Leserkommentare [20309]

[17.06.2019, 13:10:52]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
De-Eskalation bei allgemeinmedizinisch-internistischem Versorgungs- und Terminmanagement 
Was für eine Pseudo-Umfrage des Online-Arztempfehlungsportals JAMEDA unter 1.160 Patienten!

Im Internet sucht man die Originalversion dieser Befragung vergeblich. Wieder einmal wird völlig undifferenziert allen niedergelassenen Vertragsärzten/-innen, speziell uns Hausärzten, unzureichende Versorgungsqualität bzw. Terminmanagement vorgeworfen.

Dabei wird nicht einmal unterschieden, ob es sich um Wartezeiten in einer Terminsprechstunde oder bei einer Akut-/Notfallsprechstunde handelt. Im hausärztlich-allgemeinmedizinisch-internistischen Bereich kommt es insbesondere bei völlig unvorhersehbaren Akutfällen zu systemimmanenten Wartezeiten.

Akute Notfälle mit hypertensiven Krisen, neurologischen Ausfällen, TIA, Unfälle, Verletzungen, V. a. Gallen- und Nierenkoliken, akutem Koronarsyndrom (ACS), Apoplexie oder akutem Abdomen, Gichtanfälle, Gelenk- oder Wirbelsäulen-Blockierungen, Diabetes-Entgleisungen usw. führen zu versorgungsbedingten Verzögerungen.

Doch damit nicht genug: Patientinnen und Patienten gehen leider häufig aus "geringfügigen Anlässen" ohne Terminvereinbarung zum Arzt, weil sie sich in ihrer Selbsteinschätzung der Dringlichkeit von weit außerhalb der Medizin liegenden Motivationen leiten lassen (spontane Zeitressourcen, Medikation plötzlich zu Ende, Urlaub, andere Termin, Zweitmeinung nach externem Arztbesuch, allgemeine Unzufriedenheit, Zuwendungsbedarf, bio-psycho-soziale Krisen, unklare Schmerzen, Belastungs- und Anstrengungsreaktionen, allgemeiner Hilfebedarf, Versorgungsamts- und REHA-Ansprüche etc.)

Eine bessere Steuerung, Koordination und Reduktion von mehrfachen Arztkontakten mit durchschnittlich 17 pro Jahr pro GKV-Versicherte kann nur durch Anstrengungen aller Beteiligten erreicht werden. Die Arzt-Termin-Frequenzen liegen bei Hypertonikern mit 32, bei Herzinsuffizienten mit 49 und bei Depressiven mit 44 jährlichen Arztbesuchen deutlich außerhalb der machbaren Versorgungsrealität und müssen durch Patienten-Informationen bzw. -Schulungen und weitere flankierende Maßnahmen ausgeglichen werden. Quelle Barmer GEK Arztreport vgl. https://www.aerztezeitung.de/politik_gesellschaft/article/619332/volles-wartezimmer-oft-wegen-bagatellen.html

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM in Dortmund
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[17.06.2019, 13:01:21]
Kurt-Michael Walter 
Die AG Pflegekammerkonferenz ein Bremsklotz mehr im Bürokratensystem der "Pflege" 

Die aus der Taufe gehobene Arbeitsgemeinschaft "Pflegekammerkonferenz" ist auf dem Weg zur "Bundespflegekammer".

Betrachtet man die Aktionen der Verbandsfunktionäre und Vereinspräsidenten in der bundesdeutschen Pflegeinfrastruktur so fällt auf, dass diese Herrschaften bisher immer nur für die eigene Verbands-Klientel und persönliche Karriere gesorgt haben.

Beispielsweise gibt es da die Story "Vom Präsidenten des Deutschen Pflegerat e. V. zum Staatssekretär im Gesundheitsministerium". Oder die Story vom Beirat im "Deutschen Pflegerat e. V. zum/r Kammerpräsidenten/In einer Landespflegekammer". Viele weitere solcher fragwürdigen Karrieren von Akteuren des "Deutschen Pflegerat e. V. könnten hier noch aufgeführt werden. Das ganze Erinnert an das "Goldman Sachs Versorgungssystem" in der Finanzwirtschaft/-Politik.

