Leserkommentare [17658]

[21.08.2017, 17:06:33]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
Mit Verlaub, Kollege Baumgärtner, haben Sie da etwas verschlafen? 
Es wäre schon schön, wenn auch ein Ärztefunktionär wie Kollege Dr. med. Werner Baumgärtner als Vorstandschef von Medi Baden-Württemberg und Medi Geno Deutschland wenigstens die Ärzte Zeitung regelmäßig lesen würde:

In der Ärzte Zeitung vom 29.05.2017 erschien bereits unter dem Thema GOÄ-Reform ein informativer Kommentar mit dem Titel "Die Kuh ist vom Eis" von Helmut Laschet: "Es ist ein wichtiger Schritt vorwärts, zu dem sich der Ärztetag, schlussendlich mit großer Mehrheit, am Donnerstagabend durchgerungen hat. Zumindest der Ärztetag kann das GOÄ-Reformprojekt nicht mehr zum Scheitern bringen, die Delegierten haben dem Verhandlungsführer Dr. Klaus Reinhardt und dem Vorstand Prokura für die Schlussrunde erteilt.
Die aber hat es in sich: Gerade drei Monate verbleiben, für die nun insgesamt 5300 Leistungsziffern eine Bepreisung vorzunehmen – mit Hilfe betriebswirtschaftlicher Kalkulation und mit Assistenz der Expertise der Fachgesellschaften. Und dann wird es ganz ernst im Verhandlungsprozess mit PKV und Beihilfe. Egal, ob wirklich zu Weihnachten der Kompromiss steht: Wenn er gelingt, dann wird es die Politik schwer haben, dies noch zu ignorieren.
Dabei ist eines klar: Eine "Wünsch dir was" ist die neue GOÄ nicht, wie ein Delegierter zutreffend sagte. Ein Preisfaktor von 5,8 Prozent als Kompensation für jahrzehntelanges Freezing ist mager. Auf der Habenseite steht dann aber ein innovatives, betriebswirtschaftlich kalkuliertes, hochdifferenziertes Leistungsverzeichnis und die Sicherung der Einzelleistungsvergütung – ein Budget wie im Einheitlichen Bewertungsmaßstab der GKV wird es nicht geben." (Zitat Ende)

Wie kann Kollege Baumgärtner dann plakativ behaupten, ein GOÄ-Entwurf der Ärzte sei „strategisch wichtig“, wenn zugleich derselbe "Entwurf" in abschließender Fassung bereits komplett fertiggestellt vorliegt, und nur noch das Gebührenordnungskonvolut detailliert abgearbeitet werden muss?

Wie kann Kollege Baumgärtner behaupten, dass der Koalitionsvertrag der kommenden Bundesregierung "ein klares Commitment für eine novellierte GOÄ enthalten" solle (Com|mit|ment lt. DUDEN das [Sich]bekennen, [Sich]verpflichten), wogegen es das jahrzehntelange Versagen der eigenen Ärztekammer- und Verbands-Funktionärseliten war, welches eine zeitgemäße GOÄ bis dato verhindert sollte:

• GOÄ-Systematik auf dem Stand vom 16.4.1987 (BGBl. I, S. 1218)
• GOÄ-Punktwert-Anhebung in 34 Jahren (1983-2017) um insgesamt 14 %
• kalkulatorischer Punktwert 10 (1983), 11 (1988), 11,4 Pfennige (1996)
• jährlicher Punktwertanstieg durchschnittlich 0,41% p. a.
• Nullrunde mit 0,0 Prozent Punktwerterhöhung seit 1997 (20 Jahre)

Im Übrigen ist das Baumgärtner'sche Wort "Commitment", das vielleicht für "Schlagende Verbindungen" noch zeitgemäß wäre, im Zusammenhang mit einem wie auch immer gearteten Koalitionsvertrag einer kommenden Bundesregierung völlig deplatziert: Für die Komplettierung einer bereits bestehenden Neufassung einer GOÄ (GOÄneu) sind einzig und allein die Verhandlungsführer der Bundesärztekammer (BÄK), des PKV-Bundesverbandes und der Beihilfestellen zuständig.

