Leserkommentare [20333]

[24.06.2019, 09:05:32]
Dr. Johannes Hupfer 
Damit lagen selbstständige Ärzte klar über der Tariflohnentwicklung, die laut Zi im gleichen Zeitraum jährlich vier Prozent Plus verzeichnete. 
So viel dummes Zeug am Montagmorgen! Bei Gemeinschaftspraxen läuft das über eine Parallelzuweisung an den anderen Kollegen, da ja nie alle Kollegen gleichzeitig anwesend sind. Und schwuppdiwupp ist wieder mehr im Kasten.
Das ZI ist aber schon per se als suspekt zu betrachten, denn als Ableger des Konzerns BundesKV will man seine Milchkühe salonfähig rausputzen, um sich noch mehr Stücke vom Kuchen vor Verteilung des Honorars zu sichern.

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[23.06.2019, 10:22:50]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
"Coroner"-System statt föderalem Flickenteppich!  
Nun ist neben dem Saarland mit seiner Initiative für die qualifizierte Leichenschau, dem Land Mecklenburg-Vorpommern und der bayerischen Landeshauptstadt München auch das Land Niedersachsen mit seinem aktualisierten Bestattungsgesetz in der "medizinischen Moderne" angekommen.

In Arztpraxen mit zeitgemäßer interventioneller Untersuchung, Diagnose, Therapie, Palliation, Polymedikation, Multimorbidität, Anspruchshaltung, medizinrechtlicher Absicherung, Termindruck und Zeittaktung ist das Verlassen der Sprechstunde zu einer ausführlichen ärztlichen Leichenschau aus versorgungs- und haftungsrechtlichen Gründen lege artis gar nicht mehr möglich.

Es ist ein Anachronismus, überwiegend von Hausärztinnen und Hausärzten und auch von in der spezialisierten Krankenversorgung tätigen Assistenz-, Fach- und Spezial-Ärzten in Klinik und Praxis unter Zeitdruck und Verantwortung für ihre Lebenden, Spezialkenntnisse und Fähigkeiten der professionellen Leichenschau bei den Toten einzufordern.

Dies gilt auch für den ambulanten/stationären Notdienst. Nicht nur Allgemeinärzte und hausärztliche Internisten sind in Primär- und Sekundärprävention, biografisch begründeter Anamnese, Patienten-Untersuchung, abgestufter und Evidenz-basierter Differenzialdiagnostik, Risiko-Stratifizierung, Krankheitslast adaptierter konservativer und interventioneller Therapie, Schmerzlinderung, Palliation und Sterbebegleitung involviert, weitergebildet, qualifiziert und absorbiert.

Aufgaben eines geschulten, qualifizierten Rechtsmediziners mit entsprechender Institutsausstattung oder eines amtlich bestallten Leichenschauers ("Coroner") können sie n i c h t auch noch übernehmen.

Die Inspektion bzw. Untersuchung eines von Fachpersonal herbeigeschafften, vollständig entkleideten, gut ausgeleuchteten und nach Fotodokumentation des Auffindungsortes von Verschmutzungsspuren gereinigten Leichnams gemeinsam mit Assistenzpersonal ist uns niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten einfach nicht möglich. Denn nur dabei könnten versteckte Injektions-, Stich- oder Schusswunden unter dem Haaransatz, diskrete Strangulationsspuren, Erstickung durch äußere Einwirkungen, Schädelbasis-Frakturen, verdächtige Hauteffloreszenzen, aber auch Beibringung von tödlich wirkenden Mitteln in Körperöffnungen, Vergiftungen etc. detektiert werden.

Unter dem Druck einer Notfallsprechstunde, eines übervollen Wartezimmers, der Dokumentation einer gerade ambulant/stationär durchgeführten Intervention, einer besonders Leichenschau-fremden Spezialisierung, einer notwendigen Krankenbeobachtung, der Regelung und Befriedigung persönlich-privater Verrichtungen und Betätigungen, aber auch im Beisein von trauernden, wehklagenden, verstörten, in seltenen Fällen innerlich frohlockenden Angehörigen, ist die korrekte Leichenschau im häuslichen Milieu unter den kritischen Blicken einer sich stetig vergrößernden Trauergemeinde ein fast undurchführbares „Public Viewing“.

Im stationären Klinikbereich verstorbene Patientinnen und Patienten müssen m.E. durch externe Leichenschau-Spezialisten untersucht und begutachtet werden, um ggf. polizeiliche Ermittlungen bei Verdacht auf unnatürliche Todesursachen zu ermöglichen oder auszuschließen.

