Leserkommentare [17874]

[18.10.2017, 14:03:40]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
Ich würde es noch etwas spitzzüngiger formulieren! 
Die DGE - nichts begriffen, nichts dazugelernt!
Die Publikation: "Associations of fats and carbohydrate intake with cardiovascular disease and mortality in 18 countries from five continents (PURE): a prospective cohort study" von Mahshid Dehghan et al. http://www.thelancet.com/journals/lancet/article/PIIS0140-6736(17)32252-3/fulltext
ist eine Meilenstein-Studie, was rationale, kritisch-konstruktive Ernährungsempfehlungen und kardiovaskuläre Erkrankungsrisiken bzw. allgemeine Mortalitätsdaten angeht.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) sollte mit ihrem bisherigen "Fettaugen-Zählen" bzw. ihren Low-Fat- und High-Carb-Strategien, welche sie entgegen allen Low-Carb- und High-Fat- Experten-Voten (stellvertretend Prof. Nicolai Worm) nahezu postfaktisch mit Vehemenz vertreten hatte, zunächst einmal herbe Selbstkritik leisten.

Denn dass die DGE mit ihren 10-Punkte-Regeln auf einen fahrenden Zug aufspringen, zugleich bei PURE-Detailkritik aber punkten will, spricht für fehlend Einsicht und Reflexionsfähigkeit bei gleichzeitig unangemessener Selbstüberschätzung.

Die vorauslaufende Publikation: "Association of Changes in Diet Quality with Total and Cause-Specific Mortality" von Mercedes Sotos-Prieto et al. http://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMoa1613502
war formal und inhaltlich eine vorläufige Ergänzung zur aktuellen PURE-Studie: Mehr und qualitativ hochwertige Fette waren gefordert, statt der erst kürzlich endlich revidierten, irrigen Kohlenhydrat-Mast-Empfehlungen durch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) http://www.t-online.de/gesundheit/ernaehrung/id_82039784/tid_amp/deutsche-gesellschaft-fuer-ernaehrung-dge-aendert-empfehlungen.html

1. Wenn bei Teilnehmern, die sich nach den Regeln des “Alternate Healthy Eating Index”/AHEI (Ernährungsempfehlung der US-amerikanischen Regierung) ernähren, welcher Obst, Gemüse, Vollkornprodukte, Fisch, weißes Fleisch (?), Soja, Hülsenfrüchte, Tofu, ungesättigte Fettsäuren und ungesüßte Getränke bevorzugen soll, das allgemeine Sterberisiko (“all-cause mortality”) auf 0,91 (95% Konfidenzintervall (KI) 0,85 – 0,97) gegenüber 1,0 der Vergleichsgruppe mit konventioneller Ernährung sinkt. 

2. Wenn unter den “Dietary Approaches to Stop Hypertension”/DASH (speziell für Hypertoniker empfohlenen AHEI Ernährung mit zusätzlicher Verringerung von Kochsalz durch alternative Verwendung von Kräutern und Gewürzen, fettarmer Milch, wenig rotem Fleisch) das Sterberisiko der Teilnehmer auf 0,89 (95% KI 0,84 – 0,95) gegenüber 1,0 sinkt. 

3. Und wenn unter der “Alternate Mediterranean Diet” (AMD) das Sterberisikos sogar auf 0,84 (95% KI, 0,78 – 0,91) gegenüber 1,0 der Vergleichsgruppe mit konventioneller Ernährung sinkt... 

Dann hat doch die AMD als eine für Mittelmeerländer typische Ernährung mit viel Obst, Gemüse, Salat, Fisch und fettreichem Käse, aber auch Weißbrot, bzw. Pasta und Pizza als Vorspeisen (!), Rotwein, rotem Fleisch, reichlich pflanzlichen Ölen und fettreichen Nüssen und keinem Zwang zu fettarmen Milch-(Produkten) rein statistisch die besten Ergebnisse gezeigt. 

Aber die Schlussfolgerungen von “Association of Changes in Diet Quality with Total and Cause-Specific Mortality” von Mercedes Sotos-Prieto et al.http://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMoa1613502 lauteten ganz unverbindlich: “Conclusions – Improved diet quality over 12 years was consistently associated with a decreased risk of death (Funded by the National Institutes of Health)”, also die verbesserte Qualität a l l e r drei Ernährungsvarianten und veränderten Ernährungsgewohnheiten bewirken eine übereinstimmende Assoziation zur Senkung des Sterberisikos. 

