Leserkommentare [18177]

[17.01.2018, 14:14:27]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
Gegen den Zuckerberg - was eine verpeilte Bundesregierung nicht schafft! 
Wenn eine der ganz großen Handelsketten wie REWE in diesem Jahr bei rund 100 Eigenmarken-Produkten neue zuckerreduzierte Rezepturen einführen, und damit die Rewe Group in ihren Rewe-Supermärkten bzw. den Penny-Discountern die Rezepturen im Hinblick auf Salz- und Zuckergehalte optimieren will, ist das "ein großer Schritt für die Menschen" in Deutschland.

Denn was will man von einer in Sondierungsgesprächen vertüdelten, offenbar "scheintoten" Bundesregierung auf "Jamaika-Entzug" erwarten, die zu blöde für eine "Ernährungs-Ampel" ist: "...im Ernährungs-Report, den Landwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) Anfang des Monats [Januar 2017] vorgestellt hat, steht kein Wort davon. Im Gegenteil: Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft teilt dem NDR auf Anfrage mit, dass "eine farblich unterlegte Kennzeichnung von Nährstoffen unwissenschaftlich und der Information der Verbraucher nicht dienlich" sei." (Zitat Ende)
https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/panorama3/Ernaehrungsminister-uebergeht-Verbraucherwillen-,ernaehrung500.html

Ich persönlich werde für mich, für meine Patenkinder Manouche und Charly bzw. für meinen Enkel Karl(chen) unter dem Motto "Wie viel Zucker brauchst Du noch?" einen Schokopudding der Eigenmarke "REWE Deine Wahl" im Viererpack kaufen. Schon allein um zu sehen, ob der Becher mit dem üblichen Zuckeranteil, oder mit dem um 20, 30 und um 40 Prozent reduzierten Zuckergehalt uns am besten schmeckt.

Bis da eine halbwegs funktionsfähige Bundesregierung aus dem Quark kommt, will ich nicht abwarten. Ansonsten kochen wir lieber alles selber!

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund


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[17.01.2018, 11:17:26]
Dr. Rolf Albersmeyer 
Zuckerreduktion 
Die Reduktion von Zucker ist ja soweit in Ordnung, Wenn jetzt Zucker aus zB. dem Müsli entfernt wird, wird ja meistens etwas anderes dafür eingesetzt. Sind diese Ersatzstoffe die billigeren Fructose Zucker Derivate? zum Beitrag »
[17.01.2018, 11:06:43]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
KBV-Traumtänzereien: "Viel Lärm um Nichts", oder "Hast'e mal 'nen Euro"? 
Nicht nur "Hausärzte sowie Kinder- und Jugendmediziner erhalten:
eine Einzelleistungsvergütung (GOP 01630) für Patienten, sofern sie für diese nicht die Chronikerpauschale abrechnen.
Die GOP wird einmal im Jahr als Zuschlag zur Versichertenpauschale 03000/04000 gezahlt, wenn der Arzt einen Medikationsplan erstellt hat. Etwaige Aktualisierungen sind damit abgegolten.
Der Zuschlag ist mit 39 Punkten bewertet (ca. 4 Euro)."
http://www.kbv.de/media/sp/2016_09_29_Praxisinformation_Medikationsplan.pdf

Auf der Zunge zergehen lassen sollte man sich die Vorschrift, dass ausgerechnet bei hausärztlicher Abrechnung von Chroniker-Ziffern (GOP 03220 und GOP 03221) die Honorierung des dann umso wichtigeren Medikationsplans ersatzlos gestrichen wird.

Aber auch die Fachärzte werden mit einem Mini-Praxisumsatz von 1 € pro Quartal hingehalten. Das reicht nicht mal für EDV-Vorhalte- und -Druckkosten.

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund zum Beitrag »
[17.01.2018, 08:31:08]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
Populistische Zahlenspiele? 
Wie viele Studien unterliegt auch diese Publikation "Germline BRCA mutation and outcome in young-onset breast cancer (POSH): a prospective cohort study" von Ellen R Copso et al.
http://www.thelancet.com/pdfs/journals/lanonc/PIIS1470-2045(17)30891-4.pdf
einem populistischen Denkfehler.

