Leserkommentare [20038]

[18.02.2019, 14:35:03]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
SPRINT hatte die automatische Praxisblutdruck(AOBP)-Messung gar nicht konsequent durchgeführt! 
Wer behauptet, die automatische Praxisblutdruck(AOBP)-Messung o h n e Weißkitteleffekt sei in der SPRINT-Studie konsequent angewendet worden, ist eher suboptimal informiert.

Es sind "Zweifel daran aufgekommen, ob alle Blutdruckmessungen in SPRINT tatsächlich unbeaufsichtigt waren. Die SPRINT-Autoren haben dazu bislang keine Informationen veröffentlicht. Sie kündigten allerdings vor kurzem an, die Art der Blutdruckmessung in den beteiligten Zentren transparent machen zu wollen. Dieses Versprechen ist nun mit einer beim AHA-Kongress vorgestellten neuen SPRINT-Analyse wahr gemacht worden.
Zwar Variabilität bei den Messungen …
Grundlage der von Dr. Karen Johnson von der University of Tennessee vorgestellten Analyse sind Daten einer unmittelbar nach Studienende vorgenommenen Befragung der beteiligten Studienzentren, ob die Blutdruckmessungen vor Ort jeweils in An- oder Abwesenheit von medizinischem Personal erfolgt waren. Dann wurde geschaut, ob diesbezügliche Unterschiede bei den Messungen mit Unterschieden hinsichtlich Blutdruckwerte, antihypertensive Medikation, kardiovaskuläre Ereignisse, Mortalität und schwere Nebenwirkungen assoziiert waren.
Die Erhebung offenbarte eine große Variabilität bei der Beaufsichtigung der Messungen. Vier grundsätzliche Arten der Messtechnik kamen zum Vorschein. Danach waren die meisten Teilnehmer (4082 an 38 Zentren, 43%) immer (d.h. sowohl in der Ruhe- als auch Messphase) allein im Raum. Nicht gerade wenige Teilnehmer (2247 an 25 Zentren, 28%) waren dagegen zu keinem Zeitpunkt allein. Eine kleinere Gruppe (1746 an 16 Zentren, 22%) war nur in der Ruhephase und eine noch kleinere (570 an 6 Zentren, 7%) nur in der Phase der drei Messungen allein im Raum."
https://www.kardiologie.org/aha-kongress/sprint-studie-variabilitaet-bei-der-blutdruckmessung-aber-ist-da/15226652

Nach: "AHAScienceNews
Am 13.11.2017 veröffentlicht
Karen C. Johnson, MD relates the results of the SPRINT trial.
https://www.youtube.com/watch?v=7MRao5dp9_o

Vgl dazu auch:
http://news.doccheck.com/de/blog/post/3421-sprint-studie-the-big-swindle/?

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
 zum Beitrag »
[18.02.2019, 14:19:47]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
Deutsche Darmkrebsvorsorge-Richtlinien provozieren vermeidbare Todesfälle!? 
"Results - Of 1750 CRC [Colorectal Cancer] deaths, 75.9% (n = 1328) occurred in patients who were not up to date in screening and 24.1% (n = 422) occurred in patients who were up to date"
in
"Modifiable Failures in the Colorectal Cancer Screening Process and Their Association With Risk of Death"
von Chyke A. Doubeni et al.
https://www.gastrojournal.org/article/S0016-5085(18)35034-0/fulltext

bedeuten, dass auch ein leitliniengerechtes Darmkrebs-Früherkennungs-System in 24,1% der von Darmkrebs Betroffenen nicht vor Todesfällen durch diese Erkrankung schützen kann.

Die mit 75,9% wesentlich höhere Sterblichkeit in der Gruppe ohne adäquates Darmkrebs-Screening gibt zu größter Besorgnis Anlass.

Insofern bleibt es besonders unverständlich, warum nach Deutschen Leitlinien:
• "Im Alter von 50 bis 54 Jahren können Frauen und Männer jährlich einen [präventiven] iFOB-Test vornehmen lassen."
• "Ab einem Alter von 55 Jahren haben Frauen und Männer alle zwei Jahre Anspruch auf einen [präventiven] iFOB-Test, solange noch keine Koloskopie in Anspruch genommen wurde."

