Bund-Länder-AG: KVen sollen ambulante Notfallversorgung an Kliniken bezahlen
Die geplante Klinikreform wird den Krankenhäusern weitere Milliarden Euro bescheren: Die Bund-Länder AG hat die Schatulle noch einmal weit aufgemacht. Eine neue Regelung ist bei der Notfallversorgung an den Kliniken vorgesehen.

Leserkommentare [5]

[05.10.2015, 22:23:02]
Dr. Henning Fischer 
...KBV- und KV-Stabsstellen kenne, haben diese mit ihrem "Helfer-Syndrom"... 

KBV/KV Helfersyndrom?

Das ich nicht lache. Die helfen ausschließlich sich selber, wir werden dafür verheizt. Ganz konsequent und strategisch genau.


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[05.10.2015, 21:34:02]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
"Wer die Musik bestellt - der muss sie auch bezahlen"! 
Da hilft es nichts, den "Sicherstellungsauftrag" zu beweinen, die "Selbstverwaltung" und den "Ärztlichen Notdienst" zu begreinen: Das sind nur Spiegelfechtereien! Hochdotierte "Pöstchen und Posten" gibt es in allen Bereichen von Politik, Verwaltung und Gesellschaft, nicht nur im Gesundheits- oder Krankheitswesen, da braucht man keinen "Futterneid" zu kultivieren.

Nein, die Bund-Länder AG will mit einer neuen Regelung bei der Notfallversorgung an den Kliniken Geld sparen, was angeblich für die notleidenden Kliniken dringender gebraucht wird, indem sie uns Vertragsärztinnen und -ärzte in der haus-, fach- und spezialärztlichen Versorgung weiter knebelt, um die eigentlichen Konfliktherde zu externalisieren.

Denn es sind u n s e r e Patientinnen und Patienten, die mit "all-inclusive"- und "flatrate"-Anspruch die Klinik-Ambulanzen stürmen, um unsere im Klinikbetrieb und Dauerdienst bereits erschöpften Kolleginnen und Kollegen zumeist mit Banalitäten zu belasten, welche im zentralen ärztlichen Notdienst (ZND) von jedem Niedergelassenen ohne weiteres lösbar und akut behandelbar wären.

Angetrieben und stimuliert werden unsere Patienten durch die Parolen der „Gesundheitskassen“, GKV-Hotlines, Patientenberatungsstellen und Kassenmitarbeiter/-innen: Dass a l l e GKV-Versicherten jederzeit Tag-und-Nacht Anspruch auf eine optimale Rundum-Voll-Versorgung haben. Ganz im Gegensatz zum "Wirtschaftlichkeitsgebot" nach SGB V, § 12 und § 34. Das wollen manche Verwaltungs-"Vollpfosten" lieber vergessen machen.

Taktisches Ziel der Bund-Länder AG ist, den Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) ein schlechtes Gewissen zu machen und unser "Helfer-Syndrom" einzuklagen. Wir sollen mal wieder mit Umsatzhonorar-Kürzungen bezahlen, was wir selbst gar nicht verursacht haben. Patienten, die aus freien Stücken wegen vermeintlicher Akutprobleme ohne Umschweife Krankenhausambulanzen und n i c h t den ZND aufsuchen, müssten dafür einen Obolus entrichten: Die Kliniken sind dafür weder personell noch sachlich vom SGB V beauftragt.

Für Krankenhäuser ergeben sich übrigens geldwerte Vorteile, wenn sie ihre Akut-Ambulanzen Tag und Nacht überquellen lassen:
1. werden zusätzliche Mitarbeiter-Ressourcen erschlossen und ausgenutzt.
2. Klinik-Kolleginnen- und Kollegen werden durch Mehrarbeit „ruhig“ gestellt.
3. der Klinik-Nacht- und -Notdienst bringt zusätzliches GKV-Honorar.
4. medizinisch, klinisch relevante "Notfälle" generieren stationäre DRG-"Fälle".
5. "overnight-sleeper" bringen medizinisch indizierte(?) Behandlungspauschalen.
6. verbesserter Klinik-„Ruf“ und medizinisch-therapeutischer "Performance".

