Leserkommentare [20142]

[18.04.2019, 14:22:25]
Rudolf Hege 
Antibiotika-Missbrauch in den Griff bekommen? 
Antibiotika sind bequem - das gilt für die Human- wie die Tiermedizin. Man kann damit "Haltungsfehler" bei Mensch und Tier "ausgleichen", um den Preis langfristig negativer Folgen. Weil Antibiotika aber bequem sind, werden hier vermutlich nur strenge Kontrollen (unangekündigte Stichproben) und rigide Ahndung (Schließung der betroffenen Betriebe) die Bequemlichkeit schlagen. Ich bin sonst kein Freund von Gesetzen für jede Lebensfrage, aber hier werden wir anders nicht zu einer Änderung kommen. Der Verbraucher kauft nach Preis - und der Erzeuger steht unter dem Druck möglichst billig zu produzieren. Freiwillig verzichtet da niemand auf biochemische Nachhilfe... zum Beitrag »
[18.04.2019, 09:43:11]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
Das sagt eigentlich Alles! 
Nachtrag:

IGeL Monitor - Impressum
https://www.igel-monitor.de
Verantwortlich für den Inhalt Dr. Michaela Eikermann, Leiterin des Bereichs „ Evidenzbasierte Medizin“ des MDS. Projektleitung Dr. Christian Weymayr, freier Medizinjournalist.

Mf + kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund  zum Beitrag »
[18.04.2019, 08:14:59]
Thomas Suchomel 
Fake-Überschrift? 
Warum diese reißerische – und noch dazu falsche – Überschrift? Sie schreiben doch im Artikel selbst, dass es sich bei „der Badewanne voll“ nicht um Alkohol, sondern um alkoholhaltige Getränke handelt. Für 2016 heißt es auf der Seite http://www.aktionswoche-alkohol.de/presse/fakten-mythen/zahlen-und-fakten/ übrigens: „Im Jahr 2016 betrug der Pro-Kopf-Konsum an alkoholischen Getränken in der Bundesrepublik 133,8 Liter. Das entspricht 9,5 Liter reinem Alkohol.“
Ein Eimer voll Alkohol ist zwar immer noch viel, aber doch deutlich weniger als eine Badewanne!
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[17.04.2019, 23:04:29]
Dr. Juraj Galan 
Und in Deutschland? 
Ein wirklich beeindruckendes Ergebnis. Aber erinnern wir uns: in Deutschland steht uns die Substanz Canagliflozin dank Politik/IQWIG/GBA gar nicht zur Verfügung. Wir dürfen zuschauen und auf ein Klasseneffekt hoffen. zum Beitrag »
[17.04.2019, 18:20:50]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
"Wasser predigen und Wein trinken"? 
Die Positionen der IGeL-Monitor-Autoren/-innen erstaunen:

Denn warum ist dann zugleich die qualifizierte Ultraschalldiagnostik bei konkretem Verdacht auf Ovarialkarzinom-Diagnose als Leistung der Gesetzlichen Krankenkassen (GKV) alternativlos?

Der "IGeL-Monitor des Medizinischen Dienstes der Gesetzlichen Krankenkassen", schreibt weiterhin g e g e n "Ultraschall der Eierstöcke zur Krebsfrüherkennung"
https://www.igel-monitor.de/igel-a-z/igel/show/ultraschall-der-eierstoecke-zur-krebsfrueherkennung.html

Unter "IGeL-Info kompakt" steht dort wörtlich: "Einen Ultraschall der Eierstöcke zur Krebsfrüherkennung bewerten wir mit „negativ“...Besteht ein Verdacht auf Eierstockkrebs ist der Ultraschall eine GKV-Leistung, ohne Verdacht eine IGeL" (Zitat Ende).