Das bedeutet m.a.W.: In den Altersgruppen ab 55 Jahren, wo Darmkrebs-Prävalenz und -Inzidenz am h ö c h s t e n sind, sollen die Untersuchungs-Abstände entscheidend a u s g e d ü n n t werden. Soll man das als Strafaktion bei nicht erfolgten Früherkennungskoloskopien im Mindestabstand von zehn Jahren verstehen?

Logische Konsequenz bei diesem besonders gefährdeten Patienten-Klientel wäre doch erst recht, 1 Mal jährlich einen präventiven iFOB-Test vorzunehmen und n i c h t nur alle 2 Jahre. Vgl. meinen Kommentar zu https://www.aerztezeitung.de/panorama/article/958380/interview-darmkrebs-screening-hohen-huerden.html

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler FAfAM Dortmund zum Beitrag »
[18.02.2019, 14:02:38]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
Der StepStone "GEHALTSREPORT Für Fach- und Führungskräfte 2019" 
bezieht sich wohl überwiegend auf die Oberarzt-Ebenen in den Kliniken bzw. Forschung und Entwicklung. Einfache Assistenzarzt-Gehälter blieben eher unberücksichtigt.

Allein die genannten Beispiel-Zahlen lassen einen misstrauische werden:
- "Medizin (und Zahnmedizin) 81.608€" Durchschnitts-Jahresgehalt
versus
- "Ärzte 77.359€" Durchschnitts-Jahresgehalt.

"Durchschnitts-Bruttojahresgehalt inklusive Boni, Provisionen, Prämien etc." sind irreführend, wenn diese "add-ons" nur branchenspezifisch gezahlt werden.

Zum Vergleich: Wer für 100 und mehr Menschen Verantwortung trägt, verdient laut StepStone GEHALTSREPORT Für Fach- und Führungskräfte 2019 durchschnittlich
">100 Mitarbeiter 102.531€".
file:///C:/Users/Praxis/Downloads/StepStone%20Gehaltsreport%202019.pdf

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
 zum Beitrag »
[18.02.2019, 11:10:29]
Dr. Karlheinz Bayer 
Bitte diese Zahlen genauer betrachten! Es geht um Statistik. 

Wie aussagekräftig sind Statistiken?
Wie sicher ist das Screening?

Aus dem, was hier steht kann man nur ablesen, 65 % der Krebstoten wurden gescreent. Nur 34% wurden nie gescreent.

(ich zitiere: 33 Prozent hatten sich zwar schon einmal screenen lassen, waren aber zum Zeitpunkt der Krebsdiagnose überfällig, hatten also wichtige Intervalle wie die Koloskopie alle zehn Jahre oder den Stuhltest alle zwei Jahre versäumt / 24 Prozent waren vor der Krebsdiagnose leitliniengerecht gescreent worden und dennoch an Darmkrebs gestorben. Ihnen hat das Screening nichts genützt, da entweder Adenome übersehen worden waren oder Intervallkarzinome auftraten / 8% haben Kontrolltermine vergessen / In 1% lag eine Fehldiagnose vor, so daß trotz Screening der Tod nicht verhindert wurde).

Zusammen sind das 65 % aller Krebstoten, die alle mehr oder weniger gut gescreent wurden.
Dem stehen rein formal 33% Todesfälle gegenüber, die nie gescreent wurden.

Sagt das irgendetwas aus, oder handelt es sich nicht alleine um eine deskriptive Zusammenstellung von Fallzahlen?
Die eigentlich wissenschaftliche Arbeit müßte hier ansetzen und Antworten geben zu einigen Fragen:

# Wieviele Menschen wurden überhaupt gescreent, und wieviele von denen wurden erfolgreich therapiert?
# Gibt es belastbare Zahlen darüber, ob die Zahl der Todesfälle bei Gescreenten niedriger oder höher ist als bei den Nichtgescreenten?
Wenn es wirklich so wäre, daß 2/3 aller Verstorbenen gescreent wurden, dann würde Erklärungsbedarf bestehen.
# Letzlich läuft alles darauf hinaus zu sehen, welch methodisches Vorgehen tatsächlich am erfolreichsten ist.

