Leserkommentare [20663]

[16.09.2019, 13:14:12]
Dr. Stefan Graf 
Irreführende Überschrift 
Der Titel des Beitrages ist m. E. unzutreffend, denn der Einfluss "ballaststoffreicher Kost" wurde im Rahmen der OptiFiT-Studie gar nicht untersucht, sondern einzig die Wirkung einer SUPPLEMENTIERUNG mit einem Ballaststoffpräparat! Studienleiter Dr. Stefan Kabisch hat selbst bei der Vorstellung der Studie in Berlin bestätigt, dass die Probanden im Rahmen der begleitenden Ernährungsberatung (PRÄDIAS)nicht zu einer Ernährung mit höherem NATÜRLICHEN Anteil unlöslicher Ballaststoffe (Vollkorn, Hülsenfrüchte, Pilze) zu bewegen waren. Somit lässt diese Studie nur den Schluss zu, dass die alleinige Supplementierung mit Ballaststoffpräparaten keine signifikante Diabetesprävention bewirkt. Für zahlreiche Mikronährstoffe (z.B. diverse Vitamine, Mineralien, Omega-3-FS) wurde bereits der Nachweis geführt, dass entsprechende Supplemente nicht die Wirkung der Mikronährstoffe im natürlichen Umfeld (Obst, Gemüse) erreichen. Das könnte bei den unlöslichen Ballaststoffen (Supplement versus Vollkorn etc.)genauso sein. Das hat auch Dr. Stefan Kabisch bestätigt und die Notwendigkeit entsprechender Folgestudien betont. Zudem muss natürlich auch die synergistische Bedeutung weiterer Lebenstilfaktoren (Bewegung, Rauchen, Alkohl)beachtet werden. Jedenfalls gibt die Überschrift "Ballaststoffreiche Kost wirkt nicht präventiv" nicht den Inhalt der OptiFiT-STudie wieder und könnte betroffene Prädiabetiker zu der Fehldeutung motivieren, es brächte nichts, sich bewusster zu ernähren! Mein Alternativvorschlag: "Ballaststoff-Supplementierung wirkt nicht präventiv."
Mit freundlichen Grüßen
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[16.09.2019, 11:13:22]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
„Wie gut, dass wir darüber gesprochen haben“? 
Die Schlussfolgerungen in "Family Members: The Forgotten Players in the Diabetes Care Team (The TALK-HYPO Study)" von Alexandria Ratzki-Leewing et al. https://link.springer.com/article/10.1007%2Fs13300-019-00687-y
lesen sich weitgehend hoffnungslos unverbindlich: Wie sollen denn etwa rein verbale Unterhaltungen über Hypoglykämie das Hypoglykämie-Risiko verringern können?
["Conclusions - Hypoglycemia can present a burden on the lives of family members of PWDs. Conversations about hypoglycemia, facilitated by a healthcare professional, may reduce this burden and hypoglycemia risk"].

Eine wesentliche Problematik, die zu Hypoglykämie-Befürchtungen Anlass geben könnte, ist m.E. historisch gewachsen: Es sind die Sulfonylharnstoffe, in der Vergangenheit aus Kostengründen unkritisch und viel zu häufig verordnet, mit ihrem Substanz-spezifischen Hypoglykämie-Risiko. Standard-Therapien mit Metformin und den neueren DPP-4- bzw. SGLT-2-Hemmern oder GLP-1-Agonisten haben dieses Risiko nicht.

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund zum Beitrag »
[16.09.2019, 06:24:29]
Michael Miler 
Zum Thema Sepsis  
Viel liegt an der Hygiene in den Krankenhäusern nicht nur in den op s sondern allgemein auf den Stationen in Krankenhäusern.
Es gibt dafür speziell ausgebildete desinfektoren die dieses vorbeugen. Nur leider werden desinfektoren nur als einfache Reinigungskräfte angesehen was falsch ist. Zudem sträuben sich immer noch zu viele Krankenhäuser speziell ausgebildete desinfektoren einzustellen.
hier sollte ein umdenken geschehen. Ich selber bin desinfektor und sehe es Tag täglich mit Kopfschütteln. zum Beitrag »
[16.09.2019, 02:57:08]
Andre M. 
B12 
Guten Tag, Prof. Dr. Smollich,

ich habe über 3 Jahre hinweg B12 mit 500µg pro Kapsel eingenommen. Durchschnittlich alle 2 Tage eine Kapsel. Anfangs sogar täglich, zuletzt ein mal wöchentlich. Durchschnittlich über den Zeitraum jeden 2. Tag eine, im Alter von 31-34 Jahren, Nichtraucher, Vegetarier.

Da ich die Studie gelesen habe und im Liegen nachtss teils flach atme, habe ich mir Sorgen gemacht. Denke jedoch, dass dies vom steifen Nacken kommt. Lungenfuntion ist in Ordnung, beim Röntgen der Lunge wegen etwas andrem wurde nichts festgestellt.

Besteht die Gefahr, auch im Alter ein erhöhtes Risiko zu haben wenn man früher hochdosiertes B12 einnahm?