Frauen haben um das 40. Lebensjahr eine durchschnittliche Lebenserwartung von zusätzlichen 43,79 Jahren (Frauen im Alter von 20 haben zusätzlich 63,46 Jahre Lebenserwartung) nach der allgemeinen Sterbetafel 2013/15
https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/GesellschaftStaat/Bevoelkerung/Sterbefaelle/Tabellen/LebenserwartungDeutschland.html

Wenn nach 2 Jahren lt. Studienangaben bereits 3,0% der BRCA-positiven bzw. nur 3,4 Prozent der BRCA-negativen Brustkrebs-Patientinnen verstorben sind; nach 5 Jahren schon 16,2% bzw. 15,0% Prozent, sind das viel zu kurze Nachbeobachtungs-Zeiträume.

Hochdramatisch wird es nach 10 Jahren: Dann sind 26,6% der BRCA-positiven bzw. 29,9 der BRCA-negativen Brustkrebs-Patientinnen verstorben!

Damit wird die durchschnittliche Lebenserwartung bei allen Frauen mit Brustkrebserkrankungen bis zum 40. Lebensjahr, also mit sehr früher Erstmanifestation derart massiv verkürzt, dass sie von den meisten senologischen Patienten mit Mammakarzinom gar nicht mehr erreicht wird.

Aus einem Follow-Up von gerade einmal 10 Jahren nach Brustkrebs vor dem/bis zum 40. Lebensjahr und einer mittleren, allgemeinen Lebenserwartung von mindestens weiteren 44 Jahren auf existenziell bedeutsame Morbiditäts- und Mortalitäts-Unterschiede zwischen BRCA-positiven und BRCA-negativen Brustkrebs-Patientinnen schließen zu wollen, ist angesichts des klinisch bekannten, hohen Aggressivitätspotentials dieser frühen Brustkrebs-Manifestationen insgesamt höchst fragwürdig.

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund zum Beitrag »
[17.01.2018, 08:29:27]
Siegfried Hauswirth 
Infraschall gibt es überall 
Ich empfehle die Publikation des Landesamtes für Umweltschutz in Bayern zu diesem Thema. https://www.lfu.bayern.de/buerger/doc/uw_117_windkraftanlagen_infraschall_gesundheit.pdf

Infraschall gibt es überall, im städtischen Bereich hervorgerufen durch Kfz-Verkehr und andere technische Anlagen, im ländlichen Bereich durch den Wind selbst. Windkraftanlagen leisten hierzu keinen wesentlichen Beitrag. Wenn es einen schädlichen Effekt durch Infraschall unterhalb der Hörschwelle gäbe, wofür es aber keine Anhaltspunkte gibt, dann wären alle hierdurch krank und es gäbe es keinen Unterschied zwischen Dorfbewohnern, Stadtbewohnern und Menschen, die in der Nähe von Windkraftanlagen wohnen. zum Beitrag »
[16.01.2018, 19:57:12]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
Mein Beitrag dazu auf DER SPIEGEL online 
DER SPIEGEL online berichtete dazu irreführend unter dem Titel
"Seltener Unfall - Eine Woche Krankenhaus, weil Mann beim Niesen die Nase zuhielt | Darf man sich beim Niesen die Nase zuhalten? Darüber wird mitunter leidenschaftlich gestritten. Ein Mann in Großbritannien hat nun schlechte Erfahrungen gemacht."
http://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/grossbritannien-nase-zugehalten-beim-niesen-eine-woche-krankenhaus-a-1187473.html

