Leserkommentare [18917]

[19.06.2018, 14:44:16]
Dr. Carl Scherer 
Mangelndes Interesse am BAA-Screening 
Bis jetzt ca. 50 der KBV-Broschüren an die älteren Herren herausgegeben.
Interesse daran /Terminvergabe gleich Null. zum Beitrag »
[19.06.2018, 14:34:33]
Carsten Windt 
Das Alter allein ist kein Merkmal 
Allein die Tatsache, dass Übergewicht gerade bei den jüngeren deutlich zugenommen hat und das Kniegelenk gerade bei Übergewicht neben Hochleistungssport extremen Verschleiß ausgesetzt ist, kann erklären dass vemehrt "jüngere" eine Knie-TEP bekommen.
Hier gleich nur finanzielle Gründe zu vermuten, ist zu einfach.  zum Beitrag »
[19.06.2018, 11:20:02]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
Neuregelung des KBV-"Wirtschaftlichkeitsbonus" ist und bleibt hausarzt- und patientenfeindlich! 
In der Realität entpuppt sich die Behauptung von angeblich „überproportional wachsenden Ausgaben im Labor", welche die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) reklamiert, als ein Anstieg der "Laborkosten von derzeit jährlich um 5%", und ist insoweit eine "Chimäre" der KBV.

Denn die KBV verschweigt, dass der Löwenanteil an die Fachärzte/-innen für Labormedizin mit ihrem O-II- und O-III-Labor geht. Die hausärztlich tätigen Praktiker, Fachärzte für Allgemeinmedizin, hausärztlichen Internisten, Pädiater und viele primärversorgenden Fachärzte (Chirurgie, GYN/GEB, HNO, Augen, etc.) betreiben dagegen nur das O-I-"Zwergenlabor", meist über eigene Laborgemeinschaften: Damit werden aber zugleich Groß-Labore über konsekutive Auftragsleistungen alimentiert.

Ein Anstieg von plus 5% per annum ist mit medizinischem Fortschritt und gefordertem Monitoring, dem "demografischen Faktor", gesteigerten Ansprüchen/Erwartungshaltungen von Patienten u n d Ärzten bzw. erhöhten forensischen Anforderungen und juristischen Absicherungen zu erklären.
Insofern bleibt verwunderlich, wieso die KBV keine Abwehrstrategien gegen "schwarze Schafe" entwickelt hat, die mit unsinnig-unlogischen Labor-"Latten", abenteuerlichen Maximaldiagnostik-Untersuchungen und willfährig-suspekten Labor-Kooperationen eindeutig überhöhte Laborkosten selbst verursacht bzw. auftragsmäßig veranlasst haben.

Es sind nach ärztlich-professioneller Berufsauffassung primär die Symptome, Beschwerden, Krankheitszeichen, Diagnosen, Differenzialdiagnosen und Therapien unserer Patientinnen und Patienten, welche Art und Umfang der spezifischen Labor-Diagnostik und -Kosten bestimmen. Von daher bleibt es grundsätzlich fragwürdig und rechtlich angreifbar, warum nach historisch eher mittelalterlichen Prinzipien niedergelassene, freiberuflich tätige Primär - und Fachärzte/-innen ausgerechnet für die Erkrankungen ihrer Patienten in Labor-Budget-Verpflichtung und finanzielle Haftung genommen werden sollen?

Ab 1.4.2018 gilt:
Es "wird quasi als Verteilungsfaktor für jedes Quartal der individuelle Fallwert der Praxis ermittelt. Dazu wird die Summe aller Laborkosten eines Quartals durch die Fallzahl im Quartal geteilt. Hat unser Hausarzt zum Beispiel 1.400 Euro Laborkosten verursacht, beträgt sein individueller Fallwert also 1,40 Euro (1.400 : 1.000 = 1,4).
Ein festgelegter Korridor bestimmt nun, wie hoch der Anteil ist, den der Arzt aus dem errechneten Wirtschaftlichkeitsbonus erhält. Bei Hausärzten liegt der Korridor zwischen 1,60 Euro und 3,80 Euro. Er wurde auf Basis der Abrechnungsdaten des Jahres 2015 für die einzelnen Fachgruppen berechnet und ist im EBM festgelegt.
Liegt der arztindividuelle Fallwert oberhalb jener Obergrenze, erhält der Arzt von seinen 2.024,32 Euro keinen Cent, denn er hat zu hohe Laborkosten ausgelöst. Liegt er unterhalb des Korridors, war er also besonders sparsam, erhält er den kompletten Betrag von 2024,32 Euro. Liegt er innerhalb des Korridors, erhält er entsprechende Anteile des Bonus quotiert gutgeschrieben.
Welchen Wirtschaftlichkeitsbonus ein Arzt erhält, entscheidet sich also nicht nur an der Fall- und Punktzahl, sondern auch daran, wie viele Kosten er mit seinen Anforderungen ausgelöst hat." (Zitat Ende)

