Diät und weniger Salz: Bei dieser Ernährung sinkt der Blutdruck stark
Ein zu hoher Blutdruck lässt sich auch ohne Medikamente in den Griff bekommen. Wie das gelingen kann, zeigt eine auf dem US-Kardiologen-Kongress präsentierte Studie.

Leserkommentare [1]

[28.11.2017, 15:38:16]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
Zwei Haken hat die Sache! 
Auch wenn ÄZ-Autorin Veronika Schlimpert Ausgangspunkt, Ziel und Methodik dieser Crossover-Studie hervorragend referiert: Es ist keine harte Endpunkt-Studie über Morbidität, Co-Morbidität und Mortalität, welche heutzutage Minimalanforderung an jegliche Herz-Kreislauf-Stoffwechsel-Interventionen ist.

Wir sehen nach DASH-Diät u n d Kochsalzrestriktion einen signifikant gesenkten arteriellen Blutdruck, der aber z.B. für die Senkung der kardiovaskulären Mortalität und Morbidität bei einer Versuchsdauer von nur 3 Wochen allenfalls für einen Surrogat-Parameter langt.

Selbst bei der höchst umstrittenen SPRINT-Studie mit dem Vergleich einer "Holz-" versus "Luxusklasse" und unterschiedlichem Interventionsniveau anti-hypertensiver Medikation wurde die Studie erst nach durchschnittlich 3,3 Jahren abgebrochen.

Der 2. Haken ist, dass die DASH-Diät kein Alleinstellungsmerkmal besitzt:
Mercedes Sotos-Prieto et al. haben unter "Association of Changes in Diet Quality with Total and Cause-Specific Mortality"
http://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMoa1613502
dagegen festgestellt,

- wenn bei Teilnehmern, die sich nach den Regeln des Alternate Healthy Eating Index/AHEI (Ernährungsempfehlung der US-amerikanischen Regierung favorisiert Obst, Gemüse, Vollkornprodukte, Fisch, weißes Fleisch, Soja, Hülsenfrüchte, Tofu, ungesättigte Fettsäuren und ungesüßte Getränke) ernährt haben, das Sterberisiko auf 0,91 (95% Konfidenzintervall (KI) 0,85 – 0,97) gegenüber 100,0 der Vergleichsgruppe mit konventioneller Ernährung sinkt;

- und unter den Dietary Approaches to Stop Hypertension/DASH (speziell für Hypertoniker empfohlenen AHEI Ernährung mit zusätzlicher Verringerung von Kochsalz durch alternative Verwendung von Kräutern und Gewürzen, fettarmer Milch, wenig rotem Fleisch) das Sterberisiko der Teilnehmer auf 0,89 (95% KI 0,84 – 0,95) sinkt;

- und unter der Alternate Mediterranean Diet (AMD) das Sterberisikos gar auf 0,84 (95% KI, 0,78 – 0,91) gegenüber 100,0 der Vergleichsgruppe mit konventioneller Ernährung sinkt [AMD ist eine für Mittelmeerländer typische Ernährung mit viel Obst, Gemüse, Salat, Fisch und Käse, aber auch Weißbrot, bzw. Pasta und Pizza als Vorspeisen (!), Rotwein, rotem Fleisch, reichlich pflanzlichen Ölen und fettreichen Nüssen und keinem Zwang zu fettarmen Milch-(Produkten)];

dann entsprechen alle drei Diätformen den Schlussfolgerungen: ["Conclusions - Improved diet quality over 12 years was consistently associated with a decreased risk of death"] mit einer anhaltenden Senkung des Sterberisikos und leicht unterschiedlicher Intensität.

Keineswegs waren folgende Diäten untereinander hochsignifikant besser oder schlechter
1. Der veränderte "Gesunde Ernährungs-Index-Score“ [AHEI]
2. Der "diätetische Zugang zum Hypertonie-Stopp" [DASH]
3. Die veränderte "mediterrane Diät" [AMD]
Die letzte Diätform schnitt rein numerisch am besten ab und wäre auch unkompliziert zu handhaben.

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund








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