LSG Berlin-Brandenburg: Kostenerstattung gilt – auch wenn kein Arzt zur Hand ist
Weil sich kein geeigneter Arzt fand und weder Kasse noch KV einen benennen konnten, muss die Kasse die Behandlung eines eingewachsenen Zehennagels mittels Nagelkorrekturspange durch eine medizinische Fußpflegerin erstatten.

Leserkommentare [1]

[07.11.2017, 18:41:29]
Dr. Robert Künzel 
Ein wegweisendes Urteil zur Behebung des Ärztemangels 
So kann man natürlich das "Systemversagen" auch definieren und gleich korrigieren. Demnächst können dann auch noch alle möglichen Nichtärzte die Kassengelder abschöpfen, ohne überhaupt eine Kassenzulassung zu besitzen und somit auch den Regularien des SGB zu unterfallen.
Wenn ein eingewachsener Zehennagel eine Systemversagen im Gesundheitswesen zu begründen vermag, dann wird mit dieser Einordnung wirklich die Büchse der Pandora geöffnet und das sowieso schon marode GKV-System fährt gänzlich an die Wand. Haben sich die Richter überhaupt einmal überlegt, welch fatales Signal mit so einem Urteil ausgesendet wird ?
Jeder niedergelassene/ermächtigte Chirurg, der sich nach jahrelanger zehrender Facharztausbildung und Regreß- und Bürokratiewahn als Kassenarzt noch der kunstgerechten chirurgischen Sanierung solcher Krankheitsbilder widmet sollte nun wirklich sein Skalpell fallen lassen und seine Zulassung zurückgeben. Als Geistheiler, Mentalchirurg und Nagelspangenakrobat wird er wohl streßfreier leben und genauso von der GKV alimentiert werden wie vorher. Dem "Systemversagen" sei Dank ! Gute Nacht, ich habe fertig (würde ein berühmter Fussballtrainer wohl sagen) zum Beitrag »