Leserkommentare [20789]

[16.10.2019, 16:00:00]
Dr. Walther Kirschner 
Schulterschmerzen bei internistischer Ursache? 
Bei der Symptomatik cardialer Infarkte wird in der Literatur auch auf einseitige Schulterschmerzen verwiesen. Hingegen ist bei Klärung von Schulterschmerzen nicht primär an internistische Ursachen zu denken, sondern an die systematische orthopädische Untersuchungsabfolge. Dabei ist zunächst die gezielte Anamnese bedeutsam, gefolgt von klinischer und gfs. ergänzender bildgebender (Nativ-Röntgen, MRT, CT) Untersuchung.

Dabei ist in der überwiegenden Anzahl der Fälle eine schnelle und sichere fachorthopädische Beurteilung und Diagnose möglich. Hieraus ergibt sich eine direkte Therapie-Indikation mit der Möglichkeit eines schnellen Therapiebeginns.

Eher in wenigen Fällen zeigen sich untypische oder unklare Befunde, die weiterer Abklärung, d.h. einer gezielten Differenzialdiagnostik bedürfen. Diese erfordert oft interdisziplinäre Vorgehensweisen, auf die zwecks Diagnosefindung nicht verzichtet werden kann. Hierbei wird zwischen primären und sekundären Effekten, zwischen pathogenetisch/symptomatischen und ätiologischen Faktoren zu unterscheiden sein.

Die benannten Schulterschmerzen bei 20 % der Diabetiker sollten differenziert betrachtet werden, wobei Zahlen und Statistiken in der Literatur einer näheren Prüfung (incl. Meta-Analysen) zu unterziehen sind, da einzelne Studien oder unzureichende Zahlen für weitreichende Interpretationen eher prekär sind.

Grundlegend ist die Diagnose-Findung, um eine gezielte rationale Therapie zu beginnen. Sollte die Therapie nicht erfolgreich sein, protrahiert oder untypisch verlaufen, ist die bisherige Arbeits-Diagnose zu revidieren und eine systematische Differenzial-Diagnostik zu initiieren. Diese ist dann nicht nur zu berücksichtigen oder zu empfehlen, sie ist zwingend.

Dr. Walther Kirschner
FA O. et al.  zum Beitrag »
[16.10.2019, 15:25:52]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
Sehr geehrter Kollege Heinrich Hümmer... 
Wer sich ausgerechnet auf "wordpress.com" beruft und auch noch zitiert, den kann man beim besten Willen in einer seriösen Debatte um die Homöopathie nicht ernst nehmen.

Und wer dann noch nicht weiß, was Evidenzgrad C bedeutet, sollte nicht zu herabsetzenden Verbalinjurien greifen, wie "Fachmann für alles" oder "Herr Professor für alles".

Im übrigen, nennen Sie mir doch einen ernsthaften Physiker, der tatsächlich bestreitet "daß man nichts beweisen kann, was nicht vorhanden ist."

Ein Dialog mit Ihnen scheint zum Scheitern verurteilt.

Mf + kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund  zum Beitrag »
[16.10.2019, 12:58:39]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
CAVE: Shingrix®-Impfung nach vorausgegangenem Herpes zoster 
Vgl. dazu:
"FALLBERICHTE DER AKDÄ - Herpes-zoster-Erkrankungen nach Shingrix-Impfung"
https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2019/08/23/herpes-zoster-erkrankungen-nach-shingrix-impfung
"Die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) ruft am heutigen Freitag dazu auf, Nebenwirkungen nach einer Shingrix-Impfung zu melden. Denn der AkdÄ wurden Fälle berichtet, in denen Patienten in engem zeitlichem Zusammenhang mit einer Shingrix-Impfung an Herpes zoster (HZ) erkrankt sind. Ob tatsächlich ein kausaler Zusammenhang besteht, lasse sich derzeit noch nicht abschließend beurteilen. Die Fachinformation rät jedoch zur Vorsicht bei Herpes zoster in der Vorgeschichte..."

