Studie: Monetik statt Ethik? Klinikärzte berichten von Extremen
Eine Befragung unter Klinikmanagern und -ärzten lässt Abgründe im deutschen Krankenhausalltag befürchten: Ökonomie scheint das oberste Primat zu sein.

Leserkommentare [2]

[08.11.2017, 10:55:55]
Dr. Klaus Luttenberger 
Die wahren Verantwortlichen 
Den Krankenhausmanager alleine an den Pranger zu stellen ist nicht richtig. Die Vorgaben kommen von den Krankenkassen und dem Gesundheitsministerium. Dort werden die Weichen gestellt, die die Krankenhäuser zwingen ihr Überleben mit solch zweifelhaften Methoden zu sichern. Würde ein Krankenhaus in einer ausschließlich dem Patienten zugewandten Form handeln, wäre es in kurzer Zeit pleite. Damit sollen keineswegs diese Methoden gutgeheißen werden. Doch muß der Hebel an anderer Stelle angesetzt werden. zum Beitrag »
[08.11.2017, 09:27:48]
Dr. Gerhard Kraus 
Ökonomie oberstes Primat? 
Ich empfehle das Buch von Matthias Thöns: "Patient ohne Verfügung - Das Geschäft mit dem Lebensende" von 2016. Dort findet der geneigte Leser erschreckende Zahlen, Daten und Fakten, die exakt die Befürchtung der befragten Ärzte widerspiegeln, der ökonomische Druck zwinge sie "immer häufiger, ihre Patienten nach wirtschaftlichen Kriterien zu behandeln". Wie viel Euro spielen Chemotherapien, Langzeit-Beatmungen, PEG-Sonden und Herzkatheter ein, welche Player im Gesundheitssystem verdienen an oft fragwürdigen Therapien insbesondere am Lebensende - alles gut und nachvollziehbar belegt. Erst nach Lektüre dieses Buches konnte ich mir die manchmal sehr verstörenden Schicksale meine hausärztlich betreuten Patienten erklären! zum Beitrag »