Wer schlussendlich behaupten möchte, meine Analyse sei nicht stimmig, der sei daran erinnert: Seit meiner klinischen Zeit in Chirurgie, Innere, Gynäkologie- und Geburtshilfe (mein Rekord lag bei 18 Geburten im 24-Stunden Dauerdienst) ist der Anteil der privat in der PKV-Versicherten Notfälle in Klinik-Ambulanzen (wie auch im ZND) verschwindend gering und entspricht n i c h t dem Mengenverhältnis zwischen GKV- und PKV-Versicherten. Zum einen, weil viele "Privaten" eine ambulante Selbstbeteiligung haben, zum anderen weil bei kollektiver Inanspruchnahme der Notdienste die PKV-Versicherungsprämien ansteigen würden. Privatversicherte erkennen auch ihre Mehrkosten an Unzeitgebühren und sonstigen Kosten in der Privat-Liquidation der Chefärzte.

Dass ausgerechnet die Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) und damit w i r Vertragsärzte Kosten für Klinikambulanzen und deren e i g e n verantwortliche Tätigkeiten übernehmen sollen, unsere Honorare deshalb weiter gekürzt werden müssten, hieße in Echtzeit, "den Bock zum Gärtner zu machen"! Aber so wie ich unsere KBV- und KV-Stabsstellen kenne, haben diese mit ihrem "Helfer-Syndrom" derartige taktische Finessen der Bund-Länder AG und der Deutschen Krankenhaus Gesellschaft (DKG) nicht mal ansatzweise durchschaut.

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
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[05.10.2015, 12:45:02]
Dr. Henning Fischer 
ohne Sicherstellungsauftrag keine KV 

ohne KV keine hoch dotierten Pöstchen und Posten

Hauptzweck einer Selbstverwaltung ist, sich selber zu verwalten und zu erhalten.

Und so dreht sich alles im Kreis bis es dem Fußvolk übel wird.
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[05.10.2015, 12:01:59]
Dieter Döring 
Sicherstellungsauftrag 
Als Hausarzt muss ich feststellen, dass das Gesundheitssystem vor die Wand geht. Es ist einfach nicht mehr zu retten, man sollte das nur zugeben. Die Patienten, die immer anspruchsvoller geworden sind, werden immer mehr und die Zahlungen von der KV immer weniger. Man sollte bekennen, dass das System gescheitert ist und eine Basisversorgung, von den Krankenkassen finanziert, einführen. Darauf kann sich dann jeder der will ein privat finanzierte Zusaatzversorgung drauf packen. Nur der Schein wird noch gewahrt, da die Verlogenheit immer besser geworden ist. zum Beitrag »
[02.10.2015, 21:02:59]
Dr. Wolfgang Bensch 
Welche kapitalen Fehler verursacht das krampfhafte Festhalten am "Sicherstellungsauftrag"? 
Man glaubt es kaum und es wird auch seitens der Funktionäre geflissentlich verschwiegen, dass wenige Jahre zuvor eine Kostenbeteiligung der zum Notfalldienst zwangsverpflichteten Kassenärzte durchgepaukt wurde.
So der Passus in den entsprechenden Satzungen (hier KV-Thüringen):
§ 12 Kosten (Notfalldienstordnung Thüringen)

(1) Alle im organisierten vertragsärztlichen Notdienst anfallenden Kosten werden von allen zur Teilnahme verpflichteten und berechtigten Ärzten und Einrichtungen ihrer Zahl entsprechend anteilig getragen.
Die Kostenberechnung erfolgt für die jeweiligen Notdienstbereiche. Sie werden unabhängig von der Teilnahme des einzelnen Arztes nach der Anzahl der im jeweiligen Notdienstbereich zur Teilnahme verpflichteten und berechtigten Ärzte anteilig berechnet und von diesen im Umlageverfahren durch die KVT erhoben.
Sie werden mit dem vertragsärztlichen Honoraranspruch gegenüber der KVT verrechnet. Sie sind gegenüber den zur Kostentragung verpflichteten Ärzten auf den Auszügen aus dem Honorarkonto nachzuweisen bzw. darzustellen.

Was würde ein angestellter Arzt im Krankenhaus bzw. der Marburger Bund erwidern, wenn man eine "Kostenbeteiligung" seitens der diensttuenden Ärzte beschliessen würde?
Kassenärztliche Vereinigung = "mad in germany"!

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