Leserkommentare [17961]

[20.11.2017, 13:47:27]
Dr. Christoph Luyken 
Irreführender Beitrag! 
Dank der Erläuterungen von Frau Preysing und Dr.Worm wird offenbar, daß der Artikel der ÄZ, zumindest im Titel, ziemlich irreführend ist.
Statt von "Hafertagen" sollte man von "Fastentagen" sprechen, und ich hielte es für besser, die Diät an solchen Tagen eher in der Art zu gestalten, wie Frau Preysing es beschreibt. Denn:

Grundsätzlich ist die theoretisch beste Art, mit einem Diabetes Typ 2 fertig zu werden, der völlige Verzicht auf Kohlehydrate. Wir wissen alles, daß das in der Praxis kaum für alles durchführbar ist; trotzdem sollte man nicht in dem Bemühen nachlassen, diesem Ideal nachzustreben. Den betroffenen Patienten plötzlich ohne Not einzureden und sogar zu demonstrieren, daß "Kohlehydrat-Tage" hilfreich sind, ist demnach völlig kontraproduktiv, was die Gesamtstrategie (nämlich die lebenslange Umstellung de Ernährungskonzeptes) angeht! zum Beitrag »
[20.11.2017, 12:20:27]
Dr. Nicolai Worm 
Das funktioniert - weil Very Low Calorie Diet - hat nichts mit "Kohlenhydraten" zu tun! 
Dass das funktioniert hat einen einzigen Grund: VLCD! Bei den Hafertagen wird die Kost auf ca. 800 kcal/Tag abgesenkt! Die Leber entfettet und wird wieder insulinsensitiv und reguliert den Zuckerhaushalt wieder normal!

Der Wirkmechanismus wurde gerade von der Arbeitsgruppe um Gerald Shulman geklärt: http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S1550413117306162?via%3Dihub

Siehe auch mein Leberfasten-Konzept (www.leberfasten.de)

Grüße,
Nicolai Worm zum Beitrag »
[20.11.2017, 12:08:45]
Regina Preysing 
Nicht was, sondern wieviel ist das Entscheidende 
Als Fastenleiterin weiß ich aus Theorie und Praxis, dass eine starke Kalorienreduktion unter den Grundumsatz innerhalb von Tagen dazu führt, dass eine Insulinresistenz verschwindet. Dieser Effekt hält auch noch lange an, wenn man wieder "normal" ißt.
Das jetzt als "Kohlehydrat-Diät" zu betreiben, kann man tun, führt aber in die Irre.
Dass man im beginnenden 20. Jahrhundert Hafer passend fand, hat sicher mit mehreren Eigenschaften von Hafer zu tun. Keine davon ist jedoch ursächlich für den beobachteten Effekt. Wenn man eine solche Diät komplett unter Verzicht auf Kohlehydrate durchführen würde, z.B. den Hafer durch Leinölquark ersetzen würde, und statt Obst Gemüse reicht, funktioniert es auch - Hauptsache, ich bleibe unter 800-1000 kcal.
Wir sind hier an dem gleichen Phänomen wie beim "Almased-Wunder". Aber bitte, Kohlehydrate mögen hier verwendet werden, aber der Effekt liegt nicht an dieser Wahl, sondern an der Menge Kalorien! zum Beitrag »
[20.11.2017, 11:41:32]
Dr. Michael Maronna 
Überfordert 
das wird doch von den "Ablatoren" und Cardiochirurgen überhaupt nicht
zur Kenntnis genommen. Man will sich nicht ins überakademische Handwerk
pfuschen lassen. zum Beitrag »
[20.11.2017, 09:39:45]
Mag. Mona Ziegler 
Biochemische Erklärung? 
Der Artikel hat mich recht stutzig gemacht: 3 Tage lang Zucker (Kohlenhydrate) essen bei Diabetes? Ich wäre dankbar, wenn mir jemand biochemisch erklären würde, wieso das eine Insulinresistenz durchbricht.