Die Auswahl besteht zwischen Scvreening einerseits und einer indizierten Diagnostik andererseits.



 zum Beitrag »
[17.02.2019, 22:38:50]
Dipl.Ing. Michael Kurz 
Untersuchungen zum Nutzen von Impfungen mir harten Endpunkten wären dringend notwendig. 
Man muss sehr vorsichtig sein mit Aussagen wie:
"Die Anzahl der Masern-Fälle wurde durch Impfung reduziert daher wäre diese sinnvoll"

Denn das genügt leider nicht um einen Nutzen der Impfung zu belegen.

Ich möchte an dieser Stelle an die Gabe von Klasse I Antiarrhythmika erinnern, diese wurden Jahrelang auch als Dauertherapie eingesetzt und erst die CAST-Studie zeigte 1991 eine erhöhte Mortalität.

Leider gibt es kaum Daten zu Impfungen mit harten Endpunkten wie Gesamt-Mortalität.

Aber wie lässt sich ohne solche Daten der Nutzen belegen?

Im Sinne von Evidenz basierter Medizin leider gar nicht, oder zumindest sind mir keine entsprechenden Daten bekannt.

Das soll nicht bedeuten, dass ich der Meinung bin Impfungen hätten keinen Nutzen, sondern dass es einfach keine ausreichenden Daten gibt um dazu eine vernünftige Aussage treffen zu können -- leider, wie ich festhalten möchte.


mfg
Michael Kurz zum Beitrag »
[16.02.2019, 18:38:42]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
Wie dumm ist das denn? 
• "Im Alter von 50 bis 54 Jahren können Frauen und Männer jährlich einen [präventiven] iFOB-Test vornehmen lassen."
• "Ab einem Alter von 55 Jahren haben Frauen und Männer alle zwei Jahre Anspruch auf einen [präventiven] iFOB-Test, solange noch keine Koloskopie in Anspruch genommen wurde."

Das bedeutet m.a.W.: In den Altersgruppen ab 55 Jahren, wo Darmkrebs-Prävalenz und -Inzidenz am h ö c h s t e n sind, sollen die Untersuchungs-Abstände entscheidend a u s g e d ü n n t werden. Soll man das als Strafaktion bei nicht erfolgten Früherkennungskoloskopien im Mindestabstand von zehn Jahren verstehen?

Logische Konsequenz bei diesem besonders gefährdeten Patienten-Klientel wäre doch erst recht, 1 Mal jährlich einen präventiven iFOB-Test vorzunehmen und n i c h t nur alle 2 Jahre. Vgl. meinen Kommentar zu  https://www.aerztezeitung.de/panorama/article/958380/interview-darmkrebs-screening-hohen-huerden.html

Und wie sollen, bitteschön, die Hausärztinnen und Hausärzte erste Ansprechpartner sein?
"Ärzte, die den iFOBT als Früherkennungsuntersuchung auf kolorektales Karzinom veranlassen, rechnen die GOP 01737 (Bewertung 57 Punkte) ab. Die Leistung umfasst die Ausgabe, Rücknahme und Weiterleitung des Stuhlproben-Entnahmesystems sowie die Beratung des Patienten bei einer präventiven Untersuchung". GOP 01737 (Bewertung 57 Punkte, Vergütung 6 Euro) https://www.kbv.de/html/praevention_darmkrebsfrueherkennung.php
Diese ganze Komplexleistung wird mit ganzen 6,00 € im Gegensatz zur vollautomatisch erbrachten Laborleistung geradezu unterirdisch schlecht bewertet.