Zugleich behaupten die Autorinnen und Autoren aber auch, je länger und konsequenter diese Diätveränderungen über 12 Jahre eingehalten würden, hätten der Alternate Healthy Eating Index (AHEI) score mit 14% allgemeiner Sterberisiko-Senkung besser als der Alternate Mediterranean Diet (AMD) score mit 11% bzw. der DASH score mit nur 9% abgeschnitten. [“Among participants who maintained a high-quality diet over a 12-year period, the risk of death from any cause was significantly lower — by 14% (95% CI, 8 to 19) when assessed with the Alternate Healthy Eating Index score, 11% (95% CI, 5 to 18) when assessed with the Alternate Mediterranean Diet score, and 9% (95% CI, 2 to 15) when assessed with the DASH score — than the risk among participants with consistently low diet scores over time.”] 

Am höchsten sei das allgemeine Sterberisiko für diejenigen mit konstant niedrigen Diät-Scores über die 12 Beobachtungsjahre gewesen. Keineswegs sind die folgenden Diäten untereinander hochsignifikant besser oder schlechter: 
1. Der veränderte "Gesunden Ernährungs-Index-Score“ 
2. Die veränderte "mediterrane Diät" 
3. Der "diätetische Zugang zum Hypertonie-Stopp" 
["Alternate Healthy Eating Index–2010 score, the Alternate Mediterranean Diet score, and the Dietary Approaches to Stop Hypertension (DASH) diet score"]. 

Mit Spannung warte ich auf eine aktualisierte 11. Ernährungs-Regel der DGE, mit der sie endlich zerknirscht ihre eigenen krassen historischen Fehleinschätzungen zugibt und zukünftige Besserung gelobt!
http://www.dge.de/ernaehrungspraxis/vollwertige-ernaehrung/10-regeln-der-dge/

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund

Quellen: "Association of Changes in Diet Quality with Total and Cause-Specific Mortality" von Mercedes Sotos-Prieto et al. http://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMoa1613502
und
https://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/herzkreislauf/bluthochdruck/article/940439/besser-essen-laenger-leben-studie-belegt-wirkung-dash-diaet.html zum Beitrag »
[18.10.2017, 10:51:20]
Dr. Karlheinz Bayer 
"semantisch" heißt hier nur "Schönreden" 
Eigentlich wäre Klartext nötig statt semantischer Winkelzüge.
Was passiert hier eigentlich?
Es ist eine Blamage für unsere ganze Innung, daß ein Großteil der Ärzte einfach zu faul und zu satt ist, um Dienste machen zu wollen.
Das trifft für die Krankenhausärzte in gleichem Maß zu, wie für uns Hausärzte.
Es ist ein fatal falsches Signal gewesen, immer wieder auf die Unterfinanzierung hinzuweisen und mit diesem zu wenig an Geld in den Kassen zuerst die organisierten Wochenend-Dienste und Feierabenddienste der Praxen abzuschaffen.
Es war ein großer Fehler, daß die KVen "Notdienst"-Praxen eingerichtet haben, an denen sich die Hausärzte nur lustlos beteiligen.
Daß die Patienten diese Praxen nie angenommen haben und gleich in die Kranklenhausambulanzen strömen, oder sogar Notärzte in Anspruch nehmen, ist nur die nächste Konsequenz. Jetzt treffen diese Patienten auf volle Ambulanzen, lustlose Klinikärzte und überlange Wartezeiten.
Mit einer gemeinsamen Ambulanz aus MB und KBV steuern wir uns nur in das nächstre Debakel hinein.
Stattdessen wäre es an der zeit, das Rad wieder zurückzudrehen.
Hausärzte haben nun einmal einen Versorgungsauftrag, zu dem auch Anwesenheitsdienste zählen. Auch wenn es nicht eben Spaß macht, für Notfälle in der eigenen Praxis erreichbar zu sein, es gehört zum Beruf.
Um was KBV und GKV immer herumgeeiert sind ist, daß man diese bereitschaft - entsprechend der Regelung im Krankenhaus - auch hätte bezahlen müssen.
Jetzt wirft man das Geld in Ambulanzen, die im Grunde keiner will und ärgert Niedergelassene ebenso wie angestellte Ärzte.
Am meisten aber ärgert man die hilfesuchenden Patienten. zum Beitrag »
[18.10.2017, 10:15:14]
Brigitte Bührlen 
Ehrenamtliche Hospizhelfer 
Ein weiteres, weniger beachtetes Problem könnte in Zukunft die flächendeckende Gewinnung von ehrenamtlichen Hospizhelfern sein. Sie sind ein wichtiges Bindeglied zwischen der professionellen Arbeit von SAPV Teams, den Palliativpatienten und deren Familien. zum Beitrag »
[17.10.2017, 21:40:49]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
Eine Studie, die nicht nur "Halsschmerzen" verursacht!  
Die Publikation: "Corticosteroids for treatment of sore throat [Halsschmerzen]: systematic review and meta-analysis of randomised trials" von Behnam Sadeghirad et al.
http://www.bmj.com/content/358/bmj.j3887
ist ein Musterbeispiel an wissenschaftlicher
- Schlampigkeit
- Unsystematik
- wissenschafts- und erkenntnistheoretischer Unbedarftheit.

