Kongress, 13.06.2012

Tag der Niedergelassenen - Forum für die Basis

Mittwoch nachmittags haben viele Praxen geschlossen - deshalb findet der Tag der Niedergelassenen heute im ICC erstmals an einem Mittwoch statt.

Der Tag der Niedergelassenen - ein Forum für die ärztliche Basis

Jeder muss den gleichen Zugang zur medizinischen Versorgung haben: Dr. Andreas Köhler.

© dpa

BERLIN (ami). Die neuen Regelungen für die Bedarfsplanung stehen im Zentrum der gesundheitspolitischen Podiumsdiskussion beim Tag der Niedergelassenen, den die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) in Zusammenarbeit mit den regionalen Kassenärztlichen Vereinigungen im Rahmen des Hauptstadtkongresses organisiert.

Die Rahmenvorgaben der neuen Bedarfsplanung soll der Gemeinsame Bundesausschuss bis zum Jahresende 2012 vorlegen. Die Diskussionen über die Neugestaltung spitzen sich indes immer weiter zu.

"Alle Bürger sollen den gleichen Zugang zur medizinischen Versorgung haben. Das ist ein Kernelement einer solidarischen Gesellschaft. Dafür ist es notwendig, die veraltete Bedarfsplanung zu flexibilisieren und die Verhältniszahlen anzuheben", fordert KBV-Chef Dr. Andreas Köhler.

Seine Forderungen will er beim Tag der Niedergelassenen unter anderem mit dem Gesundheitsexperten der Unionsfraktion im Bundestag Jens Spahn (CDU) diskutieren.

Erstmalig findet der Tag der Niedergelassenen bereits am Mittwoch statt. "Mittwoch nachmittags haben viele Praxen geschlossen, so dass wir hoffen, dass noch mehr Ärzte, Psychotherapeuten und Praxismitarbeiter die Gelegenheit nutzen, um dabei zu sein", so KBV-Sprecher Dr. Roland Stahl.

Ein Thema: IGeL

Dabei wird nicht nur theoretisch und gesundheitspolitisch diskutiert. Es gibt auch unmittelbar praxisrelevante Tipps, zum Beispiel für Investitionen in die eigene Praxis oder zur Umsetzung der neuen Hygiene-Anforderungen an Arztpraxen.

"Der Tag der Niedergelassenen ist ein Forum für die Basis", sagt Stahl, "aber auch den ärztlichen und psychotherapeutischen Nachwuchs wollen wir gezielt ansprechen."

Wege in die Niederlassung fördern - dieses Ziel hat die KBV als Motto über den von ihr organisierten Veranstaltungsblock geschrieben. Mangelnde Vereinbarkeit von Familie und Beruf wird häufig als Grund für die Entscheidung gegen eine Niederlassung in eigener Praxis angeführt.

Daher widmet die KBV auch diesem Thema eine Expertenrunde. Diskutiert wird beim Tag der Niedergelassenen zudem, ob und wie Entlastung durch Pflegepersonal im Spannungsfeld zwischen Delegation und Substitution möglich ist.

Ein weiteres heißes Eisen packt die KBV in ihrer Speakers' Corner an. "IGeL - Alles nur Abzocke?" heißt es heute in der Mittagspause. Zu erwarten steht ein Schlagabtausch zwischen Hartmannbund-Chef Dr. Klaus Reinhardt und der SPD-Bundestagsabgeordneten und Gesundheitsexpertin Mechthild Rawert.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Stromstimulation hilft Gedächtnis auf die Sprünge

US-Forscher haben mit einer speziellen Wechselstromstimulation das Arbeitsgedächtnis von über 60-Jährigen auf das Niveau von 20-Jährigen gehoben – zumindest für kurze Zeit. mehr »

Aufklärung alleine verpufft

Nicht nur zu Ostern locken Schokolade und Co.: Laut DONALD-Studie liegt der Zuckerverzehr gerade bei Kindern und Jugendlichen noch immer über der WHO-Empfehlung. Forscher sehen hier die Politik in der Pflicht. mehr »

Länger geguckt, eher gekauft

Menschen treffen irrationale Kaufentscheidungen, so eine Studie: Allein eine lange Betrachtungsdauer lässt Personen eher zugreifen – selbst, wenn das Produkt schlecht ist. mehr »