Mein Kommentar dazu:
"Am Schluss Ihres Reports wird es wieder richtig gestellt. Der Patient hatte sich beide Nasenlöcher u n d den Mund kräftig zugehalten und zugekniffen, um sein explosionsartiges Niesen völlig zu unterdrücken.
Das wird in: "Snap, crackle and pop: when sneezing leads to crackling in the neck"
BMJ Case Reports 2018; doi:10.1136/bcr-2016-218906
im British Medical Journal (BMJ) als Ursache einer seltenen Spontanperforation des Sinus piriformis [im hinteren Rachenring] nach einem kräftigen Niesen beschrieben.
Dieser Pathomechanismus führte keinesfalls zu Verletzungen in der Nase und ihren Nebenhöhlen, sondern zu einem verletzungsbedingten Rachen-Emphysem [Eindringen von Luft] mit Spontanperforation in die subcutanen Halsweichteile und zu Luft im Mediastinum [Weichteile des Brustkorbs]: "a rare spontaneous perforation of the pyriform sinus after a forceful sneeze, leading to cervical subcutaneous emphysema and pneumomediastinum".

Die Frage ist also nicht "Darf man sich beim Niesen die Nase zuhalten? Darüber wird mitunter leidenschaftlich gestritten. Ein Mann in Großbritannien hat nun schlechte Erfahrungen gemacht", sondern Nase zuhalten ist okay, so lange der Luftabstrom durch den Mund beim Niesen möglich bleibt.

Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie lieber Ihren Hausarzt.

MfG, Ihr Dr. med. Thomas G. Schätzler, Facharzt für Allgemeinmedizin, Dortmund" (Zitat Ende)  zum Beitrag »
[16.01.2018, 19:33:32]
Michael Krabbe 
Infraschall von Windkraftanlagen an Kliniken 
Das Kompendium der Flugmedizin der Bundeswehr von 2002 belegt Gesundheitsstörungen durch technischen Infraschall bis zu 1 Hz herab. Die TA Lärm ist von 1998. Die Immissionen von Windkraftanlagen können zudem als multifaktorielle fluktuierende Stressoren gelten, deren Beurteilung hinsichtlich einer Gesundheitsgefährdung einzig durch interdisziplinäre medizinische Studien zu erheben ist, nicht durch "Windkrafterlasse" in denen kompetenzüberschreitend irrwitzig angenommen wird, was unterhalb einer Wahrnehmungsschwelle liege, könne auch nicht schädlich sein. Die Strahlenschutzkommission und jeder Arzt hat da andere Erkenntnisse. Es gebietet sich wohl, die Kollegen des Knappschaftskrankenhauses in jeder Hinsicht in ihrem Ansinnen zu unterstützen. Die Windparks wachsen überall, aber gewiss kann sein, Energie ist nicht erneuerbar, wohl aber Verhalten im Umgang mit ihr. Adjektivierungen im Sinne von "greenwashing" machen Klimaschutzziele unerreichbar.  zum Beitrag »
[16.01.2018, 16:30:02]
Anne C. Leber 
Leserzuschrift von Dr. Wolfgang Muche 
Die ärztliche Versorgung auf dem Lande sieht noch schlimmer aus, da gibt es bald keine Hausärzte mehr. Die Überversorgung in Städten nimmt dennoch immer weiter zu. Muss denn jedes Kind wegen eines Schnupfens zum Pädiater? Nein.
Damit können die übriggebliebene Allgemeinärzte schon noch zurechtkommen.
An allen diesen Problemen sieht man ein Versagen der Gesundheitspolitik. Wir brauchen mehr gut ausgebildete Fachärzte für Allgemeinmediziner und gute anerkennende Bezahlung.
Mit besten Grüßen an die Redaktion.
Ihr Dr. Wolfgang Muche.

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[16.01.2018, 15:44:27]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
Diese Diskussion geht mir sowas von auf den ... 
Jetzt wollen große Lebensmittelhändler schon freiwillig den Zuckergehalt in ihren Eigenmarken reduzieren, um noch mehr Fettleibigkeit, metabolisches Syndrom und Typ-2-Diabetes mellitus präventiv zu verhindern. Und werden damit sicherlich so manche Kundinnen und Kunden, die auf total übersüßte Sachen stehen, verlieren.

