Leserkommentare [19030]

[20.07.2018, 12:16:52]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
Wie "tickt" ein Bundesgesundheitsminister? 
Haus- und Familien-Ärztinnen und Ärzte in Deutschland bieten seit Jahrzehnten täglich offene Sprechsunden ohne vorherige Terminvereinbarung an: Das liegt zum einen an Wesen, Symptomen, Erscheinungsformen und Verlauf von Krankheiten bzw. zum anderen an Strukturen und Organisationen von Arzt-Patienten-Interaktionen.

Das sollte auch einem Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) bekannt sein. Immerhin stellt dieser, im Gegensatz zum "Kollegen" Prof. Dr. med. Karl Lauterbach von der SPD, auch Haus- bzw. Familien- und nicht nur Fach-Ärzten mit zusätzlichen Sprechstunden ohne Terminvergabe mehr Geld in Aussicht.

Doch Vorsicht! Das wäre für eine bisher verfehlte Gesundheitspolitik der "schlagende" Beweis, dass bisher dafür viel zu wenige Honorarumsätze gezahlt wurden.

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
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[20.07.2018, 11:58:25]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
Dem "Kollegen" Lauterbach ins Stammbuch... 
1. Experten für Gesundheits- und Krankenhausökonomie haben i.d.R. keine Ahnung von haus-/fachärztlicher professioneller Kooperation/Interaktion.

2. Etwa 80% aller medizinischen Beratungsanlässe bei unseren Patientinnen und Patienten werden bereits auf der hausärztlichen Ebene gelöst.

3. Sinnvolle Steuerung und Koordination der Facharztkontakte laufen über allgemeinärztliche und internistische Haus- und Familienmediziner.

4. Implementierung von Sonderbudgets für Erstkontakte zwischen Patienten und Fachärzten belegen nur eine bisher unzureichende Umsatzhonorierung.

5. Wer Erstkontakte bei Fachärzten priorisieren will, missachtet und disqualifiziert qualitativ gleichwertige Hausarzt-Erstkontakte.

6. Populistische Versuche, weitere Keile zwischen Haus- und Fachärzte zu treiben, gefährden die Sicherstellung der ambulanten Versorgung in Stadt und Land.

7. Wer lt. Handbuch des Deutschen Bundestages seine Approbation als Arzt erst seit 2010 besitzt, muss sich hinten anstellen.

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
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[20.07.2018, 10:49:18]
Dr.med. Henning Fischer 
es würde mich unsagbar freuen, wenn unsere jetzige Tätigkeit angemessen bezahlt würde 

O-Ton KVWL: die Krankenkassen bezahlen 62% der geleisteten Arbeit.

Herr Spahn hat immer noch keinen Durchblick. Wenn er ihn irgendwann mal hat, kommt ein andere Gesundheitsminister. zum Beitrag »
[20.07.2018, 06:41:35]
Dr. Franz J. Linnenbaum 
Bei Meniskusriss immer Physiotherapie?? 
Sicher ist es besser, einen Patienten mit Meniskusrisss nicht wie vor wenigen Jahren noch umfangreich praktiziert, umgehend einer arthroskopischen Meniskektomie zu unterziehen. Ich denke z.B. an den typischen ca. 60-jährigem Patienten mit Bewegungsmangel, sehr deutlichem Übergewicht, Spongiosödem subcritical im Belastungsbereich der medialen Kondyle und der Forderung, nun endlich etwas „Richtiges“ zu tun, damit er wieder ganztags seiner bisherigen Beschäftigtigung nachgehen kann. Es wird in vielen Fällen doch bei Arthroskopie landen, weil Physiotherapei alleine nicht hilft. Bekanntlich ist das Problem viel größer, als dass es mit ein wenig Physio und/oder einem operativen Eingriff zu lösen wäre. Erst dann begreift der Patient, dass man zwar zum Mond fliegen kann, aber er seine Probleme nicht mal eben gelöst bekommt. Die Hauptaufgabe liegt neben der richtigen Beratung durch den Orthopäden in der Einsicht, dass er selbst wesentlich mehr beitragen muss. Konsequente Gewichtsreduktion, Training der gelenksübergreifenden Muskulatur, Bewegungsformen ohne Belastung des Gelenkes und nicht zuletzt Nutzung der therapeutischen Möglichkeiten, wie Hyalurone i.a, ACP, NSM, LLL etc.  zum Beitrag »
[20.07.2018, 06:15:34]
Dipl.-Psych. Walter Andritzky 
Aushölung des Eigentumsrechts 
Es geht hier nicht darum Wohnraum zu schaffen, sondern um die weitere Abschaffung des eigentumschutzes. Jan 19 folgt die Zwangshypothek und bald die allg Wohnraumbewirtschaftung wie nach WK 2.  zum Beitrag »
[19.07.2018, 19:28:56]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
GBA unfähig, hausgemachte Probleme zu erkennen! 
Die Gesetzlichen Krankenkassen der GKV haben die Mehrkosten für den verbesserten immunologischen fäkalen Test "iFOBT" zum Nachweis von okkultem Blut im Stuhl übernommenen. Dieser Test beruht auf dem immunologischen Nachweis von okkultem Blut (Synonym: fecal occult blood test – FOBT; präziser immunologischer FOBT = iFOBT).