Unter "IGeL-Info ausführlich" steht: "Eierstockkrebs, auch Ovarialkarzinom genannt, ist eine relativ häufige Krebstodesursache bei Frauen. Das durchschnittliche Erkrankungsalter liegt bei 68 Jahren. Um den Krebs frühzeitig erkennen und behandeln zu können, werden unterschiedliche Methoden angeboten: das Abtasten des Beckenraums, die Ultraschalluntersuchung und verschiedene Bluttests, beispielsweise der Test auf den Tumormarker CA-125. Besteht kein Verdacht auf Eierstockkrebs, wird von den gesetzlichen Krankenkassen nur das jährliche Abtasten ab dem 20. Lebensjahr bezahlt, die anderen Methoden sind IGeL. Bei Verdacht ist die Ultraschalluntersuchung eine wichtige Diagnosemethode und deshalb GKV-Leistung."
https://www.igel-monitor.de/igel-a-z/igel/show/ultraschall-der-eierstoecke-zur-krebsfrueherkennung.html

Und weiter mit dem verharmlosenden Begriff "Gesundheitsproblem", obwohl es sich um eine lebensbedrohende Krankheit handelt: "Jährlich erkranken in Deutschland etwa 7.500 Frauen an Eierstockkrebs, 5.500 sterben daran. Damit ist der Eierstockkrebs nach Brust-, Lungen-, Darm- und Bauchspeicheldrüsenkrebs die fünfthäufigste Krebstodesursache der Frauen. Jeder zehnte Eierstockkrebs geht auf vererbte Fehler in den Genen zurück.
Die Ultraschalluntersuchung gilt als das wichtigste Verfahren, um bei einer Frau, die bereits Beschwerden hat, einem Krebsverdacht nachzugehen" (Zitat Ende).

Wohlwissend, dass die bi-manuelle Tastuntersuchung als Krebsvorsorge bei der Frau das Ovarialkarzinom gerade n i c h t rechtzeitig erfassen kann, hebt der GKV-IGeL-Monitor im Folgenden darauf ab, dass u.a. eine "im Juni 2011 [8 Jahre alte!] veröffentlichte große Studie („PLCO-Studie“) zeigen, dass die Treffsicherheit gering ist: Viele auffällige Befunde stellen sich als Fehlalarm heraus und etliche Tumore werden übersehen. Grob lässt sich sagen, dass von 100 Frauen, bei denen der Ultraschall etwas Auffälliges findet, am Ende 1 Frau die Diagnose Eierstockkrebs erhält. Alle anderen auffälligen 99 Befunde sind also Fehlalarme. Außerdem wird etwa 1 von 3 Tumoren nicht durch die Untersuchung gefunden – weil er entweder übersehen wurde oder weil er zum Zeitpunkt der Untersuchung zu klein oder noch gar nicht vorhanden war."

Das "Fazit" ist fragwürdig: "Einen Ultraschall der Eierstöcke zur Krebsfrüherkennung bewerten wir auch nach einer erneuten Literaturrecherche im Juli 2014 als „negativ“, so "IGeL-Info ausführlich".

Verschwiegen wird dabei, dass bei einer derartig hochmalignen und aggressiv verlaufenden Krebserkrankung eine Frühdetektion gar nicht sofort auf die Gesamtmortalität durchschlagen kann. Es ist ein diagnostisches Armutszeugnis, zu behaupten: "Diese und weitere identifizierte Studien zeigen jedoch auch, dass aufgrund der Untersuchung Frauen unnötig beunruhigt, sowie in eher seltenen Fällen operiert, und zu Krebspatientinnen werden. Auf Grund der Datenlage werten wir dies als Belege für geringe Schäden.
Die erneute Literatursuche lieferte keine neuen Studien, aber eine neue Empfehlung deutscher medizinischer Fachgesellschaften sowie eine aktualisierte Empfehlung eines US-amerikanischen Gremiums. Beide Expertengruppen lehnen die Untersuchung ab."

Denn dies steht im Gegensatz zu einer bereits drei Jahre alten Publikation von US- Ovarialkarzinom-Experten: Ovarialkarzinome können bei einer vaginalen Sonographie mit Hilfe einer Checkliste von zehn Merkmalen als "Simple Rules" zuverlässig von gutartigen Raumforderungen unterschieden werden (American Journal of Obstetrics and Gynecology (2016; doi: 10.1016/j.ajog.2016.01.007)

"Predicting the risk of malignancy in adnexal masses based on the Simple Rules from the International Ovarian Tumor Analysis group" von D. Timmerman et al.
http://www.ajog.org/article/S0002-9378%2816%2900009-0/fulltext

Das entspricht m.E. dem scheinheiligen "Wasser predigen und Wein trinken".

