Leserkommentare [20562]

[22.08.2019, 14:09:27]
Dr. Horst Grünwoldt 
Afrikahilfe 
Wer in Afrika nach der Ent-Kolonisierung der 1960er Jahre E-Hilfe geleistet hat, weiß, dass nach Abzug der "weißen Kolonialherren", nicht nur die Infrastruktur daniederging, sondern auch staatliche Einrichtungen wieder zur Beute von herrschenden Ethnien geworden sind. So ist das bis heute "Sitte" in allen mehr oder weniger archaischen Clangesellschaften Afrikas und des Orients! - - -
Was die Nicht-Regierungs-Organisationen (NGOs) dort treiben, ist natürlich -wegen ihrer fehlenden "Amtlichkeit"- seit jeher nicht besonders von den Offiziellen gelitten. Es handelt sich ja bekanntlich überwiegend um Freiwilligen-Verbände (voluntiers), die nach private Gründung als steuerbefreite "Spendensammelvereine" (e.V.s)aller 1.Weltländer den E-Staaten unter der humanitären Flagge meist für sich -unabgesprochen mit anderen- isoliert tätig werden. Ihre Eignung als E-und Nothilfe-Organisation ist in vielen Fällen fragwürdig, weil ungeprüft; insbesondere auf fachlicher Ebene. Dazu gehören natürlich auch ethnologisches Wissen bei der Vielzahl von unterschieldichen Volksgruppen, denen wirksam geholfen werden soll.
Wenn europäische Ärzte in den "Seuchenkampf" eintreten, dann sollten sie auf gespenstische Verkleidungen zum vermeintlichen "Selbstschutz" vor fiktiven Krankheitserregern, die weder "überspringen"- noch "ausbrechen" können, verzichten! Das löst stets bei Angehörigen von animistischen Naturvölkern Angst und Schrecken aus. Und die entziehen sich dann den Schutzimpfungen durch Flucht...
Auch gegen die Übertragung von Ebola-Virus bei der Untersuchung und Behandlung von Kranken schützen schlicht Einmalbrille, Mundschutz und Einmalhandschuhe, die dann durch Verbrennen schadlos entsorgt werden.
Der baumwollene Ärzte- und Helferkittel kommt danach in das alkalische Wäschebad mit plus 70Grad -Behandlung und H2O2- Nachspülung als desinfizierendes Bleichbad!
Unabhängig von ethnischen Clankriegen und Terror im Kongo, Somalia und Sudan, sollten nach meinem Ermessen die Not- und Katasthrophenhelfer im Gesundheits-Sektor immer unter dem "Schutzschirm"/ Flagge der WHO durchgeführt werden. Und dazu bedürfen die internationalen NGOs vor allem ihrer fachlichen und organisatorischen Akkreditierung durch die WHO-Zentrale im schönen Genf; bevor sie als Einzelkämpfer in kulturell fremde Regionen ziehen. Und dort oft zu unerwünschten Dauergästen werden.
Dr. med. vet. Horst Grünwoldt (GTZ/GIZ-Afrikahelfer), Rostock

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[22.08.2019, 14:05:22]
Egon Schumann 
NOTFALL - SEKTORENGRENZE 
Bitte rigoros die Sektorengrenzen (ambulant/stationär) abschaffen. Dieser Zustand allein stellt schon seit Jahren einen Notfall dar.
Der hilfesuchende Mensch/Patient, egal ob Notfall oder Bagatelle, dankt es ganz bestimmt.  zum Beitrag »
[22.08.2019, 09:49:05]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
Noch ein Stück vom guten Mutterkuchen? 
Ist es sinnvoll, die Plazenta zu verspeisen?

Plazentophagie ist Gegenstand einer aktuellen Studie aus den USA. Das angeblich gut verfügbare Eisen im Mutterkuchen kann die Eisenspeicher der Mütter mit dieser Sonderform des postpartalen Kannibalismus schneller wieder auffüllen, heißt es.

Ob dies nun zutrifft, wurde in der Studie „Effects of Human Maternal Placentophagy on Maternal Postpartum Iron Status: A Randomized, Double-Blind, Placebo-Controlled Pilot Study“ von Laura K. Gryder et al. untersucht.

Positive Effekte?

Angeblich „habe der Mutterkuchen eine ganze Reihe positiver gesundheitlicher Effekte: Nicht nur Depressionen soll er vorbeugen, auch die körperliche Regeneration soll er fördern und vor allem die leeren Eisenspeicher rasch wieder auffüllen. Tatsächlich bewiesen ist davon allerdings nichts“, schreibt die Redakteurin Dagmar Kraus sehr umsichtig in einem Artikel zum Thema.

