24 Fachgruppen im Vergleich: So viel verdienen niedergelassene Ärzte
Vom Allgemeinarzt bis zum Urologen: Wie steht es um die wirtschaftliche Lage deutscher Arztpraxen? Neue Daten liefert das Zi-Praxis-Panel.

Leserkommentare [4]

[15.02.2017, 11:44:12]
Thomas Georg Schätzler 
Genau das ist das Problem,  
@ Kollege Henning Fischer!

Nicht nur "Die Ärztekammer Westfalen-Lippe weiß die Umsätze/Einkommen ALLER Mitglieder" und damit die der Chef- und Oberärzte, angestellten, beamteten Ärztinnen und Ärzte in Klinik, Praxis, Forschung und Entwicklung, Industrie und Verwaltung, die der niedergelassenen Vertrags- u n d Privatärzte.

Mit diesem "Datensalat" sind keinerlei Rückschlüsse auf Einnahmen, Aufwendungen und Jahresüberschüsse aus vertragsärztlicher Tätigkeit für die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) in Deutschland möglich. Das kann nur die betriebswirtschaftliche DATEV-BWA Auswertung des Steuerberaters mit spezifizierten Einnahmen-Ausgaben-Überschuss-Rechnungen leisten.

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
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[14.02.2017, 22:47:01]
Henning Fischer 
die Ärztekammer Westfalen-Lippe weiß die Umsätze/Einkommen ALLER Mitglieder 

weil sie Kopien der Steuererklärung zur Beitragsberechnung verlangt. Angeblich machen das alle Ärztekammern so.

Dann müßten folglich alle Einkünfte aller deutschen Kassenärzte ohne Ausnahme bei den Ärztekammern bekannt sein.

Eine Auswertung dieser Daten wäre somit 100-prozentig korrekt.

Warum wird das nicht gemacht?
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[13.02.2017, 18:00:41]
Thomas Georg Schätzler 
Zi-Praxis-Panel 2015 setzt auf Desinformation? 
Musterbeispiel für die laufende Desinformation in der Honorardebatte ist das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (ZI) mit seinem irreführenden ZI-Praxis-Panel hier:

Insgesamt waren 2.335 Radiologen im niedergelassenen Sektor tätig (zum 31.12.2015); zusätzlich ca. 500 als angestellte Röntgenfachärzte. http://www.bundesaerztekammer.de/fileadmin/user_upload/downloads/pdf-Ordner/Statistik2015/Stat15Tab08.pdf
Bei dieser sehr kleinen Fachgruppe mit einem knappen Fünftel angestellter Kollegen/-innen gibt das ZI durchschnittliche Praxis-Inhaber-Einnahmen von 1.061.600 €, Aufwendungen von 712.700 € und einen Jahresüberschuss beim Facharzt für Radiologie von 348.800 € an.

Beim Schlusslicht Psychotherapie werden Einnahmen von 100.600 €, Aufwendungen von 29.900 € und ein durchschnittlicher Jahresüberschuss von 70.700 € angenommen.

Zum 31.12.2015 waren ohne Gebietsbezeichnung 7.383, als Fachärzte für Allgemeinmedizin 32.606 und als Fachärzte für Innere Medizin 20.231 (davon ein hoher Anteil als hausärztliche Internisten) in Deutschland niedergelassen.

Der große Block der Allgemeinmediziner hatte laut ZI im Durchschnitt Einnahmen von 291.200 €, Aufwendungen von 132.900 € und einen Jahresüberschuss von 158.200 €.

Alle Daten beziehen sich auf das Jahr 2014 Quelle: Zi-Praxis-Panel 2015

Nach welchen Aufgreifkriterien die verschiedenen Vertragsarztpraxen und -Fachrichtungen vom ZI gelistet und bewertet wurden, bleibt nebulös: Anonymisierte DATEV-Unterlagen der Steuerberater waren es jedenfalls nicht.

Wesentlicher Kritikpunkt am "Datensalat" des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (ZI): Bei dem berichteten Durchschnitt aller Fachgruppen mit Einnahmen von 302.500 €, Aufwendungen von 146.300 € und einem Jahresüberschuss von 156.200 € handelt es sich offensichtlich um ein statistisch völlig abwegiges, un-gewichtetes arithmetisches Mittel und n i c h t um statistisch korrekt gewichtete Medianwerte. Zahlenmäßig extrem unterrepräsentierte, aber umso Überschuss-trächtigere Fachgruppen ziehen den "Durchschnitt aller Fachgruppen" in krasser Fehlberechnung irreführend nach oben.