Herrn Prof. Dr. med. Eberhard Merz ist als Leiter des Zentrums für Ultraschalldiagnostik und Pränatalmedizin an der Universität Frankfurt Recht zu geben: „Das Ultraschallverfahren zur Früherkennung von Eierstockkrebs sollte künftig eine Leistung der Krankenkassen werden – auch wenn kein akuter Verdacht auf Eierstockkrebs besteht“

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
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[17.04.2019, 17:32:03]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
Medizin-publizistischer "Schnellschuss"? 
Die Studie "Levothyroxine in Women with Thyroid Peroxidase Antibodies before Conception" von Rima K. Dhillon-Smith et al.
https://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMoa1812537?af=R&rss=currentIssue
hat mit ihren Schlussfolgerungen gar nicht die weitere Entwicklung der geborenen Kinder in Bezug auf Schilddrüsenmorphologie, TSH-Werte und etwaige Folgen von Schilddrüsen-Unterfunktionen in der Verum- bzw. Placebo-Gruppe untersucht, sondern nur die gleichförmige Fehlgeburtenrate detektiert.

"CONCLUSIONS - The use of levothyroxine in euthyroid women with thyroid peroxidase antibodies did not result in a higher rate of live births than placebo. (Funded by the United Kingdom National Institute for Health Research; TABLET Current Controlled Trials number, ISRCTN15948785.)

Die entscheidenden Nachuntersuchungen wurden unterlassen, um einen Medizin-publizistischen "Schnellschuss" zu generieren?

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
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[17.04.2019, 17:21:33]
Dr. Christian Weymayr 
Wider die Leitlinien-Empfehlung 
Die Forderung der DEGUM überrascht – sofern sie sich als eine der Wissenschaft verpflichtete Fachgesellschaft versteht.
1. Die Aussage, dass durch Ultraschall zur Früherkennung von Eierstockkrebs „die Überlebensrate der Patientinnen deutlich verbessert werden“ könne, ist nicht durch Studien gedeckt. Im Gegenteil: Große Studien zeigen keinen Überlebensvorteil, dafür aber ein massives Schadenspotenzial.
2. Entsprechend rät die „S3-Leitlinie Diagnostik, Therapie und Nachsorge maligner Ovarialtumoren“ vom November 2017 vom Screening ab: „Ein generelles Screening soll nicht durchgeführt werden.“ (Empfehlungsgrad A, Level of Evidenz 1++)
3. Die DEGUM war als Fachgesellschaft an der Erstellung der Leitlinie beteiligt. Dennoch stellt sie jetzt eine der Leitlinien-Empfehlung diametral entgegengesetzte Forderung auf.
Wie verheerend sich die Forderung der DEGUM auf den Praxisalltag auswirken könnte, legt eine Untersuchung des IGeL-Monitors nahe: Der „IGeL-Report 2018“ ermittelte den Ultraschall der Eierstöcke zur Krebsfrüherkennung als die IGeL, die Frauen am häufigsten angeboten wird. Statt im Sinne der Leitlinien-Empfehlung von dieser IGeL abzuraten, stärkt die DEGUM nun diese Frauenärztinnen und -ärzte noch. Sie nimmt damit billigend in Kauf, dass jährlich tausende Frauen durch invasive Abklärungen und unnötige Therapie geschädigt werden.

Dr. Christian Weymayr, Dr. Michaela Eikermann
IGeL-Monitor zum Beitrag »
[17.04.2019, 17:09:44]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
Exit oder kein Exit, das ist hier die Frage? 
Mein 91-jähriger multimorbider Patient A. S., der trotz seiner schweren Kriegsverletzung das Leben lange genießen und viele Reisen mit seinem Enkel nach Südafrika unternehmen konnte, fragte mich beim letzten Hausbesuch auf der Pflegestation ganz verhalten nach einer Atemtherapie: Er wolle lernen, mit eigenem Willen seinen Atem selbst so lange anhalten zu können, dass sein Leben damit beendet würde. Wir haben dann darüber gesprochen, dass dies leider nicht funktioniert. Der biologisch einprogrammierte Überlebens-Atemantrieb ist so stark, dass er sogar beim Ertrinkenden unter Wasser paradox zum Tod führt.