Studiendesign und Verlauf

23 gesunde Frauen mit normal verlaufenden Schwangerschaften wurden randomisiert, doppelblind und placebokontrolliert untersucht. Vier Mal wurde der Eisenstatus anhand der Hämoglobin-, Transferrin- und Ferritin-Werte bestimmt: In der 36. Schwangerschaftswoche, innerhalb von 96 Stunden nach der Geburt, zwischen dem 5. und 7. Tag postpartal und in der dritten Woche nach der Entbindung. Ausreichend Eisen sollte mit der Nahrung aufgenommen, bzw. im Anschluss an die Entbindung 20 Tage lang geschluckt werden (entweder Plazentakapseln oder Placebokapseln mit Biofleisch von Weiderindern): Am 1. bis 4. Tag 3 x tgl. 2 Kapseln mit 550 mg, am 5. bis 12. Tag 2 x tgl. 2 Kapseln mit 550 mg und weitere 8 Tage 1 x tgl. 2 Kapseln mit 550 mg.

Kein signifikanter Unterschied

Kein statistisch relevant messbarer Unterschied zwischen der Plazenta- und der Placebogruppe, weder für die Parameter Hämoglobin, Ferritin oder Transferrin konnte detektiert werden. Obwohl der durchschnittliche Eisengehalt in den Plazentakapseln bei 0,664 mg/g und in den Placebokapseln nur bei 0,093 mg/g lag.

Das Autorenteam schließt seinen Abstract mit folgender Ergebnisdiskussion: „Die vorliegende Studie legt nahe, dass verkapselte Plazenta-Supplementation weder signifikant den postpartalen mütterlichen Eisenstatus verbessern noch ausgleichen kann. Dies gilt für Frauen, welche die empfohlene tägliche Menge an Nahrungseisen während Schwangerschaft und Stillzeit aufnehmen, im Vergleich zu einem Rindfleisch-Placebo...“ [„The current study suggests that encapsulated placenta supplementation neither significantly improves nor impairs postpartum maternal iron status for women consuming the RDA (recommended daily allowance) of dietary iron during pregnancy and lactation, compared to a beef placebo. This may be an especially important finding for women who are iron deficient postpartum and whose only source of supplemental dietary iron is encapsulated placenta, as this may provide an inadequate source of supplemental iron in cases of deficiency“].

Fantasie und Wirklichkeit?

Doch wer jemals auf einem Bauernhof die Spontangeburt eines Säugetieres mitbekommen hat, wird dabei unschwer festgestellt haben, dass die Plazenta nicht vom entkräfteten Muttertier selbst, sondern von den umherstreunenden, hungrigen Karnivoren in Haus und Hof weggefressen wird. Vegan bzw. vegetarisch lebende Milch-Tiere werden wohl kaum Appetit auf Plazentae haben, und nicht säugende Eier-Leger werden von den aggressiveren Fleischfressern verscheucht. Insofern beantwortet die Studie nichts weiter als irregeleitete Forschungsfantasien.

Postfaktisches?

Damit werden Zurück-zur-Natur-Wünsche von Yuppies erfüllt, die mangels ausreichender körperlicher Fitness oder Willenskraft doch keine Spontan-, Unterwasser-, Sanft- oder Kopfstand-Geburten zu Stande gebracht haben. Soll das durch den damit erforderlichen Kaiserschnitt fehlende authentische Geburtserlebnis dann über den scheinbar gesunden Gourmet-Genuss der eigenen Plazenta nachgeholt oder überkompensiert werden?

Bereichert durch die waghalsige Plazenta-Grenzerfahrung, inspiriert durch diese Sonderform des Kannibalismus und gestärkt durch ein Wildnis-Abenteuer der an der Plazenta nagenden Sippe („survival of the fittest“), kann man dann wieder beruhigt zurückkehren – per Auto und Aufzug, in eine nach Feng Shui Prinzipien ausgerichtete Welt der klimatisierten Bürotürme, wo man authentische Back- bzw. Kochrezepte unter Verwendung von frischer Muttermilch mit den anderen, aus dem Mutterschutz zurückkehrenden Kolleginnen austauscht.

Mf + kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund

Weitere Hintergrund-Informationen zum Thema "Plazentophagie"!