Immerhin 7,90 € gibt es: "Für die Untersuchung der Stuhlprobe im Labor...die GOP 01738 (Bewertung 75 Punkte) bei einer präventiven Untersuchung". GOP 01738 (Bewertung 75 Punkte, Vergütung 7,90 Euro). https://www.kbv.de/html/suche.php?s=true&srt=relevance&stp=fulltext&sch=true&dateFrom=&dateTo=&q=01738&sbmtBtn=

Das Labor kann auch immerhin die GOP 32457 (Bewertung 6,21 Euro) bei einer k u r a t i v e n Untersuchungsindikation abrechnen. Wie heißt es dabei seitens der KBV in reinem Hausarzt-"Bashing"-Jargon: "Bei einer kurativen Untersuchungsindikation sind wie bisher Ausgabe, Rücknahme und Weiterleitung in das Labor mit der Versicherten- oder Grundpauschale abgegolten." https://www.kbv.de/html/praevention_darmkrebsfrueherkennung.php

Das bedeutet nichts anderes als eine grundsätzliche Missachtung hausärztlicher Tätigkeiten seitens der KBV.

Mf + kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund zum Beitrag »
[15.02.2019, 19:06:29]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
Weitere Stellungnahmen zu Luftschadstoffen übersehen wesentliche Aspekte!  
Die Stellungnahme des Deutschen Zentrums für Lungenforschung (DZL), eines der sechs Deutschen Zentren der Gesundheitsforschung, zu den Gesundheitsrisiken von Luftschadstoffen ist ebenso entlarvend wie die "Schnellschuss"-Expertise von ISEE und ERS:

Nach wie vor kann und will niemand erklären, warum ausgerechnet Diesel-betriebene Fahrzeuge und diese auch noch völlig unabhängig von Größe, Leistung, Verbrauch, Nutzungs-Dauer und -Einsatz, LKW, BUS, PKW, Großraum-Limousine oder Nutzfahrzeug bzw. die Automobilität insgesamt im individuellen Straßenverkehr für bestimmte Emissionen und Immissionen allein verantwortlich gemacht werden sollen.

„Die Rolle der Luftschadstoffe für die Gesundheit“ -
"Eine Expertise im Namen der Internationalen Gesellschaft für Umweltepidemiologie (ISEE) und der European Respiratory Society (ERS)"
http://www.isee-europe.com/uploads/1/1/7/1/117162855/rolle_der_luftschadstoffe_f%C3%BCr_die_geundheit_expertise_isee_ers_final.pdf
unterschlägt ebenso wie die DZL-Stellungnahme derartige Differenzierungen und entwertet sich mit z. T. pseudologischen Argumentationen selbst:

Mit „Feinstaub sind Partikel kleiner als 10 Mikrometer, die vielfältige Quellen haben. Feinstaub wird durch Kraftfahrzeuge, Kraft- und Fernheizwerke, Öfen und Heizungen in Wohnhäusern, sowie Industrieanlagen erzeugt, die unmittelbar Partikel freisetzen. Zusätzlich stoßen diese Quellen auch die gasförmigen Vorläuferschadstoffe Schwefeldioxid und Stickoxide aus und Ammoniakemissionen der Landwirtschaft tragen ebenfalls zur Bildung von Feinstaub in der Atmosphäre und damit zur Belastung bei. Feinstaub hat auch einen natürlichen Ursprung, beispielsweise als Folge von Bodenerosion oder Freisetzung von Partikeln durch Pflanzen und Mikroorganismen“ wird deutlich, dass Kraftfahrzeuge nur einen Bruchteil der Emittenten ausmachen können.

Auch das eingangs erwähnte „Ozon entsteht in Bodennähe bei intensiver Sonneneinstrahlung durch photochemische Prozesse aus Vorläuferschadstoffen – überwiegend Stickstoffoxiden und flüchtigen organischen Verbindungen“ ist damit offensichtlich eher ein „Schönwetterphänomen“?

Ebenfalls in der Einleitung wird berichtet: „Stickstoffoxide (Stickstoffmonoxid und Stickstoffdioxid) entstehen bei Verbrennungsprozessen. Die Hauptquellen von Stickstoffoxiden sind Verbrennungsmotoren und Feuerungsanlagen für Kohle, Öl, Gas, Holz und Abfälle. In Ballungsgebieten ist der Straßenverkehr die bedeutendste Quelle. Stickoxide sind wichtige Vorläufer von Ozon und tragen zur Bildung von Feinstaub bei.“

Wenn allein „der Straßenverkehr die bedeutendste Quelle“ in Ballungsgebieten sein sollte, unterstellt dies dortselbst paradoxerweise die geballte Abwesenheit von Feuerungsanlagen für Kohle, Öl, Gas, Holz und Abfälle. Das ist aber nicht der Fall.