Jetzt sollten endlich auch die Richtlinien geändert werden:
Denn es ist ein dilettantischer Anachronismus, dass die Richtlinien des Gemeinsamen Bundesausschusses (GBA) über die Früherkennung von Krebserkrankungen (Krebsfrüherkennungs-Richtlinie / KFE-RL) an keiner Stelle erwähnen, dass es in über 98% aller Fälle zum Ausschluss von Krebserkrankungen und damit zur entlastenden Primärprävention von Tumorkrankheiten für unsere Patientinnen und Patienten im Sinne einer echten Vorsorge kommt. Und es nur in unter 2% zu einer Früherkennung von möglichen Tumorerkrankungen kommen kann.

Beim Mann das absolute Richtlinien-Chaos!
- Ab 35 Jahren Hautkrebs-Vorsorgeuntersuchungen alle 2 Jahre.
- Ab 45 Jahren Genital- und Prostata-Untersuchungen 1x jährlich.
- Ab 50 Jahren iFOBT-Darmkrebs-Vorsorgeuntersuchungen 1x jährlich.
- Mit 55 und 65 Präventiv-Koloskopie; alternativ dazu iFOBT alle 2 Jahre.
- Keine verbindlich evaluierten PSA- oder CEA-Testungen.

Bisher also nur vom 50. bis 55. Lebensjahr 1 x jährlich iFOBT für Frauen und Männer. Für diejenigen ab 55 Jahren, die k e i n e Präventivkoloskopie machen lassen wollen, soll dann nur noch alle 2 Jahre ein iFOBT-Test durchgeführt werden: Obwohl Darmkrebs-Prävalenz und –Inzidenz in dieser Altersgruppe gerade dann am stärksten ansteigen? Das ist doch zugleich der entscheidende Grund für die beiden Vorsorge Koloskopien!

Mit 55 die erste Präventivkoloskopie und mit 65 Jahren die zweite durchgeführt, senken Morbidität und Mortalität signifikant. Doch warum behindert man bei Koloskopie-Verweigerern zugleich die Darmkrebs-Frühdetektion mit aktiver Ausdünnung der Vorsorge- und Früherkennungs-Intervalle?

Meines Wissens müssen diese, unsere Patienten gefährdenden, völlig unlogischen Widersprüche insbesondere vom GBA selbst endlich thematisiert und aufgeklärt worden.

Mf + kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
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[19.07.2018, 15:04:38]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
Das Paralleluniversum des "Kollegen" Lauterbach... 
oder wie man zur angeblichen Abschaffung einer 2-Klassen-Medizin einen neuen 2-Klassen-Mediziner-Status einführen will!

Selten weltfremd und Medizin-bildungsfern zeigt sich hier der Kollege und SPD-Fraktionsvize Prof. Dr. med. Karl Lauterbach, der lt. Handbuch des Deutschen Bundestages erst 2010 die Approbation als Arzt erhalten hat.

Denn wie ist sein Vorschlag, ein extrabudgetäres Sonderbudget für Fachärzte für die Neuaufnahme von Patienten einzuführen, anders zu verstehen, als die Neueinführung eines 2-Klassen-Mediziner-Status.

Wenn der Professor mit der Fliege auch nur wenige Tage in Haus- u n d Facharztpraxen verbracht hätte, wüsste er, dass Hausärzte i.d.R. Tag und Nacht auch für spezifisch fachärztliche Anliegen unserer Patientinnen und Patienten zuständig und ohne lange Wartezeiten ansprechbar sind.

