Leserkommentare [19686]

[12.12.2018, 16:05:47]
Dr. Robert Künzel 
Damit dürfte auch die "Zwangsrekrutierung" von Privatärzten nicht (mehr) zu halten sein 
Dem Gericht ist hier aus meiner Sicht vollumfänglich zuzustimmen. Der Sicherstellungsauftrag 24/7 liegt bei der KV und wird, solange dies so ist, durch zugelassene Vertragsärzte erfüllt.
Gerade die Einbeziehung des zu erzielenden Umsatzes ist ein wichtiges Kriterium. Sicherlich mag es den einen oder anderen Privatarzt geben, der an die Umsätze in einer Kassenpraxis herankommt, die überwiegende Mehrzahl hat sich (sei es aus Altersgründen oder anderen Erwägungen) ja bewußt dazu entschieden, aus dem "Hamsterrad" der Kassenmedizin auszusteigen. Diese bewusste Entscheidung ist zu respektieren.
Die Lücken bei der Notdiensteinteilung muß die KV eben mit anderen geeigneten Mitteln bekämpfen (z.B. Poolärzte, KV-eigene Einrichtungen). zum Beitrag »
[12.12.2018, 16:01:38]
Dr. Tilmann Müller 
Falsch informierter Spahn 
Es fragt sich, auf welcher Datengrundlage Herr Spahn zu seiner Aussage kommt, "dass
in den Regionen mit den meisten Psychotherapeuten gleichzeitig die längsten Wartezeiten zu verzeichnen seien". Zwei Untersuchungen der Bundespsychotherapeutenkammer 2011 und 2018 kommen zu genau dem entgegengesetzten Ergebnis. Stellt sich die Frage, ist der Herr Minister einfach falsch informiert oder hat er einfach ein politisches Interesse, falsche Fakten zu verbreiten.
 zum Beitrag »
[12.12.2018, 15:37:27]
Dr. Detlef Bunk 
Herr Spahn und der Gesundheitsmarkt 
Herr Spahn hat nicht verstanden, dass das Gesundheitswesen NICHT wie ein Warenmarkt funktioniert: Sinkt dort die Nachfrage bei steigendem Angebot, erhöht sich hier bei größerem Versorgungsangebot die Inanspruchnahme, deren Dringlichkeiten in Sprechstunden geregelt werden können.
Herr Spahn bedient plakativ Vorurteile und Laiensichtweisen ohne Hintergrundwissen der Gesundheitsversorgung. Er zeigt seine außergewöhnliche gesundheitspolitische Kompetenz.
Dr. Detlef Bunk
psychol. Psychotherapeut, Essen zum Beitrag »
[12.12.2018, 15:20:01]
Dr. Wolfgang Merx 
Chefarzt als Assistent mit Mut zur Praxisubernahme 
Märchenhafte Metamorphose,wünschenswert in vielen Bereichen.muss nicht immer ein "Chefarzt" sein! In unserer Region - PLZ 53773 - wird die hausärtzliche Versorgung sichergestellt durch eine Gemeinschaftspraxis , deren "Senior" -Partner bereits über 40 Jahre als Allgemeinmediziner praktiziert, unterstützt von seinem Gesellschaftspartner,der als Allgemeinmediziner auch das Rentenalter erreicht hat und unterstützt von drei hoch engagierten,angestellten Fachärztinnen für Allgemeinmedizin . Hier wäre so ein Nachfolge- Wunder sehr willkommen. Vielleicht ein Oberarzt oder ein versierter Assistenzarzt. Trotz der Nähe zur UniBonn als sog Lehrarztpraxis finden sich keine Leute, die mit Mut zu Investition und Verantwortung einen oder alle vier KV Sitze übernehmen wollen , freiberuflich das gemachte Nest sicherstellen und sogar zu einem vorbereiteten Netz ausbauen !
Dr . Wolfgang Merx 12.12.2018 zum Beitrag »
[12.12.2018, 14:30:47]
Dr. Urs Egloff 
Machtkampf mit Pseuodargumenten 
An Herr Dr. Heiner Heister:
Als Psychologischer Psychotherapeut in der Schweiz lasse ich die Patienten immer somatisch abklären bei Beginn einer Psychotherapie. Eine somatische Abklärung ist bei Psychologischen Psychotherapeuten absolut Usus, dafür braucht es nun wirklich keine vorgeschalteten Gutachter / Bürokratie mit Wartezeiten, wo dann die Patienten sich vor einem "Beamten" offenbaren müssen, ob sie wollen oder nicht (Stichwort Traumata) - immer mit der Angst im Hinterkopf, dass ihnen der Zugang zur Psychotherapie durch diesen "Beamten" verwehrt werden könnte. Gerade bei Psychiatern vermisse ich übrigens häufiger eine sorgfältige somatische Abklärung (grosses Blutbild und anderes), wofür deren Praxen oft auch nicht ausgestattet sind im Gegensatz zu somatischen Arztpraxen (ich könnte da aus dem Nähkästchen plaudern). Es ist de facto auch ein berufsständischer Machtkampf von hoffentlich nur wenigen Ärzten wie Sie, Herr Dr. Heiner Heister - geführt mit an den Haaren herbeigezogenen Pseudoargumenten. Die bisherige Praxis betreffend Indikationsstellung funktioniert - empirisch belegt! - absolut gut (siehe Leserbrief Achim Bormuth, Punkt 5). Dies muss hier auch mal in aller Klarheit gesagt sein. zum Beitrag »
[12.12.2018, 11:30:48]
Dr. Jürgen Friedrich 
Gehts um Diskriminierung von Ärzten oder von Patient*innen? 
Da liegt wohl systematisch gepflegter Standesdünkel vor, wenn psychologischen Psychotherapeut*innen sowie Kinder- und Jugend-Psychotherapeut*innen der Sachverstand zur Erstsicht, Diagnose- und Indikationsstellung bez. psychotherapeutischer Behandlungen von ärztlicher Seite abgesprochen wird. Das machen die schon jahrelang, falls es dem Herren entgangen ist, Sprechstunde und Akutbehandlung seit 2017 auch ohne ärztliches Konsil. Das Delegationsverfahren ist mittlerweile schon jahrzehntelang Geschichte!