Ärzte Zeitung online, 25.08.2019
"AkdÄ - Fälle von Herpes zoster nach Shingrix®-Impfung"
https://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/haut-krankheiten/article/994693/akdae-faelle-herpes-zoster-nach-shingrix-impfung.html
"BERLIN. Der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) wurden Fälle gemeldet, in denen Patienten in engem zeitlichem Zusammenhang mit einer Shingrix®-Impfung an Herpes zoster (HZ) erkrankt sind. Zusätzlich liegen im Spontanmeldesystem Berichte über ausgeprägte, zum Teil bullöse Hautreaktionen vor, die deutlich über die Injektionsstelle hinausgehen, teilt die AkdÄ mit. In manchen der Fälle sei ein HZ in der Vorgeschichte dokumentiert. Teilweise trat der HZ in dem Dermatom auf, in dem die Impfung appliziert wurde beziehungsweise es wurden Schmerzen in einem früher von HZ betroffenen Dermatom berichtet..."

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
 zum Beitrag »
[16.10.2019, 11:02:26]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
Lieber Kollege Adolf Göttker 
ich weiß nicht, ob Ihnen das Grundgesetz unserer Bundesrepublik Deutschland im Wortlaut bekannt ist. Deswegen zitiere ich
"Art. 3...(3) Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden..."
https://dejure.org/gesetze/GG/3.html

Dieses Benachteiligungsverbot gilt nicht nur in der gesellschaftspolitischen Debatte, auch wenn ich selbst und andere bei Dr. med. Mustafa Yoldas völlig entgegengesetzter Meinung sind. Von daher sind Anschläge auf Gesundheit und Leben der Betroffenen in seiner Praxis strafrechtlich zu verfolgende Tatbestände.

Im Fall des Anschlags auf die Praxis des Allgemeinmediziners Dr. med. Mustafa Yoldas in Hamburg-Altona gilt, dass man seine Türkei-freundlichen Positionen zwar kritisieren kann, aber ansonsten zu respektieren hat. Mustafa Yoldas ist von allen seinen Ämtern nach seiner umstrittenen Äußerung zurückgetreten. Zu den Hintergründen:
https://www.welt.de/regionales/hamburg/article173015643/Mustafa-Yoldas-Schura-Chef-nennt-Tuerkei-Kritiker-Terrorversteher.html

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund




 zum Beitrag »
[16.10.2019, 09:13:50]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
Bio-psycho-soziale Interventionen bei Demenz besser als Medikationen? 
Wo ist der Haken, wenn ich das lese?

1. In "Comparative Efficacy of Interventions for Aggressive and Agitated Behaviors in Dementia: A Systematic Review and Network Meta-analysis" von Jennifer A. Watt geht es nur um aggressives und agitiertes Verhalten bei Demenz.

2. Es geht nicht um die Demenz an sich und ihre nicht nur wissenschaftlich grundsätzlich schwierige bzw. umstrittene Therapierbarkeit.

3. Pharmakologische Interventionen bei Aggression/Agitation unserer dementen Patientinnen und Patienten werden immer in der Summe täglicher Medikation oder Retard-Galenik (z.B. Pflaster) über einen längeren Zeitraum gegeben/überprüft.

4. Bio-psycho-sozial wirksame, interaktive und kommunikative Therapien mit "viel Aktivität draußen, Berührung, Massage und Musik" werden in der Situation ihrer unmittelbaren Anwendung viel stärker und positiver wahrgenommen.

5. Die interaktive/kommunikative Therapie schwächt sich jedoch nach ihrer Anwendung deutlich ab. Von einer 24-H-Wirkung kann ohne ständige Wiederholung m.E. keine Rede sein. Wer z.B. nach Physiotherapie mit dem Auto nach Hause fährt, und ein anderes Auto nimmt die Vorfahrt oder ein Fußgänger rennt bei Rot vors Auto, hat zu Hause dieselben Beschwerden wie vorher.

6. Damit wird eine der Limitationen beschrieben, welche die Autoren erfreulicherweise offen darstellen: 46 Prozent der Studien hatten ein hohes Bias (Fehlannahmen)-Risiko, da Ergebnis-Daten fehlten ["Limitations:
Forty-six percent of studies were at high risk of bias because of missing outcome data. Harms and costs of therapies were not evaluated."].

7. Die vorliegende Publikation ist und bleibt damit höchst spekulativ: Kosten für eine täglich möglichst 2-malige Intervention auf Dauer mit viel Aktivität draußen, Berührung, Massage und Musik ist unter professionellen Bedingungen finanziell kaum realisierbar und bei geringerem Einsatz ineffektiv. Eine SMD von 1,2 für Antipsychotika, von 1,5 für Cannabinoide und von 1,1 für Memantine ist ebenso beachtlich positiv und durchaus finanzierbar effektiv.