Diese komplette Neufassung muss dann der Bundesregierung und dem zuständigen Bundesgesundheitsministerium vorgelegt und zur anschließenden Abstimmung im Parlament als Bundesgesetz zugelassen werden.

Dass Kollege Baumgärtner nun ausgerechnet in der ÄZ konfabuliert, es sei "strategisch wichtig", dass die Ärzteschaft noch in diesem Jahr einen eigenen GOÄ-Entwurf vorlegen würde, ist die Lachnummer schlechthin. Diese Idee kommt mindesten 7 Jahre zu spät. So lange dauern bereits die Verhandlungen um die GOÄneu an!

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund zum Beitrag »
[21.08.2017, 16:11:52]
Inge Hönekopp 
Krankheit am Pranger 
Überschrift: "Mortler prangert Sucht im Elternhaus an".
Suchtkranke sind Kranke; das wurde, wenn ich es richtig im Kopf habe, 1968 endlich von der WHO anerkannt. Die Überschrift könnte in den falschen Hals geraten.... als moralische Wertung. "XY prangert Krebs im Elternhaus an", habe ich zumindest noch nicht gelesen. Über die Sucht - und Drogenpolitik von Frau Mortler enthalte ich mich eines Kommentars. Als ich noch in diesem Bereich tätig war, konnte ich kompetentere erleben. zum Beitrag »
[21.08.2017, 11:13:20]
Vanessa Rietmann 
Zu den beiden Kommentaren:Wahlkampf lässt grüßen, jedoch möchte ich an folgendes erinnern: 
Bei meiner Aufnahme in den ärztlichen Berufsstand gelobe ich feierlich:
mein Leben in den Dienst der Menschlichkeit zu stellen.
Ich werde meinen Lehrern die schuldige Achtung und Dankbarkeit erweisen.
Ich werde meinen Beruf mit Gewissenhaftigkeit und Würde ausüben.
Die Gesundheit meines Patienten soll oberstes Gebot meines Handelns sein.
Ich werde alle mir anvertrauten Geheimnisse auch über den Tod des Patienten hinaus wahren.
Ich werde mit allen meinen Kräften die Ehre und die edle Überlieferung des ärztlichen Berufes aufrechterhalten.
Meine Kolleginnen und Kollegen sollen meine Schwestern und Brüder sein.
Ich werde mich in meinen ärztlichen Pflichten meinem Patienten gegenüber nicht beeinflussen lassen durch Alter, Krankheit oder Behinderung, Konfession, ethnische Herkunft, Geschlecht, Staatsangehörigkeit, politische Zugehörigkeit, Rasse, sexuelle Orientierung oder soziale Stellung.
Ich werde jedem Menschenleben von seinem Beginn an Ehrfurcht entgegenbringen und
selbst unter Bedrohung meine ärztliche Kunst nicht in Widerspruch zu den Geboten der Menschlichkeit anwenden.
Dies alles verspreche ich feierlich und frei auf meine Ehre. zum Beitrag »
[21.08.2017, 09:56:26]
Dr. Jürgen Schmidt 
Wissenschaft kann auch lächerlich sein. 
Bei genauerem Hinsehen lässt sich bei den Mahnern für eine Lebensweise, die alle Gesundheitsrisiken vermeidet, nicht selten eine zwanghafte Grundhaltung und ein Bevormundungstrieb erkennen, der ungesunder erscheint als der Gegenstand der Mahnung.
Schon Goethe wurde durch einen guten Rheingauer aufs Schönste inspiriert.
Leider gehört sein Lieblingswein, der Winkler Hasensprung heute nicht mehr zu den allerbesten Lagen.
Ob dieser Umstand dazu geführt hat, dass den deutschen Literaturnobelpreisträgern ein sauertöpfischer Unterton anhaftet, kann ich als Mediziner nur vermuten.
Kurzum, Wissenschaft kann auch lächerlich sein. zum Beitrag »
[21.08.2017, 09:34:42]
Prof.Dr. Martin Smollich 
vollkommen verfehlte Drogenpolitik 
Dass die Drogenbeauftragte der Bundesregierung vor einer "interessengetriebenen Verharmlosung von Cannabis" warnt ist eine absolute Farce angesichts der realen drogenpolitischen Probleme: Der Einfluss einer "Cannabis-Lobby" auf CDU/SPD ist vollkommen inexistent im Vergleich zum todbringenden Einfluss der Tabak- und Alkohol-Lobby - in beiden Bereichen ist Deutschland hinsichtlich der Drogenprävention Schlusslicht in Europa.