- "Promis wie Kim und Kourtney Kardashian haben mit ihrer Ankündigung, die eigene Plazenta zu essen, einen regelrechten Trend ausgelöst. Von Plazentophagie sprechen Experten, wenn jemand seinen Mutterkuchen verspeist." http://m.baby-und-familie.de/Geburt/Plazenta-essen-Eklig-oder-gar-gesund-509057.html

- "Studienüberblick - Nein, Sie müssen Ihre Plazenta nicht essen - Roh, gekocht oder gemahlen und in Kapseln verpackt? Vor allem in den USA ist es ein Trend, dass Mütter die eigene Plazenta verzehren. Die Liste der angeblichen positiven Effekte ist lang - doch Forscherinnen winken ab." http://www.spiegel.de/gesundheit/schwangerschaft/plazenta-essen-muss-nicht-sein-sagen-forscher-a-1037687.html

- "Dass Eltern die Plazenta gerne nach der Geburt mit nach Hause nehmen möchten, um später darauf ein "Lebensbäumchen" zu pflanzen, ist in unseren Breitengraden durchaus nicht ungewöhnlich. Auch in anderen Kulturen gibt es zahlreiche Bräuche
rund um den Mutterkuchen." http://www.t-online.de/eltern/schwangerschaft/id_51311896/mutterkuchen-woertlich-nehmen-wenn-eltern-die-plazenta-verzehren.html

- "Den Anhängerinnen der Plazentophagie – so nennt man den Verzehr des Mutterkuchens – zufolge geht die Wunderliste der Dinge, die die Plazenta leistet, nach der Geburt weiter. Angeblich sorgen Pillen aus Mutterkuchen für einen rosigen Teint und gleichen den Eisenverlust des Körpers aus, sie spenden der Mutter Energie und lindern postnatale Schmerzen. Sie sollen sogar bei der Milchbildung und gegen Depressionen helfen. Ach ja, eine gute Mutter-Kind-Bindung unterstützen sie mutmaßlich auch. Und während der Wechseljahre sollen sie den weiblichen Hormonhaushalt in Ordnung halten." http://www.focus.de/familie/geburt/plazenta-essen-liebe-muetter-die-plazent-ist-nicht-so-gesund-wie-gedacht_id_4734803.html

- "Geburtsmedizin - Der Verzehr der Plazenta – ein neuer Trend? Eine amerikanische Psychiaterin horchte auf: Einige ihrer schwangeren Patientinnen berichteten, dass sie planten, ihren Mutterkuchen zu essen – zum Beispiel in Kapselform. Nun legt die Ärztin eine beunruhigende Studie vor." Von Christina Hucklenbroich http://www.faz.net/aktuell/wissen/medizin-ernaehrung/die-plazenta-nach-der-geburt-essen-ein-neuer-trend-13701066.html zum Beitrag »
[22.08.2019, 00:39:25]
Uta Scholz 
Sie sollten sich einen Hund zulegen... 
Herzlichen Dank für Ihren gelungenen Beitrag, sehr geehrter Herr Kollege Dr. Bayer!
Julius Hackethal hielt übrigens Boxer. Jedenfalls in Lauenburg, als er sich noch Karl Heinz nannte. Später war er eher von Katzen umgeben, aber da hatte er mit Dr. Weber auch schon den einzigen Leib-Arzt gefunden, den er präfinal duldete. Am Ende kam er ohne Arzt aus..., mit der Liebe, die ihm zeitlebens am wichtigsten war.

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[21.08.2019, 18:26:42]
Dr. Uwe Wolfgang Popert 
Leicht zuckersenkendes Diuretikum 
Offensichtlich sind die Gliflozine Diuretika mit leicht zuckersenkendem Nebeneffekt. Wenn die Haupteffekte eine Verringerung der Herzinsuffizienzrate ist, dann braucht es Studien mit Vergleich von Indapamid bzw. Chlortalidon und Gliflozinen. Alles andere ist Augenwischerei. zum Beitrag »
[21.08.2019, 13:36:45]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
Weiterführende Untersuchungen zur Ultrafeinstaub-Belastung durch Flugverkehr sind sehr zu begrüßen 
Die europäischen Vorschriften zur Messung von Umweltbelastungen, veröffentlicht vom Umweltbundesamtes (UBA) als "Grundsatz der Luftqualitätsüberwachung" (Anlage 3 A und B der 39. BImSchV)" weisen erhebliche Lücken und Unstimmigkeiten auf:

