Ärzte Zeitung, 01.07.2016

Asthma

Sieben Kriterien helfen auf die Spur

Bei Patienten mit Atemwegsbeschwerden unklarer Genese lässt sich anhand einer Sieben-Punkte-Diagnostik klären , ob ein Asthma bronchiale vorliegt.

Die Global Initiative for Asthma (GINA) hat letztes Jahr ein Update ihrer Leitlinie zu Management und Prävention von Asthma veröffentlicht. Um die Umsetzung im hausärztlichen Alltag zu erleichtern, haben Pneumologen um Dr. Ekkehard Beck, Rüdersdorf, die wichtigsten Schritte in einem einfachen Behandlungspfad zusammengefasst (Atemwegs- und Lungenkrankheiten 2016; 42: 14-24).

Dr. Martin Kohlhäufl , Klinik Schillerhöhe in Stuttgart, hat ihn beim Praxis Update in München vorgestellt. Wenn ein Patient mit Atemwegsbeschwerden unklarer Genese in die Praxis kommt, empfehlen die Experten eine Sieben-Punkte-Diagnostik. Verdächtig auf ein Asthma bronchiale sind:

Trockener Husten am Tag

Aufwachen mit Husten in der

Nacht/am Morgen

Giemen beim Atmen

Brustenge/Atemnot

Verstärkung der Symptome bei Virusinfektionen, feuchtkalter Luft sowie bei körperlicher Belastung

Verlängertes Exspirium oder Giemen bei der Auskultation

Eine FEV1< 80 Prozent vom Soll in

der Spirometrie (nur bei positivem

Auskultationsbefund empfohlen).

"Wenn von den sieben genannten Punkten mindestens drei erfüllt sind, weist das in Richtung Asthma und rechtfertigt die Einleitung einer Asthmatherapie", sagte Kohlhäufl. Dazu soll der Patient, zunächst befristet auf vier Wochen, ein kurz wirksames Betamimetikum erhalten. "Wenn der Patient das mehr als dreimal pro Woche braucht, müssen Sie direkt in die Basistherapie mit einem niedrig dosierten inhalativen Kortikosteroid (ICS) einsteigen."

Wenn Symptome nachts und am Morgen fehlen, rät Kohlhäufl, einen Pneumologen hinzuziehen, um andere Diagnosen abzuklären. Direkt an den Facharzt überwiesen werden sollten Patienten mit schwerer Symptomatik, einer FEV1< 60 Prozent vom Soll und unveränderter Symptomatik trotz einer Therapie mit inhalativem Kortikosteroid plus lang wirksamem Betamimetikum.

Als kontrolliert ist ein Asthma laut GINA anzusehen, wenn die Patienten höchstens zweimal pro Woche tagsüber Symptome haben, nachts nicht wegen ihres Asthmas aufwachen, höchstens zweimal pro Woche ein Notfallspray anwenden und in ihren Aktivitäten nicht eingeschränkt sind. Zum Erreichen der Asthmakontrolle soll die Therapie stufenweise eskaliert werden. (bs)

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