Und im Gegensatz zu Emissions-nahen Umweltmessstationen bis zu 6 Meter vom Straßenrand und mindestens 25 Meter von einer verkehrsreichen Kreuzung entfernt, befinden sich in Höhe der Abluftöffnungen von derartig vergleichbaren Feuerungsanlagen in Ballungsgebieten keinerlei Messstationen.

Die in der ISEE/ERS-Expertise genannten Fragestellungen:
- „Wie wirken die Luftschadstoffe Feinstaub, Ozon und Stickstoffdioxid auf die Lunge?“
- „Wie werden die Wirkungen der Luftschadstoffe in wissenschaftlichen Studien untersucht?“
- „Welche Krankheiten werden durch die Luftschadstoffe verursacht?“
- „Sind die Wirkungen der Luftschadstoffe unabhängig voneinander?“
waren nicht wirklich Gegenstand der kritischen Stellungnahme von Dieter Köhler et al.
https://www.lungenaerzte-im-netz.de/fileadmin/pdf/Stellungnahme__NOx_und__Feinstaub.pdf

- „Wie werden die Empfehlungen für Richtwerte abgeleitet?“
- „Wie werden aus Empfehlungen Grenzwerte?“
belegen m. E. eindeutig ordnungspolitische Vorgaben: In dem systematisch und gezielt bestimmte Emittenten ausgeblendet werden, deren Umweltverträglichkeit nicht mal im Ansatz geprüft und kontrolliert werden, um sich ausschließlich auf spezielle Emittenten aus dem Straßenverkehr zu fokussieren.

Zu 1. und 2. von 8 DZL-Fakten, die es zu relativieren gilt: Gerade weil ein international durchaus volatiler Grenzwert von 40 Mikrogramm Stickstoffdioxid je Kubikmeter Luft am Rand viel befahrener Straßen vor allem auf epidemiologischen Schätzwerten beruht und nicht auf vergleichenden Studien über die Morbiditäts- und Mortalitäts-Last von hoch oder niedrig belasteten Populationen basiert, bzw. zugleich keine weiteren Umweltverträglichkeits-Prüfungen anderer Emittenten erfolgten, sind die propagierten Erkenntnisse invalide.

Zu 2. Selbstverständlich wurden immer wieder Populationen über Jahre und Jahrzehnte hinweg bei technisch bedingten oder "natürlichen" Umwelt-Katastrophen „kontrollierten Versuchen“ mit Schadstoffexpositionen ausgesetzt. Doch die epidemiologische Forschung hat auch dann eher ungenau theoretisierend-spekulativ statt exakt empirisch-deskriptiv gearbeitet. Die Erkenntnis, wie gesundheitsschädigend und tumorinduzierend das Rauchen ist, stammt aus prospektiven kontrollierten Studien ("doppelblindes" Rauchen geht nicht), vergleichenden longitudinalen Lifestyle-Beobachtungen und Tierversuchen.

Zu 3. Dass "Belastung mit Luftschadstoffen eine Gesundheitsgefährdung für die Bevölkerung darstelle – nicht nur hinsichtlich Atemwegs- und Lungenerkrankungen, sondern auch im Hinblick auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen", ist ein Pseudoargument. Es wird weltweit von keinem einzigen Wissenschaftler ernsthaft bestritten.

Zu 4. Es gibt in der Tat "keine Methode, die es einem Arzt ermögliche, an einem lungenerkrankten Patienten festzustellen, inwieweit Komponenten der Luftverschmutzung zu der Erkrankung beigetragen haben." Deshalb sind rein epidemiologische Morbiditäts-, Mortalitäts- und QUALY("quality of life")-Statistiken hochspekulativ. Sie berücksichtigen auch nicht die mögliche Effizienz und Effektivität morbiditätsbezogener medizinisch-therapeutischer und/oder pharmakologischer Interventionen.