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[14.09.2019, 15:17:21]
Dr. Horst Grünwoldt 
Weltrisikobericht 
Wir sollten allen "Eine-Welt-Unken" mißtrauen. "Wir sind eine Welt" wurde bekanntlich von linken Aktivisten ideologisch erfunden. Dabei mißachten die gerade die Vielfalt unseres Planeten, seiner Besiedelung und seiner Lebensbedingungen für Menschen, Tiere und Planzen!
So hat sich auch eine WHO (Genf) und FAO (Rom) an diesen schönen Orten als zuständig für die "Weltgesundheit" und den "Welthunger" erklärt. Nun gibt es auch noch einen "Weltklimarat".
Dabei gibt es nichts, was die posaunten, totalitären "Welt-" Wortgebilde rechtfertigen würde, weil es aufgrund von unterschiedlichen geologischen, klimatischen, atmosphärischen, hydrologischen, botanischen, ökotrophologischen und Zivilisations-Bedingen regional und kontinental riesige Disproportionen gibt.
Wer für "die Welt" zuständig sein will, sollte mal einen Psychiater aufsuchen!
Dr. med. vet. Horst Grünwoldt, Rostock  zum Beitrag »
[14.09.2019, 15:03:11]
Prof. Dr. Volker Loewenich 
Homöopathie 
Wer sagt denn immer, Homöopathie nütze nicht? Selbstverständlich nützt sie, nämlich denjenigen, die sie herstellen, verkaufen, verschreiben, und, denen, die an sie glauben, damit ihr Selbstwertgefühl pflegen.
In Köthen, dem Geburtsort von Hanemann, ehrt ihn ein Denkmal mit der Inschrift "Dem Erfinder (sic!) der Homöopathie". Tatsächlich, erfunden wurde die Homöopathie, im 18. Jahrhundert, nicht mühevoll entwickelt. Ihre erlernte Anwendung setzt nicht ein anstrengendes und immer wieder aufzufrischendes Studieren von Physiologie, Pathophysiologie und Pharmakologie voraus.
Eine mir bekannte, durchaus sehr tüchtige Hebamme, sage mir vor einigen Jahren, sie habe so gute Erfolge mit Globuli beim Neugeborenen-Ikterus. Wenn dem nicht eine schwerwiegende Pathologie zugrunde liegt, die vorher erkannt worden sein sollte, dann verschwindet dieser Ikterus von alleine, ein schlagender Therapieerfolg. Nur gefährlich, wenn dieser Ikterus aufgrund z.B. eines Gallenwegsverschlusses, nicht weicht und die Leber-erhaltende Therapie durch unwirksame Behandlung verzögert wird.
Als ich solches einmal an dieser Stelle kommentierend geschrieben hatte, erhielt ich eine empörte und auch stellenweise schmähende Zuschrift einer leitenden Hebamme, die mir vorhielt, die Hebammen seien so schlecht bezahlt (stimmt!), daß sie ihre schmalen Einkünfte durch den Verkauf von Globuli aufbessern müßten. Ist das wirklich so?

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[13.09.2019, 18:52:01]
Hauke Gerlof 
Ausnahmeindikation für Nebenwirkungskontrollen wäre angezeigt 
Zu dem Beitrag über die Einordnung der PrEP-Diagnostik erreichte uns folgender ergänzender Leserbrief vom Vorsitzenden der Akkreditierten Labore in der Medizin ALM e.V.:

Ein großes Lob an die Redaktion, dass Sie das aktuelle Thema aufgenommen hat und einen Beitrag dazu leistet, die noch immer zu spürende Verunsicherung der Ärzteschaft im Umgang mit der Laborreform vom April 2018 abzubauen.

Die wohl als Basis für den ebenfalls sehr zu begrüßenden Beschluss zur Etablierung der PrEP im EBM geltende Deutsch-Österreichische S2k-Leitlinie zur HIV-PrEP vom Mai 2018 (AWMFL: 055-008) wurde nicht ganz vollständig umgesetzt. Das betrifft beispielsweise die Empfehlungen zur HIV-Serologie nach Beendigung der PrEP sowie die Empfehlungen zur begleitenden Diagnostik von STI wie Lues und Gonorrhoe.

Ebenfalls nicht vollständig berücksichtigt sind die mit Laboruntersuchungen zu überprüfenden Nebenwirkungsprofile der eingesetzten Medikamente. Neben der im Artikel genannten Überprüfung der Nierenfunktion durch Bestimmung von Kreatinin wären bei klinischen Verdachtsmomenten sehr wohl Phosphat in Serum/Urin sowie der Urin-Teststreifen anzuwenden und zudem auch der Lipidstoffwechsel, die Blutglukose sowie das Blutbild.