Ein staatlich vereidigter und beamtenbesoldeter „Coroner“, wie z. B. in allen Bundesstaaten der USA für über 300 Millionen Menschen seit vielen Jahrzehnten gesetzlich geregelt, würde als neutraler, rechtsmedizinisch geschulter Untersucher, Sachverständiger und Amtsperson mit Unterstützung von Hilfskräften bzw. polizeilichen Ermittlungen das Terrain eines häuslichen, klinischen oder öffentlichen Auffindungsortes inspizieren und die Trauergemeinde mit der ihm eigenen Professionalität und Autorität in die Schranken weisen. Suspekte, möglicherweise strafrechtlich relevante Umstände würden detektiert und den Ermittlungsbehörden gegenüber kommuniziert werden. An einer Implementierung eines rechtsmedizinisch bundesweit verbindlichen Leichenschau-Systems in Deutschland entsprechend dem Coroner in den USA führt kein Weg vorbei.

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund zum Beitrag »
[22.06.2019, 18:30:47]
MBA Karl-Georg Vaith 
Inkontinenz ein Thema das oft noch tabuisiert wird ! 
Es sind nicht nur Frauen, sondern auch Männer betroffen.
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Harninkontinenz, tritt oft nach einer Prostatektomie auf.
Eine anschließende Bestrahlung des betreffenden Gebietes verursacht oft ein pathologisches Symptom des Darmmilieus, das häufige Toilettengänge verursacht.
Trotz Beckenbodentraining, werden über Jahre dann Einlagen und Ableitungen gebraucht. Oder auch Pants, die eine Stuhlinkontinenz reduzieren.
Darum wäre es wichtig, die vorhandenen PSA-Werte rechtzeitig schon in jungen Jahren zu kontrollieren, um auf eventuelle cancerogene Prozesse aufmerksam zu machen.

Grüsse

Karl-G. Vaith
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[22.06.2019, 14:45:06]
Roswitha Poppel 
Flatrate-Mentalität ? 
Wie müssen sich kranke, schwerkranke und chronisch kranke Menschen fühlen, wenn sie das lesen ? I
Es gibt für GKV- Patienten keine Flatrate. Für jedes Rezept muß eine Zuzahlung geleistet werden, viele Arzneimittel müssen aus eigener Tasche bezahlt werden. Das macht niemand aus Langeweile.
Es ist ein großer Irrtum, zu glauben, der Mensch macht nichts lieber als zum Arzt "zu rennen".
Die Vorgehensweise, das Verhalten des Patienten mit Leistung kleiner Geldbeträge (?) ändern zu wollen, ignoriert das Leiden des Patienten und ist für jeden Kranken demütigend. Und wenn er die Gebühr nicht zahlen kann ? Bürokratisch würde diese Vorgehensweise sehr viel Zeit und Geld kosten, vergleichbar mit der Quartalsgebühr, die ausserdem die Praxen zeitlich unzumutbar belastet hat.  zum Beitrag »
[22.06.2019, 11:28:10]
Prof.Dr. Günter Schmolz 
Hepatitis B in Europa 
Die Anzahl von HepB-Neuerkrankungen ("akute Fälle) pro 100.000 Einwohner ist nicht die Prävalenz sondern die Inzidenz. zum Beitrag »
[21.06.2019, 17:25:55]
Lissy Andersson 
Interessanter Bericht 

Ich denke man kann Patienten beeinflussen.
Das liegt daran, das viele Patienten mit der Materie voher sich nicht auseinadergesetzt haben und wollen schnellst möglich geholfen bekommen.

Vielleicht bin ich ein seltene Form von Patienten, die gut informiert in ein Gespräch geht.
Liegt vielleicht daran, das ich selbst in der Rheumatologie tätig bin und betroffene bin.

Fakt ist, ich habe mich bis dato noch nie beeinflussen lassen vom Arzt, egal wie lange man sich schon kennt.
Ich höre mir Pro und Kontra an, danach wird entschieden.

Als Rheumapatient habe ich seit meiner frühsten Kindheit mich mit künstlichen Gelenken beschäftigen dürfen.
So kam es, das ich die erste Probandin in Deutschland war, die in den 80er Jahre zwei künstliche Hüfte von Prof Mittelmeier bekam. 2 Jahre später gab es eine künstliche Schulter und ich wurde an der Rotatorenmanschette operiert. Bis heute habe ich diesen klugen Vorschlag nicht bereut. Meine Schulterprothese ist nämlich noch die erste, null Abrieb, weil man damals schon an was besonders gedacht hat.

Je höher man den Arm hebt über Kopf oder macht Kreuzgriff, kann Gelenk luxieren oder der Abrieb ist erhöht. Was schlug man mir vor. Wir werden die Rotatorenmanschetten bis auf einen gewissen Grad versteifen, so das die Prothese frei beweglich ist, aber bis zu einem gewissen Grad.

Manchmal ist es gut wenn man auf seinen Arzt hört. Es muss nur plausibel sein, vorallem nützlich.