In keinem anderen EU-Land hat die Tabak-Lobby auf die Regierungsparteien soviel Einfluss wie in Deutschland, was angesichts der zehntausenden Todesfälle erschütternd ist, dabei aber den verantwortlichen politischen Akteuren aus rein wirtschaftspolitischen Gründen vollkommen egal ist (vgl. hierzu: http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/bundestag-verschleppt-tabakwerbeverbot-14983103.html). Und der gerade erschienene WHO-Alkoholbericht (Moller & Schölin 2017) zeigt drastisch, dass Deutschland dank des direkten Zugangs der Alkohol-Lobby zur Bundesregierung auch hinsichtlich Prävention von Alkoholmissbrauch auf dem letzten Platz liegt.
Das Ergebnis dieser vollkommen verfehlten Drogenpolitik zeigt sich in den Todeszahlen: An Alkohol sterben in Deutschland jährlich 74.000 (!) Menschen, an Tabak 40.000 (!) Menschen, und an Cannabis niemand. Angesichts dieser Zahlen vor der "Cannabis-Lobby" zu warnen, wie in der Stellungnahme der Drogenbeautragten geschehen, ist aberwitzig und peinlich.
Selbst der ständige Fokus der Drogenbeautragten auf Cannabis sollte als das gesehen werden, was es tatsächlich ist: Fortgesetzte Lobby-Arbeit für die Alkohol- und Tabakindustrie - denn diese fürchten im Rahmen einer irgendwann anstehenden Legalisierung um Umsatzeinbußen. Auch in den USA waren es im Rahmen der Volksabstimmungen zur Cannabis-Legalisierung die Alkohol- und die Tabaklobby, die die "Gegen-Legalisierung"-Kampagnen finanziert haben, und zwar sicherlich nicht aus Sorge um die Gesundheit der Bevölkerung.
Und am Rande: Selbst die Behauptung, der "Wirkstoffgehalt" von Cannabis liege heute etwas 5x so hoch wie noch vor fünf Jahren, bezieht sich auf den US-Markt; in Europa ist der Gehalt in den vergangenen Jahrzehnten nahezu konstant geblieben (REITOX-Bericht 2016; Europäischer Drogenbericht 2016).
Das ständige Herumtanzen um Cannabis eine drogenpolitische Scheindebatte, die an den realen Problemen mit jährlich Zehntausenden von Toten durch Alkohol und Tabak vollkommen vorbeigeht. zum Beitrag »
[19.08.2017, 22:38:25]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
Lieber Kollege Hartwig Raeder,  
80-90% der Dialysepatienten habe kein primäres "Kardiosyndrom" und damit auch kein von Ihnen apostrophiertes "Kardiorenalsyndrom", sondern ein vorausgegangenes Nierenversagen aus verschiedensten Gründen. Und dass Ihr "Die GFR ist immer proportional zum HZV" klinischer Leitsatz sein sollte, bitte ich höflichst mit Literaturstellen zu belegen, die nicht allein "auf Ihrem Mist" gewachsen sind. Wir sind z. B. nicht beim in vitro nachweisbaren, experimentellen Frank-Starling-Mechanismus stecken geblieben; hinzu kommt das Laplace-Gesetz. Sehr anschaulich 2011 in "Physiologie des Menschen: Mit Pathophysiologie", herausgegeben von Robert F. Schmidt, Florian Lang, Manfred Heckmann, dargestellt in Kapitel 26.2 auf Seite 543 ff.