Zu 5. WHO-nahe internationale Gremien sind mit äußerster Vorsicht zu genießen: Frühere Fehleinschätzungen zu AIDS/HIV, Ebola, "Vogel"- und "Schweine-Grippe", moderatem Alkohol- und "rotem" Fleisch-Genuss oder weltweit verbreiteten Kochstellen mit offenem Feuer ohne Rauchabzug mögen dies exemplarisch belegen.

Zu 6. "Der aktuelle Richtwert für Stickstoffdioxid von 40 Mikrogramm je Kubikmeter Luft müsse auch für besonders empfindliche Menschen (u. a. Kinder, ältere Menschen, Patienten mit Lungen- und Herzerkrankungen) im Bereich des Zumutbaren liegen, da sich der Einatmung der Umgebungsluft – 24 Stunden pro Tag – niemand entziehen könne" unterstellt, dass sich die Betroffenen permanent am Straßenrand viel befahrener Straßen aufhalten. Wenn diese sich allerdings dauerhaft in Raucherwohnungen bei Kerzenlicht und Kaminheizungen befinden, besteht ein um Zehnerpotenzen höheres Gefährdungspotenzial.

Die "Fakten" 7. und 8. belegen m. E. eher die Durchdringung mehrheitlich gesellschaftspolitisch begründeter Verhaltensempfehlungen im wissenschaftlichen Diskurs und führen, konsequent weiter gedacht, zu ordnungspolitisch begründeten "Denkverboten".

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund  zum Beitrag »
[15.02.2019, 16:23:56]
Dieter Rittinger 
Sehnlichster Wunsch vieler unserer Kunden - Beihilfevorgänge endlich elektronisch 
Bin ernsthaft sehr begeistert darüber, das sich der PKV-Verband um diskriminerungsfreien Zugang zur TI sorgt. Genau das wird ein Faktor für die Akzeptanz und Alltagstauglichkeit digitaler Prozesse auch in der PKV sein.
Schon heute bitten uns viele Menschen in den Apotheken, doch möglichst Anträge auf Beihilfe, Erstattung oder auch nur das Ablegen bis zur Überschreitung der Eigenbeteiligung auf den Gesundheitsterminals anzubieten. Ob dafür eine Kundenkarte, der Personalausweis oder ein anderes Mittel als Zugangsmedium gilt, wäre dabei angeblich relativ unerheblich.

Aber das unsinnige Kopieren von Belegen und Rechungen gehört längst abgeschafft - und das ohne die Risiken diverser App-Optionen..... zum Beitrag »
[15.02.2019, 13:56:53]
Meinulf Krön 
SPD, FDP, Grüne und Linke wollten den paragraphen streichen! 
...ich muss gestehen, dass ich diese kombination bei der vernunft-ehe-für-alle schon einmal erlebt habe. die vernunft scheint sich also ab- und an auch einmal gegen eigentlich irrationale, jedenfalls eindeutig nur moralisierende schein-argumente durchzusetzen. es wäre schön, wenn das auch dieses mal so wäre und der paragraph einfach gestrichen würde...sollte die ehe-für-alle wichtiger sein als diese frage? als schwuler mann sage ich: nein! hier wäre ein entsprechendes ausscheren der spd mit inkaufnahme des denkbaren koalitionsendes angemessen...so jedenfalls meine meinung - die nicht jeder teilen muss... zum Beitrag »
[15.02.2019, 13:37:01]
Prof. Dr. Jörg-Uwe Meyer 
Personalisierte Telematik-Infrastruktur und Assistenzsysteme für Gesundheitsbürger 
Um die Digitalisierung im Sinne der Patienten zu gestalten und um die digitale Gesundheitswirtschaft voran zu bringen, braucht es eine personalisierte Telematik-Infrastruktur, in der Gesundheitsbürger ihre Daten hoheitlich verwalten oder verwalten lassen. Ein erster Schritt in diese Richtung ist das BMBF Vorhaben "HISAP4 - Health & IoT Service Applications Platform 4.0". Dem HISAP4 Vorhaben sollen Umsetzungsprojekte folgen, die den Menschen digitale Assistenzsysteme und personalisierte Apps zum täglichen Gesundheitsmanagement zur Verfügung stellen. zum Beitrag »
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10vor