Leserkommentare [19558]

[16.11.2018, 09:45:50]
Dr. Jürgen Friedrich 
Depression 
Krass biologistische Ätiologie-Erklärung! Auch: Ton/Text zur Behandlung wohl nicht leitliniengerecht. zum Beitrag »
[16.11.2018, 08:20:18]
Gerhard Leinz 
MVZ sind eine Fehlentwicklung 
MVZ sollten die Versorgung verbessern? Ist das evaluiert worden?? Jedenfalls steht fest: MVZ verbessern finden sich allenfalls als kommunale MVZ in den Gebieten wo die Versorgungslage kritisch ist. MVZ befinden sich bevorzugt in Städten wo gerne unterdurchschnittliche Praxen aufgekauft um dann mehr Leistungen abrechnen zu können. MVZ finden um Operationen und Krankenhausaufnahmen zu organisieren. Gold Standard für die flächendeckende Versorgung ist und bleibt die Ärztliche Einzelpraxis, gerne auch durch Ärztenetze und Ärztegenossenschaften. Das Anbeten von Umsatzrenditen hat im Gesundheitswesen nichts zu suchen. Umsatzrenditen sollten im Gesundheitswesen gekappt werden: Renditen über 5 % sollten an das Personal ausgeschüttet werden. zum Beitrag »
[15.11.2018, 21:43:36]
Gabriela Aures 
Und mit ... 
...Dr. Ed kann der Patient/die Patientin auch noch die viel umfassenderen Sprechstunden der englsichen Praxen nutzen udn ist nicht mehr auf die Warteschleifen in den inländischen Praxen angewiesen.

Wie es mit Datenschutz aussieht ist ja auch zweitrangig - Hauptsache voll digital.

Na Hauptsache der Kommentator konnte (s)einen Seitenhieb auf die Apotheker platzieren, „Weiterdenken“ wird dann völlig überschätzt.



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[15.11.2018, 20:52:30]
Dr. Andreas Schnitzler 
Alternative Fakten! 
Wie definiert man eigentlich den Begriff "alternative Fakten"?

"(...) factors that are neither necessary nor sufficient have been interpreted as causal."

"(...) smoking as a cause of TB disease."

"(...) among children (...) a ninefold increased risk for TB disease with close passive exposure to smoke and no known direct contact with a person with TB."

(Surgeon General 2014, The Health Consequences of Smoking; Seiten 382 bzw. 384)


Sinngemäß also: GESUNDE Raucher infizieren NEUN von ZEHN Kindern mit Tuberkulose (TB).


In der Tat: das IST eine "Alternative" zu "biologisch unmöglich".


Darf man das ETWA NICHT als "wissentliche Vortäuschung falscher Tatsachen" bezeichnen (vgl. 8. Gebot; §164 StGB)?

Dagegen exemplarisch (Jöckel KH (2001) Schlusswort. DÄB Deutsches Ärzteblatt 13:A847-8):
(...) dass ich keinesfalls das Passivrauchen als genügende und/oder notwendige Bedingung für die Manifestation des Lungenkrebses darstellen wollte.

Absolut unhaltbar ist [die Gleichsetzung] signifikante[r] Korrelationen mit kausalen [...]. Es gehört zu den Präliminarien jedes epidemiologischen Standardlehrbuches, auf diese Problematik hinzuweisen.

Die Aussagen des Surgeon General widersprechen also WORTWÖRTLICH den Darstellungen von Jöckel.


Die deutsche Tabakkontrolle ist mMn übrigens auch nicht viel besser (oder schreibt einfach nur den Unfug der Amis ab): man verkündet "triumphierend" einen Rückgang des Rauchens (u.a. MPL 2016). Die STERBLICHKEIT nimmt aber zeitgleich angeblich ZU (Tabakatlas 2015). Ist das jetzt übrigens auch "kausal"?

Begründung: mehr Todesfälle durch Rauchen (unter anderem) an Tuberkulose. Aaah ja.


Gegenthese

WENN aber "Rauchen entschleunigt" (Haustein KN (2001) Tabakabhängigkeit. Deutscher Ärzte-Verlag Köln):

"Aus Tierversuchen könnte abgeleitet werden, dass Nikotin Gedächtnisleistungen fördert und das aggressive Verhalten vermindert [46]. Auch Raucher bestätigen, dass es durch die ersten am Tage gerauchten Zigaretten zu einer allgemeinen Relaxation, insbesondere in Stresssituationen, kommt [76]."