Mit einem herzlichen Dank,

Mona Ziegler zum Beitrag »
[20.11.2017, 09:18:52]
Dirk Hansen 
Nun die andere Seite befragen 
Ein erfreuliches Ergebnis. Nun bitte auch die Seite befragen, die von der verbesserten Versorgung profitieren soll: die Patienten.

Dafür vielen Dank! zum Beitrag »
[19.11.2017, 23:51:27]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
Danke für die Klarstellungen!  
Statistische Erhebungen zu Inzidenz/Prävalenz bzw. Beobachtung/Vorkommen von Intersexualität gibt es weltweit deshalb nicht, weil es bei intersexuellen Menschen nicht allein um Variationen und/oder Abweichungen der Geschlechtsmerkmale geht, sondern um deren fehlende Zuordnungs-Fähigkeit.

Fiktive Zahlen von bundesweit 100.000 bis 160.000 Menschen mit Varianten der Geschlechtsentwicklung, die keinem Geschlecht eindeutig zuzuordnen sind, ist m.E. manipulative Meinungsma(s)che, auch wenn sich die eher Medizin-Bildungs-fremden Juristen des Bundesverfassungsgerichtes (BVerfG) bei ihrer Entscheidung daran angeblich orientiert haben sollen.

Angeborene Fehlbildungen der Genitalorgane wie Turner- und Klinefelter-Syndrom ohne zweifelbehaftete Zuordnung der Geschlechtsidentität fallen kaum darunter, ebenso Transgender-, Transsexualität-, “Wrong-Body-” oder “Gender-Dysphorie-Syndrom”-Betroffene, wie ich sie in 10-jähriger Beratungs-Arbeit und in meiner hausärztlichen Praxis gesehen habe. Hier steht meist das Erreichen einer anderen, "richtigeren" männlichen oder weiblichen und sehr selten einer "Zwischenstation" als Zielvorstellung einer bio-psycho-sozial-sexuellen Identitätsbildung.

82 Millionen Einwohner in Deutschland und eine Prävalenz der Intersexualität von 1 auf 2.500 bis 5.000 Geburten bedeutet zwischen 16.400 und 32.800 betroffene Personen. Nur für diesen Personenkreis mit einem “Dritten Geschlecht” hat das Bundesverfassungsgericht (BVerfG) in seiner Entscheidung 1 BvR 2019/16 vom 10.10./8.11.2017 entschieden. Hier in der Ärzte Zeitung wird nur von 10.000 Betroffenen ausgegangen.

Ein Blog von 2008 -http://blog.zwischengeschlecht.info/post/2008/09/14/Wenn-Medizyner-zu-sehr-vertuschen- gab sich dagegen angriffslustig: "Frage: Wieviele "Intersexuelle" — Pardon: "geschlechtsentwicklungsmässig Gestörte" bzw. "DSD-Patienten" [Disorders of sex development DSD] — gibt's nun wirklich? Antwort: Schweigen ...Und egal wieviele "hochgerechnete" Zahlen auch herumgereicht werden: Letztlich weiss es niemand genau. Der Staat weiss es nicht, will es nicht wissen und besteht darauf, dass alle Zwitter lediglich als "Mann" oder "Frau" erfasst werden. Der einzige Stand, der über exakte Zahlen verfügen könnte, sind ausgerechnet die Medizyner, deren Jahrzehnte lange moralische Korruptheit speziell gegenüber dieser besonderen "Patientengruppe" deren aktuellen Probleme grösstenteils überhaupt erst verschuldete" (Zitat Ende). Aber es geht noch polemischer: "
Ein beliebter Trick ist auch, die Definition von Intersexualität so einzuengen, dass am Ende das gewünschte statistische Resultat herauskommt, vgl. dazu etwa die Formulierung verräterische Formulierung "schwerwiegendere[...] Abweichungen" im offiziellen Statement der Bundesregierung zum Thema: "Die Gesamtzahl der schwerwiegenderen Abweichungen der Geschlechtsentwicklung liegt in Deutschland etwa 8 000 bis 10 000." (Drucksache 16/4786). Dabei gab etwa gegenüber dem ZDF "EuroDSD"-Chef Olaf Hiort unumwunden zu: "Leichtere Fehlbildungen des Genitale sind relativ häufig [...]. Hierzu gehört zum Beispiel die Hypospadie, eine Fehlöffnung der Harnröhre beim Jungen." Dass auch diese "Leichtere[n] Fehlbildungen" alle ohne medizinische Notwendigkeit möglichst rasch chirurgisch "korrigiert" werden (oft mit schrecklichen Komplikationen), liess Hiort allerdings vornehm aus ... Fazit: Mindestens jedes 1000. Kind landet auf dem OP-Tisch! Zwischengeschlecht.org und andere Betroffenenorganiatonen (z.B. ISNA) gehen bis zum Bekanntwerden verlässlicher Zahlen weiterhin aus von einem Vorkommen von mindestens 1:1000, d.h. mindestes jedes 1000. Neugeborene ist "undeutig" bzw. "atypisch" genug, um den Rest seines Lebens mit höchster Wahrscheinlichkeit menschenrechtswidrigen genitalen Zwangsoperationen, Zwangskastrationen, Zwangshormonbehandlungen oder sonstigen nicht-eingewilligten Zwangseingriffen ausgeliefert zu sein! Die Intersex Society of North America geht gar davon aus, dass auf 1000 Geburten 1-2 Kinder kosmetisch genitaloperiert werden" (Zitat Ende).