Warum komme ich zu diesem vernichtenden Urteil?
Das ist keine prospektive, randomisierte, gegen Placebo kontrollierte RCT-Studie, sondern eine rein Datenbank-basierte, hochselektive Literatur-Exegese. Die elektronische Datenbank-Recherche ergab 2.633 Treffer und 2 manuell recherchierte Quellen. 286 Duplikate mussten entfernt werden. Damit flossen von 2.635 mit 0,38 Prozent nur ganze 10 Arbeiten in diese reine Literatur-Metaanalyse ein.

Eine definierte Standard-Therapie bei "Halsschmerzen", zu der laut Autorenteam (doppelblind??) eine add-on Therapie mit bis zu 1 x Dexamethason 10 mg Äquivalent oral oder gar als i.m. Injektion (?) hinzugetreten sein sollen, gibt es weder in der Weltliteratur noch in der hier diskutierten BMJ-Studie. Auch sind Halsschmerzen keine spezifische Krankheit, sondern ein völlig unspezifisches Symptom, welches nicht mal eben allein auf virale, bakterielle, mykotische Infektionen heruntergebrochen werden kann. Auf der anderen Seite inkludiert die Metaanalyse auch klassische Antibiotika-pflichtige Streptokokken-Infektionen und andere gefährlich abwendbare Verläufe bis hin zur Pneumonie bzw. negiert z.B. Refluxkrankheit-bedingte und sonstige  Halsschmerzen.

Bei monatlich wiederholten Halsschmerzen würden laut der Studienautoren-Empfehlung 120 mg Dexamethason pro Jahr verabreicht werden. Grundsätzlich haben Glucokortikoide endokrinologisch relevante, Immunabwehr-verringernde,  euphorisierende, antientzündliche, Gluconeogenese- und Knochenabbau-fördernde Risiken und Nebenwirkungen. Ein spezifisch Halsschmerzen-lindernder Pathomechanismus wird in dieser Metaanalyse nicht herausgearbeitet.

In krassem Gegensatz zum großspurigen BMJ-Titel liest sich die Schlussfolgerung der Autoren auch seltsam kleinlaut, vorsichtig und einschränkend zurückhaltend: "Conclusion - Single low dose corticosteroids can provide pain relief in patients with sore throat, with no increase in serious adverse effects. Included trials did not assess the potential risks of larger cumulative doses in patients with recurrent episodes of acute sore throat."

Das disqualifiziert "Corticosteroids for treatment of sore throat: systematic review and meta-analysis of randomised trials" vollends und relativiert ÄZ-Überschrift und -Intro: "Bei Halsschmerzen zusätzlich einmalig ein Kortikosteroid! - Patienten mit Halsschmerzen, etwa bei einer Pharyngitis, profitieren von der einmaligen Behandlung mit einem Kortikosteroid zusätzlich zur Standardherapie. Das bestätigen die Ergebnisse einer aktuellen Metaanalyse" in der Ärzte-Zeitung des von mir ansonsten hochgeschätzten ÄZ-Autors Peter Leiner. 

Mf + kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund  zum Beitrag »
[17.10.2017, 11:46:58]
Claus F. Dieterle 
Psychische Krankheiten... 
...können auch die Ursache von Einsamkeit sein, z.B. Kontaktmangelparanoid (W. Janzarik). zum Beitrag »
[17.10.2017, 11:29:07]
Dr.med. Henning Fischer 
absolut skandalöses Gutachtenhonorar 

das dreiseitige ausführliche Gutachten kann lediglich nach EBM 01622 = 8,20 Euro abgerechnet werden!

