Leserkommentare [18924]

[20.06.2018, 12:39:27]
Dr. Ulrich Bickel 
Knieprothesen immer häufiger bei jüngeren Patienten 
Letztendlich ist auch der Leidensdruck der Patienten ausschlaggebend! Patientin Mitte 40, nur mäßiges Übergewicht, Z.n. 6x ASK Knie, Gonarthrose Grad IV, konservativ austherapiert. Von der Endoklinik Hamburg wurde eine OP abgelehnt, da die Patientin noch zu jung wäre. Die Patientin sagte daraufhin: Ich lebe jetzt! Was in 15 Jahren ist, weiß ich nicht. Mein Leidensdruck ist so hoch, daß ich die Endoprothese unbedingt will! zum Beitrag »
[20.06.2018, 12:02:55]
Dr. Joachim Kerl 
Positiver Aktivitätspreis für Münsteraner Kreis  
Der Münsteraner Kreis möge weiter auf diesen ideologisch verbrämten Unsinn der Homöopathie aufmerksam machen-möglichst öffentlichkeitswirksam.Gerade weltoffen und ein bisschen mehr als nachdenklich,liebe Frau
Poppel,geht von wissenschaftlichen Handeln und Denken aus... zum Beitrag »
[20.06.2018, 11:35:35]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
Populärwissenschaftliche Irrtümer? 
Es ist ein weit verbreiteter Irrtum zu glauben, erfolgreiche Krankheits-Screening-Programme würden als Früherkennungsmaßnahmen unmittelbar auf die krankheitsbezogene und allgemeine Morbidität bzw. Mortalität durchschlagen können:
1. werden damit verbundene, häufige Komorbiditäten (z.B. NPL, Diabetes, KHK, Herzinsuffizienz, COPD) ausgeblendet,
2. besonders seltene inzidente bzw. prävalente Erkrankungen können dabei rein statistisch die Gesamt-Morbidität und -Mortalität gar nicht signifikant beeinflussen und
3. Fortschritte in der Therapie bzw. im Interventionsniveau (z.B. minimal-invasiv, Katheter-gestützt, operativ) werden damit ignoriert.

Primärprävention (z.B. aktive Lebensstiländerungen, Nikotinabstinenz, Alkohol- und Gewichtsreduktion, Aktiv-Sport und -Bewegung als Prävention von Bindegewebsschwäche, Vermeidung des metabolischen Syndroms) beleuchtet dabei ein völlig anderes Thema.

Der Fakten-Check: "Beim Bauchaortenaneurysma handelt es sich um eine durch pathologische Wandveränderungen hervorgerufene Verbreiterung aller Wandschichten der Aorta abdominalis auf einen Durchmesser > 3cm (normal 2cm).
Charakteristischerweise sind die Aneurysmen zwischen den beidseitig abgehenden Aa. renalis (infrarenal) und der A. mesenterica inferior lokalisiert und beziehen in 5% der Fälle die hier bestehenden Gefäßabgänge mit ein. In 20% der Fälle manifestiert sich eine Ausdehnung auf Beckenarterien...
Die Inzidenz liegt bei ca. 40/100000/Jahr, wobei insbesondere Männer (M: F: 5:1) über dem 65. Lebensjahr betroffen sind. Eine familiäre Häufung besteht in 20% der Fälle.
Hauptrisikofaktor ist die arterielle Hypertonie.
Mit Zunahme des Aortendurchmesser steigt auch das Rupturrisiko (pro Jahr):
Aortendurchmesser < 4cm: Rupturrisiko 0%.
Aortendurchmesser 5-6cm: Ruprisiko 3-15%,
Aortendurchmesser 7-8cm: Rupturrisiko 20-40% und
Aortendurchmesser > 8cm: Rupturrisiko 40-60%."
- gekürzt nach
http://www.medizin-wissen-online.de/index.php/chirurgie/108-gefaesschirurgie/134391-bauchaortenaneurysma-baa-abdominales-aortenaneurysma-aaa

Eine Übersichtsarbeit im Deutschen Ärzteblatt "Inzidenz, Therapie und Letalität abdominaler Aortenaneurysmen - Sekundärdatenanalyse der deutschen DRG-Statistik von 2005–2014" [Incidence, treatment and mortality in patients with abdominal aortic aneurysms—an analysis of hospital discharge data from 2005–2014] im Dtsch Arztebl Int 2017; 114(22-23): 391-8; DOI: 10.3238/arztebl.2017.0391 von A. Kühnl et al.
https://www.aerzteblatt.de/archiv/189076/Inzidenz-Therapie-und-Letalitaet-abdominaler-Aortenaneurysmen
beschreibt in ihren Schlussfolgerungen:
"Die Krankenhausinzidenz des AAA [abdominales Aortenaneurysma] nahm zwischen 2005 und 2014 zu, bei abnehmender Anzahl an rAAA [rupturiertes abdominales Aortenaneurysma]. Die Versorgung erfolgte zunehmend endovaskulär, sowohl bei nrAAA [nicht rupturiertes abdominales Aortenaneurysma] als auch bei rAAA. Die Krankenhausletalität nahm bei nrAAA und rAAA ab."

