Ärzte Zeitung online, 21.11.2008
 

Sanfter Strom lindert Neuropathieschmerz

Elektrische Ströme mit hohen Frequenzen lindern die Beschwerden bei diabetischer Neuropathie. Viele Patienten spüren den Effekt bereits nach einer Anwendung.

Sanfter Strom lindert Neuropathieschmerz

Die Hochtontherapie reizt Muskeln zur Kontraktion und kann so ein körperliches Training ersetzen. Die Methode hat sich vor allem bei Neuropathie-Patienten bewährt. Aktuelle Ergebnisse einer klinischen Studie hat jetzt das Westdeutsche Diabetes- und Gesundheitszentrum (WDGZ) der Sana-Klinken in Düsseldorf vorgestellt. An der Studie nahmen mehr als 400 Patienten mit diabetesbedingten Nervenschädigungen teil, die unter Schmerzen, Brennen und Taubheitsgefühlen in den Füßen litten. Sie wurden viermal pro Woche je 30 Minuten lang zu Hause mit Heimgeräten behandelt. Ergebnis: Die Symptome gingen mit der Therapie bei 88 Prozent der Patienten zurück, teilt das Zentrum mit. "Sowohl die Intensität als auch die Häufigkeit quälender Beschwerden nahmen während des Anwendungszeitraums deutlich ab", so Professor Stephan Martin vom WDGZ. Diabetiker mit starken polyneuropathischen Beschwerden und einem hohen Leidensdruck hätten besonders profitiert: Wer vor der Behandlung durch die Beschwerden oft nachts wach gelegen habe, habe endlich wieder durchschlafen können. Die positiven Studien-Ergebnisse der Hochtontherapie bei diabetischer Neuropathie kann Dr. Andreas Koch aus Köln aus eigenen Erfahrungen bestätigen. Er bietet die Methode seinen Neuropathie-Patienten an, wenn konventionelle medikamentöse Therapien nicht greifen. "Die erste Behandlung mit der Hochtontherapie ist bei mir kostenlos", sagte der niedergelassene Allgemeinmediziner zu "Medica aktuell". Erst wenn sich Betroffene davon überzeugt haben, dass die Methode bei ihnen wirkt, bietet er den Patienten eine Serie von zehn Behandlungen an. Anschließend werde nur noch in größeren Abständen bei Beschwerden behandelt.

Außer bei Neuropathie bietet Koch die Hochtontherapie bei Arthrose-Schmerzen etwa in Hüfte oder Knie an. Für einen nachhaltigen Effekt rechnet er in der Regel mit zehn Sitzungen à 60 Minuten. Dabei sind besonders hohe Frequenzen nötig. Die Methode wirkt so nicht als Muskelpumpe: Vielmehr regen die Impulse den Stoffwechsel im Gelenk an. Entzündungsmediatoren werden eliminiert. (eis)

www.gbo-med.de
info@gbo-med.de
Medica: Hall 11 / C41

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Wie Grippeviren ihr Erbgut steuern

Forscher haben nachgewiesen, wie Gene von Influenza-A-Viren an- und abgeschaltet werden. Die Erkenntnisse sollen die Entwicklung neuer Therapien vorantreiben. mehr »

Mehr Transparenz soll die Wogen der SPRINT-Studie glätten

Der Streit um die SPRINT-Studie hält an. Im Fokus steht die genutzte Methode der Praxisblutdruckmessung, um die sich Gerüchte rankten. Jetzt hat die SPRINT-Gruppe für mehr Transparenz gesorgt. mehr »

Vorsorge für den Brexit – Ansturm auf das Aufenthalts-Zertifikat

Viele Gesundheitsfachkräfte aus EU-Ländern haben Großbritannien schon verlassen. Diejenigen, die bleiben wollen, versuchen nun, das "Settled-Status"-Zertifikat zu erlangen. mehr »