8. Viel Aktivität draußen, Berührung, Massage und Musik ist im privat-familiären Umfeld durchaus 2 x täglich realisierbar und könnte gemeinsam mit pharmakologischen Maßnahmen erfolgen.

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
 zum Beitrag »
[15.10.2019, 15:02:35]
Dr. Heinrich Hümmer 
Lieber Herr Dr. Schätzler, Fachmann für alles 
"Sondern der ursprünglich beauftragte Vertragspartner ("contractor") musste durch einen zweiten ersetzt werden....."

Warum wohl????

Und:
"NHMRC Homeopathy Review - Key facts

“If the intent is to provide general statements about the effectiveness of homeopathy, then ‘no reliable evidence’ may not adequately reflect the research. For example, when a substantial proportion of small (but good quality) studies show significant differences, […] 'no reliable evidence' does not seem an accurate reflection of the body of evidence."
- Undisclosed expert methodological peer reviewer feedback to NHMRC, 30 Aug 2013

Und:
NHMRC claims it rejected the first report because it was 'poor quality', despite it being undertaken by a reputable scientist and author of NHMRC’s own accepted guidelines on how to review health evidence.
Und:
"Freedom of Information requests have revealed that a member of NHMRC’s expert committee overseeing the review process confirmed the first review to be high quality saying:
Und:
“I am impressed by the rigor, thoroughness and systematic approach given to this evaluation of the published reviews of efficacy and side effects of homeopathy [….] Overall, a lot of excellent work has gone into this review and the results are presented in a systematic, unbiased and convincing manner.”"

http://www.nhmrchomeopathy.com/key-facts-summary.html

Noch mehr gefällig?

Ich glaube die Analyse der

"Sekundärliteratur-Quelle
https://homoeopathiewirkt.wordpress.com/2019/10/12/studienlage-zur-evidenz-der-homoopathie/
findet sich z.B. der Fake-News Beitrag:
"Hochaktueller Bericht der australischen Gesundheitsbehörde NHMRC (der vergebliche Versuch, diesen ersten Bericht, der nicht die „erhofften Ergebnisse“ erbrachte unter Verschluß zu halten, ist möglicherweise einer der GRANDIOSESTEN VERSUCHE EINES WISSENSCHAFTSBETRUGES!): "

liegt nicht so ganz Fake-falsch, Herr Professor für alles.
 zum Beitrag »
[15.10.2019, 13:44:26]
Dieter Döring 
Schmerzen 
^^bla, bla, bla. Nicht lesenswert der ganze artikel zum Beitrag »
[15.10.2019, 12:22:41]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
"The Effectiveness of Homeopathie..." - Ein Report, der offensichtlich nicht übersetzt oder verstanden wird! 
"The Effectiveness of Homeopathie: an overview review of secondary evidence" vom 20.8.2019 von Professor Anne Kelso AO Chief Executive Officer
https://edit.nhmrc.gov.au/sites/default/files/documents/attachments/Draft%20annotated%202012%20homeopathy%20report.pdf
schließt mit dem Satz: "Rather, it stated that "based on the assessment of the evidence of effectiveness of homeopathy, NHMCR (National Health and Medical Research Council] concludes that there are no health conditions for which there is reliable evidence that homeopathy is effective."

Damit werden alle Fantasien des Deutschen Zentralvereins homöopathischer Ärzte (DZVhÄ) ad absurdum geführt, die Homöopathie möge doch in geringen Anteilen zumindest etwas wirksam sein. Nein, der Report geht sogar so weit, dass er nicht nur von keinen Krankheits-, sondern allgemein von keinen Gesundheits-Bedingungen ["no health conditions"] spricht, unter denen es eine wertige Evidenz für die Effektivität der Homöopathie gebe.

Man beachte die Wortwahl: Effektivität bedeutet nicht Effizienz. Denn die Homöopathie kann durchaus mit ihren vielfältigen Placebo-Effekten und über die intensive Zuwendung, Empathie und Beziehungspflege wie auch in der allopathischen Medizin für die Patientinnen und Patienten effizient sein. Gefordert sind aber in der Evidenz-basierten Medizin (EbM) der Nachweis der Effektivität von diagnostischen oder therapeutischen Methoden und Maßnahmen.