Nichtsdestotrotz war der höchstrichterliche Spruch: “Das Bundesverfassungsgericht (BVerfG) verlangt mit der aktuellen Entscheidung 1 BvR 2019/16 entgegen allen Vorinstanzen die positive Benennung eines dritten Geschlechts. Der Gesetzgeber sei gefordert, nach den Persönlichkeitsrechten im Grundgesetz (GG) bis 2018 im Personenstandsrecht ein 3. Geschlecht zu schaffen. Die Geschlechtszuordnung sei von ‘herausragender Bedeutung’ für jeden Menschen.

Es reiche als positive bio-psycho-sexuelle Identitätsbildung also nicht hin, lediglich die Kategorien “weiblich/männlich/weiß nicht” zu schaffen, das Personenstandsrecht müsse eine dritte konkret zu benennende Möglichkeit bekommen. Bis Ende 2018 habe der Gesetzgeber eine Neuregelung zu schaffen, da durch das geltende Recht das allgemeine Persönlichkeitsrecht Betroffener verletzt werde.

Das Anliegen des/r Beschwerdeführers/-in war klar: Er/sie war von Geburt an als “weiblich” eingetragen worden. Die weitere bio-psycho-soziale Entwicklung ließ aber keine eindeutige Geschlechtszuordnung zu. Das Standesamt lehnte den Antrag auf Eintragung als “inter/divers” oder nur “divers” mit dem Hinweis ab, das deutsche Personenstandsrecht lasse nur die Einträge “weiblich” oder “männlich” zu. Wenn eine Zuordnung nicht möglich sei, könne nur ganz auf die Eintragung eines Geschlechts verzichtet werden…”

Mf + kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund

http://news.doccheck.com/de/newsletter/3922/29215/ "Intersexualität: Aller guten Dinge sind drei"

http://news.doccheck.com/de/blog/post/7613-intersexualitaet-raus-aus-der-tabuzone/

http://blog.zwischengeschlecht.info/post/2008/09/14/Wenn-Medizyner-zu-sehr-vertuschen zum Beitrag »
[18.11.2017, 22:54:02]
Dr. Uwe Wolfgang Popert 
Andere Messtechnik - andere Werte 
Wenn man die amerikanische Leitlinie genau liest, erkennt man die Gründe für den Unterschied: ebenso wie in der SPRINT-Studie wird der Blutdruck anders gemessen und damit die Normalwerte anders definiert!

Laut AHA sollen die Patienten auch in der Praxis den Blutdruck selbst messen - nach 5 Minuten strikter Ruhe im stillen Kämmerlein und mit automatischem Messgerät und passender Manschette.