Wie läßt sich dann insbesondere epidemiologisch die – einmal rein hypothetisch in den Raum gestellte – These widerlegen, dass die erhebliche Zunahme von "burn-out" seit ca. 2008 ("Rauchverbote") mit der parallelen Zunahme von Nicht-Rauchen korreliert (zB durch Wegfall der "Zigarettenpause")?


Vorsorglich: der Kommentator verneint JEGLICHE Interessenkonflikte.
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[15.11.2018, 20:34:21]
Dr. Andreas Schnitzler 
Epidemiologische Hysterie? (!) 
Unbeschadet aller guten Absichten.

1.
Laut Presseberichten (Die Welt vom 10.11.2018) wurden die Messwerte bspw. in Oldenburg überschritten, obwohl die Strasse wegen Bauarbeiten zeitweise komplett gesperrt war.

2.
2018 sagte Barbara Hoffmann, Leiterin der Umweltepidemiologie an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf: "Bereits kurzzeitig erhöhte Feinstaubwerte können durch die systemische Entzündungsreaktion und vermehrte Koagulationsbereitschaft Herzinfarkte, Schlaganfälle und eine erhöhte Sterblichkeit auslösen. Diese kurzfristigen Effekte (...)."
(https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/95326/Pro-und-Contra-Schuetzen-die-EU-Grenzwerte-fuer-Stickoxide-und-Feinstaub-vor-Krankheit-und-Tod)

Man erinnert sich:
2005 behauptete die "Tabakkontrolle" (Seite 25) zum "Passivrauch": "Insbesondere schnell eintretende Veränderungen wie die Bildung von Thromben, endotheliale Dysfunktion und Entzu¨ndungsprozesse, die zu akuten kardiovaskulären Ereignisssen fu¨hren können, sind dabei von zentraler Bedeutung." (Pötschke-Langer M (2005) Passivrauchen – ein unterschätztes Gesundheitsrisiko. Privatverlag, Heidelberg)

2016 lautete dagegen die Antwort auf die Frage, wie denn ein "Erfolg des Nichtraucherschutzes" zu belegen sei: "Es besteht eine erhebliche Latenzzeit von Jahrzehnten fu¨r die berechneten Todesfälle an (...) und Schlaganfall." (Pötschke-Langer M (2016) Der Nichtraucherschutz wirkt. Radiologe 56:442–444)

Muss man jetzt wirklich "hellsehen" können, um sich vorzustellen, wie denn in einigen Jahren die Antwort auf die Frage lauten dürfte, wieviele "Feinstaubopfer" es dann WENIGER gibt?


Mit Verlaub: HIRNGESPINSTE.



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[15.11.2018, 18:38:10]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
Nur recht und billig! 
Haben Politikerinnen und Politiker eigentlich keine Hausärzte?

Seit 1992 biete ich in meiner hausärztlichen Innenstadtpraxis in Dortmund eine Terminsprechstunde von Montag 7.30-14.30, Dienstag 7.30-14.30, Mittwoch 7.30-11.00/ab 11.00 Hausbesuche bis etwa 14.30, Donnerstag 11.00-20.00 und Freitag 7.30-14.00 Uhr an.

Etwa 50 Prozent dieser 32 Wochenstunden werden Dank des geschickten Zeitmanagements meiner MFA für Patientinnen und Patienten o h n e Termin (oT) offengehalten und belegt. Dafür gab es in der nunmehr 26jährigen Geschichte meiner vertragsärztlichen Tätigkeit als Haus- und Familienarzt nie auch den Ansatz einer extrabudgetären Vergütung, ideellen oder materiellen Unterstützung.

Im Gegenteil:
Leistungs- und Vergütungskürzungen, Regressierung und Pauschalierung wie z.B.

