Zweitmeinung: Auswirkung auf jede sechste Krebs-Therapie
Eine Diskrepanz zwischen Erst- und Zweitmeinung ist in der Onkologie nicht selten: Laut Zweitmeinungsplattformen gibt es in 40 Prozent der Fälle Differenzen. Bei jedem Sechsten wirkt sich das auch auf die Therapie aus.

Leserkommentare [2]

[26.02.2016, 12:06:25]
Roy von der Locht 
Zweitmeinung hilft zweifach 
Ziel einer zweiten Meinung ist, speziell bei Krebs, den höchst verunsicherten Patienten die Gewissheit zu geben, das Richtige zu tun oder sie mit wichtigen Hinweisen zu versorgen, die den Erfolg einer notwendigen Therapie zum Teil noch mal deutlich erhöhen.

Zum einen kann also eine geplante Therapie durch eine Zweitbegutachtung bestätigt werden und damit dem Patienten das positive Gefühl geben, dass er offensichtlich in guten Händen ist und die Therapie nach aktuellem Stand der Wissenschaft die höchstmögliche Aussicht auf Erfolg hat. In aktuellen Studien scheint sich zu bestätigen, dass eine positive Einstellung zu einer notwendigen Therapie einen messbar positiven Einfluss auf den Erfolg dieser Therapie hat.

Zum anderen hilft die Zweitmeinung aber auch in den Fällen, in denen der Erstbehandler nicht nach den neuesten wissenschaftlichen Standards und Leitlinien arbeitet. Da sich speziell in der Onkologie das Wissen alle 2 Jahre nahezu verdoppelt, ist es für einen einzelnen Arzt fast unmöglich, auf dem neuesten Stand zu bleiben. So kommt es also in knapp über 40% aller Fälle vor, dass die Experten der Zweitbegutachtung zusätzliche Hinweise geben oder gänzlich andere Therapien vorschlagen, die neuere Erkenntnisse berücksichtigen. So kann die Zweitmeinung helfen, die Zahl veralteter oder falscher Therapien zu reduzieren. Die Zweitbegutachter sitzen in der Regel an Universitäten und Lehrkrankenhäusern bzw. an Tumorzentren mit hohen Fallzahlen und haben somit ein hohes Maß an Erfahrung und sitzen sozusagen an der wissenschaftlichen Quelle. Das Ergebnis soll und muss der Patient dann mit seinem behandelnden Arzt besprechen und gemeinsam mit diesem entscheiden, ob eine Anpassung der Therapie sinnvoll ist.

Ein schlecht aufgeklärter und nicht über die Ernsthaftigkeit seiner Erkrankung und die verfügbaren Optionen informierter Patient wird viel eher auf die Idee kommen, er könne auf die Schulmedizin verzichten und sich in die Hände unseriöser Heiler zu geben, als wenn er erkennen kann, dass die Schulmedizin mittlerweile gute Heilungschancen bietet und seine Erkrankung in 99,9% aller OHNE eine konsequente Therapie tödlich verläuft.

Eine Zweitmeinung auf hohem Niveau hat also ein klares Ziel: Die Aufklärung über verfügbare Optionen und die Empfehlung der bestgeeigneten Therapie für einen mündigen und informierten Patienten, der so aktiv an der Entscheidungsfindung teilnehmen und diese dann auch akzeptieren kann. zum Beitrag »
[25.02.2016, 09:07:38]
Dr. Wolfgang P. Bayerl 
Nachteile eindeutig größer als Vorteile, 
wie immer wenn man mit "Regularien" die Behandlung verzögert oder wie eigentlich beabsichtigt EINSCHRÄNKT!
Der letzte Abschnitt ist besonders entlarvend:
Der falsche Ruf nach "Zentren" und "Zertifizierungen" bei einer Krankheitsgruppe, an der jeder 4. stirbt.
Viel wichtiger als das Ergebnis, jeder 6. ändert ....
ist doch die Frage, in welche Richtung ändert er seine Meinung, mehr Therapie oder weniger Therapie
und falls weniger Therapie und spätere Therapie, steigt die Mortalität, oder sinkt die Mortalität.

Ich muss dabei immer an die gehätschelte Alternativmedizin denken und eine KRANKENSCHWESTER, die bereits nach einer rein klinischen (sicheren) Krebsverdachtsdiagnose ohne jede weiter invasive Maßnahme zu einem Heilpraktiker gewechselt ist, der sie so lange falsch behandelt hat, bis sie komplett metastasiert und inkurabel war.
Es ist nichts anderes als bei der (obligatorischen!) 2.-Meinung vor einer Operation, na klar darf und sollte man sich den Operateur vorher "aussuchen",

man soll eigentlich von einer Therapie abgehalten werden!

Sowohl medizinisch wie ökonomisch fragwürdig. zum Beitrag »