In Akutsituationen: Viel Sauerstoff kann tödlich sein
Die großzügige Gabe von Sauerstoff kann bei Patienten mit akuter Erkrankung im besten Fall nützlich - unter Umständen aber auch tödlich sein. Das ergab eine Metaanalyse.

Leserkommentare [1]

[29.05.2018, 15:02:44]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
Was soll das? - Von wegen "O2 can do"! 
Meine persönliche Faustregel: Die periphere Sauerstoffsättigung SpO2 gilt als normal, wenn sie über 95 % liegt. Bei einem Wert u n t e r 95 % bzw. um kritische 92 % oder darunter weist das periphere Blut eine anormal niedrige Sauerstoffsättigung auf.

Doch was sollte ich dann mit einer "Pseudo-Metaanalyse" anfangen, die willkürlich Patienten mit Hypoxämie in zwölf und Patienten mit schwerer Hypoxämie in allen Studien ausgeschlossen hatte.

Absoluter Unfug, zu behaupten: "Für akut kranke Erwachsene haben wir Evidenz von hoher Qualität, dass eine liberale Sauerstofftherapie das Mortalitätsrisiko erhöht, ohne andere patientenrelevante Ergebnisse zu verbessern", wenn diese überhaupt nicht indiziert war. Das ist doch der springende Punkt!

Oberhalb eines SpO2-Wertes von 94–96 Prozent (!) führte eine Sauerstoffgabe zu absoluten Risikosteigerungen von 1,1 Prozent bei der Krankenhausmortalität und 1,4 bzw. 1,2 Prozent bei der Sterblichkeit nach 30 Tagen bzw. drei Monaten:

Da fragt man sich als medizinisch geschulter Beobachter doch, wieso eine überhaupt nicht indizierte Sauerstoffgabe bei normalem SpO2 durchgeführt wurde? Hat da jemand den Mobilfunk-Werbespruch "O2 can do" gründlich missverstanden?

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
 zum Beitrag »