Leserkommentare [20045]

[20.02.2019, 10:04:30]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
Als Ergänzung kritische Darstellung der europäischen Herpes Zoster-Therapie-Leitlinien 
Die “European consensus‐based (S2k) Guideline on the Management of Herpes Zoster – guided by the European Dermatology Forum (EDF) in cooperation with the European Academy of Dermatology and Venereology (EADV), Part 2: Treatment” von R.N. Werner et al. sind, was zumindest die Therapie angeht, ein Trauerspiel! https://onlinelibrary.wiley.com/doi/full/10.1111/jdv.13957
Entgegen jeder internistisch-infektiologischen Experten-Schwarmintelligenz führen hier ausgerechnet Dermatologen und Venerologen(?) in die Abgründe pharmakologisch-therapeutischen Nihilismus.

1. Fehlannahme: Beim Herpes Zoster (HZ, Shingles, Gürtelrose) handle es sich um eine i.d.R. „selbstlimitierende“ Erkrankung [“In the absence of risk factors for complicated courses (see part 1 of the guideline), HZ usually is a self‐limiting disease”].
2. Widerlegt wird dies durch die postzosterische Neuritis, welche prognostisch nicht erkennbar spontan auftreten und erst ex-post einen wesentlich komplizierenden Risikofaktor darstellt.
3. Die Guidelines widersprechen sich dabei selbst: “Since postherpetic neuralgia (PHN) is the most frequent sequela of HZ, reducing its incidence is a major secondary treatment goal.”
4. In meiner Praxis sind seit 1992 bis heute Herpes zoster Erstmanifestations-Patienten 26 bis 81 Jahre alt gewesen. Ausnahmslos alle wurden mit Aciclovir bzw. dem später verfügbaren Zostex® (Wirkstoff: Brivudin), jetzt auch als Generikum erhältlich, therapiert.
5. Subgruppen unter 50 und über 50 Jahre einzuführen halte ich medizinethisch für bedenklich. Bei dieser infektiologisch hochrelevanten Erkrankung müssen alle Betroffenen vor Komplikationen geschützt werden.
6. Die Einschränkungen: “We recommend treating the following patient subgroups with an antiviral medication:
‐HZ of any localization in patients ≥50 years of age
‐HZ of the head and/or neck area
‐HZ of any localization with
moderate to severe zoster‐associated pain
haemorrhagic or necrotizing lesions
>1 segment involved
aberrant vesicles/satellite lesions
involvement of mucous membranes
‐HZ in immunocompromised patients
‐HZ in patients with severe predisposing skin diseases (e.g. atopic dermatitis)
‐HZ in children and adolescents under long‐term treatment with salicylic acid or corticosteroids”
halte ich für nicht zielführend.
7. Auch die Differenzierung: “In patients younger than 50 years of age who present with HZ of the trunk or extremities, without being at risk of or displaying signs of a complicated course, we suggest initiating an antiviral medication”, macht m.E keinerlei Sinn.
8. Wenn zugleich mit: “We suggest against initiating an antiviral medication in patients who have ‘uncomplicated’ HZ (classical, unilateral thoracic or lumbar HZ in patients younger than 50 years of age, without signs of a complicated course) who present >72 h after the onset of skin symptoms” ein therapeutischer Nihilismus beim “klassischen, unilateralem thorakalen und lumbalen Herpes Zoster” bei unter 50-jährigen bzw. bei angeblich zu spätem Behandlungsbeginn gepredigt wird.

M. E. führte dieser therapeutische Nihilismus zu unerwartet schweren Herpes Zoster-Verläufen und konsekutiv notwendigen Impfschutz-Maßnahmen.

In meiner Praxis wurde und wird jeder Zoster-verdächtige Befund differenzial-diagnostisch abgeklärt und dann auch konsequent antiviral behandelt. Bisher ohne nachfolgende Komplikationen wie z. B. post-zosterische Neuritis etc.