"Lage der Messstationen
Neben dem Grundprinzip, am Ort der höchsten Belastung zu messen, macht die Richtlinie konkrete Vorgaben zum Abstand verkehrsnaher Messstationen zur nächsten Kreuzung, zum Fahrbahnrand, zu Gebäuden, zu den Anströmungsbedingen und auch zur Höhe der Messeinlassöffnung (dort wird die zu untersuchende Luft angesaugt). Demnach soll eine verkehrsnahe Station z.B. nicht weiter als 10 Meter vom Fahrbahnrand und mindestens 25 Meter entfernt von einer verkehrsreichen Kreuzung aufgestellt werden. Zusätzlich müssen jedoch auch Störfaktoren (z.B. Bäume, Balkone), Sicherheit, Zugänglichkeit, Stromversorgung und Telefonleitungen, Sichtbarkeit der Messstation in der Umgebung, Sicherheit der Öffentlichkeit und des Betriebspersonals bei der Standortwahl berücksichtigt werden. (Anlage 3 C der 39.BImSchV)"
https://www.umweltbundesamt.de/themen/luftmessnetz-wo-wie-wird-gemessen

Grundsätzlich n i c h t erfasst werden bei Umweltmessungen laut europaweiter Vorschriften, welche nicht mal zwischen kleinen/großen Diesel-/Benzin-PKWs und LKWs differenzieren:
Bereiche vor oder hinter Werkstoren von Industrie-/Produktionsanlagen, Land-/Energiewirtschaft, Logistik, Ver- und Entsorgern. Alle privaten/beruflichen Areale von Raucherzonen, geschlossenen Wohn-, Arbeits- und Lebensbereichen, Büros, Großveranstaltungen etc. bleiben von Grenzwerten ausgenommen bzw. gestatten extrem hohe maximale Arbeitsplatz-Konzentrationen (MAK). Nicht-Straßen-gebundene Diesel-/Benzin-Fahrzeuge bzw. sonstige Aggregate zu Wasser, zu Lande und in der Luft bzw. an Flughäfen werden von den Messungen ausgespart!

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund




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[21.08.2019, 10:33:08]
Dr. Lothar Wittmann 
Feinstaub macht psychische Störungen? 
Vor der phantasievollen Korrelation von schlechter Luft mit Entzündungsprozessen im Gehirn sollte vielleicht doch erst der kritische Blick auf die Mängel der Studien stehen - und dann die einfache Frage, wer dort wohnt und ob die Menschen in belasteter Luft nicht jede Menge sonstiger Stressoren erleben müssen? zum Beitrag »
[21.08.2019, 10:10:26]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
Kritische Gedanken zu... 
"Die Stadtbevölkerung, welche an viel befahrenen Straßen lebt, ist am meisten gefährdet“, lautete das Credo des Pneumologen Prof. Dr. med. Christian Witt von der Berliner Charité beim letztjährigen Deutschen Lungentag 2018.

Doch ist das empirisch korrekt und logisch folgerichtig? Unlogisch wird ausgeklammert, dass auch ein wesentlicher Teil der Dorf- und Landbevölkerung direkt an viel befahrenen Straßen wohnen muss. Und so lange die Wohlhabenden, Reichen und "Schönen" weltweit mit ihrer generell höheren Lebenserwartung nicht gezielt ihre Wohnsitze an viel befahrenen Hauptverkehrs-Straßen aussuchen, um zugleich den Ärmeren und weniger Wohlhabenden der Unterschicht bzw. unteren Mittelschicht mit generell niedriger Lebenserwartung in ihren verkehrsfernen grünen Villenviertel Platz zu machen, wird es immer wieder diesen Studien-"Bias" (Fehlannahme) geben.

Wenn laut einer Statistik der Europäischen Umweltagentur EEA in Deutschland 2017 rund 54.000 bis 66.000 vorzeitige Todesfälle durch Feinstaub, 12.000 bis 44.000 durch Stickoxide und 2.200 durch Ozon vorgekommen sein sollen, wurden genau diese wichtigen morbiditäts- und mortalitätsbildenden Erkenntnisgrundlagen und Co-Faktoren empirisch vereinfachend ausgeklammert. Denn Morbidität und Mortalität entwickeln sich bei allen Lebewesen nicht monokausal: Straßenverkehr, Emissionen, Immissionen und Lärm machen nur einen Teil gesundheits-schädigender, krankheits-fördernder Risikofaktoren aus.