Der Ausdruck, dass Menschen mit der Erstdiagnose Rheuma "fast Notfälle" seien, weil die Krankheit während der Wartezeit auf die Erstbehandlung schnell voranschreiten könne, belegt im Übrigen eine weitgehende Ahnungslosigkeit des in der Rheumatologie gar nicht bewanderten Professors K. L.

Aber auch auf seinem eigentlichen Fachgebiet der Medizin- und Krankenhausökonomie scheitert Kolleg Lauterbach grandios: Sein "Für Fachärzte ist es oft lukrativer, einen Bestandspatienten zu behandeln als einen neuen Patienten aufzunehmen", bleibt bis dato ohne jeden empirisch-wissenschaftlichen Beleg.

Ärgerlich bleibt schlussendlich die akademische Missachtung der ebenso praktisch-klinischen wie wissenschaftlich begründeten Allgemein- und Familienmedizin: Auch wenn es einem Spezialisten für Gesundheitsökonomie nicht gefällt, w i r sind auch bei komplexen Systemkrankheiten die ersten hausärztlichen Ansprechpartner und können ebenso risikobehaftete, dringliche und gefährlich abwendbare Verläufe wie banale Beratungsanlässe durchaus unterscheiden.

Die viel beschworene, oft missverstandene 2-Klassen-Medizin wird jetzt auch noch durch die Einführung von sozialdemokratisch begründeten und legitimierten 2-Klassen-Medizinern konterkariert: Denn die SPD will mit einem zusätzlichen Anreiz für Fachärzte unter Ausschluss der Haus- und Familienärzte eine weitere diskriminierende Ungleichbehandlung zementieren.

"Auch Erstkontakte sollen sich lohnen", muss für a l l e Vertragsärzte gelten und extrabudgetär honoriert werden, "Kollege" Lauterbach!

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
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[19.07.2018, 12:04:48]
Dr. Uwe Wolfgang Popert 
eHype verzögert Problemlösung 
Sicher gibt es medizinische Probleme, die sich aus der Ferne lösen lassen. Die meisten per Telefon, manche vielleicht zusätzlich per Videochat. Wobei sich die Zahl der auf dem Lande wohnenden Senioren mit passenden Fragestellungen sowie entsprechenden technischen Möglichkeiten und intellektuellen Fähigkeiten im Promillebereich halten dürfte.

Was bleibt ist:
- Arztzeit wird dabei eher nicht gespart, behandeln lassen sich so nur die Bagatellen (allerdings mit größerem medizinischem Risiko)
- hoher technischer Aufwand und damit hohe Kosten
- hohes juristisches Risiko für Kunstfehler (woran wird eine Online-Konsultation wohl gemessen werden?)

Fazit:
- ein Hausärztemangel wird durch eHealth nicht kompensiert
- der derzeitige eHype verzögert adäquate Problemerkennung und Problembehandlung (nämlich die ausreichende Weiterbildung von 1/3 des ärztlichen Nachwuchses in Allgemeinmedizin) zum Beitrag »
[19.07.2018, 09:53:12]
Dr. Christoph Schüürmann 
. . . eine Idee, die überzeugend klingt . . . 
Sehr geehrte Frau Höhl,
die Gesundheitsweisen haben hier nicht eine Idee, die überzeugend klingt, sondern eine sehr gute Idee abgekupfert von dem Chirurgen Dr.Stefan Dittrich aus Plauen, der nicht nur diese Idee hatte, sondern sie auch mit enormem eigenem Einsatz konkretisiert, ausgearbeitet und maßgeblich sowie erfolgreich in Thüringen mit auf den Weg gebracht hat.

Wir Niedergelassenen Chirurgen sind ihm dafür für immer sehr dankbar !

Im Sinne der Urheberschaft hätten Sie das ruhig an dieser Stelle nochmals deutlich darlegen können, sind doch gerade Journalisten in ihren Angelegenheiten ganz erpicht auf die Regeln einer Urheberschaft.

Die Gesundheitsweisen schmücken sich in Ihrer Darstellung jedoch mit fremden Federn.


Mit freundlichen Grüßen, Dr.Ch.Schüürmann, 1.Vors. BNC (www.bncev.de) zum Beitrag »
[19.07.2018, 09:26:19]
Dr. Hartwig Raeder 
Wichtige Frage 
Die KBV muss immer noch über die Verwendung der einprozentigen Strafzahlung ab dem 1.1.2019 entscheiden. Müssen diese Gelder von der KV an die GKV überwiesen werden oder können sie zur Absenkung der Verwaltungskosten verwendet werden? zum Beitrag »
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