Wegen der Fülle verschiedener Krankheitsentitäten und diagnostischer Unsicherheiten kann es nicht für Alles gesicherte Leitlinien, Empfehlungen, Consensus-Reports und EbM geben. Aber so lange sich die Vertreter der Homöopathie darauf berufen, dass für Ihre Profession Evidenz-basierte Kriterien nicht gelten, ist der wissenschaftliche Erfahrungsaustausch blockiert.

Verfechtern der Homöopathie sei dringend empfohlen, sich auf verlässliche Primärliteratur zu berufen. Unter der Sekundärliteratur-Quelle https://homoeopathiewirkt.wordpress.com/2019/10/12/studienlage-zur-evidenz-der-homoopathie/
findet sich z.B. der Fake-News Beitrag:
"Hochaktueller Bericht der australischen Gesundheitsbehörde NHMRC (der vergebliche Versuch, diesen ersten Bericht, der nicht die „erhofften Ergebnisse“ erbrachte unter Verschluß zu halten, ist möglicherweise einer der GRANDIOSESTEN VERSUCHE EINES WISSENSCHAFTSBETRUGES!):
„Es gibt ermutigende Beweise für die Wirksamkeit der Homöopathie bei:
• Fibromyalgie (Grad C)
• Mittelohrentzündung (Grad C)
• postoperativer Ileus (Zeit bis zum ersten Flatus) (Grad C)
• Infektion der oberen Atemwege (URTI) bei Erwachsenen (Grad C)
• Nebenwirkungen der Krebsbehandlung (Grad C)“ (Zitat Ende)

Empfehlungsgrad C bedeutet so gut wie gar keine Evidenz, und die Aussagen "unter Verschluß zu halten" und "möglicherweise einer der GRANDIOSESTEN VERSUCHE EINES WISSENSCHAFTSBETRUGES" entbehren jeglicher Grundlage.

Wer des Englischen einigermaßen mächtig ist entnimmt dem Bericht von Frau Pro. Kelso, dass keineswegs ein Bericht unter Verschluss gehalten wurde: Sondern der ursprünglich beauftragte Vertragspartner ("contractor") musste durch einen zweiten ersetzt werden. "The Effectiveness of Homeopathie..." kann auch keinen Anspruch auf Vollständigkeit und letzte Wahrheiten erheben, weil wissenschaftliche Erkenntnisse im Fluss sind bzw. fortlaufend verifiziert und/oder falsifizierte werden müssen.

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund

P.S.: Professor Anne Kelso AO Chief Executive Officer bitte nicht verwechseln mit dem Chefarzt im Sacred Heart Hospital, Dr. Robert (Bob) Kelso aus der Fernseserie "SCRUBS - Die Anfänger" https://youtu.be/CgNfQpJl6Xg
 zum Beitrag »
[15.10.2019, 12:17:34]
Dr. Hans-Werner Bertelsen 
Hebammen sind das Einfallstor 
Verehrter Prof. Loewenich! Herzlichen Dank für ihr Beispiel! Es beschreibt eindringlich die mitunter lebensgefährlichen NW von "Homöopathie".
Sebastian Herrmann beschreibt in der SZ mit seinem Artikel "Globulisierung des Kreißsaals" die Methodik des Systems Zuckerkugel. Hebammen werden auf sogenannten "Fortbildungen" von den Herstellern der Mumpitz-Medizin hofiert und im firmeneigenen Shuttle-Bus vom Bahnhof zur Vortragsstätte gekarrt. Ein mir persönlich bekannter Apotheker sagte mir auf meinen Vorschlag, die Zuckerkugeln aus dem Sortiment zu verbannen: Geht nicht, weil:
1. Zu viel Umsatz ginge verloren
2. "Konkurrenz würde sich totlachen"
3. Alle Mütter kommen mit ihren Babys und kaufen den Stoff

Er würde sich ebenfalls sehr über die Naivität der Kundschaft wundern, besonders das Thema "Erstverschlimmerung" sei seiner Meinung nach ein verhängnisvoller Irrglaube.

Die Aufklärung schreitet aber mit großen Schritten voran und der Münsteraner Kreis bleibt munter am Ball. zum Beitrag »
[15.10.2019, 07:37:05]
Dr.med. Franz-Josef Wittstamm 
Henne oder Ei 
Tritt bei metastasierten Krebspatienten ein fieberhafter Infekt auf, darf dies als Hinweis auf eine bereits geschwächte Immunabwehr gedeutet werden. So ist die Prognose schon allein dadurch deutlich reduziert, auch ohne die vermutete Interaktion.  zum Beitrag »
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10vor