Grundsätzlich ändern daran auch zahlreiche Ausnahmeziffern nichts. Denn diese sind viel zu rigide gefasst: Ein Diabetiker bekommt z.B. kein Blutbild zum Ausschluss einer Anämie, sondern nur einen HbA1c und die Kreatinin - Bestimmung. Alles andere, wie z.B. TSH (Schilddrüsen-Fehlfunktion), GPT/GGT (Hepatopathie), LDL-Cholesterin, Insulin/Insulin-AK ö. ä. fließen trotzdem in die Gesamt-Budgetrechnung mit ein.

Auch die Groß-Labore, die Auftragsleistungen, ob sinnhaft/sinnstiftend oder nicht, zwangsweise erfüllen und abarbeiten müssen, werden "gerupft": "Die Architekten der Laborreform haben entschieden, dass die Laborärzte nur noch 89% der angeforderten Leistungen vergütet bekommen. Derzeit sind es noch 91,58%. So sinkt der Vorwegabzug und damit auch die Höhe des Betrages, der zugeschossen werden muss." (Zitat Ende)

Vor dem 1.4.2018 bewirkte die Angabe einer Labor-Ausnahme-Kennziffer, dass alle in dem betreffenden Behandlungsfall durchgeführten und angeforderten Laborleistungen nicht mehr auf das Laborbudget angerechnet werden konnten. Bei unseren sehr häufig multimorbiden Patientinnen und Patienten wurden dann alle zusätzlich notwendigen und indizierten Laboruntersuchung gemacht, ohne über dabei durchgeführte oder veranlasste Laborparameter Ängste um Überschreitung des Laborbudgets auszulösen.

Von daher sind die neuen Laborregelungen der KBV kontraproduktiv und bilden die Versorgungsrealität in der vertragsärztlichen Praxis gar nicht mehr ab.

Mf + kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
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[19.06.2018, 07:51:06]
Dr. Hartwig Raeder 
Definition 
Bislang fehlt jede Legaldefinition des Landarztes. zum Beitrag »
[19.06.2018, 06:47:18]
Frank Vilsmeier 
Stellenanzeigen sind kein Maßstab  
Die Einrichtungen im Gesundheitswesen und der stationären Pflege haben es aufgegeben, Stellenanzeigen zu schalten. Es lohnt sich einfach nicht und würde bei wiederholten Versuchen sogar ein negatives Bild vermitteln. Personal ist nur noch durch persönliche Ansprache/Beziehungen oder aus der eigenen Ausbildung heraus zu gewinnen. Es ist schlimmer, als es scheint. zum Beitrag »
[18.06.2018, 12:49:44]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
Forderungen der Lipid-Liga werden von Politik und GBA konterkariert! 
Zu Recht wies die Lipid-Liga zum "Tag des Cholesterins" am 15.6.2018 darauf hin, dass Dyslipidämien in den entwickelten Industriegesellschaften zu den häufigsten Erkrankungen gehören und wegen zunehmender Lebenserwartung  kardiovaskuläre Erkrankungen und Todesfälle provozieren.

In Deutschland ist weder bei Vorsorgeuntersuchungen von Kindern noch von Erwachsenen ab dem 35. Geburtstag  eine Bestimmung von LDL-Cholesterin, Triglyzeriden und Lipoprotein(a) vorgesehen, obwohl viele Dyslipidämien genetische Ursachen haben.

Nicht nur die Lipid-Liga, sondern auch andere ärztliche Fachgesellschaften fordern, ein erweitertes Screening einzuführen.

Ab dem 35. Geburtstag besteht in der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV)  alle zwei Jahre ein Anspruch auf den Checkup 35. Bei diesem ist aber lediglich die Messung des Gesamtcholesterins, der Blutglucose und ein Urinstatus vorgesehen, insuffiziente Labor-Untersuchungen mit geringer Aussagekraft.

Gesundheitspolitik, Gemeinsamer Bundesausschuss der Ärzte und Krankenkassen  (GBA) blockieren nachhaltig die Weiterentwicklung von dringend notwendigen, ärztlich geleiteten Präventionsmaßnahmen einschließlich Raucherentwöhnung, Adipositas- und Ernährungs-Beratung bzw. Suchtprävention. Die Lipid-Liga macht sich dagegen dafür stark, zumindest differenzierte Messungen des Lipid-Stoffwechsels auf die gesundheitspolitische Agenda zu setzen.