Einen "gemeinsamen Nenner" zwischen Jahresüberschüssen von 70.700 € (Psychotherapie) und 348.800 € (Radiologie) kann es einfach nicht geben. Und "last but not least", liebe Leserinnen und Leser der Ärzte Zeitung, fällt Ihnen vielleicht noch etwas auf? Ja, wo sind denn bloß die Fachärzte für Labormedizin geblieben?

Würde man die auch in eine arithmetische ZI-"Milchmädchenrechnung" mit einbeziehen, wäre der Pseudo-"Durchschnitt aller Fachgruppen" noch um etliches höher ausgefallen - und das ZI hätte sich damit vollends blamiert.

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
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[02.02.2017, 18:12:33]
Götz Braun 
Erschreckend 
Wie immer sind die Unterschiede in den Überschüssen erheblich. Und wie immer sind die psychotherapeutisch tätigen Ärzte und Psychologen weit abgehängt.
Doch gerade bei den Zahlen des ZI hinsichtlich der Honorarzuweisungen und der Praxiskosten dieser Berufsgruppen muss man doch erhebliche Zweifel an der Richtigkeit haben.
100tsd € Einnahmen p. a. durch Psychotherapie als Durchschnittswert ist gänzlich irreal. Dafür muss ein Psychotherapeut fast 30 Stunden wöchentlich antragspflichtige Leistungen erbringen. Einer anderen Statistik zur Folge leisten 36 Stunden/Woche nur 2% der Psychotherapeuten. Dann sollen 50% fast 30 Stunden leisten?
Umgekehrt bei den Praxiskosten sollen es 30tsd p. a. sein. Auch hier muss man sich fragen, wie mit 30tsd € p. a. eine Praxis zu betreiben sein soll?
Wie passt das zusammen? Sehr einfach. Wenn man bedenkt was das BSG beschließt, dann wird aus diesen Zahlen sehr schnell klar wozu sie benutzt werden. Dem BSG werden sicherlich genau diese Zahlen geliefert. Es liegt im Interesse der KVen und der Kassen und damit der Politik, dass die Praxiskosten so gering wie irgend möglich anzusetzen sind, damit die Klagen so wenig Honorarkorrektur wie möglich zur Folge haben.
10,2% Honorarzuwachs. Das sind bei den Radiologen mal eben 50% des Jahresüberschusses der Psychotherapeuten. Das soll alles unter die Honorargerechtigkeitsregel fallen, die u.a. das BSG in seiner unnachahmlichen Art auslegt? Aber diese Verletzung der Honorargerechtigkeit (die ja Pflicht und nicht etwa Goodwill ist) betrifft ja eigentlich große Gruppen der KV-Mitglieder genaugenommen alle, die weniger als durchschnittlich verdienen und das dürfte die Mehrzahl sein. Ich frage mich schon, warum nur wir Psychotherapeuten uns gegen diese Verletzung der Honorargerechtigkeit wehren? In den Ärzteparlamenten sollte doch die Gruppe der Benachteiligten die Mehrheit haben. Wieso schließt man nicht auf dieser Basis Koalitionen?
Noch ein Satz zu den Psychotherapeuten. Erstaunlicherweise rufen die Berufsverbände der Psychotherapeuten stets dazu auf, dem ZI die Zahlen zu liefern, wenn sie angefragt werden. Das ist schon bizarr. Die Kollegen müssen mangels Honorar zunehmend ihre Praxiskosten senken, die dann ans ZI gemeldet werden und von dort ans BSG, das dann keine Notwendigkeit zur Honorarerhöhung mehr sieht. Aber unabhängig davon gilt: 1. niemals stimmen die 100 tsd p.a. Honorarzuweisung und 2. stimmen die 30tsd Praxiskosten nicht. Wie das ZI zu diesen erstaunlichen Zahlen kommt?..... Ein Schelm, der Böses dabei denkt. Ich möchte an dieser Stelle dringlich davon abraten, dem ZI Zahlen zu liefern, die uns weiter in den Keller des Einkommens manövrieren, indem sie die Grundlage für erstaunliche Statistiken liefern.
Trotz Manipulationsverdachts bleibt auch bei diesen Zahlen irgendwie unverständlich wie man mit den vom BSG unterstellten 36 Wochenstunden auf den Durchschnitt der Vergleichsgruppe kommen soll? Denn bei einfacher Multiplikation kommt man auf 131tsd. € Einnahmen und 100 tsd € Gewinn, dann fehlen nach meinem Verständnis immer noch mindestens 30tsd. € zur Vergleichsgruppe.
Und was sagen die Berufsverbände dazu? Sie Klagen bis zum BSG mit den seit 1999 wiederkehrenden Ergebnissen. Aber bis zum Verfassungsgericht, das dringend die Angemessenheitsfrage klären müsste, klagen sie nicht.
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