- Vorsorgeuntersuchungen Check-up 35 ohne EKG (fakultativ), Kreatinin
- Pauschalierung komplexer Leistungen durch Regelleistungsvolumina (RLV)
- Abwälzung demografischer und morbiditätsbezogener Risiken auf den Arzt
- Streichung spezieller Schmerztherapie als Neuraltherapie/TENS
- Ausschluss "kleiner Chirurgie" bei sekundär infizierten Wunden anderswo
- ersatzlose Streichung des Ruhe-EKG
- morbiditätsunabhängige Labor-, Medikamenten- und Leistungsbudgets
- Leistungsregresse bei Verordnungen und auffälligen Zeitprofilen
- Pauschalierung und Beschneidu8ng von Vertragsarzt-Vertretungen
- Haftungsübernahme des fachärztlich festgestellten Verordnungsnot usw usf.

Gesundheitspolitik, Kassenärztliche Bundesvereinigung und regionale KVen müssen endlich aufhören, Haus- und Familienärzte bzw. Fachärzte im ambulanten vertragsärztlichen Bereich auseinanderdividieren und kaputt sparen zu wollen, während ein immer größer werdender GKV-Ausgabenanteil im Klinikbereich versenkt wird.

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
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[15.11.2018, 16:50:39]
Björn Bendig M.A. 
Fördert Kritik die Popularität? 
Neben der im Artikel aufgezeigten repräsentativen Befragungen von Kantar TNS 2018 gibt es noch weitere Indikatoren, die zeigen, dass die Popularität der Homöopathie trotz Bemühungen der Kritiker zu steigen scheint.
Das Handelsblatt meldet mit Blick auf Krankenkassen, Zitat: „Auf der DFSI-Liste der nachfragestärksten Leistungen rangiert die Homöopathie jedoch auf Rang fünf – nach Platz sechs im Vorjahr. Viele Kassen zeigen sich hier spendabel: Nur fünf der vom DFSI untersuchten Versicherungen geben keine Zuschüsse.“

https://www.handelsblatt.com/finanzen/vorsorge/versicherung/der-grosse-krankenkassen-test-welche-krankenkasse-den-groessten-mehrwert-bietet/22976906.html?ticket=ST-1678375-2JPKxpAfLMfdVVwV46QR-ap2

Und die Deutsche Apotheker Zeitung meldet, dass Absatz und Umsatz von Homöopathika im ersten Halbjaht 2018 gestiegen sind. Quelle IQVIA:

https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2018/10/26/homoeopathie-umsaetze-der-apotheken-steigen

Da liegen die Patienten auf einer Linie mit BÄK-Präsident Montgomery, der sich ja im Kontext des Deutschen Ärztetags 2018 explizit für die ärztliche Homöopathie ausgesprochen hat. zum Beitrag »
[15.11.2018, 10:43:31]
Dr. Klaus Günterberg 
Das eRezept. Die Wiederbelebung einer Fehlgeburt 
Das eRezept ist doch nicht grundlos schon vor Jahren aus der Planung des Telematik-Infrastruktur-Projekts gestrichen worden. Wann hat der Ärztekammerpräsident zuletzt ein Rezept ausgestellt? Wann hat der Gesundheitsminister zuletzt ein Rezept erhalten? Sind sie überhaupt kompetent, die Folgen eines eRezepts zu beurteilen? Zum eRezept einige Anmerkungen aus der Praxis:

1.) Ärzte und Patientenverbände haben wiederholt auf diese Nachteile eines eRezepts für die Arbeitsabläufen der Praxen, auf sinkende Arzneimittelsicherheit und auf Probleme in der Handhabung durch Schwerkranke hingewiesen. Die massiven Kritiken am eRezept waren wohl der Grund dafür, dass diese Anwendung in der gegenwärtigen Planung des Telematik-Projekts nicht mehr enthalten ist.

2.) Kein Mensch kann über Jahre und Jahrzehnte fehlerfrei arbeiten. Auch Ärzte machen Fehler, auch beim Ausfüllen oder Unterschreiben eines Rezepts, Fehler, die aber zum Glück nicht immer zu Schäden führen. Mitunter ist es „nur“ das gleiche Medikament vom anderen Hersteller, mitunter ist es ein nicht mehr verfügbares Mittel, mitunter ist es „nur“ die nicht mehr aktuelle Dosierung, mitunter fehlt bei der gleichzeitigen Verordnung vieler Medikamente ein Medikament, mitunter hat sich ein Schreibfehler eingeschlichen und das ähnlich lautende Medikament hat eine völlig andere Wirkung: Da ist der Blick des Patienten auf das Rezept eine selbstverständliche, eine wichtige und sehr nützliche Kontrolle. EIN EREZEPT LIESSE SICH VOM PATENTEN NICHT MEHR KONTROLLIEREN: DIE ARZNEIMITTELSICHERHEIT WÄRE DEUTLICH VERSCHLECHTERT.

