Leserkommentare [19137]

[20.08.2018, 11:42:43]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
Alzheimer Demenz - Neue Sichtweisen erforderlich! 
Frau Prof. Miia Kivipelto hat als Expertin eindringlich darauf hingewiesen, dass Alzheimer-Demenz eine komplexe, multifaktorielle Erkrankung und keine einfache, monokausale Stoffwechselerkrankung des Gehirns ist. Neben der spezifischen Pathologie mit Ablagerung von Amyloid Aβ42, Tau-Aggregation und Neurodegeneration spielen auch konventionelle Gefäßrisikofaktoren wie Alter, Dyslipidämie, Inflammation und oxidativer Stress eine Rolle, erklärte Kivipelto bei der aktuellen Alzheimer’s Assocation International Conference (AAIC). Nicht zuletzt spielt auch die Immunologie der Blut-Hirn-Schranke eine wesentliche Rolle im ursächlichen Krankheitsgeschehen.

Thomas Müller, geschätzter Autor bei der Ärzte-Zeitung, schrieb dazu: "Seit einigen Jahren mehren sich jedoch die Zeichen, dass die Demenzinzidenz bei den Alten kontinuierlich sinkt und die Zahl der Demenzkranken daher weit weniger dramatisch steigt als bislang angenommen oder sogar konstant bleibt.
So haben britische Forscher bemerkt, dass die alten Prognosen zur Zahl der Demenzkranken heute nicht mehr stimmen (The Lancet 2013, 382 (9902): 1405-1412). Anfang der 1990er-Jahre kamen sie auf eine Demenzrate von 8,3 Prozent bei den über 65-Jährigen in Großbritannien, 20 Jahre später nur noch auf 6,5 Prozent. Die Rate ist damit um ein Viertel geringer und die Zahl der Demenzkranken um 200.000 niedriger, als bei einer gleichbleibenden Prävalenz zu erwarten gewesen wäre.
Ähnliche Daten liefern Querschnittstudien und Registeranalysen aus anderen europäischen Ländern - Spanien, Schweden, Dänemark und den Niederlanden, wobei die Demenzinzidenz je nach Untersuchung im Laufe von 10 bis 20 Jahren um etwa ein Viertel zurückging.
Nicht zuletzt, weil dieses Phänomen etwa zwei Dekaden nach dem Einbruch der Herzinfarkt- und Schlaganfallraten erfolgte - die Risikogeneration hatte nun das Demenzalter erreicht -, wird davon ausgegangen, dass eine verbesserte Herzkreislauftherapie und die Reduktion von kardiovaskulären Risikofaktoren eine entscheidende Bedeutung bei dieser Entwicklung hat." (Zitat Ende) https://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/demenz/article/905267/demenz-praevention-zahl-jaehrlichen-neuerkrankungen-30-jahren-fast-halbiert.html

Neben immunologischer Grundlagenforschung bleibt die Frage "Schützt höhere Bildung vor Demenz" oder "Schützt Demenz vor Bildung"?
Bei den Schlussfolgerungen zu "Incidence of Dementia over Three Decades in the Framingham Heart Study" von C. L. Satizabal et al. im NEJM wird klar, dass die Ursachenforschung bei der Demenz-Inzidenz noch in den Kinderschuhen steckt. Doch Erklärungsmuster wie: "Die wahrscheinlichste Erklärung für den Rückgang der Demenz ist die Vermeidung von kardiovaskulären Risikofaktoren wie Rauchen, arterieller Hypertonie und hohen Cholesterinwerten. In diesen Feldern wurden in den letzten Jahren in den USA mehr als in Europa gute Fortschritte gemacht", wie z. B. im Deutschen Ärzteblatt geäußert, sind Spekulation. http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/65708/Framingham-Studie-Bildung-schuetzt-vor-Demenz
Denn die Schlussfolgerungen der Autoren lesen sich in der Originalarbeit wesentlich vorsichtiger: Die Faktoren, die den Rückgang der Demenz-Inzidenz im Verlauf der letzten drei Jahrzehnte in der Framingham-Herz-Studie bedingten, wurden bisher n i c h t komplett identifiziert.["CONCLUSIONS - Among participants in the Framingham Heart Study, the incidence of dementia has declined over the course of three decades. The factors contributing to this decline have not been completely identified."]

Vgl dazu auch
http://www.springermedizin.de/demenzinzidenz-in-30-jahren-fast-halbiert/6193892.html

„Etwa 30 Prozent des Alzheimer-Risikos lassen sich durch sieben Risikofaktoren erklären, die wir mehr oder minder wirksam beeinflussen können“, betonte Frau Kivipelto. Dazu gehören:
•Diabetes,
•Hypertonie,
•Adipositas,
•Depression,
•körperliche Inaktivität,
•Rauchen und
•geringe Bildung.