Schade, wenn der Blick auf die Problemlage nicht nur der potentiellen Patient*innen, sogar auch der eigenen Kolleg*innen so getrübt ist, diese wären ebenfalls von einer gestuften Steuerung des Behandlungszugangs betroffen. Der freie Zugang zu ärztlichen Psychotherapeut*innen steht klar auch zur Frage!!! Denn die Steuerer der Stufung wären ja längst nicht alle P-Ärzte und die wenigen Steuerer würden genau so den Zugang zu den ärztlichen psychotherapeutisch tätigen Kolleg*innen steuern! Machen Sie sich da bitte keine Illusionen! Stehen sie lieber solidarisch mit allen Psychotherapeut*innen gegen diese Attacke auf die freie Arztwahl und das Erstzugangsrecht!

 zum Beitrag »
[12.12.2018, 10:31:33]
Dr. Detlef Bunk 
mehr Ärger, mehr Kosten 
Mehr Regulierer am Werk, mehr Gespräche des Patienten mit Leuten, die an der Behandlung gar nicht beteiligt sind, mehr unterschiedliche fachliche Meinungen, mehr Bürokratie, mehr Belastung des Patienten, mehr Klagen, mehr Diskussionen, mehr Unzufriedenheit, mehr Ärger, mehr Kosten. Wollt ihr das, ihr Gesundheitsbürokraten und -ökonomen?

Dr. Detlef Bunk,
Psycholog. Psychotherapeut, Essen
 zum Beitrag »
[12.12.2018, 09:52:47]
Dipl.-Psych. Achim Bormuth 
Petition 85363 an den Deutschen Bundestag: Ablehnung des Gesetzentwurfes 
noch bis zum 13.12.2019 kann die Petition mitgezeichnet werden!

Petition 85363
Heilberufe - Ablehnung des Gesetzentwurfs zum Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) vom 25.10.2018
Text der Petition

Der Deutsche Bundestag möge beschließen, den von der Bundesregierung am 26.09.2018 eingebrachten Entwurf zum Gesetz für schnellere Termine und bessere Versorgung (Terminservice- und Versorgungsgesetz - TSVG) abzulehnen und an das zuständige Fachministerium zurück zu verweisen.
Begründung
Im Kabinettsentwurf des TSVG wurde kurzfristig ein Zusatz zum § 92 Abs.6a SGB V eingeführt. Er sieht eine „gestufte Steuerung“ von hilfesuchenden psychisch kranken Menschen vor: Ausgesuchte Ärzte und Psychotherapeuten, deren Qualifikation erst noch durch den G-BA definiert werden soll, sollen dann in Voruntersuchungen entscheiden, welchem Hilfs- bzw. Therapieangebot die Betroffenen zugeführt werden.
Eine derartige Selektion, bevor eine Behandlung in Anspruch genommen werden kann, hebelt den freien Zugang zum ärztlichen oder Psychologischen Psychotherapeuten aus. Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten sind im Kabinettsentwurf nicht erwähnt, werden vermutlich aber auch noch in das Gesetzesvorhaben eingeschlossen.