Wäre hier theoretisch ein ärztlich assistierter Suizid indiziert? Ich persönlich meine, Nein! Mein Patient hat keine Schmerzen, er muss nicht leiden, sein sozialer und familiärer Nahbereich ist weitgehend intakt.

Wenn ich mir allerdings vorstelle, mein Patient würde unter den Einfluss ehrenamtlicher, vereinsmäßig organisierter, professioneller oder gar kommerzieller Sterbehilfe-Organisationen geraten, wie labil und manipulierbar wäre er dann?

Er könnte für seinen Plan des aktiven Atem-Anhaltens Unterstützung dahingehend bekommen, dass Sterbehilfe-Organisationen sein Bedürfnis aufgreifen, ihn als zahlendes Mitglied anwerben und ihm "helfen" möchten?

Doch damit gewinnt das Ganze eine gewisse Eigendynamik: Mein Patient könnte sich vielleicht gar nicht mehr aus den Gedankenkreisen um Tod, Sterben, Erlösung, Abschied nehmen befreien. Er würde Signale seiner Familie, seines Enkels gar nicht mehr wahrnehmen, um vielleicht noch einmal sagen zu können "Ich beginne nun die Reise, die mich zum Sonnenuntergang meines Lebens führt, in der Gewissheit, dass über meinem Land [Amerika] immer wieder ein strahlender Morgen heraufdämmern wird" (Ronald Reagan, 40. US-Präsident, am 5.11.1994 im 84 Lebensjahr).

Meine 44-jährige medizinische Laufbahn von 1975-2019 hat mich gelehrt, wie schwierig es ist stellvertretend für mental und Bewusstseins-mäßig eingeschränkte, seelisch be- und einge-trübte Patienten die richtigen medizinischen Entscheidungen zu treffen. Eine aktive, assistierende Entscheidungsfindung über Leben und Tod, Exit oder nicht Exit, kann auch ins Überhebliche, Menschen-verachtende abgleiten. Sie führt mich und viele meiner Kolleginnen und Kollegen als der humanen Humanmedizin Verpflichtete zu einer äußerst schwierigen Gratwanderung.

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
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[17.04.2019, 14:19:46]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
Ich gebe zu bedenken... 
"Durchschnittlich fasst eine Badewanne rund 150 Liter"
https://www.reuter.de/themen/bad/abmessungen-von-badewannen.html

"Der Konsum von Alkohol, Tabak und Arzneimitteln sowie zu Glücksspiel"
https://www.dhs.de/informationsmaterial/jahrbuch-sucht.html
wird an Hand von Verkaufszahlen ermittelt: Das sind aber nicht die Verbrauchszahlen!

In allen Haushalten stehen jede Menge halbvoller/halbleerer Alkoholika-Flaschen, deren Inhalte noch nicht verkonsumiert wurden.

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM; Dortmund

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[17.04.2019, 13:59:18]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
Bitte Ross und Reiter nennen!  
Kollege Jürgen Zante, der G-BA hat meines Wissens folgende Regelung zum Nachteil aller Nicht-Insulin-abhängiger Patientinnen und Patienten mit Typ-2-Diabetes mellitus getroffen:

"Die Einschränkung der bisher nicht begrenzten Verordnungsfähigkeit von Harn- und Blutzuckerteststreifen gilt ausschließlich für nicht insulinpflichtige Diabetiker mit Diabetes mellitus Typ 2. Für diese Patientengruppe hat der G-BA eine Nutzenbewertung der Blutzuckerselbstmessung vom Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) durchführen lassen. Dabei zeigte sich, dass nicht insulinpflichtige Patientinnen und Patienten, die orale Antidiabetika einnehmen, von einer Selbstmessung nicht profitieren, weil sich daraus keinerlei direkte Konsequenzen auf die Therapie ergeben. Eine eventuell erforderliche Anpassung der Tablettendosis wird in größeren Abständen regelmäßig und ausschließlich durch die behandelnde Ärztin oder den behandelnden Arzt beurteilt und durchgeführt. Die Selbstmessung hat nach dem Bewertungsergebnis des IQWiG für diese Patienten keinen Nutzen hinsichtlich des Verlaufs der Erkrankung."

Mf + kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund  zum Beitrag »
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