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
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[20.08.2018, 09:11:01]
Dr. Angelika Marquardt 
MRT 
Danke für den Tipp mit dem Termin beim Tierarzt! Super Idee! zum Beitrag »
[20.08.2018, 07:13:32]
Dr. Jolanda Schottenfeld-Naor 
Valide Informationen für Diabetiker  
Die am besten evaluierten Informationen für Menschen mit Diabetes sind die Schulungsprogramme, die vorwiegend in den Diabetes-Schwerpunktpraxen angeboten.
Die Diabetesberaterin kann die dort enthaltenen Informationen an den Informationsbedarf und Bildungsstand anpassen. Der Patient erhält schriftliche Informationen und Übungen für zu Hause. Allerdings liegen keine validen Daten zur Anzahl der Patienten vor, die davon profitieren. Die Anzahl könnte sicher gesteigert werden. zum Beitrag »
[18.08.2018, 10:44:25]
Dr. Michael Ammen 
Billiger geworden 
Inzwischen ist ein Schnelltest im Internet ab 6 € zu bekommen.  zum Beitrag »
[18.08.2018, 01:19:47]
Dr. Michael Hunze 
Nun mal bitte kein Spielverderber sein ;-) 
@Dr. Schätzler: das ist doch eine lustige, nette kleine Studie mit guten Absichten

da finde ich

>frage ich mich ernsthaft, ob die Untersucher nicht doch etwa den Verstand >verloren haben.

das etwas unter der Gürtellinie und

>3. Bei Hunden, die auch noch aufgrund neurologischer Symptomatiken ins MRT >aufgenommen werden, ist es nur noch eine Frage der Zeit, wann dort die erste >Tollwut(Rabies)-Transmission erfolgen wird.

das unsachlich - die weitaus meisten Hunde sind gegen Tollwut geimpft, und wenn ein Hund aufgrund Tollwut neurologische Symptome entwickelt, ist er in aller Regel binnen einer Woche tot: da schafft er es wohl kaum ins MRT - und das

>2. Haben Hunde, wie auch auf Spielplätzen, in Lebensmittel- bzw. in Klinik- >und Praxis-Abteilungen aber auch in MRT's nichts zu suchen.

recht apodiktisch.

Gruß und WUFF - Michael Hunze, Hausarzt, Neubrandenburg

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[17.08.2018, 22:12:20]
Dr.med. Henning Fischer 
Angaben zur Höhe der ärztlichen Forderungen machte Gassen nicht. Sie werde aber "deutlich über Null" liegen. 

deutlich über null? Lattenschuß?

woanders wird über 4-6% verhandelt.

Herr Gassen, geben Sie zu:

die "Verhandlungen" sind eine Farce: unter Budgetbedingungen geht eh nix, und welches Druckmittel hat die KBV:

KEINS !!!!!!!!!!!!!!

Schmierentheater, das ganze.
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[17.08.2018, 16:45:34]
Dr. Hartmut Berg 
Rücknahme Patient -Apotheke ?? 
Valsartan ist eine Dauermedikation. Deshalb rezeptieren die Ärzte häufig für 3 oder 6 Monate .
Die Internetapotheke " Doc Morris" verweigert die Rücknahme/ den Austausch."

"Die Einahme ist nicht so schlimm, das Weglassen ist schlimmer". Auf einen Umtausch lassen die Herren sich nicht ein! Die Antwortschreiben sind standardisiert und von einer PTA gezeichnet.


Der Schreiber möchte nicht genannt werden, er möchte sich nicht outen als Doc Morris Kunde. Überprüfen Sie selbst. zum Beitrag »
[17.08.2018, 16:31:56]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
Schulmedizin versus Komplementärmedizin bei Krebserkrankungen  
Die Patientinnen und Patienten wurden sehr sorgfältig und konkludent randomisiert. Es wurden deshalb nicht Birnen mit Äpfeln, sondern konventionelle Krebstherapie (CCT) versus Komplementärmedizin (CM) in "Complementary Medicine, Refusal of Conventional Cancer Therapy, and Survival Among Patients With Curable Cancers” von Skyler B. Johnson et al. https://jamanetwork.com/journals/jamaoncology/article-abstract/2687972
verglichen.

Selbstverständlich kann jede/r, dem diese Studienergebnisse nicht passen, wie unter
http://news.doccheck.com/de/blog/post/9664-krebstherapie-ayurvedisches-ablenkungsmanoever/
geschehen, das kritisieren.