Insbesondere die in der Fachinformation der empfohlenen Medikamente genannten Nebenwirkungskontrollen mit Laboruntersuchungen sollten im Rahmen einer neuen Ausnahmeindikation von der Anrechnung auf den Wirtschaftlichkeitsbonus ausgenommen werden. Das würde im Idealfall generell für alle Arzneimittel gelten, bei denen durch die Hersteller in den jeweiligen Fachinformationen Laboruntersuchungen vor, während oder nach der Gabe empfohlen werden. Diese als medizinisch notwendig anzusehenden Laboruntersuchungen sollten grundsätzlich extrabudgetär vergütet werden. Sie sind nicht seitens der Vertragsärzteschaft in der ohnehin sehr begrenzten MGV als stetig steigende Leistungsmenge zu verantworten. Entsprechende Vorschläge liegen dem GKV-SV sowie der KBV vor.
Dr. Michael Müller
1. Vorsitzender
ALM e.V. - Akkreditierte Labore in der Medizin

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[13.09.2019, 15:00:48]
Kurt-Michael Walter 
Gefährlicher Aktionismus: Mit recht fürchten GKV-Versicherte Spahns Lobby-Reform 

Lobby-Verbände und die gesetzlichen Krankenkassen wollen die volle Kontrolle über die Schwerstbehinderten und scheuen auch nicht von Fake-News zurück.

Die Kasernierung von Schwerstbehinderten kommt einer Entmündigung der Betroffenen und Angehörigen gleich.

Bei Kasernierung übernimmt per gesetzlicher Regelung der Heimbetreiber bzw. Heimträger die gesetzliche Betreuung. Dieser bestimmt im Folgenden dann was und wie der Schwerstbehinderte behandelt und gepflegt wird.

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[13.09.2019, 09:59:50]
Dr. Detlef Bunk 
Genmanipulierte Mücken - schon hier? 
Wer weis, was im allgemeinen Biotop passiert, wenn die genmanipolierten Mücken in Europa eingeschleppt werden oder bereits sind? zum Beitrag »
[12.09.2019, 22:06:56]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
Anämie-Screening in D unerwünscht - deshalb mehr Bluttransfusionen  
Leider merkt man auch dem aktuellen BARMER-Krankenhausreport 2019 an, dass "Prof. Dr. Boris Augurzky, Autor des Krankenhausreports und Leiter des Kompetenzbereichs „Gesundheit“ am RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung in Essen" keine medizinische Kernkompetenz besitzt. https://www.barmer.de/politik/themenpool/krankenhausreport-2019-195412

Sonst wüsste er, dass auch nach den neuen Richtlinien des Gemeinsamen Bundesausschusses der Ärzte und Krankenkassen (G-BA) die von 2- auf 3-jährige Untersuchungs-Abstände ausgedünnte "Gesundheits"-Vorsorgeuntersuchung immer noch kein Blutbild (Anämie-Frühdetektion) oder einen Leberwert (Alkoholkonsum), geschweige denn eine Kreatinin-Bestimmung (Niereninsuffizienz) enthält.

Die Übersicht über den tatsächlichen klinischen Blutkonserven-Verbrauch in Deutschland ist wegen der Vielzahl von Exporten von Blutkonserven und Blut-Produkten kaum zu gewinnen.

Geradezu abenteuerlich, die Behauptung: "Krankenhäuser in Deutschland könnten eine Million Blutkonserven im Jahr einsparen. Bei 3,2 Millionen im Jahr 2017 eingesetzten Konserven wäre das eine Verringerung um knapp ein Drittel", so dass "die Patientensicherheit erhöht und die postoperative Sterblichkeit gesenkt werden".

Diese Verknüpfung ist schon deshalb unlogisch, weil: "Bei Menschen mit einer unbehandelten Anämie, vornehmlich Eisenmangel, liege die 30-Tage-Sterblichkeit nach einer Operation bei zehn Prozent, sagte Professor Kai Zacharowski, Direktor der Klinik für Anästhesiologie, Intensiv- und Schmerzmedizin am Universitätsklinikum Frankfurt. Zudem erhielten sie fünfmal häufiger Fremdbluttransfusionen als Patienten ohne Blutarmut."

Der Kollege und Barmer-Chef Professor Dr. med. Christoph Straub müsste es aus der Klinik eigentlich besser wissen: „Eine Transfusion ist bei all ihren Vorteilen immer mit Risiken für den Empfänger verbunden“, sagte er bei der Vorstellung des Reports am Donnerstag in Berlin.

Unüberwindbare Sektorengrenzen haben in der Krankenversorgung offenbar Methode. Meine Patientinnen und Patienten bekommen ausnahmslos alle ihre Laborergebnisse schriftlich interpretiert mit auf den Weg, nicht nur bei Krankenhaus-Einweisungen bzw. ambulanten Facharzt-OPs sondern auch bei Vorsorgeuntersuchungen mindestens mit BB, BSG, GLUC (HbA1c bei metabolischem Syndrom) KREA, GPT (GGT), CHOL, HDL/LDL und TG.

Da gibt es keine Sektorengrenzen, sondern Kooperation, Kommunikation, Kostensenkung, abgestufte, risiko-adaptierte Intervention und verbesserte Patienten-Zufriedenheit.

Mf + kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund (z.Zt. Ramatuelle/F)  zum Beitrag »
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