Mf + kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund  zum Beitrag »
[19.08.2017, 15:43:50]
Hansueli Trüeb 
Sind die Forscher auf den Ernährungsfehler-Hype aufgesprungen? 
Dieser Bericht ist aus Sicht des diabetesclub.ch dazu geeignet, Kinder mit Diabetes und deren Eltern zu stigmatisieren.

Auch wenn darauf hingewiesen wird, dass dieser Zusammenhang in der Forschung schwer zu belegen sei, dient diese Information dazu, selbst beim kindlichen Diabetes die Ursache auf die Ernährung abzuschieben und damit Eltern, welche für die Ernährung verantwortlich sind, die Schuld zuzuschieben.

Aufgrund des heutigen Wissensstandes, dass Diabetes bedingt durch den HLA-Gen bereits bei der Geburt genetisch angelegt ist, erachtet es der diabetesclub.ch es als völlig deplatziert, dass selbst beim kindlichen Diabetes Typ 1 auf den abgedroschenen Hype des Diabetes durch falsche Ernährung und mangelnde Bewegung aufgesprungen wird.

Wir sind froh, dass im Bereich Diabetes intensiv geforscht wird. Wir erwarten aber, dass publizierte „Forschungsergebnisse“ fundiert sind und nicht einfach dazu diesen, einem Hype nachzueifern. Zumal in diesem Fall keine belegbaren Aussagen vorliegen und die Theorie dazu geeignet ist, Eltern welche sich für ihre Kinder mit Diabetes in hohem Masse engagieren, zu diskreditieren.

diabetesclub.ch

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[18.08.2017, 15:41:54]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
Übergänge bei Alkohol-Verbrauchs-Kategorien nicht nur substanzbedingt fließend! 
Die Publikation "Alcohol consumption and gastric cancer risk — A pooled analysis within the StoP project consortium" von Matteo Rota et al. hat mit "Cancer Epidemiology", wie in der Fachzeitschrift International Journal of Cancer (IJC) betitelt, herzlich wenig zu tun. Sie ist kein angemessener Beitrag zur Krebs-Epidemiologie unter Alkohol-Einfluss.

Dem Autorenteam ist offensichtlich nicht einmal bewusst, dass Alkohol-bedingte Gesundheitsschädigungen bzw. Tumorrisiken eben n i c h t monokausal und schon gar nicht mono-lokulär auf isolierte Zielorgane heruntergebrochen werden können.

Schon gar nicht adäquat ist eine Kategorienbildung zwischen:
"Abstinenzlern" ("abstainers"), "Trinkern" bis 4 Drinks/d ("drinkers") "starken Trinkern" ("heavy drinkers") mit 4-6 Drinks/d und "sehr starken Trinkern" ("very heavy drinkers") mit mehr als 6 Drinks/d.

Auf retrospektiven Beobachtungen fußende Metaanalysen führen gerade beim Alkoholkonsum systematisch in die Irre, weil die Übergänge zwischen den Verbrauchs-Kategorien nicht nur substanzbedingt zumeist fließend sind.

Dem Autorenteam sind aber auch keine weiteren Widersprüche aufgefallen, die in seinem Abstract selbst stecken:

1. Wenn im Vergleich zu Alkohol-Abstinenten kein erhöhtes Magenkrebsrisiko bei bis zu 4 Drinks (z.B. à 0,1 L Wein) pro Tag besteht, dieses jedoch bei 4-6 x tgl. 0,1 L Wein schon ansteigen soll, gibt es doch im tatsächlichen Leben unserer Patientinnen und Patienten keinen einzigen, der tatsächlich auf immer und ewig tgl. maximal dieselbe Menge von bis 4x 0,1 L Wein oder andere äquivalente Alkoholmengen konsumiert, bzw. nicht situativ bedingt auch mal "tiefer ins Glas schaut". Zwischen diesen beiden Alkohol-Konsum-Mengen gibt es allenfalls eine rein fiktive Diskrimination.

