Leserkommentare [18839]

[22.05.2018, 11:51:24]
Cora Schulze 
Die Frage, die sich im Anschluss stellt ist: wie geht es dann weiter? 
Willensäußerungen für den Notfall bei nicht ansprechbaren Patienten sind ein begrüßenswerter Ansatz, um den Patientenwillen in solchen Situationen umzusetzen bzw. eine vom Patienten nicht gewollte Therapie zu unterlassen, aber es stellt sich die Frage, wie die Versorgung vor Ort dann organisierte werden soll, wenn der Patient einen Therapieausschluss formuliert. Wer übernimmt die Versorgung des Patienten, wenn dieser nicht mehr ins Krankenhaus möchte, aber zu Hause nicht ausreichend versorgt ist? Der Aufbau einer hospizlichen und/oder auch palliativen Versorgung braucht Vorlauf. Es ist unrealistisch zu glauben, dass zeitintensive Aufnahmen in hospizliche oder palliative Strukturen, nachts, am Wochenende oder an Feiertagen, in denen auch diese Strukturen im Bereitschaftsmodus für die von ihnen versorgten Patienten arbeiten, gut möglich sind. Es gilt hier die Voraussetzungen so zu gestalten, dass die vom Patienten gewollte Versorgung auch im Notfall realistisch umsetzbar ist.

Freundliche Grüße
Cora Schulze  zum Beitrag »
[21.05.2018, 20:27:38]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
"Blick ins Haushaltsbuch des Gesundheitsministers"? Blick in den Abgrund!  
Der Blick ins Haushaltsbuch des Gesundheitsministers ist ein einziges Desaster und gleicht dramaturgisch dem Film Sex, Lügen und Videos (US-Spielfilm von 1989; Drehbuch und Regie Steven Soderbergh).

Denn der Haushalt des Bundesgesundheitsministeriums gaukelt eine geglückte Kohabitation zwischen dem Mitglied der Bundesregierung Jens Spahn, den Versicherten und den Versorgungseinrichtungen in Praxis, MVZ, Klinik und ambulanter/stationärer Pflege bei Untersuchung, Differenzialdiagnostik, Beratung, Intervention, konservativer Therapie, Rehabilitation  Kuration, Chronifizierung und Palliation nur vor.

Bei einem virtuell aufgeblähten Haushalts-Gesamtvolumen von 15,2 Milliarden Euro gehen allein 14,74 Milliarden Euro als durchlaufende Posten auf das Konto von Zuweisungen und Zuschüssen. Davon allein wie letztes Jahr auch 14,5 Milliarden € als Zuschuss an den Gesundheitsfonds zur pauschalen Abgeltung der Aufwendungen der gesetzlichen Krankenkassen für gesamtgesellschaftliche Aufgaben.

Als da sind: Beitragsfreie Mitversicherung für Kinder und nicht-arbeitende Ehepartner, alle Medikamente und Verschreibungen bis zum 12. Lebensjahr, Kassenrezepte bis zum 18.LJ, nicht-kostendeckende Beiträge für Geringverdiener, Kleinrentner, ALG-2-, Sozialhilfeempfänger, Befreiung von Rezept-Zuzahlungen und Eigenbeteiligungen, Familienplanung usw. Aber auch Krankheitsfolgen von Alkohol-, Zigaretten- und Drogenabusus oder Naturkatastrophen, Unfällen und Großschaden-Ereignissen, wenn nicht andere Kostenträger einspringen.

Allein dies summierte sich schon vor Jahren auf etwa 28 Milliarden €, so dass dieser Bundeszuschuss-Selbstbetrug zu Lasten der GKV-Beitrags-Versicherten nur etwa die Hälfte der real existierenden Kostenbelastungen abbildet. Vgl.
https://www.aerztezeitung.de/politik_gesellschaft/berufspolitik/article/858724/bmg-haushalt-opposition-geisselt-gekuerzten-gkv-zuschuss.html
und
ttp://www.springermedizin.de/groehe-faellt-beim-schaeuble-test-durch/4995948.html

Der eigentliche Etat des Bundesgesundheitsministers beträgt 460 Millionen Euro: Er fällt damit angesichts von etwa 82 Millionen Menschen in Deutschland bei Gesundheitsversorgung, Krankheitsbewältigung, Palliativ- und Pflegeproblematik, E-Health- und internationale Herausforderungen, Infektiologie-, Forschungs- und Entwicklungs- bzw. Präventions- und Impfungs-Aufgaben ziemlich mager aus.

Ganze 5 Euro und 21 Cent pro Jahr (!) stehen für jeden Einwohner zur Verfügung. Das sind gerade mal 1,5 Cent pro Person und Tag!