Doch dann darf man sich bitte nicht unsystematisch darauf kaprizieren, was herausgefunden wurde ("Findings"), sondern muss schon eine möglicherweise unsaubere Methodik bei „Design, Setting, and Participants“ darstellen können. Davon kann aber keine Rede sein: "Results - Patients who chose CM did not have a longer delay to initiation of CCT but had higher refusal rates of surgery (7.0% [18 of 258] vs 0.1% [1 of 1031]; P&#8201;<&#8201;.001), chemotherapy (34.1% [88 of 258] vs 3.2% [33 of 1032]; P&#8201;<&#8201;.001), radiotherapy (53.0% [106 of 200] vs 2.3% [16 of 711]; P&#8201;<&#8201;.001), and hormone therapy (33.7% [87 of 258] vs 2.8% [29 of 1032]; P&#8201;<&#8201;.001).

Selbstverständlich wurden in der Komplementärmedizin-Gruppe interventionelle Therapien der konventionellen Krebstherapie eher abgelehnt. Genau das begründete aber deren höhere Sterblichkeit. Der Abstract der Studie im Original: "Complementary Medicine, Refusal of Conventional Cancer Therapy, and Survival Among Patients With Curable Cancers” von Skyler B. Johnson et al. https://jamanetwork.com/journals/jamaoncology/article-abstract/2687972

Results - The entire cohort comprised 1.901.815 patients with cancer (258 patients in the CM group and 1.901.557 patients in the control group). In the main analyses following matching, 258 patients (199 women and 59 men; mean age, 56 years [interquartile range, 48-64 years]) were in the CM group, and 1.032 patients (798 women and 234 men; mean age, 56 years [interquartile range, 48-64 years]) were in the control group … Use of CM was associated with poorer 5-year overall survival compared with no CM (82.2% [95% CI, 76.0%-87.0%] vs 86.6% [95% CI, 84.0%-88.9%]; P&#8201;=&#8201;.001) and was independently associated with greater risk of death (hazard ratio, 2.08; 95% CI, 1.50-2.90) …

Das bedeutet zusammengefasst: In der Komplementärmedizin-Gruppe mit 258 Patienten lag die 5-Jahres-Überlebensrate bei 82,2% und die Sterblichkeit bei 17,8%. In der wesentlich größeren, um statistische Verzerrungen zu vermeiden, Schulmedizin-Gruppe mit 1.032 Patienten lag die 5-Jahres-Überlebensrate bei 86,6% und die Sterblichkeit hochsignifikant (Hazard Ratio 2,08) niedriger bei nur 13,4%.

Mf + kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund zum Beitrag »
[17.08.2018, 15:56:16]
Dr.med. Burkhard Ziegler 
Malariaurteil und "angemessenes Blutbild" 
Ich bezweifle, daß die Malaria erkannt worden wäre, wenn der Kollege ein kleines oder großes Blutbild in seiner Laborgemeinschaft durchgeführt hätte. Dort wird das "Blutbild" an deinem Durchflußcytometer erstellt worden, das Plasmodien weder intra- noch extracellulär erkennt und registriert. Es wäre somit kein Anlaß gewesen, einen Blutausstrich anzufertigen und manuell zu differenzieren bzw. auf Veränderungen der Erythrocyten durchzumustern. Hätte er dagegen in seinem Praxislabor einen manuell zu differenzierenden Blutausstrich angefertigt, wäre der Befund mit einiger Wahrscheinlichkeit erhoben worden. Manuelle Differenzierung ist allerdings heute eine große Ausnahme. zum Beitrag »
[17.08.2018, 15:11:24]
Rudolf Hege 
Potential verschenkt 
Leider hat diese Studie Potential verschenkt. Es ist ja richtig, dass viele komplementäre Methoden nicht wirklich umfassend untersucht sind - es finden sich selten Sponsoren für entsprechende Studien, versprechen Curcumin & Co doch keine attraktiven Renditen. Also werden sie meist aufgrund von Erfahrungen oder Pilotstudien angewendet, die nicht immer verallgemeinert werden können.
Insofern wäre es wünschenswert gewesen, wenn die Studie auch erfasst hätte, was für Methoden im Einzelfall angewendet wurden - und ob sich daraus Unterschiede ergeben. Ob man beispielsweise mit Hyperthermie und Curcumin agiert oder - wie Steve Jobbs - NUR mit Meditation und Ernährung, ist in meinen Augen durchaus ein Unterschied. Während der eine sich für eine umfassende individuelle komplementäre Strategie entscheidet, versucht der andere seinen Krebs mit MMS wegzutröpfeln. Das gleichzusetzen ist doch sehr fragwürdig. zum Beitrag »
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