Mf + kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund  zum Beitrag »
[18.06.2018, 12:10:04]
Dr. Christoph Schay 
Alter Hut 
schon vor Jahren wurden in den Patientenquittungen der AOK NW Honorare ausgewiesen die kein Arzt in Westfalen Lippe je als Fallwert erreichen kann. Das Sternchen mit dem Hinweis, hierbei handelt es sich um einen rein rechnerischen Betrag trug auch nicht zur Klärung bei. Die Scheinheiligkeit der GKV nimmt immer absurdere Gestalt an. zum Beitrag »
[18.06.2018, 11:40:37]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
Kein strafrechtlicher Schutz für Ersthelfer und Ärzte! 
Nach § 114 StGB und dem neuen § 115 StGB bleibt Ersthelfern ebenso wie Ärzten bei Angriffen der Schutz durch das Strafrecht verwehrt.

Bundesregierung, Bundesrat und Parlamentsabgeordnete haben bei ihren Abstimmungen offensichtlich gezielt Ärztinnen und Ärzte bzw. ärztliches Begleit- und Assistenzpersonal als Rettungshelfer in ihrem beruflichen Alltag und im zentralen ärztlichen Notdienst im Stich lassen wollen.

Damit bleiben aber auch alle strafrechtlich zu unmittelbarer und zumutbarer Hilfeleistung verpflichteten Laien-Ersthelfer in jeglichen Notfall-Situationen den möglichen Angriffen Dritter ohne Strafrechtsandrohungen schutzlos ausgeliefert.

Völlig absurd: Beim strafrechtlichen und ideellen Schutz aller Helfer in Notsituationen lässt man sich verleugnen, fordert aber zugleich strafrechtliche Sanktionen gegen Bürgerinnen und Bürger bei unterlassener Hilfeleistung?

Aus dem verbesserten strafrechtlichen Schutz nach § 114 Strafgesetzbuch StGB (Regelung für Polizei- und Vollzugsbeamte) und dem eigentlich neuen Paragrafen § 115 StGB (Angriffe auf Rettungsdienste, Feuerwehr und andere Einsatzkräfte) werden m. E. verfassungswidrig ausgegrenzt:

– Ersthelfer (mit gesetzlicher Pflicht zur Hilfeleistung),
– Ärzte im organisier­ten ärztlichen Notfall- und Bereitschaftsdienst,
– Begleit- und Hilfspersonen im Notfall- und Bereitschaftsdienst,
– technische Helfer (Handwerk, Technik, Ver- und Entsorger)
– Hilfe-Leister bei Katastrophen, Unglücksfällen, Gefahren-/Notsituationen
– Pflege- und Logistik-Personal
– erst- und weiterbehandelnde Ärzte/Assistenz in Klinik und Praxis.

Bundesregierung, Bundesrat und Bundestag haben sich mit diesem im April 2017 verabschiedeten Gesetzesbeschluss blamiert.

Über die Ursachen vermehrter Aggressivität in der Arzt-Patienten-Interaktion kann man nur spekulieren. Die Gesetzlichen Krankenkassen der GKV propagieren über Hotlines und Beratungen einen unbeschränkten, sofortigen und nahezu grenzenlosen Anspruch auf ärztliche-/psychotherapeutische Beratung/Hilfe/Unterstützung/Intervention in einer Art "Flatrate" und "all-you-can-eat"-Manier mit permanenter Notfallbereitschaft aller denkbaren Fachrichtungen.

Insbesondere wir niedergelassenen Vertrags-Ärztinnen und -Ärzte sind aber an die "Leistungsprinzipien der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV)" gebunden. Diese werden allein durch das "Wirtschaftlichkeitsgebotes" nach § 12 Sozialgesetzbuch 5 (SGB V) definiert:
"Die Leistungen müssen ausreichend, zweckmäßig und wirtschaftlich sein; sie dürfen das Maß des Notwendigen nicht überschreiten" [WANZ-Prinzip wirtschaftlich, ausreichend, notwendig, zweckmäßig).

Dass daraus u. U. heftige Zielkonflikte resultieren, müsste die GKV eigentlich gegenüber ihren Versicherten kommunizieren: "Klingt interessant, isses offensichtlich aber nicht!"!