Am Beispiel von "Präventionsmaßnahmen und Einrichtungen auf dem Gebiet des Gesundheitswesens sollen mit 50,39 Millionen Euro gefördert werden (2017: 50,48 Millionen Euro)" will ich das exemplarisch verdeutlichen: 50,36 € bedeuten ein Gesamtbudget von 0,61 € einmalig im Jahr. Das langt noch nicht mal für einen einzigen Brief an jeden Bundesbürger, sich wenigstens gesünder zu ernähren bzw. das Fressen, Saufen, Rauchen oder gegen Alles und Jedes Pillen einwerfen zu wollen, endlich sein zu lassen.

Allein das würde einmalig schon fürs Porto 57,4 Millionen € verschlingen, ohne dass sich gesundheits-, krankheits- und versorgungspolitisch irgendetwas verändern würde.

Mf + kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund  zum Beitrag »
[19.05.2018, 18:41:28]
Dr. Annelie Weiske 
Anzahl und Dauer der Saunagänge 
Interessant wäre in diesem Zusammenhang noch zu wissen, wieviele Saunagänge und welcher jeweiligen Dauer die Teilnehmer absolvierten (bei 80-100°C). Ebenfalls die Frage, ob durchgängig ganzjährige, oder ob auch Saunagänge nur im Winterhalbjahr einen Effekt zeigten.
#!: Was die "Vergleichsgruppe" in Finnland angeht, gebe ich Herrn Schätzler absolut recht.
Dr. rer. nat. Annelie Weiske zum Beitrag »
[18.05.2018, 13:56:15]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
Eine Follow-Up-Studie ist keine echte prospektive Studie! 
Der Titel der Publikation: "Sauna bathing reduces the risk of stroke in Finnish men and women - A prospective cohort study" von Setor K. Kunutsor et al. ist schon "overexaggerating".
http://n.neurology.org/content/early/2018/05/02/WNL.0000000000005606

Denn in den Schlussfolgerungen ist bei der untersuchten Kohorte nur noch von "follow-up study" die Rede: "Conclusions - This long-term follow-up study shows that middle-aged to elderly men and women who take frequent sauna baths have a substantially reduced risk of new-onset stroke."

Hier wurde ohne valide Ausgangshypothese im trüben Daten-Rohmaterial der "Finnish Kuopio Ischemic Heart Disease prospective cohort study" gefischt, um ex-post möglichst spektakuläre Ergebnisse zu generieren. Die eingangs erhobenen Sauna-Gewohnheiten wurden im Langzeit-Beobachtungsverlauf gar nicht erneut überprüft, damit das von vorneherein bereits feststehende Ergebnis gar nicht erst hinterfragt werden konnte.

Denn wer ausgerechnet in Finnland ungewöhnlich seltene Saunabesuche angibt, hat dafür gewöhnlich triftige Gründe wie Krankheitsdispositionen, gesundheitliche Risiken/Einschränkungen, Mobilitäts- oder Motivationsdefizite und weist zusätzliche Risikofaktoren für Schlaganfälle wie extreme Adipositas, Nikotin- und Alkoholabusus, Fehlernährung, metabolisches Syndrom und chronische Systemerkrankungen auf.

Diese entscheidenden Gründe für Schlaganfall-Risiko-Erhöhungen werden bei sehr häufigen Saunagängen bio-psycho-sozial ausgeblendet und führen systematisch zu einem besseren Outcome der Saunaliebhaber.

Alle anderen, die eine Saunatüre nicht mehr aufmachen können, bekommen häufiger Schlaganfälle. So einfach ist das!

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
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[18.05.2018, 12:13:57]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
Erstaunlich, was auf dem Rücken der Ärzte alles abgeladen werden kann! 
Da zimmern Bundesregierung und Deutscher Bundestag in krassem Widerspruch zum gültigen Arzneimittelgesetz bzw. zum AMNOG-Verfahren in einer dilettantisch-populistischen Nacht-und-Nebel-Aktion ein BtM-Lex-Cannabis zusammen.

Protegieren und Privilegieren damit eine nicht validierte pflanzliche BtM-Mischdroge, nur um so dem Druck von Öffentlichkeit und Medien nachzugeben.

Im Gegensatz zu Standards bei pharmakologischer Forschung und Entwicklung hat der Gesetzgeber sich nicht auf bereits verfügbare, standardisierte und kontrollierte Cannabis-Zubereitungen beschränkt, sondern sich auch auf Cannabis-Blüten oft unbestimmbarer Provenienz und Wirksamkeit als therapeutische Alternative kapriziert, ohne v o r h e r jemals einen überprüfbaren Indikationskatalog vorgelegt zu haben.