Selbstverständlich sind die Konzentrationen von Schadstoffen wie Feinstaub und Stickoxiden nicht nur bei großer Hitze und anhaltender Trockenheit erhöht und führen bei unseren Patientinnen und Patienten zu chronischer Bronchitis, Asthma oder COPD. Dass bei COPD der chronisch obstruktiven Lungen-Patient im Lauf der Zeit auch unter Umweltbelastungen zunehmend Atemprobleme bekommt, kann gar nicht ernsthaft bestritten werden.

Doch weshalb muss ausgerechnet der Individualverkehr mit Diesel- und Benzin-Antrieb von PKWs und LKWs in Ballungsräumen als Sündenbock herhalten, während alle anderen Umweltsünder geschont und verhätschelt werden? Messungen an Energie-, Heizungs-, Entsorgungs- und Industrieanlagen, am Luft-, Wasser- und Schienen-Verkehr sind im Gegensatz zum Straßenverkehr, wo in 1 bis maximal 10 Meter Abstand vom Fahrbahn-Rand Mess-Stationen europaweit installiert wurden, waren und sind bis heute grundsätzlich nicht vorgesehen.

Umweltbundesamt (UBA): "Demnach soll eine verkehrsnahe Station z.B. nicht weiter als 10 Meter vom Fahrbahnrand und mindestens 25 Meter entfernt von einer verkehrsreichen Kreuzung aufgestellt werden". Am Beispiel zweier Dortmunder Mess-Stationen unter
http://news.doccheck.com/de/blog/post/10594-standorte-von-umwelt-messstationen-in-dortmund/
dargestellt.

Pneumologen, Haus- und Familienärzte bzw. Fachgesellschaften sollten sich nicht vor den Karren einer populistisch-unehrlichen bzw. wissenschaftlich nicht belegbaren Diesel-PKW-Politik spannen lassen. Es ist schließlich ein gesamtgesellschaftlicher Skandal, wenn nicht a l l e verschiedenen Verbrennungsarten einschließlich der Kohleverstromung mit entgegengesetzten und in sich widersprüchlichen Kriterien der Umwelt-Verträglichkeits-Prüfungen behandelt werden.

In einer beispiellosen Kumpanei zwischen Automobilindustrie, Lobbyisten, Werbewirtschaft, Wissenschaft, Politik, Meinungsbildnern, KFZ-Zulassungs- und Aufsichtsbehörden wurden exzessiven Manipulationen Tür und Tor geöffnet.
Trotzdem: Nach 2-Takter-Abschaffung, Ende der Diesel-Fahnen oder Ölbrenner-Fahnen beim Benziner durch ASU, Feinstaub-, CO-, CO2- und SO2-Debatten, geregelter Abgasreinigung mit/ohne Katalysator/Feinstaubfilter/ad-blue-Technologie sind und bleiben Diesel- und Benzin-PKWs historisch die saubersten Autos, die unsere Umwelt je gesehen hat.

Das bezieht sich aber nur auf kleine Hubräume und geringe KW-Leistungen. Großvolumige (veraltete) PKWs, SUVs, Protz-, Nutz- und Sonder-, Schienen-Fahrzeuge, LKWs, Industrie-Verbrennungsmotoren, Heizungsanlagen sind die entscheidenden Hauptprobleme, weil deren Gesamtausstoß und Umweltbelastungen wesentlich höher liegen.

Und Schiffsdiesel, Diesellokomotiven bzw. landwirtschaftliches Gerät fahren zugleich mit Alt-/Schwer-/Heizöl zu Land, zu Binnengewässern oder auf Weltmeeren und in allen deutschen Hochsee-Häfen herum?

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund zum Beitrag »
[21.08.2019, 09:39:39]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
Nur semantische Verirrungen oder organisiertes Chaos im Hause Spahn?  
Wenn der "Chef" bei Darmkrebsvorsorge auch aufs Digitale setzt, sollte er nicht vergessen, dass die digitale Untersuchung des Enddarms zum Goldstandard der Darmkrebsvorsorge mit dazugehört.

Und die Deutschen Krebsvorsorge-Richtlinien sind und bleiben unverständlich:
• "Im Alter von 50 bis 54 Jahren können Frauen und Männer jährlich einen [präventiven] iFOB-Test vornehmen lassen."
Wenn jetzt bei Männern ab 50 Jahren der Zeitpunkt der 1. Koloskopie vorverlegt wurde, wieso gibt es dann keinen entsprechenden iFOBT-Vorlauf ab dem 45. Lebensjahr?

• "Ab einem Alter von 55 Jahren haben Frauen und Männer [nur noch] alle zwei Jahre Anspruch auf einen [präventiven] iFOB-Test, solange noch keine Koloskopie in Anspruch genommen wurde."