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund  zum Beitrag »
[20.02.2019, 09:09:53]
Dr. Heiner Heister 
Die Psychotherapeuten waren schon längst im System und die Patienten hatten längst den direkten Zugang, sofern es sich um die Psychotherapeuten aus der Ärzteschaft handelte. 
Seitdem die Psychologischen Psychotherapeuten und die Kinder- u. Jugendlichenpsychotherapeuten in das KV-System geholt wurden, reden sie die Spaltung der Psychotherapie herbei indem sie ausschließlich sich selbst noch als "die Psychotherapeuten" bezeichnen.
Gedankenlose KV-Funktionäre und ihre journalistische Entourage plappern das bis heute nach. - Sehr zum Schaden der Ärzteschaft.
Es sind Munz & Co., die wohlgemeinte Idee der Integration in eine feindliche Übernahme der Ärztlichen Psychotherapie und des Sprechens in der Medizin pervertiert haben, unter Inflationierung und Denaturierung der Psychotherapie.
Das materialisiert sich jetzt in dem Gesetzesentwurf zu einem PsychThGAusbRefG.
Traurig, aber wahr.
Schadensbegrenzung ist jetzt angesagt!
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[19.02.2019, 19:41:43]
MBA Karl-Georg Vaith 
Sowohl das Weihwasser wie auch der Friedensgruss sind Virenbiotope 
Gerade im Winter sind Immungeschwächte Personen besonders gefährdet !

Eine COPD oder eine Grippe kann die Folge sein, wenn man zu sehr diese Regeln nutzt.

Es gibt auch Alternativen die Kirche ist informiert.

Grüsse

Karl Vaith zum Beitrag »
[19.02.2019, 14:18:18]
Gerhard Leinz 
Leben verlängern um jeden Preis? 
Ich frage mich ob sich dafür als Arzt hergeben sollte.Das nutzt nur der Lebensverlängerungsinstrudie, die Leiden verlängert und auch Pflegekräfte bindet. Dagegen kann man sich wohl nur mit einer Patientenverfügung schützen: Keine 24 Stunden Beatmung. Keine Langzeitbehandlung im apallischen Syndrom. Ich sehe meine Aufgabe als Arzt in einem 'Menschenwürdiges Leben' retten. Da fühle ich im Einklang mit dem Grundgesetz. Die Gesetzesiniative entlastet da Ärzte, Angehörige, Betroffene und sogar Dritte. Beispiel: Den Zugfahrer der dann nicht mehr manches mal für den Suizid herhalten muss. zum Beitrag »
[19.02.2019, 13:56:51]
Dipl.-Med Gesine Liesong 
Zugang zu tödlichen Medikamenten 
Das ist doch verlogen , nur zu argumentieren, dass Ärzte zum Leben helfen müssten.Sicher, wir dürfen nicht töten, das haben wir uns ja alle mal vorgenommen und unter anderem deshalb diesen Beruf ergriffen. Aber wie scheinheilig ist das denn, um mein "sauberes Gewissen" zu behalten, Schwerstkranken den Weg in die Schweiz aufzubürden. Mit welchem Recht verweigere ich da eine zutiefst menschliche und damit auch ärztliche Hilfe?
Und dann mit der Palliativmedizin zu kommen, stimmt ja auch nicht. Das eine zu ermöglichen, heisst doch noch lange nicht, das andere zu lassen oder zu unterbinden. Und Aufbau der Palliativmedizin mit entsprechendem Personal und Möglichkeiten, lässt sicher auch die Zahl der "Sterbewilligen" sinken. zum Beitrag »
[19.02.2019, 13:41:32]
Thomas Sitte 
Präzision tut not 
Die Frage "Müssen Ärzte Schwerkranken Zugang zu tödlichen Medikamenten geben? " ist nicht ganz korrekt, es geht darum:

1.) Dürfen Ärzte zum Zwecke der Tötung Rezepte ausstellen?

2.) Dürfen die tödliche Medikamente Opioide sein?

Die Frage 1 kann jeder ganz leicht mit JA beantworten, der sich damit beschäftigt. Von einem MÜSSEN ist aber nirgend die Rede.

Die Frage 2 ist strittig.

Ich behaupte, es gibt aber keine echten Bedarf für BtM zur Tötung. Wir haben genügend andere tödliche Medikamente zur Verfügung, die rezeptiert werden können oder ganz rezeptfrei sind. Wobei keines, auch nicht ein BtM, bei der Selbstanwendung 100% todsicher ist. zum Beitrag »
[18.02.2019, 22:58:18]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
Die Studie gibt es doch schon längst!  
Eine vom Bundesgesundheitsministerium geplante Studie u. a. zu den gesundheitlichen und sonstigen Folgen von Schwangerschaftsabbrüchen gibt es doch schon längst.