Und wir Ärztinnen und Ärzte sollen, mal wieder ohne jegliche Honorierung, zusätzliche Mehrarbeit für Untersuchung, Beratung, differenzierte Therapievorschläge, Gutachten, Begleitforschung und Administration leisten? In anderen Ländern werden für derartige Arbeiten komplette Forschungsinstitute beschäftigt!

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund

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[18.05.2018, 11:12:58]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
Die TK-Kritik muss sich an den richtigen Adressaten richten! 
Es bleibt der Techniker Krankenkasse und ihrem Vorstandsvorsitzenden Dr. med. Jens Baas natürlich völlig unbenommen, den wahllosen und regional völlig unterschiedlichen Cannabis-Einsatz zu kritisieren.

Aber schuld daran sind weder Ärztinnen und Ärzte, noch die Apotheken oder unsere Patientinnen und Patienten. Einzig und allein der Gesetzgeber und der Deutsche Bundestag haben in einer beispiellos dilettantisch-populistischen Schnellschuss-Reaktion eine nicht validierte pflanzliche Mischdroge in krassem Widerspruch zum gültigen Arzneimittelgesetz zugelassen: Nur, um damit dem Druck von Öffentlichkeit und Medien nachzugeben.

Im Gegensatz zu Standards bei pharmakologischer Forschung und Entwicklung hat der Gesetzgeber sich nicht auf bereits verfügbare, standardisierte und kontrollierte Cannabis-Zubereitungen beschränkt, sondern auch auf Cannabis-Blüten oft unbestimmbarer Provenienz und Wirksamkeit als therapeutische Alternative kapriziert, ohne jemals einen überprüfbaren Indikationenkatalog vorlegen zu können.

So wurde das mit weitem Abstand substanz- und haltloseste, schlechteste und unbestimmbarste Gesetz verabschiedet, das ich kenne. Wer den Wortlaut recherchiert, wird erst nach langem Suchen fündig. Hier ist er:

"§ 31 Arznei- und Verbandmittel, Verordnungsermächtigung“.
2. Folgender Absatz 6 wird angefügt:
„(6) Versicherte mit einer schwerwiegenden Erkrankung haben Anspruch auf Versorgung mit Cannabis in Form von getrockneten Blüten oder Extrakten in standardisierter Qualität und auf Versorgung mit Arzneimitteln mit den Wirkstoffen Dronabinol oder Nabilon, wenn
1. eine allgemein anerkannte, dem medizinischen Standard entsprechende Leistung
a) nicht zur Verfügung steht oder
b) im Einzelfall nach der begründeten Einschätzung der behandelnden Vertragsärztin oder des behandelnden Vertragsarztes unter Abwägung der zu erwartenden Nebenwirkungen und unter Berücksichtigung des Krankheitszustandes der oder des Versicherten nicht zur Anwendung kommen kann,
2. eine nicht ganz entfernt liegende Aussicht auf eine spürbare positive Einwirkung auf den Krankheitsverlauf oder auf schwerwiegende Symptome besteht.
Die Leistung bedarf bei der ersten Verordnung für eine Versicherte oder einen Versicherten der nur in begründeten Ausnahmefällen abzulehnenden Genehmigung der Krankenkasse, die vor Beginn der Leistung zu erteilen ist. Verordnet die Vertragsärztin oder der Vertragsarzt die Leistung nach Satz 1 im Rahmen der Versorgung nach § 37b, ist über den Antrag auf Genehmigung nach Satz 2 abweichend von § 13 Absatz 3a Satz innerhalb von drei Tagen nach Antragseingang zu entscheiden. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte wird mit einer bis zum 31. März 2022 laufenden nicht interventionellen Begleiterhebung zum Einsatz der Arzneimittel nach Satz 1 beauftragt. Die Vertragsärztin oder der Vertragsarzt, die oder der die Leistung nach Satz 1 verordnet, übermittelt die für die Begleiterhebung erforderlichen Daten dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte in anonymisierter Form; über diese Übermittlung ist die oder der Versicherte vor Verordnung der Leistung von der Vertragsärztin oder dem Vertragsarzt zu informieren. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte darf die nach Satz 5 übermittelten Daten nur in anonymisierter Form und nur zum Zweck der wissenschaftlichen Begleiterhebung verarbeiten und nutzen. Das Bundesministerium für Gesundheit wird ermächtigt, durch Rechtsverordnung, die nicht der Zustimmung des Bundesrates bedarf, den Umfang der zu übermittelnden Daten, das Verfahren zur Durchführung der Begleiterhebung einschließlich der anonymisierten Datenübermittlung sowie das Format des Studienberichts nach Satz 8 zu regeln. Auf der Grundlage der Ergebnisse der Begleiterhebung nach Satz 4 regelt der Gemeinsame Bundesausschuss innerhalb von sechs Monaten nach der Übermittlung der Ergebnisse der Begleiterhebung in Form eines Studienberichts das Nähere zur Leistungsgewährung in den Richtlinien nach § 92 Absatz 1 Satz 2 Nummer 6. Der Studienbericht wird vom Bundesinstitut
für Arzneimittel und Medizinprodukte auf seiner Internetseite veröffentlicht.“ (Zitat Ende)