Im Gegensatz dazu bleibt die Interpretation in: "Benefits and harms of screening men for abdominal aortic aneurysm in Sweden: a registry-based cohort study" von Minna Johansson et al.
https://www.thelancet.com/journals/lancet/article/PIIS0140-6736(18)31031-6/fulltext
mit: "Interpretation - AAA screening in Sweden did not contribute substantially to the large observed reductions in AAA mortality. The reductions were mostly caused by other factors, probably reduced smoking. The small benefit and substantially less favourable benefit-to-harm balance call the continued justification of the intervention into question" völlig unsinnig und substanzlos.

Der untaugliche Versuch, die Verringerung der abdominalen Aorten-Aneurysma-Mortalität "wahrscheinlich" mit reduziertem Rauchen zu verbinden, gehört in das Reich der Konfabulationen.

Es sind erstrangig die verbesserten Untersuchungs-, Diagnose- u n d interventionell differenzierten Therapie-Maßnahmen beim abdominalen Aortenaneurysma [AAA] weit vor den Früherkennungs-Programmen für die Senkung der krankheitsspezifischen Mortalität verantwortlich.

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
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[20.06.2018, 08:46:42]
MD Christian Ell 
Der Widerspruch ist im Münsteraner Kreis 
Wird von den Kritikern der Homöopathie nicht die wissenschaftliche Belastbarkeit kritisiert? Und dann will sich eine Uniklinik damit beschäftigen - und es ist wieder nicht recht. Also was denn nun? Wenn man grundlos gegen die Homöopathie ist, dann bitte steht gefälligst auch dazu. Nicht irgendwelche Vorwände vorschieben und dann dagegen vorgehen, wenn man diese beseitigen will. "So sad!" würde jetzt das populistische Vorbild des Kreises von sich geben. zum Beitrag »
[20.06.2018, 08:18:17]
Dr. Joseph Kuhn 
Freunde der reinen und der unreinen Wissenschaft 
Die Formulierung "Freunde der reinen Wissenschaft" ist vermutlich sarkastisch gemeint. Wenn man genauer darüber nachdenkt, trifft sie aber den Kern der Dinge. Denn an der LMU München scheint es demgegenüber "Freunde der unreinen Wissenschaft" zu geben.  zum Beitrag »
[20.06.2018, 07:38:40]
Roswitha Poppel 
Entmündigung des Patienten 
Vielleicht sollte der Patient eingebunden werden. Die Mehrheit spricht sich für Homöopathie und Naturheilkunde aus. Ich empfinde den Münsteraner Kreis zunehmend ermüdend. In keinem anderen Land gibt es diese Probleme. Vielleicht hat der Kreis das Recht auf die Definition , was Wissenschaft ist und was nicht, weltweit für sich gepachtet. Aber : Wissenschft ist Forschung und kein Stillstand. Also : Weltoffen und ein bischen nachdenklich bleiben.  zum Beitrag »
[20.06.2018, 06:04:46]
Dr. Nils-Carsten Schmidt 
Es gab ja mal eine Arthroskopie.... 
Vielleicht hätte man die nicht aus dem Leistungskatalog der GKV streichen sollen. Immer Vorsicht bei Beiträgen der Bertelsmann-Stiftung!
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[19.06.2018, 14:44:16]
Dr. Carl Scherer 
Mangelndes Interesse am BAA-Screening 
Bis jetzt ca. 50 der KBV-Broschüren an die älteren Herren herausgegeben.
Interesse daran /Terminvergabe gleich Null. zum Beitrag »
[19.06.2018, 14:34:33]
Carsten Windt 
Das Alter allein ist kein Merkmal 
Allein die Tatsache, dass Übergewicht gerade bei den jüngeren deutlich zugenommen hat und das Kniegelenk gerade bei Übergewicht neben Hochleistungssport extremen Verschleiß ausgesetzt ist, kann erklären dass vemehrt "jüngere" eine Knie-TEP bekommen.
Hier gleich nur finanzielle Gründe zu vermuten, ist zu einfach.  zum Beitrag »
[19.06.2018, 11:20:02]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
Neuregelung des KBV-"Wirtschaftlichkeitsbonus" ist und bleibt hausarzt- und patientenfeindlich! 
In der Realität entpuppt sich die Behauptung von angeblich „überproportional wachsenden Ausgaben im Labor", welche die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) reklamiert, als ein Anstieg der "Laborkosten von derzeit jährlich um 5%", und ist insoweit eine "Chimäre" der KBV.

Denn die KBV verschweigt, dass der Löwenanteil an die Fachärzte/-innen für Labormedizin mit ihrem O-II- und O-III-Labor geht. Die hausärztlich tätigen Praktiker, Fachärzte für Allgemeinmedizin, hausärztlichen Internisten, Pädiater und viele primärversorgenden Fachärzte (Chirurgie, GYN/GEB, HNO, Augen, etc.) betreiben dagegen nur das O-I-"Zwergenlabor", meist über eigene Laborgemeinschaften: Damit werden aber zugleich Groß-Labore über konsekutive Auftragsleistungen alimentiert.