Die KVWL sah sich außerstande, dagegen etwas zu unternehmen. Geradezu kriminelle Ausbeutung von Kassenärzten interessiert niemanden!
 zum Beitrag »
[17.10.2017, 11:20:49]
Dr. Klaus Günterberg 
Es fehlt auch jegliche Anpassung an die künftige Lohn- und Preisentwicklung. 
Die Zeit für die neue GOÄ wird knapp? Nein, es fehlt unseren Verhandlungspartnern schlicht der Wille.

Wie oft sind seit 1996 die Diäten der Abgeordneten und die Bezüge der Beamten und der Arbeitnehmer angehoben worden?? Wo in unserem Land gelten noch Löhne und Preise von 1996?? Man erinnere sich: Die z. Zt. gültige GOÄ ist seit 1996 unverändert, sie ist weder der medizinischen Entwicklung noch der Inflation angepasst.

Der Gesetzgeber weiß natürlich, dass ihn jede Anpassung der GOÄ an die Inflation sofort über die Beihilfe-Leistungen für seine Beamten finanziell belasten würde. Da steht der Gesetzgeber im Interessenkonflikt, ist weder objektiv noch unparteiisch. Da hat er sich, indem er den Punktwert seit 1996 unverändert gelassen hat, ganz offensichtlich für seine Finanzen und gegen die legitimen Interessen der Ärzte entschieden. Und er verzögert auch heute noch und mit allen Kräften die überfällige Anpassung der GOÄ. Und auch die PKV hat keinerlei Interesse an einer Anhebung ärztlicher Gebühren: Für unsere Verhandlungspartner könnten die Verhandlungen unendlich dauern, nur für die Ärzte wird die Zeit knapp.
Unabhängig von der inhaltlichen Gestaltung einer alten oder neuen GOÄ könnte man natürlich den Punktwert der Inflation anpassen - wenn der Gesetzgeber nur wollte.

Aber unsere Verhandlungspartner, der Bund, die Länder und die PKV, haben allen Grund, die Verhandlungen so lange wie möglich zu verzögern. Und wenn die neue GOÄ doch endlich einmal fertig werden sollte?? Soll es wieder Jahrzehnte dauern, bis ärztliche Honorare erneut angepasst werden?
Man könnte natürlich die kommende GOÄ regelmäßig über den Punktwert oder über eine andere Regelung der Lohn- und Preisentwicklung anpassen, man könnte sie z. B. an die Einkommensentwicklung unserer Abgeordneten, unsrer Richter oder der Beamten koppeln oder auch an den Lebenshaltungs-Index. Wenn man nur wollte!
Bei allen veröffentlichten Details zur neuen GOÄ vermisse ich eine solche zukunftweisende Bestimmung. Es ist aber die vornehmste Pflicht unserer Verhandlungsführer, auch eine Anpassung der künftigen GOÄ an die Lohn- und Preisentwicklung im Land durchzusetzen!

Dr. Klaus Günterberg
Gynäkologe. Berlin.
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[13.10.2017, 16:26:16]
Thomas Fuchs 
Anachronistische Lösungsvorschläge 
Sieht man sich die jungen Kolleginnen und Kollegen im Krankenhaus an, die sehr bedacht sind auf ihre Work-Life-Balance, dann kann man sich an einem einzigen Finger abzählen, dass ein "mehr Geld" nur einen Bruchteil der nachwachsenden Generation ansprechen wird.

Die Menschen und potentiellen Patientinnen und Patienten ziehen aus den gleichen Gründen weg, aus denen die jungen Ärztinnen und Ärzte und auch Geschäftsleute dort nicht investieren und nicht leben wollen. Das (Lösungs-)Angebot muss sehr viel vielschichtiger sein. zum Beitrag »
[13.10.2017, 13:33:02]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
Lieber Kollege Dr. Fritz Gorzny,  
vielleicht sind ja Doppelbilder schuld? Aber "Hyperoppien", die allgemeinsprachlich Weitsichtigkeit genannte Übersichtigkeit, bezeichnet man gemeinhin mit "Hyperopie" oder Hypermetropie.

Ihre "Heteropphorien" gibt es so auch nicht: Unter "Heterophorie" versteht man ein latentes, also verstecktes Schielen.

Einen Besuch beim Augenarzt empfiehlt Ihnen kollegial
Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
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[13.10.2017, 11:30:26]
Claus F. Dieterle 
Charakter! 
Viel wichtiger als die Form der Lippen ist der Charakter eines Menschen. Und ein frisches Aussehen durch Ausdauersport in frischer Luft kann mehr bewirken. zum Beitrag »
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