2. Allein die Tatsache, dass das Risiko bei mehr als 4 Drinks für Nichtraucher höher war, als das Risiko für Raucher mit geringerem Alkoholkonsum, zeigt nicht etwa, dass Rauchen vor Magenkrebs schützen könne, sondern im Gegenteil, dass dadurch das Bronchialkarzinom-Risiko erhöht wird!

3. Wer eine Studie mit "Alcohol consumption and gastric cancer risk" überschreibt, kann nicht plötzlich im Text über "in intestinal-type" und diffuse-type cancers" ohne empirisch belegte Daten konfabulieren.

["Compared with abstainers, drinkers of up to 4 drinks/day of alcohol had no increase in gastric cancer risk, while the ORs were 1.26 (95% CI, 1.08–1.48) for heavy (>4 to 6 drinks/day) and 1.48 (95% CI 1.29–1.70) for very heavy (>6 drinks/day) drinkers. The risk for drinkers of >4 drinks/day was higher in never smokers (OR 1.87, 95% CI 1.35–2.58) as compared with current smokers (OR 1.14, 95% CI 0.93–1.40). Somewhat stronger associations emerged with heavy drinking in cardia (OR 1.61, 95% CI 1.11–2.34) than in non-cardia (OR 1.28, 95% CI 1.13–1.45) gastric cancers, and in intestinal-type (OR 1.54, 95% CI 1.20–1.97) than in diffuse-type (OR 1.29, 95% CI 1.05–1.58) cancers."]

Von daher ist der ÄZ-Titel etwas irreführend gewählt: "Bitterer Tropfen - Zwei Gläser Wein? Das lass lieber sein!" ist nicht die Quintessenz der beschriebenen Metaanalyse. Denn wer täglich nicht mehr als zwei Gläser Wein oder zwei Flaschen Bier trinkt, hat k e i n messbar erhöhtes Risiko, an Magenkrebs zu erkranken.

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund zum Beitrag »
[18.08.2017, 15:03:59]
Dr. Hartwig Raeder 
Anmerkung 
Die Niereninsuffizienz ist kein kausaler Faktor für Vorhofflimmern. Bei der Niereninsuffizienz handelt es sich fast immer um ein Kardiorenalsyndrom. Jede Kardiomyopathie verschlechtert Herzkraft, Herzarbeit und Herzleistung und somit das Herzzeitvolumen. Die GFR ist immer proportional zum HZV. Außerdem sind strukturelle Veränderungen des Myokards mitursächlich für das Auftreten von Vorhofflimmern. zum Beitrag »
[17.08.2017, 16:40:43]
Prof. Robert Roßbruch 
Da irrt der DPR-Präsident! 
Grundsätzlich ist die Gründung einer Bundespflegekammer begrüßenswert. Allerdings irrt der DPR-Präsident, wenn er verlautbaren lässt, dass "Nur demokratisch legitimierte Institutionen ... Platz in der künftigen Bundespflegekammer (hätten).". Mitglieder einer Bundespflegekammer können nur Landespflegekammern sein. Die Mitgliedsbeiträge, die grundsätzlich eine Landespflegekammer für eine Bundespflegekammer einsetzen darf, können jedoch aus kammerrechtlichen Gründen nicht eingesetzt werden, wenn auch andere Institutionen (gemeint sind wohl Pflegeverbände)an der Bundespflegekammer beteiligt sind. Jedenfalls wird die für die Landespflegekammer Rheinland-Pfalz zuständige Rechtsaufsicht ein kritisches Wörtchen mitzureden haben. Darüber hinaus stellt die vom DPR-Präsidenten angedachten Struktur einer "Bundespflegekammer" einen Etikettenschwindel oder juristisch gesprochen einen möglichen Verstoß gegen das Wettbewerbsrecht dar. Der Deutsche Berufsverband für Altenpflege wird sich freuen und möglicherweise schon mit einer Unterlassungs- und Verpflichtungserklärung in den Startlöchern sitzen. Ein solches Eigentor sollte der DPR nicht schießen.

Prof. Robert Roßbruch, Rechtsanwalt und Ex-Wahlleiter zur 1. Vertreterversammlung der Landespflegekammer Rheinland-Pfalz zum Beitrag »
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