"Arzt und Schwangerschaftsabbruch: eine empirische Untersuchung zur Implementation des reformierten §218 StGB".
Max-Planck-Institut für Ausländisches und Internationales Strafrecht: Kriminologische Forschungsberichte aus dem Max-Planck-Institut.
Autorin: Frau Prof. Dr. phil. Monika Häußler-Sczepan
Max-Planck-Inst. für Ausländ. u. Internat. Strafrecht, 1989.
ISBN: 3922498442

Ansonsten belegen allein die Sichtweisen des Hamburger Strafrechtsprofessors Reinhard Merkel und die von Frau Professor Ulrike Busch vom Institut für Angewandte Sexualwissenschaft der Hochschule Merseburg, dass beide den bestehenden Paragrafen 219a Strafgesetzbuch (StGB) gelesen und verstanden haben.

Der Titel "§ 219a Werbung für den Abbruch der Schwangerschaft"
"(1) Wer öffentlich, in einer Versammlung oder durch Verbreiten von Schriften (§ 11 Abs. 3) seines Vermögensvorteils wegen oder in grob anstößiger Weise
1. eigene oder fremde Dienste zur Vornahme oder Förderung eines Schwangerschaftsabbruchs oder
2. Mittel, Gegenstände oder Verfahren, die zum Abbruch der Schwangerschaft geeignet sind, unter Hinweis auf diese Eignung
anbietet, ankündigt, anpreist oder Erklärungen solchen Inhalts bekanntgibt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.
(2) Absatz 1 Nr. 1 gilt nicht, wenn Ärzte oder auf Grund Gesetzes anerkannte Beratungsstellen darüber unterrichtet werden, welche Ärzte, Krankenhäuser oder Einrichtungen bereit sind, einen Schwangerschaftsabbruch unter den Voraussetzungen des § 218a Abs. 1 bis 3 vorzunehmen.
(3) Absatz 1 Nr. 2 gilt nicht, wenn die Tat gegenüber Ärzten oder Personen, die zum Handel mit den in Absatz 1 Nr. 2 erwähnten Mitteln oder Gegenständen befugt sind, oder durch eine Veröffentlichung in ärztlichen oder pharmazeutischen Fachblättern begangen wird." (Zitat Ende)
https://dejure.org/gesetze/StGB/219a.html

beinhaltet ein "Werbeverbot" und keine "Informations-Sperre"!

Mf + kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund (von 1982 bis 1991 ärztlicher Mitarbeiter im Essener Lore-Agnes-Haus der ARBEITERWOHLFAHRT, Bezirksverband Niederrhein - Arbeitsschwerpunkte "Familienplanung, Schwangerschaftskonflikte und Fragen der Sexualität") zum Beitrag »
[18.02.2019, 14:35:03]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
SPRINT hatte die automatische Praxisblutdruck(AOBP)-Messung gar nicht konsequent durchgeführt! 
Wer behauptet, die automatische Praxisblutdruck(AOBP)-Messung o h n e Weißkitteleffekt sei in der SPRINT-Studie konsequent angewendet worden, ist eher suboptimal informiert.

Es sind "Zweifel daran aufgekommen, ob alle Blutdruckmessungen in SPRINT tatsächlich unbeaufsichtigt waren. Die SPRINT-Autoren haben dazu bislang keine Informationen veröffentlicht. Sie kündigten allerdings vor kurzem an, die Art der Blutdruckmessung in den beteiligten Zentren transparent machen zu wollen. Dieses Versprechen ist nun mit einer beim AHA-Kongress vorgestellten neuen SPRINT-Analyse wahr gemacht worden.
Zwar Variabilität bei den Messungen …
Grundlage der von Dr. Karen Johnson von der University of Tennessee vorgestellten Analyse sind Daten einer unmittelbar nach Studienende vorgenommenen Befragung der beteiligten Studienzentren, ob die Blutdruckmessungen vor Ort jeweils in An- oder Abwesenheit von medizinischem Personal erfolgt waren. Dann wurde geschaut, ob diesbezügliche Unterschiede bei den Messungen mit Unterschieden hinsichtlich Blutdruckwerte, antihypertensive Medikation, kardiovaskuläre Ereignisse, Mortalität und schwere Nebenwirkungen assoziiert waren.
Die Erhebung offenbarte eine große Variabilität bei der Beaufsichtigung der Messungen. Vier grundsätzliche Arten der Messtechnik kamen zum Vorschein. Danach waren die meisten Teilnehmer (4082 an 38 Zentren, 43%) immer (d.h. sowohl in der Ruhe- als auch Messphase) allein im Raum. Nicht gerade wenige Teilnehmer (2247 an 25 Zentren, 28%) waren dagegen zu keinem Zeitpunkt allein. Eine kleinere Gruppe (1746 an 16 Zentren, 22%) war nur in der Ruhephase und eine noch kleinere (570 an 6 Zentren, 7%) nur in der Phase der drei Messungen allein im Raum."
https://www.kardiologie.org/aha-kongress/sprint-studie-variabilitaet-bei-der-blutdruckmessung-aber-ist-da/15226652