Danke für einen tollen Bericht


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[21.06.2019, 13:09:47]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
Warum die gute alte Hühnersuppe doch bei "Erkältungen" hilft?  
Im Gegensatz zur saisonalen, echten Influenza["flu"]-Häufung durch HxNx-Influenza-Viren z. Zt. im australischen Winterhalbjahr endemisch, kommen Erkältungen ["common cold"], zu 95% viral bedingt, wesentlich häufiger und saisonal auch unabhängiger vor: "Rhinovirus accounts for 24%–52% of clinical cases or 52%–76% of infections with an identified pathogen. No pathogen is identified in 31%–57% of upper respiratory tract infections, likely because of a host of reasons, including poor collection technique, low pathogen count due to sampling late in the illness, or previously unidentified agents. Only about 5% of clinically diagnosed cases were found to have bacterial infection (with or without viral co-infection)."
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3928210/

Nach dem evangelischen Kirchentag in Dortmund sind ab nächste Woche wieder vermehrt Virusinfekte zu erwarten.

Eine hygienisch gekochte, auf 100 Grad erhitzte Hühnersuppe bedeutet jedoch keine zusätzliche Antibiotika- oder Infektions-Last. Auch Reserve-Antibiotika und multiresistente Keime werden damit abgebaut bzw. zerstört.

Die Publikation: "Prevention and treatment of the common cold: making sense of the evidence" von
G. Michael Allan und Bruce Arroll lässt nichts aus.
- Physikalische Maßnahmen
- Desinfektion, Handschuhe, Mundschutz
- Zink
- Probiotika
- Gurgeln
- Ginseng
- Sport
- Knoblauch
- Homöopathie
- Vitamin D
- Echinacin
- Vitamin C
wurden als nicht überzeugend geprüft. Vgl. http://www.cmaj.ca/lookup/suppl/doi:10.1503/cmaj.121442/-/DC1

- Antihistaminika, Analgetika auch in Kombination
- abschwellende Medikation einschl. topisch-nasalem Ipatropium
- frei verkäufliche Husten-Dämpfer/-Löser/Expektorantien
- ätherische Einreibungen
- NSAR
- Honig
- Zink systemisch/nasal
- chinesische Heilkräuter
Alles wurde untersucht, war aber generell nie überzeugend wirksam und in Einzelfällen Nebenwirkungs-trächtig.

In der o.g. Übersicht des NCBI wird ein Zitat aus dem Journal of the Canadian Medical Association von 1931 verwendet: “The common cold is so common that we are apt to pass it by with a contemptuous gesture, unless, of course, we are the sufferers ourselves.” Die "gewöhnliche" Erkältung ist so gewöhnlich, dass wir uns daran gewöhnt haben, sie mit einer gleichmütigen Geste vorüberziehen zu lassen, ausgenommen natürlich, wir litten selbst daran.

Warum also nicht heiße Hühnersuppe?

Mf + kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund (z.Zt. Bergen aan Zee) zum Beitrag »
[21.06.2019, 11:31:50]
Philipp Albrecht 
Danke! 
Danke für den tollen Artikel! Wer möchte kann die HappyMed Videobrille gerne unverbindlich testen. zum Beitrag »
[21.06.2019, 09:26:22]
Peter Böhm 
Sensationell! 
Patienten lassen sich echt durch Ihre Ärzte beeinflussen?

Klingt wie Psychologie für Anfänger, Stunde 1.  zum Beitrag »
[21.06.2019, 09:22:45]
Dr. Gerhard Moll 
Grundgesetz verlangt Reserveantibiotikaeinsatz bei Tiere 
Ob es wirklich klug war, "die Tiere" in das Grundgesetz aufzunehmen, sieht man an den Nebenwirkungen: so hat nun jedes Hühnchen mit Lungenentzündung einen grundgesetzlichen Anspruch auf eine adäquate Behandlung. Und wenn es ein Reserveantibiotikum benötigt, ist dieses auch zu verordnen. Und wenn es 100.000 betroffene Hühnchen sind, dann bekommen auch diese das Reserveantibiotikum. Dieses Handeln entspricht exakt dem Staatsziel Tierschutz im Grundgesetz. Andernfalls würde man dem Landwirt oder Tierarzt einen Verstoß gegen das Grundgesetz und den Tierschutz vorwerfen können.
Das viel größere Potential zur Verringerung des Resistenzrisikos für den Menschen hat m.E. nach wie vor die Humanmedizin selbst. Aber solange sich diese im Blindflug befindet, was den exakten Verbrauch der verschiedenen Antibiotiklassen betrifft, kann man sich gut über den "zu hohen Verbrauch" in der Landwirtschaft auslassen. Da ist die Veterinärmedizin seit Jahren deutlich besser aufgestellt mit einem Verbrauchsrückgang von weit über 50%! Nachmachen!
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