- frei nach "Klingt interessant, isses aber nicht!" WDR 2 Copacabana. Als WM Spezial auf Russisch: "Swutchit intereso - no jesli tchesno njet" https://www1.wdr.de/radio/wdr2/programm/comedy/wdr2comedy830.html

Mf + kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund zum Beitrag »
[18.06.2018, 09:43:32]
Peter Gorenflos 
Sollen drei Alibis unlauteren Wettbewerb vertuschen? 
Nun gibt es also drei Jameda-Kunden, die wegen schlechter Bewertungen gegen Jameda geklagt haben und zumindest teilweise verloren haben. Man fragt sich, weshalb sie zahlende Kunden einer Firma sind, die ihre Interessen verletzt, sie könnten den Vertrag doch fristgerecht kündigen. Liegt hier ein abgekartetes Spiel vor, ein Täuschungsmanöver?
Tatsache ist, dass die Statistik zählt und nicht drei Einzelfälle, die bestenfalls als Alibi dienen. Allein die zwangsrekrutierte Dermatologin aus Köln, Astrid Eichhorn, hatte wegen siebzehn (!!!) Bewertungen juristische Auseinandersetzungen mit Jameda und sie ist nur eine von vermutlich einigen hunderten von prozessierenden Kollegen (oder sogar noch mehr? Man müsste das statistisch genau untersuchen!), die bei Jameda zwangsrekrutiert sind, also ohne Einwilligung und vermutlich unter Verletzung der DSGVO beim Portal aufgeführt werden.
Statistik ist das Stichwort und deren Ergebnisse lassen sich mit drei Einzelfällen, drei Alibis, nicht aufheben. Prüfen Sie das bitte selbst. Innerhalb der Web-Page Jamedas kann man beliebige Arztgruppen in beliebigen Städten nach den offensichtlich manipulierten Bewertungs-Durchschnitten 4, 5 und 6 sortieren. Nur mit sehr viel Glück finden Sie dann einen Jameda-Kunden, leicht erkennbar am Profil-Foto. Der inakzeptablen Wettbewerbsverzerrung durch Kombinations-Portale Werbung/Bewertung muss endlich – auf der Grundlage des Artikels des ehemaligen BGH-Vorsitzenden Wolfgang Büscher - eine Absage erteilt werden, juristisch, politisch und gesellschaftlich. Andernfalls versinkt das Gesundheitswesen der Bundesrepublik in Korruption.
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[16.06.2018, 08:34:25]
Prof. Dr. Günter Hennersdorf 
Auskultation 
Was sagt uns denn diese Studie? Ich bin über diese „Studie“ empört.
Wir sind ja alle mit dem Gebrauch des Stethoskops als primärdiagnostisches Instrument und akustische Methode groß geworden. Wir erinnern uns an unsere klinischen ausbildenden Ärzte, die alle dem kenntnisreichen Auskultieren die notwendige, und wie ich meine unverzichtbare Bedeutung beigemessen haben. Die Kenntnis gewinnt man aber nur durch ausgiebige Erfahrung und durch häufige Benutzung dieses Instruments!!
Sie - und wir - alle waren aber auch Vertreter der vor-echokardiografischen Ära. Die heutigen Ärzte, die das „Dings um den Hals tragen“, als Statussymbol, aber oft wie kurz vor der Strangulation, wissen mit dem akustischen Instrument ausser zur Blutdruckmessung meist nicht umzugehen. Sie sind aber auch unfähig zu schauen, was das akustische Instrument Echo alles so auf dem Bildschirm bietet. Ich habe erlebt, wie ein Kollege das deutliches Echo-Strömungssignal über der Aortenklappe nicht erkennen, geschweige denn messen konnte.
Diese Studie aber, die sich aus Daten von „erfahrenen “ Kollegen sowohl mit dem Stethoskop als auch mit der Echomaschine speist, läßt die Frage offen, ob diese „erfahrenen“ Kollegen wirklich einen MÖT und ein „leises Diastolikum“ über dem Aortenareal sicher „hören“ konnten. Und ob sie Länge, Lokalisation und Intensität eines Aortenstenosegeräusches mit dem Schweregrad der Stenose korrelieren konnten. Eine ältere Studie konnte  ja m.W. zeigen, dass man „prä-apparativ“ sehr wohl in der Lage ist, auskultatorisch den Schweregrad eines Klappenfehlers, zumal einer AS, zu diagnostizieren, um den Pat. dann der gezielten, und natürlich echokardiografischen Diagnostik zuzuführen. Das spart ja unter anderem Geld und Ressourcen. Der einzige Nachteil ist, dass man im höheren Alter die hohen Frequenzen etwa einer AI nicht mehr sicher hört. Aber die jungen Ärzte???
Fazit: ich halte diese Studie für grenzwertig und geeignet, dem apparativen und übrigens auch teuren Mainstream der Medizin Vorschub zu leisten.
 Leisten wir Widerstand, denn das Laennecsche Hörrohr am Ohr des Kundigen ist dort immer noch wichtiger als das Schaubild nach Edler und Hertz.
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