Doch auch das ist den selbstherrlichen, sich selbst überschätzenden, oft besserwisserischen, jeden beliebigen Alarmismus aufgreifenden Verbraucherschützern mal wieder viel zu wenig. Haben die Oberlehrer und Oberaufpasser der Nation denn nichts Besseres zu tun, als uns Essen, Trinken, Genießen, Geselligkeit bzw. Ess- und Trink-Kultur zu vergällen?

Natürlich sind Wurstkonsum ohne Kenntnis des Fettgehalts in Trockenmasse (bei Käsesorten selbstverständlich), Grillorgien mit minderwertigem Fleisch aus Massentierhaltungen, Rauchen, Schnaps- und Bier-Saufen bis zum Anschlag krankheitsfördernd und in hohem Maße unvernünftig.

Aber wer glaubt, allein mit moralisch-ethisch-ökologischen Überlegungen und Monetik-freien Argumenten als Verbraucherschutzzentrale Hamburg oder als Foodwatch ausgerechnet bei denen punkten zu können, bei denen es bis hin zur Oberschicht heißen kann: "Erst kommt das Fressen und dann die Moral" (B. Brecht), der hat die Mechanismen primitiver, entsublimierter fleischlicher Lust, zu Frustration geronnener Sinnlichkeit und basaler Bedürfnisbefriedigung durch Essen, Trinken, Drogen in einer immer eintönig uniformer werdenden postmodernen Gesellschaft einfach nicht begriffen.

Die überbordende Fülle immer subtilerer und raffinierterer TV-Koch-Shows und -Events gegenüber der multimedialen Dominanz des Nahrungsmittel-Marktes durch Lebensmittelindustrien mögen als einer von vielen möglichen Belegen herhalten.

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
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[15.01.2018, 21:44:03]
Dr. Jürgen Schmidt 
Groko oder NoKo das war hier die Frage 
GroKo oder No Ko, das war hier die Frage. Martin Schulz hat in letzter Minute verstanden, sich und seine Partei in eine Regierung zu retten, zu der es kaum eine Alternnative gibt.

Wer hat denn ernsthaft mehr erwartet. Dass die juristische Denksportaufgabe Bürgerversicherung wohl kaum andiskutiert worden ist, war voraus zu sehen.
Doch die deutsche Ärzteschaft hat einmal wieder erlebt, wie leicht sich ihre Spitzenfunktionäre durch Drohkulissen alarmieren lassen und sich selbst unter Druck setzen.
Immerhin blieb die Kraftmeierei mit Streikankündigungen weitgehend aus. Den ärztlichen Verbänden geht es wie den Parteien, wirkliche Schwergewichte fehlen.

Nun darf man sich darauf vorbereiten, dass die CDU / CSU bei passender Gelegenheit der Fach-Ärzteschaft die Rechnung für einen heldenhaften Widerstand präsentiert, der gar nicht stattgefunden hat und die SPD muss sich auch etwas einfallen lassen, um die Hausärzte bei der Stange zu halten. Die Hausärzte haben sich für die Angelegenheit nicht sonderlich interessiert, weil sie die Interdependenz der Systeme ( Hausarzt/ Facharzt ) im niedergelassenen Bereich ohnehin nicht ernst nehmen und alternativ mit den Kliniken und Ambulanzen liebäugeln.

Bevor es in einer Phase der Rezession und Ressourcenmangel zur Sache gehen wird, sollten sich die Ärzte rechtzeitig überlegen, was an Strukturreformen sinnvoll und erforderlich ist, denn hinter dem Modell Bürgerversicherung stehen nicht nur ideologische sondern auch einige Allokationsprobleme.
Schließlich verhalten sich die Töpfe für die ärztliche Gesamtvergütung, Kliniken und Pflege wie kommunizierende Röhren. Lange können die Parteien ihre Konzeptionslosigkeit nicht mehr aus den Spendierhosen ab- und verdecken.
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