7 Gründe zur Streichung des im Gesetz vorgesehenen Entwurfs zum § 92 Abs. 6a:

1. Dieses Gesetzesvorhaben diskriminiert im Entwurf zum § 92 eine ganze Patientengruppe. Den psychisch kranken Patientinnen und Patienten wird damit aufgebürdet, oftmals enorme, hoch schambesetzte seelische Belastungen gegenüber Behandlern darzustellen, die sie danach in der Regel nicht wiedersehen werden und die sie nicht selbst nach Vertrauensgesichtspunkten gewählt haben.
2. Psychisch Kranken wird ein Hürdenlauf zugemutet, der sie unnötig belastet und gegenüber anderen Patientengruppen benachteiligt. Es entsteht ein neues Nadelöhr vor der eigentlichen Behandlung.
3. Mit der Reform der Psychotherapie-Richtlinie 2017 sind neue Strukturen eingeführt worden, deren Auswirkungen zunächst erfasst und evaluiert werden müssten, bevor über neue Eingriffe entschieden werden kann.
4. Der Entwurf zum § 92 diskriminiert darüber hinaus auch die psychotherapeutisch tätigen Ärzte und Psychologischen Psychotherapeuten, die aufgrund ihrer Fachkunde und Zulassung alle über die Qualifikation zur Diagnostik, Indikationsstellung und Behandlungsplanung verfügen.
5. In einer Studie einer Krankenkasse wurde nachgewiesen, dass Psychotherapeuten korrekte Behandlungsindikationen stellen.
6. Mehrere unabhängige Versorgungsstudien belegen, dass in Deutschland mit gutem Erfolg und zur hohen Zufriedenheit der Patienten behandelt wird und die Behandelten zuvor nachweislich erheblich psychisch belastet waren.
7. Das geplante Vorgehen bindet völlig unnötig die Ressourcen von Ärzten und Psychotherapeuten, die damit der eigentlichen psychotherapeutischen Behandlung entzogen werden.
Die beabsichtigte Neuregelung kann nur als der ungerechtfertigte Versuch einer Rationierung von Behandlungsleistungen aufgefasst werden. Bei noch unzureichender Bedarfsdeckung soll offensichtlich die Versorgung durch Priorisierung und Behandlungseinschränkungen ‚fürsorglich eingehegt‘ werden. Das wäre ein folgenschwerer Eingriff in die Versorgungsstruktur psychisch kranker Menschen.
Wir fordern die Bundestagsabgeordneten und Gesundheitspolitiker aller Parteien auf, dafür Sorge zu tragen, dass der Zusatz zum § 92 (6a) im TSVG ersatzlos gestrichen wird zum Beitrag »
[12.12.2018, 09:17:21]
Dr. Heiner Heister 
Von einer Diskriminierung kann keine Rede sein! 
Wohl aber muss von einer systematisch gepflegten Begriffsverwirrung gesprochen werden.
Herr Munz spricht ausschließlich für die Psychologischen Psychotherapeuten und Kinder- u. Jugendlichenpsychotherapeuten, nicht aber für die vielen Ärztlichen Psychothetapeuten.
Die qualifizierte Erstsicht von psychisch und, oder, psychosomatisch kranken Menschen erfordert somatische, pharmakologische, sozialmedizinische und psychotherapeutische Kenntnisse, wie nur die sog. P-Fachärzte und Ärztliche Psychotherapeuten sie besitzen.
Der freie Zugang zu Ärzten steht nicht in Frage.
 zum Beitrag »
[12.12.2018, 08:49:05]
Dr. Angelika Marquardt 
Chefarzt als Assistent 
Große Hochachtung!!
Endlich mal ein Arzt, der rechtzeitig die Konsequenzen zieht! Ich wünsche ihm und den Praxiskollegen viel Freude bei der gemeinsamen Arbeit. zum Beitrag »
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10vor