Ein Anstieg von plus 5% per annum ist mit medizinischem Fortschritt und gefordertem Monitoring, dem "demografischen Faktor", gesteigerten Ansprüchen/Erwartungshaltungen von Patienten u n d Ärzten bzw. erhöhten forensischen Anforderungen und juristischen Absicherungen zu erklären.
Insofern bleibt verwunderlich, wieso die KBV keine Abwehrstrategien gegen "schwarze Schafe" entwickelt hat, die mit unsinnig-unlogischen Labor-"Latten", abenteuerlichen Maximaldiagnostik-Untersuchungen und willfährig-suspekten Labor-Kooperationen eindeutig überhöhte Laborkosten selbst verursacht bzw. auftragsmäßig veranlasst haben.

Es sind nach ärztlich-professioneller Berufsauffassung primär die Symptome, Beschwerden, Krankheitszeichen, Diagnosen, Differenzialdiagnosen und Therapien unserer Patientinnen und Patienten, welche Art und Umfang der spezifischen Labor-Diagnostik und -Kosten bestimmen. Von daher bleibt es grundsätzlich fragwürdig und rechtlich angreifbar, warum nach historisch eher mittelalterlichen Prinzipien niedergelassene, freiberuflich tätige Primär - und Fachärzte/-innen ausgerechnet für die Erkrankungen ihrer Patienten in Labor-Budget-Verpflichtung und finanzielle Haftung genommen werden sollen?

Ab 1.4.2018 gilt:
Es "wird quasi als Verteilungsfaktor für jedes Quartal der individuelle Fallwert der Praxis ermittelt. Dazu wird die Summe aller Laborkosten eines Quartals durch die Fallzahl im Quartal geteilt. Hat unser Hausarzt zum Beispiel 1.400 Euro Laborkosten verursacht, beträgt sein individueller Fallwert also 1,40 Euro (1.400 : 1.000 = 1,4).
Ein festgelegter Korridor bestimmt nun, wie hoch der Anteil ist, den der Arzt aus dem errechneten Wirtschaftlichkeitsbonus erhält. Bei Hausärzten liegt der Korridor zwischen 1,60 Euro und 3,80 Euro. Er wurde auf Basis der Abrechnungsdaten des Jahres 2015 für die einzelnen Fachgruppen berechnet und ist im EBM festgelegt.
Liegt der arztindividuelle Fallwert oberhalb jener Obergrenze, erhält der Arzt von seinen 2.024,32 Euro keinen Cent, denn er hat zu hohe Laborkosten ausgelöst. Liegt er unterhalb des Korridors, war er also besonders sparsam, erhält er den kompletten Betrag von 2024,32 Euro. Liegt er innerhalb des Korridors, erhält er entsprechende Anteile des Bonus quotiert gutgeschrieben.
Welchen Wirtschaftlichkeitsbonus ein Arzt erhält, entscheidet sich also nicht nur an der Fall- und Punktzahl, sondern auch daran, wie viele Kosten er mit seinen Anforderungen ausgelöst hat." (Zitat Ende)

Grundsätzlich ändern daran auch zahlreiche Ausnahmeziffern nichts. Denn diese sind viel zu rigide gefasst: Ein Diabetiker bekommt z.B. kein Blutbild zum Ausschluss einer Anämie, sondern nur einen HbA1c und die Kreatinin - Bestimmung. Alles andere, wie z.B. TSH (Schilddrüsen-Fehlfunktion), GPT/GGT (Hepatopathie), LDL-Cholesterin, Insulin/Insulin-AK ö. ä. fließen trotzdem in die Gesamt-Budgetrechnung mit ein.

Auch die Groß-Labore, die Auftragsleistungen, ob sinnhaft/sinnstiftend oder nicht, zwangsweise erfüllen und abarbeiten müssen, werden "gerupft": "Die Architekten der Laborreform haben entschieden, dass die Laborärzte nur noch 89% der angeforderten Leistungen vergütet bekommen. Derzeit sind es noch 91,58%. So sinkt der Vorwegabzug und damit auch die Höhe des Betrages, der zugeschossen werden muss." (Zitat Ende)

Vor dem 1.4.2018 bewirkte die Angabe einer Labor-Ausnahme-Kennziffer, dass alle in dem betreffenden Behandlungsfall durchgeführten und angeforderten Laborleistungen nicht mehr auf das Laborbudget angerechnet werden konnten. Bei unseren sehr häufig multimorbiden Patientinnen und Patienten wurden dann alle zusätzlich notwendigen und indizierten Laboruntersuchung gemacht, ohne über dabei durchgeführte oder veranlasste Laborparameter Ängste um Überschreitung des Laborbudgets auszulösen.

Von daher sind die neuen Laborregelungen der KBV kontraproduktiv und bilden die Versorgungsrealität in der vertragsärztlichen Praxis gar nicht mehr ab.

Mf + kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
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