Nach: "AHAScienceNews
Am 13.11.2017 veröffentlicht
Karen C. Johnson, MD relates the results of the SPRINT trial.
https://www.youtube.com/watch?v=7MRao5dp9_o

Vgl dazu auch:
http://news.doccheck.com/de/blog/post/3421-sprint-studie-the-big-swindle/?

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
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[18.02.2019, 14:19:47]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
Deutsche Darmkrebsvorsorge-Richtlinien provozieren vermeidbare Todesfälle!? 
"Results - Of 1750 CRC [Colorectal Cancer] deaths, 75.9% (n = 1328) occurred in patients who were not up to date in screening and 24.1% (n = 422) occurred in patients who were up to date"
in
"Modifiable Failures in the Colorectal Cancer Screening Process and Their Association With Risk of Death"
von Chyke A. Doubeni et al.
https://www.gastrojournal.org/article/S0016-5085(18)35034-0/fulltext

bedeuten, dass auch ein leitliniengerechtes Darmkrebs-Früherkennungs-System in 24,1% der von Darmkrebs Betroffenen nicht vor Todesfällen durch diese Erkrankung schützen kann.

Die mit 75,9% wesentlich höhere Sterblichkeit in der Gruppe ohne adäquates Darmkrebs-Screening gibt zu größter Besorgnis Anlass.

Insofern bleibt es besonders unverständlich, warum nach Deutschen Leitlinien:
• "Im Alter von 50 bis 54 Jahren können Frauen und Männer jährlich einen [präventiven] iFOB-Test vornehmen lassen."
• "Ab einem Alter von 55 Jahren haben Frauen und Männer alle zwei Jahre Anspruch auf einen [präventiven] iFOB-Test, solange noch keine Koloskopie in Anspruch genommen wurde."

Das bedeutet m.a.W.: In den Altersgruppen ab 55 Jahren, wo Darmkrebs-Prävalenz und -Inzidenz am h ö c h s t e n sind, sollen die Untersuchungs-Abstände entscheidend a u s g e d ü n n t werden. Soll man das als Strafaktion bei nicht erfolgten Früherkennungskoloskopien im Mindestabstand von zehn Jahren verstehen?

Logische Konsequenz bei diesem besonders gefährdeten Patienten-Klientel wäre doch erst recht, 1 Mal jährlich einen präventiven iFOB-Test vorzunehmen und n i c h t nur alle 2 Jahre. Vgl. meinen Kommentar zu https://www.aerztezeitung.de/panorama/article/958380/interview-darmkrebs-screening-hohen-huerden.html

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler FAfAM Dortmund zum Beitrag »
[18.02.2019, 14:02:38]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
Der StepStone "GEHALTSREPORT Für Fach- und Führungskräfte 2019" 
bezieht sich wohl überwiegend auf die Oberarzt-Ebenen in den Kliniken bzw. Forschung und Entwicklung. Einfache Assistenzarzt-Gehälter blieben eher unberücksichtigt.

Allein die genannten Beispiel-Zahlen lassen einen misstrauische werden:
- "Medizin (und Zahnmedizin) 81.608€" Durchschnitts-Jahresgehalt
versus
- "Ärzte 77.359€" Durchschnitts-Jahresgehalt.

"Durchschnitts-Bruttojahresgehalt inklusive Boni, Provisionen, Prämien etc." sind irreführend, wenn diese "add-ons" nur branchenspezifisch gezahlt werden.

Zum Vergleich: Wer für 100 und mehr Menschen Verantwortung trägt, verdient laut StepStone GEHALTSREPORT Für Fach- und Führungskräfte 2019 durchschnittlich
">100 Mitarbeiter 102.531€".
file:///C:/Users/Praxis/Downloads/StepStone%20Gehaltsreport%202019.pdf

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
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