Fazit: Ist die Pflegekammerkonferenz ein neuer Ansprechpartner auf Augenhöhe für deutsche Ärzteschaft? Nein, eher nicht auch wenn es kräftigen Rückenwind aus der Politik vom Staatssekretär für Pflegeangelegenheiten geben dürfte.

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[15.06.2019, 12:40:44]
Ulrich Welzel 
Lobbyismus siegt 
Das was Marko Frankowsky hier schreibt, kennen wir seit 35 Jahren.

Personenbeförderungsschein um einkaufen zu fahren? Wer hat Interesse das zu verhindern, weil ihm möglicherweise Ertrag entgeht? Welcher Politiker gibt dazu sein Ok?

Fachkräfte mit 3-jähriger Ausbildung in entsprechenden Berufen um niederschwelligen Hilfen auszuüben? Wer hat Interesse das zu verhindern, weil ihm möglicherweise Ertrag entgeht? Welcher Politiker gibt dazu sein Ok?

Menschen die helfen wollen, werden so abgehalten tätig zu werden.

Schon lange wird nach einem Lobbyregister verlangt, was leider von CDU/CSU geblockt wird. Wenn das Lobbyregister da wäre, würden wir sehr schnell sehen können, wer da welche Interessen vertritt.  zum Beitrag »
[15.06.2019, 10:10:04]
Brigitte Bührlen 
Angehörigenpflege: Reform dringend erforderlich! 

Wir haben kein Erkenntnisproblem, wir haben ein strukturell-systemisches Problem in der Angehörigenpflege in Deutschland.
Einerseits legen Politik und Gesellschaft Wert auf gute Ausbildung und erfolgreiche Berufsausübung, andererseits wird der Löwenanteil der ambulanten Pflege und Begleitung von Pflegebedürftigen jeden Alters nach §1618a BGB 7/24/365 in der unentgeltlichen Angehörigenpflege verankert.
Welche Angehörigen sollen in welchen Familien an welchen oft weit voneinander getrennten Wohnorten wann und wie neben Berufstätigkeit und der Organisation des eigenen Lebenskreises noch Angehörige versorgen?
Wenn Kinder oder Partner pflegebedürftig sind oder werden, heißt das systembedingt nicht selten: Beruf aufgeben, keinerlei Anspruch auf finanziellen Ausgleich und in der Folge Altersarmut.
Dabei ist der Kampf mit Bürokratie, um Bewilligungen und das Ringen um individuelle Informationen noch gar nicht thematisiert.
Fazit: Mit Regelungen des 19. Jh. wo Vater-Mutter-Kind-Ehen mit Trauschein, in denen der Vater arbeitete und die Mutter Kinder großzog und pflegte werden wir künftig die Angehörigenpflege nicht mehr sicherstellen können und wollen.
Im 21. Jh., in einer globalisierten Welt, in der es viele Formen des Zusammenlebens gibt und in der Frauen gut ausgebildet und berufstätig sind müssen Rahmenbedingungen der "Angehörigenpflege" strukturell überdacht und neu geregelt werden.
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[14.06.2019, 21:20:13]
Thomas Kaiser 
Verblisterung nimmt gewünschte Verantwortung 
Den Pflegekräften die Verantwortung zu nehmen hilft auch nicht. Der Beruf muss finanziell aber auch durch die Tätigkeit, die zu verrichten ist attraktiv sein/werden. Den Pflegekräften Verantwortung zu nehmen führt nicht zu mehr Attraktivität. zum Beitrag »
[14.06.2019, 13:18:22]
Dipl.-Psych. Walter Andritzky 
Pseudodiskussion? 
Das Wartezeitengerede hat nur einen Zweck: Die Ärzteschaft zu entmündigen in ein vollständig gemanagtes Gesundheitswesen zu zwingen und damit als freien Beruf abzuschaffen.
Wollte man Wartezeiten verkürzen müssen einfach mehr Niederlassungen ermöglicht werden. Eine wahrhaft groteske Diskussion. zum Beitrag »
[14.06.2019, 11:48:31]
Ed Krieger 
Geburtstagsgrüße 
alles Gute,
jedoch werden über sechs Millionen Betroffene keine besonderen Geburtstags- wünsche senden. Sie werden jeden Monat daran erinnert, dass Sie 2004 ein Abzocker Gesetz vorbereitet haben, an denen diese Betroffene schmerzlich erinnert werden. Monat für Monat.Schade, daß sie kein Rückrat zeigen und diesen Murks rückgängig machen...
All Ihre Begründungen sind widerlegt...Sozialverbände fordern ein umschwenken, nur Sie haben keine Einsicht...die Wahlergebnisse zeigen ebenfalls die Wirkung, die der Verein DVG offenlegt.Siehe; www.dvg-ev.org/
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[14.06.2019, 11:47:43]
Dr. Christoph Schay 
Versagen der "digitalen Player im Gesundheitswesen" 