Misst man die Werte wie bisher durch das Praxispersonal, ändern sich auch die Zielwerte nicht.
Dumm nur, wenn man das übersieht. Dann werden etwa 20% mehr Medikamente verordnet. zum Beitrag »
[17.11.2017, 15:04:27]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
Wer rechnen kann, ist klar im Vorteil! 
Wenn die Forscher des Cedars-Sinai Medical Center in Los Angeles um Dr. Sumeet Chugh ["corresponding author"] doch nur richtig rechnen würden?

"Sexual Activity as a Trigger for Sudden Cardiac Arrest" von Aapo L. Aro et al.
http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0735109717397607
beschreibt, wie von verschiedenen Autorenteams auch zuvor veröffentlicht, ein nur scheinbar sehr seltenes klinisches Ereignis, das hier zu 94% bei Männern und nur zu 6% bei Frauen aufgetreten war.

4.557 Fälle von plötzlichem Herzstillstand wurden in den 14 Beobachtungs-Jahren zwischen 2002 und 2015 von Forschern des Cedars-Sinai Medical Center in Los Angeles um Dr. Sumeet Chugh analysiert. Davon waren 34 Herzstillstände (0,75 Prozent) in zeitlichem Zusammenhang mit sexueller Aktivität aufgetreten.  
 
Die Schlussfolgerung im ÄZ-Titel: "Herztod beim Sex: Wohl eher eine Rarität" gibt zwar den Grundtenor der "Oregon SUDS"-Studie (Sudden Unexpected Death Study) korrekt wieder, welche jetzt beim Kongress der American Heart Association (AHA) 2017 in Anaheim vorgestellt wurde: Aber die Publikation arbeitet mit irrigen Vorstellungen und systematischen Fehlannahmen der menschlichen sexuellen Lebensgewohnheiten.

Gestatten Sie mir folgende Simulationsberechnung:
1. Herzstillstand-Risiko bei KHK-ACS-Risiko-Populationen etwa 0,5% pro Jahr
2. 7% Herzstillstand-Risiko (2002-2015) in 14 mal 365 Tagen = 5.110 Tagen
3. Der Tag mit 24 Stunden hat 1.440 Minuten bzw. 86.400 Sekunden
4. Interaktiver Koitus 2x/Woche mit Partner/-in (ohne Masturbationsangaben)
5. Kardio-vulnerabler exzitativer Erregungszustand über 15 Minuten 2x/Woche
6. Sexuell kardio-vulnerable Koitusaktivität in 14 Jahren 21.840 Minuten
7. Algemeines Herzstillstand-Risiko in 14 Jahren/7.358.400 Minuten (4.557)
8. Minus 21.840 Minuten mit kardio-vulnerabler Exzitation (34 Fälle)
9. Ergibt 7.336.560 Minuten für 4.523 Herzstillstand-Fälle ohne Sex.

Denn es ereigneten sich 34 Herzstillstände, das sind 0,75% und nicht 0,7% von 4.557 (!), im zeitlichen Zusammenhang mit sexueller Aktivität während eines Zeitraum von nur 21.840 Minuten.

Das inzidente Risiko für einen Herzstillstand o h n e begleitende sexuelle Aktivitäten beträgt demnach 0,06165 Prozent.

Dagegen liegt das inzidente Risiko für einen Herzstillstand m i t  begleitenden sexuellen Aktivitäten bei 0,15568 Prozent, also um den Faktor 2,5 h ö h e r als Herzstillstand-Risiken ohne zeitlichen Zusammenhang mit sexueller Aktivität.

"Sexual Activity as a Trigger for Sudden Cardiac Arrest" kann nach meinen Berechnungen als ganz besonders gefährlicher Auslöser des plötzlichen Herzstillstandes gelten.

Mf + kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund  zum Beitrag »
[15.11.2017, 23:20:29]
Dr. Patricia Singer 
CBD 
Während THC/Dronabinol Psychosen auslösen kann, soll CBD, eine anderer Stoff aus der Hanfpflanze, dem entgegenwirken. Interessant sind also Präparate aus CBD oder einem fixen Verhältnis CBD zu THC.
 zum Beitrag »
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