Galenus-Preis/CharityAward: Sieben Preisträger feierlich gekürt
Ein MS-Therapeutikum, ein Virostatikum gegen Hepatitis-C-Viren, ein Antibiotikum gegen multiresistente Tuberkulosebakterien und Forschung zur rätselhaften Nierenschädigung MPGN - das sind die Preisträger des Galenus-Preises 2014. Der CharityAward 2014 geht an drei Einrichtungen: Platz eins holt das Kölner Projekt "Gesundheit für Wohnungslose".

Leserkommentare [2]

[21.10.2014, 15:53:59]
Anne C. Leber 
Leserzuschrift von Professor Erland Erdmann 
Als Präsident der Galenus-von-Pergamon-Jury antwortet Professor Erland Erdmann auf den ersten Leserkommentar:

Sowohl das IQWiG als auch das G-BA bewerten ein neues Medikament bzw. (in diesem Fall) eine neue Indikation immer im Vergleich zu einem "Basistherapeutikum" und legen dabei gelegentlich spezielle Maßstäbe an. Wenn ein oral zu gebendes Medikament gegen Placebo getestet wird, weil das Basistherapeutikum nur s.c. zu applizieren ist, kann keine direkte Vergleichsstudie zwischen dem zu begutachtenden Präparat und dem festgelegten Komparator vorgelegt werden. Damit werden die verfügbaren Studien (gegen Placebo) vom G-BA nicht anerkannt und es wird kein Zusatznutzen zuerkannt. Die Galenus-Preis Jury sah hingegen den Vorteil der oralen Medikation und den Nutzen gegenüber Placebo als so wesentlich an, dass sie dem Tecfidera den Preis zuerkannte.

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[17.10.2014, 10:02:38]
Nina Jungcurt 
G-BA und Galenus-Jury in unterschiedlichen Realitäten? 
Der G-BA hat dem MS-Präparat Tedfidera in seiner Sitzung am 16.10.14 keinen Zusatznutzen zugebilligt. Am gleichen Abend gewinnt das Arzneimittel den Galenus-Preis für Primary Care. Dabei wäre es interessant zu erfahren, wie die Jury zu einer solch diametral gegensätzlichen Entscheidung kommt bzw. wie die Juroren des Galenus-Preises die Bewertung des G-BA einschätzen?

In jedem Falle zeigt dieser Vorgang doch, dass sich die Beteiligten in unterschiedlichen Realitäten zu bewegen scheinen. Es stellt sich nur die Frage: Ist der G-BA blind und innovationsfeindlich, hat es einfach der Hersteller vermasselt, ein adäquates Nutzendossier einzureichen, oder ist die Jury in ihrer Entscheidung fremdgesteuert? zum Beitrag »