3.) Es geht in der Medizin nicht um junge, gesunde, telematikaffine Menschen sondern vor allem um Kranke, Alte und Behinderte. Da sind eGK, eRezept und ePA eine für etliche Personengruppen (Seh- und Leseschwache, motorisch Gestörte, anderweitig schwer Erkrankte, Alte und Behinderte) eine schwer zu beherrschende bzw. völlig unpraktikable Technik. Diese Menschen stellen aber einen beachtlichen und gleichberechtigten Anteil unserer Bevölkerung dar; ihre Lebensbedingungen sind zu verbessern, dürfen keinesfalls verschlechtert werden.

Zitat: Grundgesetz, Artikel 3, Abs. 3, Satz 2: „Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.“

Ärzte vertreten aber auch und vor allem die Interessen ihrer Schutzbefohlenen; deshalb ist es angebracht, hier auf eine DURCH DAS EREZEPT ZU ERWARTENDE BENACHTEILIGUNG BEHINDERTER hinweisen; eine solche wäre grundgesetzwidrig.

Dr. Klaus Günterberg
Gynäkologe. Berlin


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[14.11.2018, 20:14:20]
Dr. Uwe Wolfgang Popert 
teurer Unsinn 
In 30 Jahren Allgemeinmedizin habe ich kein einziges Mal ein "elektronisches Rezept" vermisst.
Dieses soll jetzt -so wird es jedenfalls laut verkündet - die jahrelange politische Fehlsteuerung kaschieren und die Versorgung für Alte und Multimorbide auf dem Lande in hausarztfreien Zonen erleichtern. (Also für genau diejenigen, die am wenigsten Zugriff auf das Internet haben !?)

So ganz nebenbei werden die Rezeptdaten natürlich zur zeitnahen Information und Steuerung durch die Kassen benutzt.
Zusätzlichen Zeitaufwand und zusätzliche Kosten trägt der verordnende Arzt (der in 3 Jahren vermutlich auch eine komplett neue Hardware-Ausstattung bezahlen soll). Das Haftungsrisiko für im Internet vagabundierende, gefälschte oder missbräuchlich verwendete Rezepte trägt natürlich auch der Arzt. Kein Politiker, keine EDV-Firma, kein Journalist.

Übrigens: Studien, die einen wirklichen Nutzen gegenüber der Ist-Versorgung belegen, gibt es ebenso wenig wie eine Kosten-Nutzen-Analyse.

Ich halte das für einen weiteren Baustein eines umfassenden Hausarzt-Verschreckungsprogramms. Ob aus Dummheit, Ignoranz oder Absicht ist letzlich egal. zum Beitrag »
[14.11.2018, 17:32:24]
Dr. Rolf-Dieter Krebser 
Das neue TSGV ist eine Beleidigung für mich. 
Seit 1982 arbeite ich als niedergelassener Therapeut in eigener Praxis und jetzt soll ich nur noch Patienten behandeln, die zuvor ein "besserer Gutachtertherapeut" vorselektiert hat. Bisher habe ich die Behandlungsindikation immer selbstbestimmt erarbeitet.Zur Revision der Indikationsstellung hat sich das bisherige, langjährige Gutachterverfahren sehr gut bewährt. Und plötzlich soll mir nach 35 Jahren selbsbestimmter Arbeit jemand vorgeschaltet werden. Das ist für mich eine grasse Fehlentscheidung. Außerdem gibt es die vorgeschalteten "Gutachter-Therapeuten" noch nicht. Bis diese dann "ausgebildet" sind und in der "nötigen" Zeit verfügbar sind, werden Jahre vergehen! Der fragliche Gesetzespassus ist nur unsinnig und falsch, dass er absehbar zu einen großen Schaden für die psychotherapeutische Versorgungsstruktur führen wird. zum Beitrag »
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