Bundesgesetzblatt Jahrgang 2017 Teil I Nr. 11, S. 403 ff., ausgegeben zu Bonn am 9. März 2017
https://www.bgbl.de/xaver/bgbl/start.xav#__bgbl__%2F%2F*%5B%40attr_id%3D%27bgbl117s0403.pdf%27%5D__1526564143918
Bundesgesetzblatt Teil I 2017 Nr. 11 vom 09.03.2017 Gesetz zur Änderung betäubungsmittelrechtlicher und anderer Vorschriften.

Die Techniker Krankenkasse und Kollege Dr. med. Jens BAAs sollten sich also direkt beim Gesetzgeber beschweren, statt den Status quo nur zu bejammern, für den wir Ärztinnen und Ärzte am wenigsten verantwortlich sind.

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
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[18.05.2018, 09:04:42]
Dr. Renate Müller 
Längst überfällig! 
Gratulation zu diesem Beitrag: Die Wertschätzung für eine professionelle Ernährungsberatung, die zu jeweils individuellen guten und gesunden Leben "empowert", ist längst überfällig. zum Beitrag »
[18.05.2018, 08:34:15]
Lutz Katzke 
Spahn schließt höhere Beiträge nicht aus 
Wie wäre es zur Abwechslung mal mit einem Vorschlag zur Pflege, an dem sich auch Herr Spahn als Privatversicherter finanziell beteiligt? Große Versprechungen machen und andere zahlen lassen ist wieder mal typisch. zum Beitrag »
[17.05.2018, 19:08:45]
Dr. Martin P. Wedig 
MHN AK-1 und Xiao-1 
Ein algorithmisch gelöstes Examen ist ein Durchbruch für die künstliche Intelligenz. Xiaoyi strahlt österreichische Herzlichkeit aus und ist in der Vorfahrenreihe zum Medizinisch-holografischen Notfallprogramm Modell 1 nun denn wohl der Urahne einer chancenreichen Modellreihe. In meiner Generation hieß es noch, dass der Arzt niemals durch Roboter ersetzbar sei. Wie Operationsroboter wird wohl auch Xiao-1 die ärztliche Praxis erlernen müssen.
Waren bislang Ärztinnen und Ärztinnen die Alternativen bei der Auswahl eines Therapeuten, so gewinnt wohl nun der mit steirischem Schmäh eines Arnold Schwarzeneggers auftretende junge Roboter die Sympathie neuer Patientenkreise. Ärztliche Greise stehen ewig jugendlichen Robotern zur Seite. Eine Perspektive, mit der ich mich anfreunden kann. Wann kommt Xiao-1 in eine deutsche Praxis zur Weiterbildung in der Allgemeinmedizin? zum Beitrag »
[17.05.2018, 13:04:18]
Kurt Göpel 
Korrekte RR-Messung 
Bei der Messung des RR mit Handgelenksgeräten ist es - wie oben erwähnt - wichtig 1. das Gerät in Herzhöhe zu halten, 2.den Arm mit dem Gerät unterstützen, damit die Armmuskulatur entspannt ist!, 3. die Patienten immer mal wieder fragen, wo das Herz sitzt, gerade Frauen positionieren häufig das Herz in Höhe der Mamma links, deren Lokalisation sehr variabel sein kann. (Schauen sie mal, wenn ein Ami die Nationalhymne sing und die Hand aufs Herz legt!). Das 2 malige Messen innerhalb von 2 Min. halte ich nicht für korrekt, da die zweite Messung dadurch verfälscht wird, weil das Gewebe des Oberarmes sich von der Kompression noch nicht erholt hat und durch Kompression der Gefäße falsche Werte entstehen Können. Im übrigen hatte ich mir in meiner Praxis angewöhnt, den RR von einer Helferin messen zu lassen, um den Weißkitteleffekt auszuschließen. zum Beitrag »
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