Der politische Druck des Bundesgesundheitsministerium auf die KVèn eine funktionierende Digitalisierung in den Praxen zu implementieren führt seit Jahren zu einem höchst ärgerlichen Dilettantismus auf allen Ebenen, ohne das wir niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte und unsere Patienten einen Benefit in der Versorgung erfahren. Natürlich funktionieren die angepriesenen Komponenten nicht reibungslos, natürlich fühlt sich von Seiten der Softwareanbieter oder der KV niemand verantwortlich, natürlich sammelt das Ministerium brav alle Beschwerden und trotzdem brechen die Verbindungen ohne ersichtlichen Grund ab und belasten das Praxisteam und die Patienten. Niemand mit klarem Verstand und guter geistiger Verfassung würde sich als Privatmann oder Frau eine teure nutzlose digitale Anwendung zulegen, sondern würde bei Fehlfunktion vom Rücktrittsrecht gebraucht machen, um keinen Schaden zu haben. Es ist ein Armutszeugnis der ministeriellen Verantwortung und der ausführenden Körperschaften, dass der verbriefte Verbraucherschutz durch Androhung von Sanktionen missachtet wird.
Armes Gesundheitswesen Deutschland, ausgepresst um Synergien wegen, ausgenommen von Profiteuren, gegängelt durch Profilierungssucht verkauft an die Ökonomisierung.
Mit freundlichen Grüßen
Dr. Schay zum Beitrag »
[14.06.2019, 10:31:29]
Dr.med. Henning Fischer 
noch immer ärgere ich mich jeden Tag schwarz über die Auswirkungen der Ulla-Schmidt-Gesetze 

insbesondere Rabattverträge-aut-idem.

Immer noch anhaltende Diskussionen mit Patienten, völlig abstruse gesetzlich festgelegte Austauschbarkeit von Tabletten/Kapseln/Tropfen.

Leider gibt es keine wissenschaftliche Untersuchung darüber, wie viele Patienten durch die Substitution von Rabattarzneimitteln zu Schaden oder zu Tode gekommen sind.

Meine Meinung über Ulla Schmidt: sie hat den Sparwahn und den Bürokratismus im Gesundheitswesen auf die Spitze getrieben und massiven dauerhaften Schaden angerichtet.
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[14.06.2019, 09:06:34]
Prof. Dr. Hermann Liebermeister 
Mit unseren klassischen Präventionsbemühungen erreichen wir fast nur die mittleren und oberen Sozialklassen. 
Deswegen müsst der Akzent auf der Verhältnis-Prävention, d. h. der Schaffung gesundheitsfördernder Umweltbedingungen für alle liegen. In Frage kommen beispielsweise: Fahrradwege, mehr öffentlich zugängliche Sportanlagen, Ampelkennzeichnung der Lebensmittel, Schulhöfe nachmittags für Sport und Spiel öffnen, Kantinenessen verbessern, gesund lebende Sportler in den Medien stärker herausstellen, bei Bonuspunkten statt "Fresskörben" Gutscheine für Fitness-Zentner und Tennisplätze, Subvention geeigneter Nahrungsmittel wie Gemüse, Obst und Fisch, weniger Schulbusse (und Aufzüge), keine Auslage von kalorienreichen Snacks in Kindergriffhöhe u.a.m. zum Beitrag »
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