Das bedeutet m.a.W.: In den Altersgruppen ab 55 bis 65 Jahren, wo Darmkrebs-Prävalenz und -Inzidenz am h ö c h s t e n sind, sollen die Untersuchungs-Abstände entscheidend a u s g e d ü n n t werden. Soll man das als Strafaktion bei nicht erfolgten Früherkennungs-Koloskopien im Mindestabstand von zehn Jahren verstehen?

Logische Konsequenz bei diesem besonders gefährdeten Patienten-Klientel wäre doch erst recht, 1 Mal jährlich einen präventiven iFOB-Test vorzunehmen und n i c h t nur alle 2 Jahre. Vgl. meinen Kommentar zu https://www.aerztezeitung.de/panorama/article/958380/interview-darmkrebs-screening-hohen-huerden.html

"Results - Of 1750 CRC [Colorectal Cancer] deaths, 75.9% (n = 1328) occurred in patients who were not up to date in screening and 24.1% (n = 422) occurred in patients who were up to date" in "Modifiable Failures in the Colorectal Cancer Screening Process and Their Association With Risk of Death"
von Chyke A. Doubeni et al.
https://www.gastrojournal.org/article/S0016-5085(18)35034-0/fulltext
bedeuten zwar, dass auch ein leitliniengerechtes Darmkrebs-Früherkennungs-System in 24,1% der von Darmkrebs Betroffenen nicht vor Todesfällen durch diese Erkrankung schützen kann. Aber die mit 75,9% wesentlich höhere Sterblichkeit in der Gruppe ohne adäquates Darmkrebs-Screening gibt zu größter Besorgnis Anlass.

Das Präventionschaos muss beendet werden:

- Noch im letzten Jahrtausend wurden jahrzehntelang Krebsvorsorge-Dokumentationen als Muster 40a für Männer ausgefüllt, bei den Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) archiviert, aber zuletzt verworfen. Denn sie konnten mangels intelligenter Erhebungsmethodik nie evaluiert werden.

- Die zuletzt abgeschafften Berichtsvordrucke Muster 30 ("Check-Up-35") als "Gesundheits-Untersuchung" sahen nicht mal die Rubrik 'Krebserkrankung' vor! Von irgendeiner Auswertung karzinogener Risikofaktoren ganz zu schweigen.

- Implementierungen von Adipositas-Beratung, Prävention von Nikotinabusus, Alkohol- und anderen Abhängigkeitserkrankungen, Fehlernährung als karzinogene Co-Faktoren stehen weder auf der KV-, KBV-, G-BA- oder GKV-Agenda.

- Krebsvorsorge beim Mann findet kaum Akzeptanz: Während bei Frauen ab 20, 30 und 50 Jahren differenzierter Früherkennungsumfang gynäkologischerseits gefordert und gefördert wird.

- Beim Mann dagegen Leitlinienchaos! Ab 45 Jahren digitale Genital- und Prostata-Untersuchungen (?); digitale Darmuntersuchungen aber erst ab 50, wo jetzt gleichzeitig die erste Präventivkoloskopie mit 50 Jahren einsetzen soll? Keine verbindlich evaluierte PSA-Testung.

Genau dieses KBV- und G-BA-Wirrwarr, im Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) für Männer festgeschrieben, fördert Frustration, Demotivation und Entmutigung in der Krebs-Prävention und -Früherkennung, bei Vertragsärzten wie Patienten gleichermaßen.

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler FAfAM Dortmund zum Beitrag »
[21.08.2019, 09:25:21]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
"Es gibt keine dummen Fragen, nur dumme Antworten!" 
Warum in aller Welt hat dann die BAYER AG die US-Firma MONSANTO für 66 Milliarden US-Dollar gekauft?
Etwa, um mit dem Verkauf ihrer BAYER AG Sparte Tiergesundheit („Animal Health“) an das US-Unternehmen ELANCO für 7,6 Milliarden US-Dollar die eigenen Finanzierungslöcher zu stopfen?

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund

"Bayer und Monsanto unterzeichneten eine bindende Fusionsvereinbarung, die Bayer die Übernahme von Monsanto für 128 US-Dollar je Aktie in bar ermöglicht. Das entspricht einem Kaufpreis von rund 66 Milliarden Dollar (knapp 59 Milliarden Euro)." web.de/magazine/wirtschaft/bayer-uebernimmt-monsanto-31884028
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