Ab zum Schwitzen: Saunieren schützt vor Schlaganfall
Möglicherweise beugt häufiges Saunieren Hirninfarkten vor. In einer finnischen Studie war die Schlaganfallrate bei Saunafans um 60 Prozent reduziert - dafür mussten Saunagänger aber einen Faktor beherzigen.

Leserkommentare [2]

[19.05.2018, 18:41:28]
Dr. Annelie Weiske 
Anzahl und Dauer der Saunagänge 
Interessant wäre in diesem Zusammenhang noch zu wissen, wieviele Saunagänge und welcher jeweiligen Dauer die Teilnehmer absolvierten (bei 80-100°C). Ebenfalls die Frage, ob durchgängig ganzjährige, oder ob auch Saunagänge nur im Winterhalbjahr einen Effekt zeigten.
#!: Was die "Vergleichsgruppe" in Finnland angeht, gebe ich Herrn Schätzler absolut recht.
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[18.05.2018, 13:56:15]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
Eine Follow-Up-Studie ist keine echte prospektive Studie! 
Der Titel der Publikation: "Sauna bathing reduces the risk of stroke in Finnish men and women - A prospective cohort study" von Setor K. Kunutsor et al. ist schon "overexaggerating".
http://n.neurology.org/content/early/2018/05/02/WNL.0000000000005606

Denn in den Schlussfolgerungen ist bei der untersuchten Kohorte nur noch von "follow-up study" die Rede: "Conclusions - This long-term follow-up study shows that middle-aged to elderly men and women who take frequent sauna baths have a substantially reduced risk of new-onset stroke."

Hier wurde ohne valide Ausgangshypothese im trüben Daten-Rohmaterial der "Finnish Kuopio Ischemic Heart Disease prospective cohort study" gefischt, um ex-post möglichst spektakuläre Ergebnisse zu generieren. Die eingangs erhobenen Sauna-Gewohnheiten wurden im Langzeit-Beobachtungsverlauf gar nicht erneut überprüft, damit das von vorneherein bereits feststehende Ergebnis gar nicht erst hinterfragt werden konnte.

Denn wer ausgerechnet in Finnland ungewöhnlich seltene Saunabesuche angibt, hat dafür gewöhnlich triftige Gründe wie Krankheitsdispositionen, gesundheitliche Risiken/Einschränkungen, Mobilitäts- oder Motivationsdefizite und weist zusätzliche Risikofaktoren für Schlaganfälle wie extreme Adipositas, Nikotin- und Alkoholabusus, Fehlernährung, metabolisches Syndrom und chronische Systemerkrankungen auf.

Diese entscheidenden Gründe für Schlaganfall-Risiko-Erhöhungen werden bei sehr häufigen Saunagängen bio-psycho-sozial ausgeblendet und führen systematisch zu einem besseren Outcome der Saunaliebhaber.

Alle anderen, die eine Saunatüre nicht mehr aufmachen können, bekommen häufiger Schlaganfälle. So einfach ist das!

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
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