wird durch die jüngste Entscheidung des Landgerichts Gießen auch das Legalitätsprinzip verletzt. Dies führte auch zum Revisionsantrag beim OLG Frankfurt.

Im Übrigen: "Der katholische Abtreibungsgegner Klaus Günter Annen darf Ärzte, die Schwangerschaftsabbrüche vornehmen, nicht als "Mörder" bezeichnen. Entsprechende Unterlassungsverfügungen deutscher Gerichte sind rechtmäßig und verletzen Annen nicht in seinem Recht auf freie Meinungsäußerung, urteilte der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) am Donnerstag in Straßburg.
Annen gehört zu den profiliertesten Abtreibungsgegnern in Deutschland. Er betreibt eine Homepage, auf der er Schwangerschaftsabbrüche mit dem Holocaust vergleicht. Zuletzt hatte er mehrere Hundert Ärztinnen und Ärzte wegen "Werbung" für den Schwangerschaftsabbruch angezeigt."
https://www.aerztezeitung.de/praxis_wirtschaft/recht/article/972008/egmr-urteil-abtreibungsgegner-darf-aerzte-nicht-moerder-nennen.html

Es bleibt verwunderlich, warum die GROKO sich in dieser relativ einfachen Frage eines im digitalen Informations-Zeitalter völlig antiquierten §219a StGB nicht auf ein gemeinsames Vorgehen einigen will und kann.

Brechen da etwa wieder alte Ideologien wie: "Frauen zurück an Heim und Herd", KKK="Kinder, Küche, Kirche" auf?

Oder geht es gar ums Einknicken vor fanatisch-fundamentalistischen Lebensschützer-Positionen und eine Revision von Frauenrecht und reproduktiver Selbstbestimmung?

Mf + kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
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[14.12.2018, 10:16:39]
Dr. Caroline Hoppe 
Sprechstundenausweitung 
Wir landen irgendwann bei einer Reglementierung in der festgelegt wird wie viele Pinkelpausen der Arzt am Tag machen darf. Wie lange darf die Behandlung bei xyz dauern. Therapiefreiheit sieht anders aus. Patientenzentriert geht anders. Wann kommen endlich Instrumente zur Steuerung der Patienten. 5 Termine pro Woche, die nicht eingehalten werden! Reaktion der Politik: Mehr Druck auf die Ärzte! Folge: Gut organisierte Praxen von alten Hasen werden an Kapitalgesellschaften vorzeitig verkauft oder vorzeitig geschlossen! An das Mantra der Politik die freiberufliche Praxis zu unterstützen glaube ich nicht mehr. Der Weg führt geradewegs in die Staatsmedizin!  zum Beitrag »
[14.12.2018, 08:46:53]
Peter Gorenflos 
Jameda macht sich vom Bock zum Gärtner 
Jameda geht gegen Ärzte vor, die Bewertungen gekauft haben. Aber das Geschäftsmodell des Portals ist meines Erachtens nach selbst rechtswidrig. Die Kombination von Bewertung, Werbung und vollständiger Arztlistung ist nicht vereinbar mit dem Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb (UWG). Das hat auch Wolfgang Büscher, ehemals Bundesgerichtshof und Kommentator des Lauterkeitsrechts,klar und deutlich formuliert. Die oben genannte Kombination führt zwangsläufig zu einer Verzerrung des Wettbewerbs zugunsten zahlender Kunden, denn ein solches Portal ist nicht nur de jure parteilich, sondern, wie die ZEIT am 28.1.2018 gezeigt hat, auch de facto. Die Kammern müssen auf der Grundlage des UWG gegen Jameda vorgehen. Sie können sich auch auf die DSGVO berufen, die es verbietet Ärzte ohne deren dezidierte Einwilligung im Portal aufzuführen, wenn es parteilich ist. Eine solche Parteilichkeit liegt vor, wenn das Portal selbst am Wettbewerb teilnimmt. Das tut Jameda: es optimiert die Präsentation zahlender Portalteilnehmer gegen Entgelt. Statt Bewertungen zu kaufen, um sich gegen Wettbewerbsverzerrung zu wehren, müssen die Kammern unter Druck gesetzt werden, um Jamedas Wettbewerbsverzerrung juristisch zu bekämpfen. zum Beitrag »
[14.12.2018, 08:32:10]
Klaus-Dieter Thill 
Schnellere Termine durch Erhöhung der Sprechstunden 
Es ist bereits jetzt absehbar, dass dieser Ansatz das Problem nicht löst, denn die Schnelligkeit von Terminvergaben und die Länge von Wartezeiten hängen vor allem davon ab, wie viele Patienten pro Zeiteinheit behandelt werden können und das ist eine Frage der Management-Qualität. Praxisanalysen zeigen, dass Haus- und Fachärzte im Durchschnitt gut 40% der Regelungen und Instrumente, die einen reibungslos funktionierenden Praxisbetrieb gewährleisten, gar nicht einsetzen. Wird das Management nicht substantiell verbessert, bewirkt eine Erhöhung des Sprechstunden-Angebotes fast gar nichts. zum Beitrag »
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